Lebensdaten
1930 – 2017
Geburtsort
Ludwigshafen
Sterbeort
Ludwigshafen
Beruf/Funktion
CDU-Vorsitzender ; Ministerpräsident ; Bundeskanzler ; Politiker
Konfession
römisch-katholisch
Normdaten
GND: 118564595 | OGND | VIAF: 100951272
Namensvarianten
  • Kohl, Helmut Josef Michael
  • Kohl, Helmut
  • Kohl, Helmut Josef Michael
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Zitierweise

Kohl, Helmut, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118564595.html [13.04.2024].

CC0

  • Helmut Kohl prägte als Ministerpräsident (1969–1976), CDU-Vorsitzender (1973–1998) und Bundeskanzler (1982–1998) nachhaltig die deutsche und europäische Politik. Als Parteivorsitzender modernisierte er in den 1970er Jahren die CDU, als Bundeskanzler stellte er wichtige politische Weichen: Er wurde 1989/90 zum zentralen Architekten der deutschen Wiedervereinigung und zu einem der wichtigsten Vorkämpfer der europäischen Integration. Nach dem Ende seiner Amtszeit wurde eine Parteispendenaffäre bekannt, über deren Behandlung es zum Zerwürfnis mit seiner Partei kam. Sein Rang als europäischer Staatsmann bleibt davon unberührt.

    Lebensdaten

    Geboren am 3. April 1930 in Ludwigshafen
    Gestorben am 16. Juni 2017 in Ludwigshafen
    Grabstätte Alter Friedhof in Speyer
    Konfession römisch-katholisch
    Helmut Kohl, Imago Images (InC)
    Helmut Kohl, Imago Images (InC)
  • Lebenslauf

    3. April 1930 - Ludwigshafen

    1936 - 1940 - Ludwigshafen-Friesenheim

    Schulbesuch

    Grundschule

    1940 - 1950 - Ludwigshafen-Friesenheim; Speyer

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Oberrealschule; Gymnasium am Dom

    1944 - 1945 - Erbach (Odenwald); Berchtesgaden; Düllstadt (Unterfranken)

    Kinderlandverschickung; HJ-Wehrertüchtigungslager; kurzzeitige Landwirtschaftslehre

    1946 - Ludwigshafen-Friesenheim

    Mitgründer

    Junge Union Rheinpfalz

    1948 - Ludwigshafen

    Mitglied

    CDU

    1950 - 1951 - Frankfurt am Main

    Studium des Völkerrechts und der Nationalökonomie

    Universität

    1951 - 1958 - Heidelberg

    Studium der Geschichte, Rechts- Sozial- und Staatswissenschaften

    Universität

    1953 - Mainz

    Mitglied

    geschäftsführender Vorstand CDU Rheinland-Pfalz

    1954 - 1961 - Mainz

    stellvertretender Landesvorsitzender

    Junge Union Rheinland-Pfalz

    1955 - 1966 - Mainz

    Mitglied

    CDU-Landesvorstand Rheinland-Pfalz

    1956 - 1958 - Heidelberg

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter

    Alfred-Weber-Institut der Universität

    1958 - Heidelberg

    Promotion (Dr. phil.)

    Universität

    1958 - 1959 - Ludwigshafen

    Direktionsassistent

    Eisengießerei Willi Mock

    1959 - 1963 - Ludwigshafen

    Vorsitzender

    CDU-Kreisverband

    1959 - 1976 - Mainz

    Abgeordneter der CDU

    Landtag Rheinland-Pfalz

    1959 - 1969 - Ludwigshafen

    Referent

    Landesverband der Chemischen Industrie Rheinland-Pfalz

    1960 - 1970 - Ludwigshafen

    Stadtrat, 1960­–1969 CDU-Fraktionsvorsitzender

    Stadtrat

    1961 - 1963 - Mainz

    Stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender

    Landtag Rheinland-Pfalz

    1963 - 1969 - Mainz

    CDU-Fraktionsvorsitzender

    Landtag Rheinland-Pfalz

    1963 - 1967

    Vorsitzender

    CDU-Bezirksverband Pfalz

    1964 - Bonn

    Mitglied

    CDU-Bundesvorstand

    1966 - 1974 - Mainz

    Landesvorsitzender

    CDU Rheinland-Pfalz

    1969 - 1976 - Mainz

    Ministerpräsident

    Landesregierung Rheinland-Pfalz

    1969 - 1973 - Bonn

    stellvertretender Bundesvorsitzender

    CDU

    1973 - 1998 - Bonn

    Bundesvorsitzender

    CDU

    1975 - 1976 - Bonn

    Kanzlerkandidat

    CDU

    1976 - 2002 - Bonn; Berlin

    Abgeordneter der CDU; bis 1982 CDU-Fraktionsvorsitzender

    Bundestag

    1982 - 1998 - Bonn

    Bundeskanzler

    Bundesregierung

    Januar 1983 - Juni 1983 - Brüssel

    Vorsitzender

    Europäischer Rat der Staats- und Regierungschefs der EG-Mitgliedstaaten

    Januar 1988 - Juni 1988 - Brüssel

    Vorsitzender

    Europäischer Rat der Staats- und Regierungschefs der EG-Mitgliedstaaten

    16. Juni 2017 - Ludwigshafen
  • Genealogie

    Vater Johann (Hans) Kaspar Kohl 3.1.1887–20.10.1975 aus Greußenheim bei Würzburg; Feldwebel-Leutnant und Adjutant der bayerischen Armee; Steuerobersekretär
    Großvater väterlicherseits Kaspar Kohl geb. 1854 Landwirt in Greußenheim
    Großmutter väterlicherseits Eva Kohl, geb. Rummel in Greußenheim
    Mutter Elisabeth Cäcilia Kohl, geb. Schnur 17.11.1890–1979 in Ludwigshafen
    Großvater mütterlicherseits Peter Josef Schnur aus Bauern- und Lehrerfamilie im Hunsrück; Volksschullehrer und Schulleiter in Friesenheim (Pfalz)
    Großmutter mütterlicherseits Anna Maria Schnur, geb. Hoecker Tochter eines Bauern
    Schwester Hildegard Marianne Elisabeth Getrey, geb. Kohl 18.3.1922–2003 zuletzt in St. Ingbert (Saarland)
    Bruder Walter Kohl 1926–1944 als Soldat gefallen
    1. Heirat 1960
    Ehefrau Hannelore Kohl , geb. Renner 7.3.1933–5.7.2001 aus Berlin-Schöneberg; Dolmetscherin
    Schwiegervater Wilhelm Renner 15.1.1890–18.9.1952 aus Mutterstadt; Ingenieur u. a. bei der Hugo Schneider AG (HASAG), 1950 Direktor der Herrenwäschefabrik Mey & Edlich in Ulm
    Schwiegermutter Irene Renner, geb. Merling 1897–1980 aus Berlin
    2. Heirat 8.5.2008 in Heidelberg
    Ehefrau Maike Kohl-Richter , geb. Richter geb. 1964 aus Oberheuslingen (Siegerland); 1996 Dr. rer. pol.; Volkswirtin, Mitarbeiterin des Ifo-Instituts, 1994–1998 in der Wirtschaftsabteilung des Bundeskanzleramts in Bonn, Journalistin bei der „Wirtschaftswoche“, Leiterin des Referats „Regionale Wirtschaftspolitik, Städtebau und Raumordnung“ im Bundeswirtschaftsministerium
    Sohn Walter Kohl geb. 16.7.1963 Diplom-Volkswirt, Unternehmensberater, Geschäftsführer, Autor
    Sohn Peter Kohl geb. 28.8.1965 Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer
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    Kohl, Helmut (1930 – 2017)

    • Vater

      Hans Kohl

      3.1.1887–20.10.1975

      aus Greußenheim bei Würzburg; Feldwebel-Leutnant und Adjutant der bayerischen Armee; Steuerobersekretär

      • Großvater väterlicherseits

        Kaspar Kohl

        geb. 1854

        Landwirt in Greußenheim

      • Großmutter väterlicherseits

        Eva Kohl

        in Greußenheim

    • Mutter

      Cäcilia Kohl

      17.11.1890–1979

      in Ludwigshafen

      • Großvater mütterlicherseits

        Josef Schnur

        aus Bauern- und Lehrerfamilie im Hunsrück; Volksschullehrer und Schulleiter in Friesenheim (Pfalz)

      • Großmutter mütterlicherseits

        Anna Maria Schnur

        Tochter eines Bauern

    • Schwester

      Hildegard Getrey

      18.3.1922–2003

      zuletzt in St. Ingbert (Saarland)

    • Bruder

      Walter Kohl

      1926–1944

      als Soldat gefallen

    • 1.·Heirat

      • Ehefrau

        Hannelore Kohl

        7.3.1933–5.7.2001

        aus Berlin-Schöneberg; Dolmetscherin

    • 2.·Heirat

      in

      Heidelberg

      • Ehefrau

        Hannelore Kohl

        7.3.1933–5.7.2001

        aus Berlin-Schöneberg; Dolmetscherin

  • Biografie

    alternativer text
    Helmut Kohl (Mitte), Imago Images (InC)

    Ausbildung, berufliche und politische Anfänge

    In Ludwigshafen aufgewachsen, bestand Helmut Kohl 1950 das Abitur und studierte danach an den Universitäten Frankfurt am Main und Heidelberg Geschichte, Rechts-, Sozial- und Staatswissenschaften, u. a. bei Walter Hallstein (1901–1982), Franz Böhm (1895–1977) und Carlo Schmid (1896–1979). In Heidelberg wurde er 1958 von Walther Peter Fuchs (1905–1997) mit einer parteigeschichtlichen Arbeit zum Dr. phil. promoviert. 1958/59 arbeitete Kohl als Direktionsassistent bei der Eisengießerei Willi Mock in Ludwigshafen, danach bis 1969 als Referent beim Landesverband der Chemischen Industrie Rheinland-Pfalz.

    Früh politisch engagiert, war Kohl von 1959 bis 1963 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Ludwigshafen und von 1959 bis 1976 Mitglied des rheinland-pfälzischen Landtags, wo er 1961 stellvertretender Vorsitzender, von 1963 bis 1969 Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion war. Von 1960 bis 1969 führte er als Vorsitzender die CDU-Fraktion des Stadtrats von Ludwigshafen, von 1963 bis 1967 als Vorsitzender den CDU-Bezirksverband Pfalz. 1966 wurde er in den Bundesvorstand der CDU gewählt, von 1966 bis 1974 war er Landesvorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz.

    Ministerpräsident und CDU-Vorsitzender

    Kohls Machtbewusstsein zeigte sich schnell. Mit den Zielen und dem Nimbus eines jungen Reformers verdrängte er den seit 1947 amtierenden CDU-Regierungschef Peter Altmeier (1899–1977) und wurde 1969 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Kohl führte einen Generationswechsel herbei und betrieb energisch Reformen in der Verwaltungsstruktur, der Kulturpolitik (Schulen sowie Universitätsgründungen in Trier und Kaiserslautern, Lehrerausbildung), der Sozialpolitik (u. a. erstes Kindergartengesetz in Deutschland 1970) sowie in der Arbeitsmarkt- und Verkehrspolitik. Gleichzeitig modernisierte er die Landes-CDU. Zunehmend engagierte er sich auf der Bundesebene und wurde 1969 stellvertretender Bundesvorsitzender der CDU. Nach der Wahlniederlage 1969 und innerparteilichen Kontroversen um den Kurs der Union gelang Kohl in dieser Krise der Partei 1973 die Wahl zum Bundesvorsitzenden; er blieb in diesem Amt bis zu seinem Rücktritt 1998. Mit den von ihm berufenen Generalsekretären Kurt Biedenkopf (1930–2021) und danach Heiner Geißler (1930–2017) reformierte Kohl die CDU zu einer effizienten Organisation, erneuerte sie programmatisch und gewann immer wieder fähige Berater und Politiker, was ihn zu einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Parteiführer der Bundesrepublik machte. Während seines ersten Jahrzehnts als Vorsitzender stieg die Mitgliederzahl der CDU von 422 968 (1972) auf 734 555 (1983).

    Bei der Bundestagswahl 1976 erreichte Kohl als Kanzlerkandidat der CDU mit 48,6 % fast die absolute Mehrheit. Als er trotzdem nicht Bundeskanzler wurde, weil die FDP in der Koalition mit der SPD blieb, trat er als Ministerpräsident zurück und wurde 1976 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nach Ungeschicklichkeiten, die innerhalb der Unionsfraktion Kritik provozierten und die politische Gegenspieler wie Helmut Schmidt (1918–2015) mithilfe von Medien wie „Der Spiegel“ oder „Die Zeit“ öffentlichkeitswirksam ausnutzten, wurde Kohl vom CDU-Generalsekretär Biedenkopf sowie dem CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß (1915–1988) heftig befehdet. Strauß hielt Kohls Hoffnung auf einen Koalitionswechsel der FDP, mit deren Vorsitzendem Hans-Dietrich Genscher (1927–2016) Kohl gute Kontakte unterhielt, für eine falsche Strategie und sprach ihm offen die Befähigung zum Bundeskanzler ab (Wienerwald-Rede, November 1976). Im selben Monat beendete die CSU-Führung die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU im Bundestag (Kreuther Trennungsbeschluss), worauf Kohl die Gründung eines CDU-Landesverbands in Bayern ankündigte; im Dezember 1976 einigten sich Kohl und Strauß auf Kompromisse und die Fortsetzung der Fraktionsgemeinschaft.

    1980 verzichtete Kohl auf die Kanzlerkandidatur. Jedoch provozierte er mit seinem Versuch, ohne Rücksprache den niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (1930–2014) als Kanzlerkandidaten durchzusetzen, die CSU und Strauß, der sich dann in einer Kampfabstimmung der Unionsfraktion gegen Albrecht als Kanzlerkandidat durchsetzte. Trotz Stimmenverlusten von ca. 4 % gegenüber 1976 wurden CDU/CSU zwar stärkste Fraktion, gelangten aber durch die Fortsetzung der Koalition aus SPD und FDP wiederum nicht an die Regierung. Der Machtkampf zwischen den beiden Spitzenpolitikern der Union war zugunsten Kohls entschieden.

    Bundeskanzler

    Die schon lange fragile sozialliberale Koalition zerbrach an gravierenden Gegensätzen. Am 1. Oktober 1982 wurde Bundeskanzler Schmidt mit den Stimmen von Union und FDP in einem konstruktiven Misstrauensvotum gestürzt und Kohl zum Bundeskanzler gewählt. Um die Legitimität des Misstrauensvotums durch Wahlen zu bestätigen, betrieb er mit einer verfassungsrechtlich umstrittenen Prozedur die Neuwahl des Bundestags im März 1983, die er mit dem zweitbesten Wahlergebnis (48,8 %) in der Geschichte der Union gewann. Mit zunehmender Sicherheit im Amt dominierte Kohl mit einem dezidierten Kurs der Mitte trotz kritischer Medien die bundesdeutsche Politik.

    Innenpolitik

    Während der Ära Kohl stellte die CDU drei Bundespräsidenten und eine Reihe von Ministerpräsidenten in den Ländern. Damit war sie noch erfolgreicher als selbst zu Zeiten Konrad Adenauers (1876–1967), der allerdings das einzige Mal in der Geschichte der Bundesrepublik 1957 eine absolute Mehrheit gewann. Kohl gewann bis 1998 trotz z. T. schlechter Prognosen alle Wahlen, blieb aber aufgrund schwächerer Wahlergebnisse seit 1987 in seiner Partei nicht unangefochten; 1989 vereitelte er auf dem Bremer CDU-Parteitag den durch Geißler initiierten Versuch, ihn abzulösen. Zwar war die Union bei der Bundestagswahl 1987 auf 44,3 % zurückgefallen, lag aber noch immer deutlich vor der SPD (37,0 %). Einige wirtschaftliche und soziale Strukturreformen blieben aufgrund politischen Widerstands stecken, heftige Konflikte mit den Gewerkschaften über Arbeitszeiten und Renteneintrittsalter trugen zu den gesellschaftlichen Konflikten bei. Der Flick-Spenden-Skandal, der u. a. 1984 zum Rücktritt des Wirtschaftsministers Otto Graf Lambsdorff (1926–2009) (FDP) führte, betraf zunächst Handlungen der Vorgängerregierung unter Schmidt, weitete sich dann aber zur heftigen Debatte über die Spendenpraxis aller Parteien außer den Grünen (erst seit 1983 im Bundestag) aus, so dass auch Kohl 1984 vor dem Untersuchungsausschuss des Bundestags aussagen musste, wobei er wie die anderen Empfänger von Parteispenden Erinnerungslücken angab. Da die staatsanwaltschaftliche Untersuchung erst 1981 in Gang kam und das Landgericht Bonn 1987 urteilte, wurde der Spendenskandal in der Öffentlichkeit mehr mit Kohls als mit Schmidts Regierung verbunden. Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986, der die Akzeptanz der Atomenergie in der bundesdeutschen Gesellschaft verminderte, gründete Kohl erstmals ein Bundesumweltministerium.

    Zu den innenpolitischen Erfolgen Kohls zählte die mit Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg (1928–2001) betriebene Konsolidierung des Bundeshaushalts sowie die Politik von Wirtschaftsminister Graf Lambsdorff: Bilanz der Regierung Kohl/Genscher für die Jahre 1982 bis 1989 war das Absinken der Inflationsrate von 5,2 % auf 2,7 % und der Anstieg der Wachstumsrate von 1,1 % auf 5,5 %. Unbefriedigend blieb die Arbeitslosenrate, die in diesem Zeitraum nur von 7,2 % auf 6,95 % gedrückt werden konnte, obwohl die Zahl der Erwerbstätigen stieg.

    Außen- und Deutschlandpolitik: Wiedervereinigung

    War Kohl in den ersten Jahren als Parteivorsitzender ein dezidierter Reformer, so verband er als Bundeskanzler zwischen 1982 und 1989 neue Akzente mit Kontinuität: Seine Deutschland- und Außenpolitik stand in der Wertetradition Adenauers und des Pragmatismus von Helmut Schmidt. Sicherheitspolitisch folgte er der Linie von Adenauer, Strauß und Schmidt, der den sog. NATO-Doppelbeschluss im Dezember 1979 bei den Partnerstaaten, nicht jedoch in der eigenen Partei durchgesetzt hatte. Kohl hielt trotz aller Widerstände und Massendemonstrationen daran fest und setzte ihn in der Bundesrepublik durch.

    Kohl baute auf Verhandlungen mit der DDR-Führung, um die innerdeutschen Beziehungen zu verbessern und lag damit auf der seit der Großen Koalition Kiesinger/Brandt 1966 und den nachfolgenden Regierungen eingeschlagenen Linie. Zugleich bemühte er sich, das grundgesetzliche Postulat der Einheit der deutschen Nation im gesellschaftlich-politischen Bewusstsein zu revitalisieren und betonte dies auch 1987 beim Besuch Erich Honeckers (1912–1994) in der Bundesrepublik.

    Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 und seine Arbeit für die europäische Integration sind Kohls größte politische Leistung. Beides stand in Wechselwirkung, u. a. ermöglicht durch das international große persönliche Vertrauen, das Kohl bei führenden Staatsmännern in West und Ost gewonnen hatte. Auch mit dem Generalsekretär der KPdSU, Michail Gorbatschow (1931–2022), entwickelte Kohl nach anfänglichen Irritationen wegen seines fragwürdigen Interviews über Gorbatschow Ende 1986 in der US-amerikanischen Zeitschrift „Newsweek“ ein zunehmend vertrauensvolles Verhältnis. Kohl wirkte eng mit dem US-amerikanischen Präsidenten George H. W. Bush (1924–2018) zusammen, der sich am entschiedensten für die Wiedervereinigung einsetzte und ohne den sie keine Chance gehabt hätte.

    Die grundlegende Voraussetzung für die Möglichkeit der Wiedervereinigung bildete die zunehmende, durch langfristige strukturelle Probleme und den aus dem NATO-Doppelbeschluss folgenden Rüstungswettlauf bewirkte wirtschaftliche Schwächung der Sowjetunionund deren nachlassende Bindekraft für ihre bisherigen Satelliten-Staaten, in denen Protestbewegungen entstanden. In der DDR wuchsen immer deutlichere Reform- und Protestdemonstrationen an, die entscheidend dazu beitrugen, die Diktatur zum Einsturz zu bringen (Friedliche Revolution) und am 9. November 1989 die Öffnung der Berliner Mauer zu bewirken. Gorbatschow verzichtete auf die früher bei der KPdSU-Führung übliche gewaltsame Unterdrückung der Proteste.

    In dieser offenen Situation ergriff Kohl, der wusste, dass die Chance auf Wiedervereinigung nur kurz bestehen werde, mit taktischem Geschick und klarer Strategie in permanenten Verhandlungen mit ausländischen Politikern jede sich bietende Gelegenheit; sein Vorpreschen mit dem 10-Punkte-Plan zur Überwindung der Teilung Deutschlands vom 28. November 1989 fand aber außer bei US-Präsident Bush kaum Unterstützer. Kohl suchte schnellstmöglich, den internationalen Widerstand zu überwinden, bundesdeutsche Gegner der Wiedervereinigung zu marginalisieren und innerdeutsche Vereinigungsprobleme zu lösen, u. a. durch die ökonomisch zu Recht umstrittene, aber politisch - u. a. wegen der massenhaften Übersiedlung von DDR-Bürgern in die Bundesrepublik - unvermeidliche Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunionzwischen der Bundesrepublik und der DDR, die am 1. Juli 1990 in Kraft trat. Haupthindernis blieb am Ende die Frage der NATO-Mitgliedschaft des vereinigten Deutschlands, auf der Kohl und Bush bestanden, die Gorbatschow und innerdeutsche Kritiker wie der SPD-Politiker Egon Bahr (1922–2015) jedoch ablehnten. Nach Vorarbeit von Bush erreichte Kohl im Juli 1990 das Einverständnis Gorbatschows und mit außerordentlich hoher finanzieller Hilfe der Bundesrepublik die Vereinbarung eines präzisen Abzugsplans für die in der DDR stationierte sowjetische Armee von etwa 450 000 Mann. Den komplizierten und vielfältigen Vereinigungsverhandlungen folgte der 2+4-Vertrag vom 12. September 1990. Mit dem 3. Oktober 1990 wurde der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik wirksam; die Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 bestätigte die Regierung Kohl/Genscher.

    Europapolitik

    Mit dem französischen Präsidenten François Mitterrand (1916–1996) und dem Präsidenten der EU-Kommission, Jacques Delors (geb. 1925), sowie auf deutscher Seite v. a. mit Genscher und Theo Waigel (geb. 1939) erwarb sich Kohl entscheidende Verdienste um die Integration der Europäischen Union. Zentrale Erfolge bildeten 1985 das Schengen-Abkommen und 1992 der Maastricht-Vertrag zur Währungsunion mit der Einführung des Euro. Die noch stärkere europäische Einbindung des wiedervereinigten und deswegen mittelfristig wesentlich stärkeren Deutschlands erleichterte dem französischen Präsidenten die Zustimmung zur Wiedervereinigung. Für Kohl bedeutete die europäische Integration nach den zwei Weltkriegen nicht zuletzt das fundamentale Friedensprojekt.

    Endphase der Kanzlerschaft

    Die zweite Phase der Kanzlerschaft Kohls von 1990 bis 1998 war neben der Europapolitik wesentlich durch die Bewältigung der Folgen der Wiedervereinigung geprägt. Dabei handelte es sich um materiell z. T. gigantische Herausforderungen in allen Politikfeldern, aber auch um gesellschaftspolitisch-mentale. Kohl hatte zwar eine allgemeine Planung für den „Aufbau Ost“ und sah dafür enorme Summen vor, doch unterschätzte auch er die langfristigen Wirkungen des Bankrotts der DDR und ihre vielfältigen Folgeschäden in allen zentralen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sektoren sowie die massiven Umweltbelastungen. Seine Prophezeiung „blühender Landschaften“ traf viele Jahre später ein, als er angenommen hatte. Die Unzufriedenheit eines Teils der Bevölkerung wuchs, auch wegen der illusionären Erwartung, die Folgeschäden der 40jährigen SED-Diktatur könnten innerhalb weniger Jahre beseitigt werden. 1998 verlor Kohl die Bundestagswahl gegen Gerhard Schröder (geb. 1944); noch am Wahlabend trat er als Parteivorsitzender der CDU zurück.

    Spendenaffäre

    1999 wurde bekannt, dass Kohl als Parteivorsitzender gegen das Parteiengesetz verstoßen hatte, weil er von 1993 bis 1998 Parteispenden in Höhe von 1,5 bis 2 Millionen D-Mark, verwendet u. a. für Wahlkämpfe, nicht ordnungsgemäß angegeben und Parteikonten nicht in Rechenschaftsberichten aufgeführt hatte. Zwar hatte sich Kohl nicht persönlich bereichert, doch weigerte er sich, die Namen der Spender zu nennen („Ehrenwort“). Daraufhin kam es zu einem heftigen Zerwürfnis mit seinem Nachfolger als Parteivorsitzender, Wolfgang Schäuble (geb. 1942), und der CDU-Generalsekretärin Angela Merkel (geb. 1954). Kohl legte im Januar 2000 den Ehrenvorsitz der CDU nieder, das Verhältnis zu mehreren CDU-Politikern blieb zerrüttet. Den materiellen Schaden für seine Partei durch Strafzahlungen in Höhe von ca. 6 Millionen D-Mark glich Kohl durch Spendensammlungen und eigene Mittel wieder aus; insgesamt gingen dabei ca. 8 Millionen D-Mark bei der CDU ein. In der Folge der Affäre wurde von 1999 bis 2002 ein Bundestags-Untersuchungsausschuss eingesetzt und das Gesetz über die politischen Parteien hinsichtlich der Parteispenden verschärft.

    Nachwirkung

    Die von Kohl erstmals im Bundestagswahlkampf 1980 propagierte „geistig-moralische Erneuerung“ wurde in der bundesdeutschen Gesellschaft als national-konservative Wende z. T. heftig kritisiert. Kohl war jedoch kein Nationalist, sondern ein überzeugter Europäer. Sein besonderes Engagement galt den deutsch-französischen Beziehungen, die er mit Staatspräsident Mitterrand weiter verbesserte. Sein Geschichtsbild klammerte die NS-Diktatur nicht aus, im Gegenteil bemühte er sich besonders um die Aussöhnung mit Polen sowie Israel. Sein Besuch mit dem US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan (1911–2004) auf dem Soldatenfriedhof Bitburg am 5. Mai 1985 wurde international heftig kritisiert, jedoch besuchten beide auch das ehemalige KZ Bergen-Belsen, wo Kohl zum Jahrestag der Befreiung am 21. April 1985 eine Grundsatzrede zur deutschen Geschichte hielt.

    Kohls Geschichtspolitik richtete sich auf die ganze deutsche Geschichte, worin die demokratische Entwicklung der Bundesrepublik einen besonderen Platz einnimmt. Seine kultur- und geschichtspolitischen Initiativen zählen zu den konkreten, bis heute nachwirkenden Erfolgen: die Gründung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn (1994 eröffnet), des Deutschen Historischen Museums in Berlin (1987), der Bundeskunsthalle Bonn (1992) sowie der Deutschen Historischen Institute in Washington (1987) und in Warschau (1993).

    Durch einen Sturz 2008 an den Rollstuhl gefesselt und in seiner Sprachfähigkeit stark beeinträchtigt, lebte Kohl seitdem zurückgezogen in Ludwigshafen und trat nur noch selten öffentlich auf. Nach seinem Tod wurde er am 1. Juli 2017 in einer feierlichen Zeremonie in Straßburg durch Reden von Bundeskanzlerin Merkel, des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron (geb. 1977), von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (geb. 1954) und anderen als herausragender Staatsmann gewürdigt.

  • Auszeichnungen

    1970 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, mit Stern 1973, mit Schulterband 1975, Großkreuz 1979, Großkreuz in besonderer Ausführung 1998
    1977 Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik
    1986 Robert-Schuman-Medaille für hervorragende Verdienste um die europäische Einigung
    1988 Internationaler Karlspreis der Stadt Aachen (mit François Mitterrand)
    1995 Helmut-Kohl-Institut für Europäische Studien an der Hebräischen Universität Jerusalem
    1996 Orden für humanitäre Verdienste der jüdischen Organisation B’nai B’rith
    1997 Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland
    1998 Ehrenvorsitzender der CDU (bis 2000)
    1998 Ehrenbürger Europas
    1998 Großkreuz des portugiesischen Ordens des Infanten Dom Henrique
    1998 Polnischer Orden des Weißen Adlers
    1999 Orden des Weißen Löwen 1. Klasse der Tschechischen Republik
    2002 Großer Verdienstpreis der Académie des Sciences morales et politiques, Paris
    2006 Europapreis Karl V. der Europäischen Akademie von Yuste (Spanien)
    2009 BILD-Medienpreis „Osgar“ für die Verdienste um das Ende des Kalten Krieges und die Deutsche Einheit (mit George H. W. Bush und Michail Gorbatschow)
    2009 Auszeichnung des amerikanischen Atlantic Council für die historische Rolle bei der Überwindung des Kalten Krieges und bei der Wiedervereinigung Deutschlands (mit George H. W. Bush)
    2009 Hanns Martin Schleyer-Preis
    2009 Medienpreis Millennium-Bambi
    2010 Roland-Berger-Preis für Menschenwürde
    2011 Henry-Kissinger-Preis
    2021 Errichtung der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung
    2022 Denkmal mit Bronzebüste im Domgarten, Speyer, gestiftet von der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer
    zahlreiche Ehrenbürgerschaften (1985–2010), Ehrendoktorate (1990–2000) und Benennungen von Straßen und Plätzen
  • Quellen

    Nachlass:

    Privatbesitz Dr. Maike Kohl-Richter, Ludwigshafen.

    Bundeskanzleramt bzw. Bundesarchiv Berlin, Landeshauptarchiv Koblenz, Landesarchiv Speyer (Dienstliche Überlieferung).

    Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung Sankt Augustin, Laufzeit 1976–1998 (Parteiüberlieferung).

    Gedruckte Quellen:

    Dokumente zur Deutschlandpolitik, hg. v. Bundesministerium des Innern unter Mitwirkung des Bundesarchivs, Wissenschaftliche Leitung Klaus Hildebrand/Hans-Peter Schwarz, Bundesarchiv: Friedrich P. Kahlenberg, Deutsche Einheit. Sonderedition aus den Akten des Bundeskanzleramtes 1989/90, bearb. v. Hanns Jürgen Küsters/Daniel Hofmann, 1998.

    Berichte zur Lage: 1989–1998, Der Kanzler und Parteivorsitzende im Bundesvorstand der CDU Deutschlands, bearb. v. Günter Buchstab und Hans-Otto Kleinmann, 2012.

    Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. Im Auftrag des Auswärtigen Amts hg. v. Institut für Zeitgeschichte, Haupthg. Horst Möller, Mithg. Gregor Schöllgen/Andreas Wirsching, Wiss. Leiterin Ilse Dorothee Pautsch, Jg. 1982-1985, 8 Bde., 2013-2016. (Onlineressource)

    Berichte zur Lage 1982–1989: Der Kanzler und Parteivorsitzende im Bundesvorstand der CDU Deutschlands, bearb. v. Günter Buchstab und Hans-Otto Kleinmann, 2014.

    Kohl: „Wir haben alle Chancen“: Die Protokolle des CDU-Bundesvorstands 1973–1976, 2 Bde., bearb. v. Günter Buchstab, 2015. (P)

    Die Einheit. Das Auswärtige Amt, das DDR-Außenministerium und der Zwei-plus-Vier-Prozess, hg. im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin v. Horst Möller/Ilse Dorothee Pautsch/Gregor Schöllgen/Hermann Wentker/Andreas Wirsching, bearb. v. Heike Amos/Tim Geiger, 2015. (Onlineressource)

    Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland. Im Auftrag des Auswärtigen Amts hg. v. Institut für Zeitgeschichte, Haupthg. Andreas Wirsching, Mithg. Hélène Miard-Delacroix/Gregor Schöllgen, Jg. 1986-1991, 12 Bde., 2017-2022. (partiell Onlineressource)

    Kohl: „Stetigkeit, Klugheit, Geduld und Zähigkeit“: Die Protokolle des CDU-Bundesvorstands 1976–1980, 2 Bde., bearb. v. Günter Buchstab, 2018.

    Kohl: „Gelassenheit und Zuversicht“: Die Protokolle des CDU-Bundesvorstands 1980–1983, bearb. v. Günter Buchstab, 2018. (P)

  • Werke

    Die politische Entwicklung in der Pfalz und das Wiederentstehen der Parteien nach 1945, 1958. (Diss. phil.)

    Ich wollte Deutschlands Einheit, dargest. v. Kai Diekmann u. Ralf Georg Reuth, 1996, 3. Aufl. 1996, Neuausg. 2010, tschech. 1997, niederl. 1997, span. 1997, franz. 1997, ungar. 1998, poln. 1999, chines. 1999.

    Mein Tagebuch: 1998–2000, 2000.

    Erinnerungen, T. 1: 1930–1982, 2004, T. 2: 1982–1990, 2005, T. 3: 1990–1994, 2007. (P)

    Vom Mauerfall zur Wiedervereinigung. Meine Erinnerungen, 2009, Neuaufl. 2014. (P)

    Aus Sorge um Europa. Ein Appell, 2014. (P)

  • Literatur

    Biografien:

    Hans-Peter Schwarz, Helmut Kohl. Eine politische Biographie, 2012, Neuausg. 2014. (P)

    Henning Köhler, Helmut Kohl. Ein Leben für die Politik. Die Biografie, 2014. (P) (zugangsbeschränkte Onlineressource)

    Monografien:

    Frank Bösch, Macht und Machtverlust. Die Geschichte der CDU, 2002.

    Andreas Wirsching, Abschied vom Provisorium. Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 1982–1990, 2006.

    Ulrich Herbert, Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, 2014.

    Horst Möller, Franz-Josef Strauß. Herrscher und Rebell, 32016.

    Hermann Wentker, Die Deutschen und Gorbatschow, 2020, bes. S. 149–159, 245–253, 379–395 u. 512–525.

    Horst Möller, Deutsche Geschichte – die letzten 100 Jahre. Von Krieg und Diktatur zu Frieden und Demokratie, 2022, S. 491–563.

    Aufsätze und Beiträge:

    Wolfgang Jäger, Helmut Kohl, in: Udo Kempf und Hans-Georg Merz (Hg.), Kanzler und Minister 1949–1998, 2001, S. 367–380.

    Franz-Josef Heyen, Dr. Helmut Kohl, in: Hannes Ziegler (Hg.), Politiker in Rheinland-Pfalz: Unsere Ministerpräsidenten, 2003, S. 55–70.

    Horst Möller, Die Ära Kohl. Versuch einer politischen Bilanz, in: Jürgen Aretz/Günter Buchstab/Jörg-Dieter Gauger (Hg.), Geschichtsbilder. Weichenstellungen deutscher Geschichte nach 1945, 2003, S. 239–263.

    Andreas Wirsching, Eine „Ära Kohl“? Die widersprüchliche Signatur deutscher Regierungspolitik 1982–1998, in: Archiv für Sozialgeschichte 52 (2012), S. 667–684.

    Andreas Linsenmann, Die Regierung Kohl. Dynamik als Markenkern, in: Manuela Glaab/Hendrik Hering/ Michael Kißener/Dieter Schiffmann/Monika Storm (Hg.), 70 Jahre Rheinland-Pfalz, 2020, S. 80–100.

    Günter Buchstab, Helmut Kohl (1930–2017), in: Jürgen Aretz/Thomas Brechenmacher/Stefan Mückl (Hg.), Zeitgeschichte in Lebensbildern, Bd. 13, 2022, S. 93–111.

    Günter Buchstab, Die CDU in der Ära Kohl, in: Handbuch zur Geschichte der CDU, hg. V. Norbert Lammert, 2022, S. 165–191.

    Tonträger:

    Helmut Kohl – Kanzler der Einheit: Leben und Wirken des großen Staatsmanns zwischen Mauerfall, Währungsunion und geeintem Europa; inklusive 15 Minuten Originalaufnahmen von Helmut Kohl bei Reden vor dem Deutschen Bundestag, als CD 2009.

    Heribert Schwan und Tilman Jens, Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle. Ungekürzte Lesung, 6 CDs, 2014.

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Gemälde (Öl/Leinwand) v. Albrecht Gehse (geb. 1955), 2002, Bundeskanzleramt Berlin, Kanzlergalerie.

    Porträtbüste (Bronze) v. Serge Mangin (geb. 1947), 2010, Berlin, vor Axel-Springer-Passage.

    Sonderbriefmarke 55 Cent der Deutschen Post, 2012.

    Porträtbüste (Bronze) v. Christine Dewerny (geb. 1947), Berlin, Straße der Erinnerung am Spreebogen.

  • Autor/in

    Horst Möller (München)

  • Zitierweise

    Möller, Horst, „Kohl, Helmut“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.01.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118564595.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA