Über das Projekt

Die von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegebene Neue Deutsche Biographie (NDB) informiert in knappen, wissenschaftlich fundierten Lexikonartikeln über verstorbene Persönlichkeiten, die durch ihre Leistungen politische, ökonomische, soziale, wissenschaftliche, technische oder künstlerische Entwicklungen wesentlich beeinflußt haben. Für den deutschen Sprach- und Kulturraum gilt die NDB mit ihren von Experten namentlich gezeichneten Originalbeiträgen seit Jahrzehnten als das maßgebliche biographische Lexikon. (mehr)

Die Deutsche Biographie ist ein gemeinsames Angebot der Historischen Kommission und der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB). Es bietet, finanziert durch eine Sachbeihilfe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), seit Februar 2010 strukturiertes lexikalisches Expertenwissen mit Informationen zu mehr als 130.000 Persönlichkeiten des deutschsprachigen Kulturraums. Zur Zeit umfasst es digitale Volltexte von mehr als 48.000 historisch-biographischen Artikeln der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB, 56 Bände, 1875-1912) sowie der Neuen Deutschen Biographie (NDB, online bisher 24 Bände, seit 1953, Aachen bis Stader) und erschließt durch Verlinkungen auf zertifizierte Angebote zu diesen Personen Normdaten, Artikel aus weiteren biographischen Lexika, Quellen, Literatur (darunter die bibliothekarischen Ressourcen der Bayerischen Staatsbibliothek, des Bayerischen Verbundkatalogs und der Deutschen Nationalbibliothek) sowie Objekte, Werke und Portraits bzw. deren Nachweise.

Einen weiteren Ausbauschritt zur Entwicklung der Deutschen Biographie zu einem historisch-biographischen Informationssystem für den deutschsprachigen Raum konnten die Partner Historische Kommission und Bayerische Staatsbibliothek in den Jahren 2012 bis 2014 auf der Grundlage einer weiteren DFG-Förderung machen.

Durch die forcierte GND-(Gemeinsame Normdatei)-Erschließung und die Kooperation mit namhaften nationalen Partnerinstitutionen konnte die Zahl der recherchierbaren Personen im Projektzeitraum von 130.000 auf rund 260.000 Personen verdoppelt werden. Unter anderem konnten jetzt Partnerangebote wie die Nachlassdatenbank und das Bildarchiv des Bundesarchivs, die Archivschätze des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, die Objektdatenbank des Germanischen Nationalmuseums, die Bildbestände in den vom Bildarchiv Foto Marburg betriebenen Fachportalen oder Sendenachweise zur Weimarer Republik aus dem Deutschen Rundfunkarchiv eingebunden werden.

Recherchen sind nun auch über eine kartenbasierte, stark erweiterte und facettierte Suche möglich. Unter den neuen Features befinden sich erstmals auch Präsentationsformen, die durch computerlinguistische Analysen möglich werden, wie z. B. die graphische Darstellung von Ego-Netzwerken.

Die Historische Kommission und die Bayerische Staatsbibliothek setzten den Ausbau der Deutschen Biographie auch in der Zukunft konsequent fort. Auf der Grundlage einer erneuten Förderung durch die DFG werden bis 2016 als weitere zentrale Partnerangebote integriert: die Staatsbibliothek zu Berlin (Kalliope), die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Jahresberichte für deutsche Geschichte), die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (Leichenpredigten, Regesta Imperii), die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste (Acta Pacis Westphalicae), das Landesarchiv Baden-Württemberg (LEO-BW), die Akademie der Bildenden Künste München (Digitale Edition der Matrikelbücher 1809-1930), das Deutsches Filminstitut sowie die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (Deutsche Fotothek). Auch die Rechercheinstrumente werden parallel weiterentwickelt.

Literatur:
Hans Günter Hockerts, Zertifiziertes biographisches Wissen im Netz. Die „Deutsche Biographie“ auf dem Weg zum zentralen historisch-biographischen Informationssystem für den deutschsprachigen Raum, in: Akademie Aktuell 04/2012, S. 34f.

Projektkoordination

  •   - Professor Dr. Malte Rehbein (Passau), für die Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
  •   - Klaus Kempf, Abteilungsleiter der Bayerischen Staatsbibliothek
  •   - Dr. Bernhard Ebneth (NDB)

Bearbeiter der Historischen Kommission (Ausbauphase 2012-2014)

  •   - Datenbezogene Programmierung: Matthias Reinert (verantwortlich), Maximilian Schrott
  •   - Computerlinguistische Analysen: Sophia Stotz, Valentina Stuß, Matthias Reinert
  •   - wissenschaftliche Hilfskräfte: Roxane Hagn, Julia Singer
  •   - studentische Hilfskräfte: Marinella Galic, Hanna-Maria Riesner, Dolores Sarancic

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats Münchener Digitalisierungszentrum/Digitale Bibliothek der Bayerischen Staatsbibliothek für die Digitalisierung, GND-Erschließung und technische Realisierung.

Der Prototyp für die Ausgabe der Daten in RDF wurde mit Unterstützung der Forschungsgruppe AKSW der Universität Leizig (Martin Brümmer, Thomas Riechert) im Rahmen des EU-Projektes LOD2 realisiert.

Das Projekt wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) realisiert.

Fragen und Korrekturhinweise bitte per E-Mail an: info@deutsche-biographie.de.