Grass, Günter

Lebensdaten
1927 – 2015
Geburtsort
Danzig-Langfuhr (heute Gdańsk-Wrzeszcz, Polen)
Sterbeort
Lübeck
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Bildhauer ; Zeichner ; Grafiker ; Dramatiker ; Maler ; Künstler ; Librettist
Konfession
römisch-katholisch, seit 1974 konfessionslos
Normdaten
GND: 118541579 | OGND | VIAF: 102319859
Namensvarianten

  • Grass, Günter Wilhelm
  • Knoff, Artur / Pseudonym
  • Grass, Günter
  • Grass, Günter Wilhelm
  • Knoff, Artur / Pseudonym
  • Grass, Ginters
  • Gras, Ginṭer
  • Ğrās, Ğūntar
  • Gras, Gynter
  • Kŭrasŭ, Kwint'ô
  • Grasi, Giunter
  • Knoff, Artur
  • Jun te Ge la si
  • Junte-Gelasi
  • Gelasi, Junte
  • Grass, Günther
  • Grass, Gjunter
  • Grass, Gunterus
  • Gras, Gjunter
  • Grâs, Gînter
  • Grās, Gūntir
  • Grasas, G.
  • Gkras, Gkynter
  • Gkrass, Gkynter
  • Gurasu, Gyuntā
  • Gras, Ginter
  • Grās, Gūnthar
  • جراس، جونتر
  • 그라스, 귄터
  • גראס, גינטר
  • 君特・格拉斯
  • ギュンター・グラス
  • 格拉斯, 君特
  • b32
  • Grass, Günther
  • Grass, Günther Wilhelm
  • Grass, Ginthers
  • Gras, Gynther
  • Cŭrasŭ, Kwint'ô
  • Grasi, Giunther
  • Grass, Günter
  • Grass, Gjunther
  • Grass, Guntherus
  • Gras, Gjunther
  • Grâs, Gînther
  • Gkras, Gkynther
  • Gkrass, Gkynther
  • Gras, Ginther

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Zitierweise

Grass, Günter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118541579.html [19.01.2026].

CC0

  • Grass, Günter Wilhelm

    Pseudonym: Artur Knoff

    1927 – 2015

    Schriftsteller, Bildhauer, Zeichner, Grafiker

    Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass ist einer der wichtigsten deutschen Nachkriegsautoren. Internationale Bekanntheit erlangte er bereits mit seinem Romandebüt „Die Blechtrommel“ (1959). Sein vielseitiges Werk umfasst Prosa, Lyrik, Dramen und bildkünstlerische Arbeiten. Grass engagierte sich Zeit seines Lebens gesellschaftspolitisch.

    Lebensdaten

    Geboren am 16. Oktober 1927 in Danzig-Langfuhr (heute Gdańsk-Wrzeszcz, Polen)
    Gestorben am 13. April 2015 in Lübeck
    Grabstätte Friedhof in Behlendorf (Herzogtum Lauenburg)
    Konfession römisch-katholisch, seit 1974 konfessionslos
    Günter Grass, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Ohlbaum (InC)
    Günter Grass, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Ohlbaum (InC)
  • 16. Oktober 1927 - Danzig-Langfuhr (heute Gdańsk-Wrzeszcz, Polen)

    1933 - 1944 - Danzig (heute Gdańsk, Polen)

    Schulbesuch (ohne Abschluss)

    Volksschule; Gymnasium Conradinum; St. Petri-Oberschule; Gymnasium St. Johann

    1944 - 1945 - Tucheler Heide (Westpreußen, heute Bory Tucholskie, Polen)

    Reicharbeitsdienst; Verpflichtung zum Kriegsdienst

    SS-Panzerdivision Frundsberg

    1945 - 1946 - Marienbad (Westböhmen, heute Mariánské Lázně, Tschechien); Bad Aibling (Oberbayern)

    Verwundung; Lazarettaufenthalt; US-amerikanische Kriegsgefangenschaft

    1946 - Köln; Bergheim; Hildesheim

    Gelegenheitsarbeiter

    1947 - 1948 - Düsseldorf

    Steinmetz-Praktikant

    Steinmetzbetriebe Julius Göbel und Moog

    1948 - 1952 - Düsseldorf

    Studium der Bildhauerei und Grafik bei Josef (Sepp) Mages (1895–1977) und Otto Pankok (1893–1966)

    Kunstakademie

    1951 - 1952 - Frankreich; Italien

    Bildungsreisen

    1953 - 1956 - Berlin-West

    Hochschule für Bildende Künste

    1956 - Paris

    Übersiedlung

    1958 - Großholzleute bei Isny (Allgäu)

    erste Teilnahme am Treffen; Lesung aus der unveröffentlichten „Blechtrommel“

    Gruppe 47

    1960 - Berlin-West

    Übersiedlung

    1961 - Bundesrepublik Deutschland

    Begegnung mit Willy Brandt (1913–1992); erste Wahlkampftour

    1965 - 1972 - Bundesrepublik Deutschland

    Mitorganisator; Redner

    Wahlkampftouren der SPD

    1967 - Israel

    Reise

    1970 - Warschau

    Reise mit Brandt zur Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Vertrags

    1972 - Wewelsfleth (Schleswig-Holstein)

    Übersiedlung

    1973 - Israel

    Reise mit Brandt

    1982 - 1993

    Mitglied

    SPD

    1983

    Mitunterzeichner

    Heilbronner Manifest

    1985 - Berlin-West; Wewelsfleth

    Gründer; Stifter des ehemaligen Wohnhauses in Wewelsfelth

    Alfred-Döblin-Stiftung

    1986 - 1987 - Kalkutta (heute Kolkata, Indien)

    Reise

    1987 - Behlendorf (Holstein); Lübeck

    Übersiedlung

    1992 - Berlin

    Gründer

    Daniel-Chodowiecki-Stiftung

    1995 - Lübeck

    Erwerb des Sekretariats, dann des Gartenflügels im späteren Günter Grass-Haus

    1999 - Lübeck

    Gründer

    Stiftung zugunsten des Romavolks

    2000 - Greifswald

    Wolfgang-Koeppen-Stiftung

    13. April 2015 - Lübeck

    alternativer text
    Günter Grass, BSB / Bildarchiv / Fotoarchiv Timpe (InC)

    Kindheit und Studium

    Grass wuchs in einfachen Verhältnissen in Danzig (heute Gdańsk, Polen) auf, besuchte hier seit 1933 mehrere Schulen und wurde 1939 Mitglied im Jungvolk und in der Hitler-Jugend. 1944 beendete er seinen Schulbesuch ohne Abschluss, da er zum Reichsarbeits- und zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Zunächst als Flakhelfer eingesetzt, wurde er bei der Waffen-SS zum Panzerschützen ausgebildet und erhielt den Marschbefehl, sich der Division „Frundsberg“ an der Ostfront anzuschließen, die er jedoch nicht erreichte. Im Anschluss an einen Lazarettaufenthalt in Folge einer Verwundung geriet er 1945 in US-amerikanische Gefangenschaft, wurde bald nach Kriegsende entlassen und ging im Rheinland und in Hildesheim Gelegenheitsarbeiten nach.

    Grass zeichnete und dichtete seit seiner Kindheit. Mit dem Wunsch, Künstler zu werden, absolvierte er 1947/48 zwei Praktika als Steinmetz und Bildhauer bei den Steinmetzbetrieben Julius Göbel und Moog in Düsseldorf. Mit Porträts aus dem Caritas-Heim, in dem er wohnte, und bildhauerischen Arbeitsproben wurde er 1948 an der Kunstakademie Düsseldorf angenommen, wo er Bildhauerei bei Josef (Sepp) Mages (1895–1977) und Grafik bei Otto Pankok (1893–1966) studierte. In den Ferien reiste er nach Italien und Frankreich. 1953 wechselte Grass als Schüler des Bildhauers Karl Hartung (1908–1967) an die Hochschule der Bildenden Künste in Berlin-West. Noch während des 1956 abgeschlossenen Studiums gewann er den dritten Preis im Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks und fand in Walter Höllerer (1922–2003) einen literarischen Mentor und Förderer.

    Schriftstellerische Erfolge und politisches Engagement

    Sein literarisches Debüt gab Grass 1956 mit dem Gedichtband „Die Vorzüge der Windhühner“. Im selben Jahr zog er nach Paris, wo ihm Paul Celan (1920–1970) zum Freund und Lehrer wurde. Es entstanden Dramen, Ballettlibretti, Gedichte und bildkünstlerische Arbeiten. Zugleich begann Grass sein erstes Prosawerk: „Die Blechtrommel“ (1959) bildet mit „Katz und Maus“ (1961) und „Hundejahre“ (1963) die „Danziger Trilogie“, ein fantastisch-figurenreiches Panorama der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert und zugleich eine der ersten großen literarischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust in der deutschen Literatur. Für zwei Kapitel aus der noch unveröffentlichten „Blechtrommel“ erhielt er 1958 den Preis der Gruppe 47. Die Veröffentlichung 1959 machte Grass mit einem Schlag – auch im Ausland – bekannt und führte schnell zu seinem Ruf als Autor von Weltrang. Einen weiteren Erfolgsschub erfuhr „Die Blechtrommel“ 1979 durch Volker Schlöndorffs (geb. 1939) gleichnamige Oscar-gekrönte Kinoverfilmung. 1980 erschien als Folge der Zusammenarbeit mit Schlöndorff der erzählende Essay „Kopfgeburten“.

    1960 kehrte Grass nach Berlin-West zurück, veröffentlichte seinen zweiten Gedichtband „Gleisdreieck“ (1960), arbeitete weiter an der „Danziger Trilogie“ und wurde bald parteipolitisch tätig. Grass trat für Demokratisierung, eine gerechte globale Politik und Abrüstung ein und thematisierte ökologische und soziale Fragen. In den 1960er Jahren unterstützte er Willy Brandt (1913–1992) und die SPD als Wahlhelfer und Berater. Brandt lud ihn 1970 als Begleiter zu seiner Reise nach Warschau ein. Grass’ politisches Engagement fand literarischen Niederschlag in seinen Romanen „Ausgefragt“ (1967), „örtlich betäubt“ (1969) und „Aus dem Tagebuch einer Schnecke“ (1972). 1967 besuchte Grass als erster deutscher Schriftsteller nach Aufnahme der diplomatischen Beziehungen den Staat Israel.

    1972 zog Grass nach Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und schrieb hier seinen Roman „Der Butt“ (1977), in dem, zusammengehalten von Grass’ eigener Auslegung des Märchens „Von dem Fischer und syner Frau“, ein Jahrhunderte umfassendes Geschichts- und Geschichtenpanorama ausgespannt wird, zugleich Menschheitsgeschichte, Geschichte einer Schwangerschaft und Geschichte des Rollenverhältnisses zwischen Mann und Frau. Der Roman wurde zu Grass’ größtem Erfolg seit „Die Blechtrommel“.

    In Frankfurt am Main initiierte Grass 1978 das erste Treffen mit Übersetzerinnen und Übersetzern seiner Werke. Weitere Treffen dieses Forums, in dem sein Werk diskutiert wurde, fanden bis über Grass’ Tod hinaus statt. In Wewelsfleth entstand 1979 aus Anlass von Hans Werner Richters (1908–1993) 70. Geburtstag die Erzählung „Das Treffen in Telgte“, in der Grass in ironischer Weise das erste Treffen der Gruppe 47 1947 mit einem fiktiven Treffen deutscher Barockdichter im Dreißigjährigen Krieg überblendete.

    Soziale und ökologische Themen der späten Jahre

    1986 übersiedelte Grass mit seiner Ehefrau Ute in das Lauenburgische Behlendorf, wo er sich verstärkt sozialen und ökologischen Fragen widmete, so in dem experimentellen Roman „Die Rättin“ (1986) über die globale ökologische Krise. Aus einem längeren Aufenthalt in Kalkutta (heute Kolkata, Indien) ging 1988 „Zunge zeigen“ hervor, der erste einer Reihe von Text-Bild-Bänden, denen 1990 „Totes Holz“ über das Waldsterben und 1997 „Fundsachen für Nichtleser“ mit Aquarellen und Gedichten folgte.

    Die Wiedervereinigung Deutschlands sah Grass mit Skepsis und kritisierte sie als „Einverleibung der DDR“ durch den Westen, ein Thema, mit dem er sich außer in seinem Wiedervereinigungsroman „Ein weites Feld“ (1995) in zahlreichen Reden, Essays und dem Tagebuch von 1990 „Unterwegs von Deutschland nach Deutschland“ (2009) beschäftigte. Die Erzählung „Unkenrufe“ (1992) setzte sein Nachdenken über die polnisch-deutsche Versöhnung fort.

    1999 erhielt Grass den Nobelpreis für Literatur, für den er seit 1966 mehrfach als Kandidat nominiert worden war. Gegen die Praxis der Abschiebung von Flüchtlingen und zunehmenden Rassismus in der Bundesrepublik wandte er sich mit seiner Sonettsammlung „Novemberland“ (1992). Seinen größten Erfolg seit „Der Butt“ erzielte er mit der Novelle „Im Krebsgang“ (2002), die vom Untergang des Lazarettschiffs „Wilhelm Gustloff“ 1945 und einem wiedererstarkenden Nationalsozialismus erzählt. Seine letzten drei – autobiografischen – Prosawerke bilden die „Trilogie der Erinnerung“: „Beim Häuten der Zwiebel“ (2006) über seine jungen Jahre, „Die Box“ (2008) über seine Familie und „Grimms Wörter“ (2010) über sein politisches Wirken. Die Veröffentlichung des ersten Teils provozierte einen Skandal, da die Rezeption das Werk auf ein spätes Eingeständnis Grass’ seiner SS-Zugehörigkeit reduzierte. Einen weiteren Skandal rief Grass 2012 hervor, als er in den Gedichten „Was gesagt werden muss“ und „Europas Schande“ die Außenpolitik der israelischen Regierung und ihre Unterstützung durch Deutschland kritisierte. Grass’ letztes Buch „Vonne Endlichkait“ (2015) mit kurzen Prosatexten, Gedichten und Zeichnungen erschien postum.

    Themen und Motive

    Im Zentrum von Grass’ Prosawerken, Lyrikbänden, Text-Bild-Bänden, Theaterspielen sowie zahlreichen Essays und Reden stehen wiederkehrende Themen und Motive. Seine Werke sind Erinnerungstexte, die geschichtliche Ereignisse mit gegenwärtigen verweben und die Geschichten historischer Figuren mit autobiografischen und autofiktionalen Erzählungen verknüpfen. Zentral sind Grass’ Kindheit und Jugend in Danzig und die Zeit des Nationalsozialismus. Vom Debüt „Die Vorzüge der Windhühner“ (1956) bis zu „Vonne Endlichkait“ (2015) sind schriftstellerische und bildkünstlerische Arbeiten eng miteinander verbunden. Die weltweite Wirkung seines Werks u. a. bei John Irving (geb. 1942), der bei der Gedenkveranstaltung im Lübecker Theater einer Trauerrede hielt, Nadine Gordimer (1923–2014), Amos Oz (1939–2018) und Salman Rushdie (geb. 1947) nimmt ihn gleichermaßen als Meister des Magischen Realismus und als engagierten Zeitzeugen wahr.

    1958 Preis der Gruppe 47 (für „Die Blechtrommel“)
    1960 Berliner Kritikerpreis
    1962 Prix du Meilleur livre étranger, Frankreich (für „Die Blechtrommel)
    1963–1989, 1998–2015 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin(-West) (Präsident 1983–1986, Austritt 1989, Wiederzuwahl 1998)
    1965 Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
    1965 Dr. h. c., Kenyon College, Gambier (Ohio, USA)
    1968 Carl-von-Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte e. V.
    1968 Fontane-Preis, Hauptpreis des Kunstpreises Berlin
    1969 Theodor-Heuss-Preis der Theodor Heuss Stiftung, Stuttgart
    1970 Mitglied der American Academy of Arts and Sciences
    1976 Dr. h. c., Harvard University, Cambridge (Massachusetts, USA)
    1977 Premio Mondello der Fondazione Sicilia, Italien
    1980 Weinpreis für Literatur
    1982 Premio Feltrinelli der Accademia dei Lincei, Rom (abgelehnt)
    1988 Medaille für Kunst und Wissenschaft der Hansestadt Hamburg
    1989 Asteroid Grass (11 496)
    1990 Dr. h. c., Adam-Mickiewicz-Universität Poznań (Polen)
    1993 Dr. h. c., Universität Gdańsk (Polen)
    1993 Ehrenbürger von Gdańsk
    1993 Premio Hidalgo, Madrid
    1993 Ehrenvorsitzender des KulturForums TürkeiDeutschland e. V., Köln (mit Yaşar Kemal, 1923–2015)
    1994 Großer Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, München
    1994 Karel-Čapec-Preis, Prag
    1995 Hermann-Kesten-Medaille des PEN-Zentrums Deutschland
    1996 Thomas-Mann-Preis der Hansestadt Lübeck
    1996 Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster
    1996 Samuel-Bogumil-Linde-Preis der Städte Toruń (Polen) und Göttingen
    1998 Fritz-Bauer-Preis für Verdienste um die Verteidigung der Menschenrechte der Humanistischen Union
    1999 Prinz-von-Asturien-Preis für Geisteswissenschaften und Literatur, Spanien
    1999 Nobelpreis für Literatur (weiterführende Informationen)
    2001 Günter-Grass-Stiftung Bremen. Audiovisuelles Archiv und rezeptionsgeschichtliche Forschungsstelle (weiterführende Informationen)
    2002 Günter Grass-Haus, Lübeck (weiterführende Informationen)
    2003 Günter Grass Gesellschaft (weiterführende Informationen)
    2003 Dr. h. c., Universität Lübeck
    2005 Hans Christian Andersen-Preis, Odense (Dänemark)
    2005 Eckart Witzigmann Preis
    2005 Dr. h. c., FU Berlin
    2006 Internationaler Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec (abgelehnt)
    2007 Ernst-Toller-Preis der Ernst-Toller-Gesellschaft, des Lions-Clubs und der Stadt Neuburg an der Donau
    2011 Günter und Ute Grass Stiftung, Lübeck (weiterführende Informationen)
    2012 Ehrentitel „Europäer des Jahres 2012“ der dänischen Europäischen Bewegung (Europabevægelsen)
    2013 „Schleswig-Holsteinischer Meilenstein“ des Verbands Deutscher Sinti und Roma e. V., Landesverband Schleswig-Holstein (mit Ute Grass)

    Nachlass:

    Akademie der Künste, Berlin. (weiterführende Informationen)

    Günter und Ute Grass Stiftung, Lübeck. (weiterführende Informationen)

    Günter Grass-Haus, Lübeck. (weiterführende Informationen)

    Günter-Grass-Stiftung Bremen, Audiovisuelles Archiv und rezeptionsgeschichtliche Forschungsstelle. (weiterführende Informationen)

    Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar. (weiterführende Informationen)

    Bundesarchiv, Berlin-Lichterfelde.

    Bundesarchiv-Militärarchiv Freiburg im Breisgau.

    Prosa:

    Die Blechtrommel. Roman, 1959, als Spielfilm, 1980, Regie: Volker Schlöndorff.

    Katz und Maus. Novelle, 1961, als Spielfilm 1967, Regie: Hansjürgen Pohland.

    Hundejahre. Roman, 1963.

    örtlich betäubt. Roman, 1969.

    Aus dem Tagebuch einer Schnecke, 1972.

    Der Butt. Roman, 1977.

    Das Treffen in Telgte. Erzählung, 1979.

    Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus. Erzählung, 1980.

    Die Rättin. Roman, 1986, als Fernsehfilm, ARD 1997, Regie: Martin Buchhorn.

    Unkenrufe. Erzählung, 1992, als Spielfilm u. d. T. Unkenrufe. Zeit der Versöhnung, 2005, Regie: Robert Glinski.

    Ein weites Feld. Roman, 1995.

    Mein Jahrhundert. Erzählband, 1999, als Fernsehlesung aus dem Deutschen Theater Göttingen, Radio Bremen/3sat 1999.

    Im Krebsgang. Novelle, 2002.

    Beim Häuten der Zwiebel. Erinnerungen, 2006

    Die Box, 2008.

    Unterwegs von Deutschland nach Deutschland. Tagebuch 1990, 2009.

    Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung, 2010.

    Vonne Endlichkait, 2015.

    Figurenstehen, 2022.

    Dramen:

    Die bösen Köche. Ein Drama, 1956.

    Hochwasser. Ein Stück in zwei Akten, 1957.

    Noch zehn Minuten bis Buffalo. Ein Spiel in einem Akt, 1957.

    Onkel, Onkel. Ein Spiel in vier Akten, 1958.

    32 Zähne. Eine Farce in fünf Akten, 1958.

    Die Plebejer proben den Aufstand. Ein deutsches Trauerspiel, 1966.

    Davor. Ein Stück in 13 Szenen, 1969.

    Lyrik:

    Die Vorzüge der Windhühner, 1956.

    Gleisdreieck, 1960.

    Ausgefragt, 1967.

    Gesammelte Gedichte, 1971.

    Novemberland. 13 Sonette, 1992.

    Letzte Tänze, 2003.

    Lyrische Beute, 2004.

    Dummer August, 2007.

    Was gesagt werden muss, 2012.

    Europas Schande, 2012.

    Eintagsfliegen, 2012.

    Poesiealbum 302, 2012.

    Du. Ja Du. Liebesgedichte, ausgewählt v. Katja Lange-Müller, 2019.

    Essays und Feuilletons:

    „O Susanna“. Ein Jazzbilderbuch. Blues, Balladen, Spirituals, Jazz. Bilder: Horst Geldmacher. Deutsche Texte: Günter Grass. Musikarbeit: Herman Wilson. Mit einem Nachw. v. Joachim-Ernst Berendt, 1959.

    Über das Selbstverständliche. Reden – Aufsätze – Offene Briefe – Kommentare, 1968.

    Der Bürger und seine Stimme. Reden – Aufsätze – Kommentare, 1974.

    Denkzettel. Politische Reden und Aufsätze 1965–1976, 1978.

    Widerstand lernen. Politische Gegenreden 1980–1983, 1984.

    Zunge zeigen. Ein Tagebuch in Zeichnungen, 1988.

    Rede vom Verlust. Über den Niedergang der politischen Kultur im geeinten Deutschland, 1992.

    Ein Schnäppchen namens DDR. Letzte Reden vorm Glockengeläut, 1993.

    Rede über den Standort, 1997.

    Zeit, sich einzumischen. Die Kontroverse um Günter Grass und die Laudatio auf Yaşar Kemal in der Paulskirche, 1998.

    Vom Abenteuer der Aufklärung. Werkstattgespräche mit Harro Zimmermann, 1999.

    Der Schatten. Hans Christian Andersens Märchen – gesehen von Günter Grass, 2004.

    Günter Grass/Heinrich Detering, In letzter Zeit. Gespräch im Herbst, 2017.

    Briefe:

    Günter Grass/Pavel Kohout, Briefe über die Grenze. Versuch eines Ost-West-Dialogs, 1968.

    Günter Grass/Kenzaburō Ōe, Gestern vor 50 Jahren. Ein deutsch-japanischer Briefwechsel, 1995.

    Günter Grass/Helen Wolff, Briefe 1959–1994, hg. v. Daniela Hermes, 2003.

    Uwe Johnson/Anna Grass/Günter Grass, Der Briefwechsel 1961–1984, 2007.

    Martin Kölbel (Hg.), Willy Brandt und Günter Grass. Der Briefwechsel, 2013.

    Grafik, Skulpturen und Plastiken:

    Catalogue Raisonné, Bd. 1: Die Radierungen/The Etchings, hg. v. Hilke Ohsoling, 2007.

    Catalogue Raisonné, Bd. 2: Die Lithographien/The Lithographs, hg. v. Hilke Ohsoling, 2007.

    Zeichnen und Schreiben. Das bildnerische Werk des Schriftstellers Günter Grass, 2 Bde., 1982/84.

    In Kupfer, auf Stein. Die Radierungen und Lithographien 1972–1986, 1986.


    Werkausgaben:

    Werkausgabe in zehn Bänden, hg. v. Volker Neuhaus, 1987.

    Studienausgabe, 12 Bde., 1993/94.

    Werkausgabe, 16 Bde., hg. v. Volker Neuhaus/Daniela Hermes, 1997–2002.

    Werke. Neue Göttinger Ausgabe, 24 Bde., hg. v. Dieter Stolz/Werner Frizen, 2020.

    Monografien:

    Angelika Hille-Sandvoß, Überlegungen zur Bildlichkeit im Werk von Günter Grass, 1987.

    Dieter Stolz, Vom privaten Motivkomplex zum poetischen Weltentwurf. Konstanten und Entwicklungen im literarischen Werk von Günter Grass (1956–1986), 1994.

    Peter Joch, Zaubern auf weißem Papier. Das graphische Werk von Günter Grass. Deutungen und Kommentare, 2000.

    Michael Jürgs, Bürger Grass. Biografie eines deutschen Dichters, 2002.

    Marcel Reich-Ranicki, Unser Grass, 2003.

    Per Øhrgaard, Günter Grass. Ein deutscher Schriftsteller wird besichtigt, 2007.

    Katja Standfuss, Gegenständlichkeit. Zur ‚neuen, alle meine Möglichkeiten versammelnden Form‘. Die Text-Bild-Bände von Günter Grass, 2008.

    Volker Neuhaus, Günter Grass, 3. aktual. u. erw. Aufl. 2010.

    Volker Neuhaus, Günter Grass. Schriftsteller – Künstler – Zeitgenosse. Eine Biographie, 2012.

    Jennifer Zimmermann, Unbarmherzige Augen. Eine Analyse der Scham im Erzählwerk von Günter Grass, 2015.

    Harro Zimmermann, Günter Grass und die Deutschen. Eine Entwirrung, 2017.

    Viktoria Krason, Auseinandernehmen und Zusammensetzen. Günter Grass und die bildende Kunst, 2021.

    Katrin Wellnitz, Märchen als Roman. Inszenierung und Fortschreibung von Märchen und Sagen bei Günter Grass, 2023.

    Werner Frizen, Günter Grass. Werkkommentare. Einführung, Stellenkommentar, Materialien. Bd. 1: Das Treffen in Telgte, 2023.

    Julian Preece, Günter Grass. Werkkommentare. Einführung, Stellenkommentar, Materialien. Bd. 2: Unkenrufe, 2023.

    Werner Frizen, Günter Grass. Werkkommentare. Einführung, Stellenkommentar, Materialien. Bd. 3: Der Butt, 2023.

    Werner Frizen, Günter Grass. Werkkommentare. Einführung, Stellenkommentar, Materialien. Bd. 4: Gedichte und Kurzprosa, 2024.

    Susanna Brogi, Anja Gerigk, Günter Grass. Werkkommentare. Einführung, Stellenkommentar, Materialien. Bd. 5: Ein weites Feld, 2025.

    Dieter Stolz, Günter Grass. Werkkommentare. Einführung, Stellenkommentar, Materialien. Bd. 6: Theaterspiele, 2026.


    Sammelbände:

    Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Günter Grass (Text + Kritik 1), 1971.

    Gerd Labroisse/Dick van Stekelenburg (Hg.), Günter Grass. Ein europäischer Autor?, 1992.

    Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Blech getrommelt. Günter Grass in der Kritik, 1997.

    Jörg-Philipp Thomsa (Hg.), Ein Buch schreibt Geschichte. 50 Jahre „Die Blechtrommel“, 2009.

    Heinrich Detering/Per Øhrgaard (Hg.), Was gesagt wurde. Eine Dokumentation über Günter Grass’ „Was gesagt werden muss“ und die deutsche Debatte, 2013.

    Uwe Neumann (Hg.), Alles gesagt? Eine vielstimmige Chronik zu Leben und Werk von Günter Grass, 2017.

    Heinrich Detering/Lisa Kunze/Katrin Wellnitz, Günter Grass als Buchkünstler, 2022.

    Gerhard Steidl (Hg.), Büchermachen mit Günter Grass. Werkkatalog 1986–2022, 2022.

    Christoph Jürgensen/Michael Scheffel (Hg.), Günter Grass Handbuch, 2025.

    Schriftenreihe:

    Volker Neuhaus/Per Øhrgaard/Jörg-Philipp Thomsa (Hg.), Freipass. Schriften der Günter und Ute Grass Stiftung, Bd. 1–6, 2015–2022.

    Aufsätze:

    Harald Hartung, Narr mit Silberblick. Günter Grass als Lyriker, in: ders., Deutsche Lyrik seit 1965. Beispiele, Tendenzen, Porträts, 1985, S. 183–202.

    Werner Frizen, „Die Blechtrommel“. Ein schwarzer Roman. Grass und die Literatur des Absurden, in: arcadia 21 (1986), H. 2, S. 166–189.

    Werner Frizen, Zur Entstehungsgeschichte von Günter Grass’ Roman „Die Blechtrommel“, in: Monatshefte 79 (1987), H. 2, S. 210–222.

    W. G. Sebald, Konstruktion der Trauer. Zu Günter Grass „Tagebuch einer Schnecke“ und Wolfgang Hildesheimer „Tynset“, in: ders., Campo Santo, 2003, S. 101–127.

    Ruth Klüger, „Der Butt“. A Feminist Perspective, in: dies., „Wer rechnet schon mit Lesern?“. Aufsätze zur Literatur, 2021, S. 233–245.

    Dokumentarfilme:

    Günter Grass und Pierre Bourdieu im Gespräch, 1999, Regie: Dieter Franck.

    Günter Grass, Lübecker Werkstattbericht. Sechs Vorlesungen an der Medizinischen Universität Lübeck, 1998.

    In Abrahams Schoß. Günter Grass bereist den Jemen. Dokumentarfilm, 2002, Regie und Buch: Tim Lienhard.

    Der Unbequeme. Günter Grass. Dokumentation, 2007.

    Günter Grass. Die Blechtrommel-Story. Dokumentarfilm, NDR 2007.

    Göttingen feiert Günter Grass. Der Nobelpreisträger wird 80. Eine Geburtstagsrevue aus der Lokhalle Göttingen, NDR 2007.

    Deutschland, deine Künstler. Günter Grass. Dokumentarfilm, ARD 2011, Buch und Regie: Dagmar Wittmers.

    Bronzefigur (Grass mit Pfeife und Buch) v. Sławoj Ostrowski (1943–2018), 2002, aufgestellt 2015, Gdańsk-Wrzeszcz (Polen).

    Fotografien, Sammlung Maria Rama (1911–1997), Archiv der Akademie der Künste, Berlin. (Onlineressource)

    Fotografien v. Isolde Ohlbaum (geb. 1953), 1978–2010, Bildarchiv der Bayerischen Staatsbibliothek, München. (Onlineressource)

    Fotografien, 1961–2007, Digitales Bildarchiv des Bundesarchivs. (Onlineressource)

  • Autor/in

    Lisa Kunze (Göttingen)

  • Zitierweise

    Kunze, Lisa, „Grass, Günter“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.01.2026, URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118541579.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA