Lebensdaten
1915 – 1997
Geburtsort
Chemnitz
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Übersetzer ; Regisseur ; Librettist ; Sprecher ; Drehbuchautor
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118549812 | OGND | VIAF: 2471786
Namensvarianten
  • Leder, Rudolf
  • Leider, Rudolf
  • Hermlin, Stephan
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Zitierweise

Hermlin, Stephan, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118549812.html [02.12.2022].

CC0

  • Kritische Würdigung

    Der Schriftsteller und Übersetzer Stephan Hermlin entwickelte sich seit den 1950er Jahren zu einer auch kulturpolitisch zentralen Figur des literarischen Lebens in der DDR. Seine Arbeiten – v. a. Lyrik und Prosa – entstanden überwiegend in den 1940er und 1950er Jahren. Als sein Hauptwerk gilt der späte autobiografisch grundierte Prosatext „Abendlicht“ (1979).

    Lebensdaten

    geboren am 13. April 1915 in Chemnitz
    gestorben am 6. April 1997 in Berlin
    Grabstätte Dorotheenstädtischer Friedhof in Berlin-Mitte
    Konfession jüdisch
    Stephan Hermlin, BArch / Bildarchiv (InC)
    Stephan Hermlin, BArch / Bildarchiv (InC)
  • Lebenslauf

    13.·April 1915 - Chemnitz

    1925 - 1925 - Zürich; Graubünden (Schweiz)

    Krankenhaus- und Kuraufenthalt

    1925 - 1930 - Chemnitz

    Schulbesuch

    Staatsgymnasium

    1930 - 1932 - Berlin

    Schulbesuch (ohne Abschluss)

    Gymnasium

    1933 - 1935 - Berlin

    Lehre als Drucker/Setzer

    1936 - 1937 - Tel Aviv (Palästina)

    Emigration; Buchhändler

    1937 - 1940 - Paris

    Aufenthalt; Arbeit für die Freie Deutsche Jugend (FDJ)

    1940 - 1943 - Frankreich

    Arbeitsdienst als Hilfssoldat, Landarbeiter, Gärtner

    1943 - 1945 - Genf; Lausanne (Schweiz)

    Aufenthalt als Flüchtling

    1945 - 1946 - Frankfurt am Main

    Redakteur

    Radio Frankfurt

    1947 - 1997 - Berlin-Ost; Berlin

    Leben in der SBZ, später DDR, seit 1990 Bundesrepublik

    6.·April 1997 - Berlin
  • Genealogie

    Vater David Leder (Leider) 1888–1947 aus Jassy (Rumänien), Textilkaufmann in Chemnitz und Berlin, emigrierte 1939 nach England
    Großvater väterlicherseits Leon Leder (Leider) seit 1889 Hausierer, später Kaufmann in Chemnitz
    Mutter Lola (Lea Laura) Leder (Leider), geb. Bernstein 1892–1977 aus Tarnov (Galizien, Österreich, heute Slowakei), emigrierte 1939 nach England, 1948 britische Staatsbürgerin
    Bruder Alfred Leder (Leider) 1917–1943 1934–1938 in Palästina, anschließend Ausbildung zum Klimatechniker in Großbritannien, seit 1941 Pilotenausbildung bei der Royal Air Force; starb bei einem Flugzeugabsturz über Alberta (Kanada)
    Schwester Ruth Frenkel, geb. Leder (Leider) 1918–1999 seit 1934 in Palästina, später Israel
    1. Heirat 1935 in Berlin
    Ehefrau Juliett(e) Leder, geb. Brandler 1913–1941 Büroangestellte in Berlin
    Schwiegervater Hans Brandler Kaufmann in Berlin
    Tochter Andrée-Thérèse Leusink, geb. Leder 1938–2020 1960–1997 Lehrerin in Berlin-Ost, später Berlin
    Ur-Enkelin Mirna Funk geb. 1981 Schriftstellerin in Berlin und Tel Aviv (Israel)
    2. Heirat
    Ehefrau Lily Leder, geb. Schmaus 1920–2006 Dr., Theaterdramaturgin, Dozentin, Übersetzerin in Berlin-Ost
    Tochter Cornelia Schmaus geb. 1946 Schauspielerin in Berlin
    3. Heirat ca. Anfang der 1950er–Anfang der 1960er Jahre
    Ehefrau Gudrun Leder, geb. Hindemith um 1932–2019
    Tochter Bettina Leder-Hindemith geb. 1954 Dr., 1977 aus der DDR ausgebürgert, Rundfunkjournalistin in Frankfurt am Main
    Enkelin Stella Leder geb. 1982 Mitarbeiterin von Nicht-Regierungsorganisationen, Autorin
    4. Heirat 1963
    Ehefrau Irina Belokonewa-Leder, geb. Belokonewa geb. 1935 aus der Sowjetunion, Germanistin
    Schwiegervater Leonid Nikitowitsch Belokonew um 1910–1987 Lokomotivführer und Eisenbahningenieur in Rostow am Don, später im Ministerium für Verkehrswesen, seit 1945 Stellvertreter des Volkskommissars für Erziehung, seit 1948 am Institut für Transportwesen in Moskau tätig
    Sohn Andrej Hermlin geb. 1965 Pianist, Bandleader in Berlin
  • Biografie

    alternativer text
    Stephan Hermlin, BArch / Bildarchiv (InC)

    Hermlin wuchs in Chemnitz in einer Kaufmannsfamilie des höheren jüdischen Bürgertums auf, die 1920 nach Berlin übersiedelte. Nach eigener Aussage wurde er von Hauslehrern unterrichtet und besuchte ein Internat in der Schweiz. Nachweisbar ist nur ein Spitalaufenthalt in Zürich und der Besuch der „Hygienischen Schule Bellaria“ in Zuoz (Kanton Graubünden) 1925. Noch im selben Jahr kehrte die Familie nach Chemnitz zurück, wo Hermlin das Staatsgymnasium besuchte. Nach erneutem Umzug der Familie nach Berlin war er seit 1930 Schüler eines dortigen Gymnasiums. 1931 schloss sich Hermlin dem Sozialistischen Schülerbund Berlin (SSB) und dem Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD), der Jugendorganisation der KPD, an. Aufgrund eines politischen Artikels in einer sozialistischen Schülerzeitschrift wurde er 1932, noch vor dem Abitur, offenbar von der Schule relegiert. Anschließend absolvierte er in Berlin eine Lehre als Drucker oder Setzer und beteiligte sich nach eigener Aussage an Widerstandsaktionen gegen die NS-Diktatur, bevor er 1936 nach Palästina emigrierte, wo er in einer Tel Aviver Buchhandlung arbeitete. 1937 kehrte er – ebenfalls laut eigenen Angaben – mit der Absicht, auf der Seite der Internationalen Brigaden am Spanischen Bürgerkrieg teilzunehmen, nach Europa zurück, sei jedoch für gesundheitlich untauglich befunden worden. Der Versuch, sich in Großbritannien niederzulassen, scheiterte im selben Jahr an der fehlenden Aufenthaltsbewilligung, so dass Hermlin nach Frankreich ging.

    Bis 1940 lebte Hermlin in Paris, arbeitete für den exilkommunistischen Jugendverband „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) und verfasste Texte für den Madrider „Deutschen Freiheitssender 29,8“. Nach dem deutschen Angriff auf Frankreich wurde er als „Prestataire“ (Hilfssoldat) zur französischen Armee eingezogen. Später war er Landarbeiter einer zivilen Arbeitskompanie und Gärtner in einem Kinderheim im Limousin. Der Deportation aus einem Auslieferungslager entging er 1942 nur knapp. 1943 flüchtete er in die Schweiz, wo er zeitweise interniert war und mit dem späteren Literaturwissenschaftler Hans Mayer (1907–2001) die antifaschistische Flüchtlingszeitschrift „Über die Grenzen“ herausgab. Nach Kriegsende war Hermlin, wie der befreundete Mayer, in der US-amerikanischen Besatzungszone als Literaturredakteur für Radio Frankfurt tätig, bevor er 1947 nach Berlin-Ost übersiedelte und dort redaktioneller Mitarbeiter von Kulturzeitschriften (Aufbau; Ulenspiegel) wurde.

    Seit den 1950er Jahren spielte der mit Erich Honecker (1912–1994) eng befreundete Hermlin, der seit 1947 Mitglied der SED (seit 1990: PDS) war, eine zentrale Rolle in der Kulturpolitik und im literarischen Leben der DDR. Er geriet jedoch mehrfach mit der offiziellen DDR-Politik in Konflikt. 1962 veranstaltete er an der Ost-Berliner Akademie der Künste eine Lesung junger Lyriker (u. a. Wolf Biermann, geb. 1936, Volker Braun, geb. 1939, und Sarah Kirsch, 1935–2013) mit offener Diskussion, woraufhin er 1963 nach scharfer Kritik der SED und Selbstkritik seine Ämter im Deutschen Schriftstellerverband und als Sekretär der Sektion Dichtkunst und Sprachpflege (seit 1952) in der Akademie der Künste niederlegte. Nach der Ausbürgerung Biermanns 1976 appellierte er mit anderen Schriftstellern (u. a. Christa Wolf, 1929–2011, Stefan Heym, 1913–2001, und Braun) in einer öffentlichen Resolution an die DDR-Führung, die Entscheidung zu überdenken. Dies hatte eine strenge Parteirüge, jedoch nicht seinen Ausschluss aus der SED zur Folge. Auf seine Einladung hin kamen 1981 fast 100 Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler aus beiden deutschen Staaten und Nachbarländern in Berlin-Ost zur „Berliner Begegnung zur Friedensförderung“ zusammen, um über die Bedrohung des Friedens in den Zeiten des Kalten Kriegs zu diskutieren, darunter u. a. Jurek Becker (1937–1997), Heiner Müller (1929–1995), Christa Wolf sowie Günter Grass (1927–2015), Luise Rinser (1911–2002) und Peter Rühmkorf (1929–2008).

    Hermlins Werk umfasst v. a. Lyrik und kürzere Prosatexte, die überwiegend in den 1940er und 1950er Jahren entstanden. Frühe Gedichtbände zeigen ihn als vom literarischen Expressionismus (Georg Heym, 1887–1912, Georg Trakl, 1887–1914) und Surrealismus (Paul Éluard, 1895–1952) sowie von der Lyrik des Barock, Friedrich Hölderlins (1770–1843) und den französischen Symbolisten Stéphane Mallarmé (1842–1898) und Paul Verlaine (1844–1896) beeinflusst. Themen seiner Lyrik jener Zeit sind u. a. die europäische Großstadt, Einsamkeit und Entfremdung. In der DDR bekamen seine Dichtungen einen zunehmend politisch-appellativen Charakter. Sein „Mansfelder Oratorium“ (1950), vertont von Ernst Hermann Meyer (1905–1988), gilt als Musterbeispiel des Sozialistischen Realismus: An die Tradition der Volksoratorien Händels anknüpfend, wird in diesem Werk die 750-jährige Geschichte des Kupferbergbaus in der Mansfelder Region aus der geschichtsteleologischen Perspektive der „befreiten Arbeit“, wie sie in der DDR erreicht worden sei, dargestellt. In seiner novellistischen Prosa, die ebenfalls surrealistische Einflüsse zeigt, aber u. a. auch von dem US-amerikanischen Erzähler Ambrose Bierce (1842–1914) angeregt ist, thematisierte Hermlin mehrfach den antifaschistischen Widerstand (20. Juli 1944, Warschauer Ghetto-Aufstand). International größere Resonanz – auch im Westen – fand sein autobiographisch konnotierter lyrischer Erzähltext „Abendlicht“ (1979), der vielfach übersetzt wurde. In 27 kurzen Texten thematisierte Hermlin seine Kindheit und Jugend in einem großbürgerlichen Elternhaus, die Stadt Berlin in den frühen 1930er Jahren und seine Hinwendung zum Kommunismus.

    1996 löste der Literaturkritiker Karl Corino (geb. 1942) mit seinem Band „‚Außen Marmor, innen Gips‘“. Die Legenden des Stephan Hermlin“ (1996) und den darin enthaltenen Recherchen zu Hermlins Leben vor 1945 eine Debatte aus. Er machte Hermlin den Vorwurf, seinen Lebenslauf – u. a. in „Abendlicht“ (1979) – beschönigt und offensichtlich inkorrekte biographische Angaben in Lexika und Forschungsliteratur unwidersprochen gelassen zu haben. Bestritten wurde u. a., dass er das Abitur abgelegt und ein Studium begonnen habe, sowie Angaben zu seinen Aktivitäten im Spanischen Bürgerkrieg und zu seiner angeblichen Internierung im KZ Sachsenhausen. Auf Nachfrage erklärte Hermlin, dass die von Corino recherchierten Korrekturen weitgehend zutreffend seien.

    Hermlin war auch als Autor von Reportagen, Vorworten und zahlreichen Essays sowie als Herausgeber tätig. Er übersetzte literarische Texte aus dem Französischen, Englischen und Spanischen.

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    1948 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland (1953/54 Präsidiumsmitglied; 1962–1990 Mitglied des Präsidiums des PEN-Zentrums der DDR; seit 1975 Vizepräsident des Internationalen PEN-Zentrums; 1990 Ehrenpräsident des PEN-Zentrums der DDR)
    1948 Heinrich-Heine-Preis des Schutzverbandes Deutscher Autoren (22 Balladen)
    1950 Nationalpreis der DDR für „Mansfelder Oratorium“
    1950–1963 Vizepräsident des Deutschen Schriftstellerverbands (Berlin-Ost; Amt niedergelegt)
    1954 Nationalpreis der DDR für das Drehbuch zum DEFA-Film „Ludwig van Beethoven“
    um 1950 Gesangs- und Tanzensemble „Stephan Hermlin“ der FDJ an der Pädagogischen Hochschule Potsdam
    1952-1993 Mitglied der Deutschen Akademie der Künste (Berlin-Ost), Sektion Dichtkunst und Sprachpflege (1976 außerordentliches Mitglied; 1990–1993 Vizepräsident)
    1956 Übersetzerpreis der DDR
    1958 F. C. Weiskopf-Preis
    1972 Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR
    1975 Nationalpreis der DDR 1. Klasse für sein Gesamtschaffen
    1979–1997 Mitglied der Akademie der Künste (Berlin-West bzw. Berlin), Sektion Literatur
    1980 Vaterländischer Verdienstorden der DDR in Gold
    1984 Wapzarow-Preis (Lyrik-Preis der Volksrepublik Bulgarien)
    1984 Dr. phil. h. c., Universität Jena
    1985 Großer Stern der Völkerfreundschaft
    • Quellen

      Nachlass:

      Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar.

    • Werke

      Zwölf Balladen von den großen Städten, Gedichte, 1945.

      Der Leutnant Yorck von Wartenburg, 1946 u. ö., 1. westdt. Ausg. 1974.

      Zweiundzwanzig Balladen, 1947.

      Die Straßen der Furcht, Gedichte 1947.

      Zwei Erzählungen, 1947.

      Stalin, Gedicht, in: Aufbau, 1949, H. 12, S. 1063–1069.

      Die Zeit der Gemeinsamkeit, Erzählungen, 1949 u. ö., 1966, 21968 (1. westdt. Ausg.), 1991 (Taschenbuch) ungar., slowak. 1951, poln. 1953, engl. 1962, hindi 1969, tschech. 1977.

      Mansfelder Oratorium. Textbuch (Musik: Ernst Hermann Meyer), 1950, 1958.

      Die Zeit der Einsamkeit. Erzählung, 1951 u. ö.

      Die erste Reihe, 1951, 51985, poln. 1952, 31955, 1975 (1. westdt. Ausg.), tschech., rumän., russ., chines. 1953, bulgar., japan., ungar. 1955, ukrain. 1981.

      Der Flug der Taube. Gedichte, 1952, japan. 1955.

      Ludwig van Beethoven, 1954. (Drehbuch, DEFA-Dokumentarfilm, Regie: Max Jaap)

      Dichtungen, 1956.

      Gedichte, 1963, 31980, russ. 1963.

      Gedichte und Prosa, 1965, 21966 (1. westdt. Ausg.).

      Erzählungen, 1966, 81988.

      Scardanelli. Hörspiel, 1970, 1971, 1993, ital. 2016.

      Lektüre 1960-71, 1973, 41987, 1974, 1997.

      Städteballaden/Städte-Balladen, 1975 (2 Ausgaben), ungar. 1983, bulgar. 1986.

      Abendlicht, 1979 (2 Ausgaben), 81990, u. ö., mit einem Nachw. v. Kathrin Schmidt u. einer Rede v. Klaus Wagenbach, 2015, norweg., franz. 1980, ungar., schwed. 1981, poln. 1982, tschech., russ., slowak., slowen., bulgar., engl. 1983, span. 1989, neugriech. 1991, chines. 2015.

      Gesammelte Gedichte, 1979, Taschenbuchausg. 1982.

      Lebensfrist. Gesammelte Erzählungen, 1980, 1987, franz. 1982.

      Aufsätze, Reportagen, Reden, Interviews, hg. v. Ulla Hahn, 1980, Taschenbuchausg. 1983.

      Äußerungen 1944–1982. Aufsätze, hg. v. Ulrich Dietzel, 1983, 21986.

      Traum der Gemeinsamkeit. Gedichte, Ansichten, Erzählungen, 1985.

      Gedichte und Nachdichtungen, 1990.

      Erzählende Prosa, 1990.

      In den Kämpfen dieser Zeit, 1995.

      Entscheidungen. Sämtliche Erzählungen, 1995.

      Herausgeber:

      Stephan Hermlin/Grete Weiskopf unter Mitarbeit von Franziska Arndt (Hg.), Franz C. Weiskopf, Gesammelte Werke, 8 Bde., 1960.

      Deutsches Lesebuch. Von Luther bis Liebknecht, 1976 u. ö., westdt. Taschenbuchausg. 1981.

      Übersetzungen:

      Paul Eluard, Gedichte, Poèmes, 1946 u. ö.

      Louis Aragon, Die Viertel der Reichen, 1952 u. ö.

      Nachdichtungen, 1957, 21987. (u. a. v. Paul Eluard, Nazim Hikmet, Attila József)

      Paul Verlaine, Gedichte, 1970.

      Erich Arendt/Stephan Hermlin, Pablo Neruda, Auswahl, 1972.

      Erich Arendt/Stephan Hermlin, Pablo Neruda, Aufenthalt auf Erden. Gedichte, 1984 u. ö.

      Briefe:

      Briefe an Hermlin, 1946-1984, hg. v. Silvia Schlenstedt, 1985.

      Interview:

      Fritz J. Raddatz, Was wissen die Jüngeren von unseren schweren Kämpfen?, in: Die Zeit v. 14.4.1995.

      Vertonungen:

      Ernst Hermann Meyer, Mansfelder Oratorium, 1950.

      Arthur Honegger, Wir sind die Jugend dieser Zeit, 1954.

      Hanns Eisler, Steht auf, ihr müßt euch selber retten! Marschlied, 1958.

      Hanns Eisler, Ernste Gesänge, 1961.

      Hanns Eisler, Nänie auf den Tod eines Dichters, 1961.

      Günter Kochan: Die Asche von Birkenau, Kantate für Alt-Solo und Orchester, 1967.

      Peter Herrmann, Der November ist die Heimat, Kantate, 1969.

      Bearbeitungen:

      Síomón Solomon, Hölderlin’s Poltergeists, A Drama for Voices, 2021. (nach „Scardanelli“)

      Tonträger:

      Stephan Hermlin spricht eigene Gedichte, 1959 u. ö. (Schallplatte)

      Stephan Hermlin, Abendlicht, Gelesen vom Autor, 2000 (CD).

      Bibliografie:

      Stephan Hermlin zum 70. Geburtstag, Teil 1: Bibliographie, bearb. v. Maritta Rost/Rosemarie Geist, 1985.

    • Literatur

      Gerhard Zwerenz, Antwort an einen Friedensfreund oder längere Epistel für Stephan Hermlin und meinen Hund. Ein Diarium, 1982.

      Dagmar Ende, Untersuchungen zum epischen Schaffen Stephan Hermlins und zu dessen Aufnahme durch die Literaturkritik der DDR 1947–1981, Diss. A PH Magdeburg 1983.

      Silvia Schlenstedt, Stephan Hermlin. Leben und Werk, 1985.

      Silvia Schlenstedt, Stephan Hermlin, homme de lettre. Gespräch zwischen Silvia Schlenstedt und Stephan Hermlin im Sommer 1983, 1985.

      Stephan Hermlin zum 70. Geburtstag, Teil 1: Bibliographie, bearb. v. Maritta Rost/Rosemarie Geist, 1985, Teil 2: Texte, Materialien, Bilder, zusammengest. v. Hubert Witt, 1985.

      Klaus Werner, Stephan Hermlin. Grundlinien seines Dichtens und Denkens, Diss. B Univ. Leipzig 1985.

      Manfred Engelhardt (Hg.), Deutsche Lebensläufe. Gespräche mit Stephan Hermlin, 1991.

      Hans Dieter Zimmermann, Der Dichter und die Partei: Stephan Hermlin, in: ders., Der Wahnsinn des Jahrhunderts. Die Verantwortung der Schriftsteller in der Politik […], 1992, S. 17–26.

      Eckhard Thiele, Literatur nach Stalins Tod, Sowjetliteratur und DDR-Literatur. Ilja Ehrenburg, Stephan Hermlin, Erwin Strittmatter, Christa Wolf, Juri Trifonow, 1995.

      Fritz J. Raddatz, Der Mann ohne Goldhelm. Ein Nachwort zum Fall Stephan Hermlin, in: Die Zeit v. 18.10.1996.

      Gregor Ohlerich, Stephan Hermlins Verhältnis zur Arbeiterklasse. Zwischen Bürgertum und Sozialismus […], 2000.

      Annie Lamblin, Stephan Hermlin et la France. Un poète allemand à contre-courant ou l‘éternel exilé, 2002.

      Manfred Frank Schenke, „... und nächstes Jahr in Jerusalem?“. Darstellung von Juden und Judentum in Texten von Peter Edel, Stephan Hermlin und Jurek Becker, 2002.

      Francesca Bravi, L'identità di uno scrittore. Stephan Hermlin nella corrente di Geist e Tat, 2003.

      Chaim Vogt-Moykopf, Buchstabenglut, Zur Textwärme und Texthaftung eines Denkens. Erstes literarisches Quartett: Karl Corino, Daniel Ganzfried, Stephan Hermlin, Binjamin Wilkomirski, in: ders., Buchstabenglut. Jüdisches Denken als universelles Konzept in der deutschsprachigen Literatur, 2009, S. 51–80.

      Axel Fair-Schulz, Stephan Hermlin: The GDR „spätbürgerlich“ Writer, in: ders., Loyal Subversion. East Germany and its „bildungsbürgerlich“ Marxist Intellectuals, 2010, S. 217–274.

      Andrej Hermlin, My Way. Ein Leben zwischen den Welten, 2011.

      Julia Hans, Stephan Hermlin im Visier des Feuilletons. Eine kommentierte Presse-Schau, 2012.

      Björn-Christian Schüßler, Autobiographisches Schreiben in der deutschen Literatur nach 1945. P. Weiss, S. Hermlin, C. Kracht und B. von Stuckrad-Barre. Zur Gesellschaftskritik in autobiogaphischen Texten, 2004, 22014.

      Klaus Völker, Stephan Hermlin in Berlin-Niederschönhausen (1947–1997), 2020.

      Stella Leder, Meine Mutter, der Mann im Garten und die Rechten. Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte, 2021.

      Lexikonartikel:

      N. N., Art. „Hermlin, Stephan“, in: Werner Röder/Herbert A. Strauss (Hg.), Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. 2/1, 1983, S. 495

      Stephan Wackwitz, Art. „Hermlin, Stephan“, in: Bernd Lutz (Hg.), Metzler Autoren Lexikon, 21997, S. 347 f. (P)

      David Bathrick, Art. Hermlin, Stephan“, in: Michael Opitz/Michael Hofmann (Hg.), Metzler Lexikon DDR-Literatur, 2009, S. 126–128.

      Nina-Kathrin Behr, Art. „Hermlin, Stephan“, in: Lutz Hagestedt (Hg.), Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Bd. 17, 2011, Sp. 174–200.(W, L)

      Leonore Krenzlin/Andreas Kahlow, Art. „Hermlin, Stephan“, in: Wer war wer DDR. (Onlineressource)

    • Onlineressourcen

    • Porträts

      Kopfplastik v. Fritz Cremer (1906–1993), Abbildung in: Silvia Schlenstedt, Stephan Hermlin. Leben und Werk, 1985, S. 97.

      Zeichnung (Karikatur) v. Herbert Sandberg (1908–1991), 1967.

      Farblinolschnitt v. Gudrun Brüne (geb. 1941), 1970.

  • Autor/in

    Thomas Diecks (Berlin)

  • Zitierweise

    Diecks, Thomas, „Hermlin, Stephan“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.10.2022, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118549812.html#dbocontent.

    CC-BY-NC-SA