Lebensdaten
1819 bis 1898
Geburtsort
Neuruppin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Dichter
Konfession
französisch-reformiert
Normdaten
GND: 118534262 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fontane, Henri Théodore
  • Fontane, Theodor
  • Fontane, Henri Théodore
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Zitierweise

Fontane, Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118534262.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahren waren hugenott. Handwerker (unter d. 32 Ahnen 13 franz., 19 dt. Abstammung);
    V Louis Henri (1796–1867), Apothekenbes. in N., dann in Swinemünde, Mühlberg/Elbe u. Letschin, zuletzt Privatmann bei Freienwalde, S d. Pierre Barthélemy (1757–1826), Maler, Zeichenlehrer d. kgl. Prinzen, dann Kab.sekr. d. Kgn. Luise, zuletzt Schloßkastellan in Schönhausen b. B., u. d. Viktualienhändlers-T Luise Sophie Deubel aus B.;
    M Emilie (1798–1869), T d. Jean François Labry aus Magdeburg, Seidendockenkaufm. in B., u. d. Charl. Frieder. Christiane Magd. Mumme (E d. Joh. Bernh. M., 1717-95, preuß. Kriegsrat u. Dir. d. Geh. Kanzlei d. Gen.direktoriums);
    Berlin 1850 Emilie (1824–1902), T d. Müllroser Pfarrers-Wwe Therese Müller geb. Rouanet u. d. Beeskower Bataillonsarztes Gg. Bosse, adoptiert 1827 v. d. Rat Karl Wilh. Kummer;
    6 S (3 jung †), 1 T.

  • Leben

    Die Verschmelzung deutscher und französischer Züge im Wesensbild F.s hat ihre Entsprechung auch im Klang seines Namens, den er zweisilbig mit französischem Nasallaut, aber mit deutscher Akzentuierung auf der ersten Silbe aussprach. Im Vater war das südfranzösische Erbe lebendig, in seiner phantasievollen Weltbetrachtung, in seiner Plauderkunst und in seinen geselligen Gaben. Die Mutter war mehr auf das Rationale hin angelegt: ein märkisch nüchterner Tatsachensinn verband sich mit einem unbestechlichen Gefühl für das Echte und für das Maß, und Ordnungsliebe und Pflichterfüllung waren ihr Selbstverständlichkeiten. Viele dieser elterlichen Eigenschaften sind auf den Sohn übergegangen. Wie F.s Kindheit verlief, das hat er selbst in seinem schönen Erinnerungsbuch „Meine Kinderjahre“ (1894) geschildert. Darin dankt er dem Vater für die ebenso unmethodische wie unterhaltsame Einführung in die Geschichte auf dem Wege über die Anekdote und die historischen Romane Scotts; hier wurde der Sinn für die Geschichte in ihm geweckt, die einen der Grundpfeiler seiner geistigen Persönlichkeit bildete. Gleichzeitig trat die Zeitgeschichte, vor allem in der polnischen Aufstandsbewegung von 1830/31, in seinen Gesichtskreis – F. ist stets ein aufmerksamer Beobachter und Analytiker seines Zeitgeschehens gewesen. Der Hauslehrerunterricht in Swinemünde, das Gymnasium in Neuruppin (1832/33), die Berliner Gewerbeschule (1833–36) hinterließen keine tieferen Eindrücke; F. hat sich seine Bildung mehr als Autodidakt erworben. Am 1.4.1836 trat er als Lehrling in eine Berliner Apotheke ein; nach Beendigung der Lehrzeit (1840) war er als Gehilfe in Burg bei Magdeburg, in Leipzig und Dresden und in der väterlichen Offizin in Letschin tätig.

    Inzwischen hatte er seinen wahren Beruf als Dichter erkannt. Im Winter 1839/40 waren bereits einige kleinere Dichtungen von ihm in einer Berliner Tageszeitung erschienen, und er war verschiedenen literarischen Vereinigungen beigetreten. Besonders wichtig wurde sein Eintritt in die Berliner literarische Sonntagsgesellschaft „Der Tunnel über der Spree“ während der Ableistung seines einjährig-freiwilligen Militärdienstes in einem Berliner Garderegiment. Er fand hier die Anerkennung seines Dichtertums, und dies bestärkte ihn, nach 5 weiteren Berliner Apothekerjahren, seinen Beruf aufzugeben und am 1.10.1849 sein „Leben auf den Vers“ zu stellen. Er, der seit längerer Zeit ein lebhaftes politisches Interesse im Sinn eines anfangs gemäßigten, dann aber in den Sturmtagen von 1848 sich radikalisierenden Liberalismus gezeigt und sich an der Berliner Märzrevolution beteiligt hatte, wurde politischer Journalist, der für „Freiheit um jeden Preis“ eintrat, der im Preußen seiner Tage das „Schreckensregiment polizeilicher Willkür“ an der Macht sah und der einen deutschen Volksstaat ohne Fürsten herbeiwünschte. Zugleich aber hielt er an den großen preußischen Traditionen fest und wies darauf hin, daß der friderizianische Militärstaat den Rechtsstaat nicht ausgeschlossen habe. So ist es nicht verwunderlich, daß der Verfasser aufsehenerregender radikaler Artikel, die zur Preisgabe des preußischen Staates zugunsten der Einheit Deutschlands aufrufen, Weihnachten 1849 mit einer Sammlung von 8 Preußenliedern, „Männer und Helden“, hervortrat, die die brandenburgisch-preußische Geschichte in einzelnen Feldherren mythisierte. Die Ziellosigkeit der demokratischen Politiker, die Gefahr einer Pöbelherrschaft machte ihn aber unsicher; er sah, daß die Stunde weder Männer noch Helden hervorgebracht hatte, daß die Erfüllung seiner politischen Hoffnungen ferner als je gerückt war, dazu kam die Not des freien Schriftstellers, und so übernahm er, resigniert und verbittert, im August 1850 eine Lektorenstelle in dem von einem Tunnel-Freund geleiteten „Literarischen Kabinett“ des reaktionären Innenministeriums, dessen Aufgabe in der Einflußnahme auf die Presse im regierungsfreundlichen Sinn bestand. In seinem zweiten Erinnerungsband „Von Zwanzig bis Dreißig“ (1898) geht F. über diese Dinge hin, wie er auch seine Teilnahme an der Revolution des 18. März ironisch bagatellisierte. Schon Ende des Jahres verlor er mit der Auflösung des „Kabinetts“ seine Stellung und mußte nun sich und seine Frau – er hatte im Oktober nach 5jähriger Verlobungszeit geheiratet – notdürftigst über Wasser halten. Sein Gesuch um Gewährung einer Dichterpension wurde abgelehnt, da man seine politische Zuverlässigkeit bezweifelte. Immerhin wurde er im November 1851 bei der staatlichen „Zentralstelle für Preßangelegenheiten“ eingestellt und ging im April 1852 als ministerieller Journalist nach London, wohin ihn schon 1844 eine Spritztour geführt und wo ihn damals vorwiegend die historischen Erinnerungsstätten angezogen hatten; jetzt galt sein Interesse vor allem dem modernen England. Aus seinen Korrespondenzberichten ging 1854 das Buch „Ein Sommer in London“ hervor. Im August 1855 reiste er wiederum in ministeriellem Auftrag nach England, um dort eine deutsch-englische Korrespondenz ins Leben zu rufen. Das Unternehmen scheiterte schon nach wenigen Monaten, und er wurde nunmehr als Londoner Presseagent der preußischen Regierung angestellt. Er wurde Mitarbeiter angesehener englischer Zeitungen und veröffentlichte in deutschen Blättern zahlreiche Aufsätze über englische Geschichte, Politik und Kultur, die er 1860 zu dem Band „Aus England“ zusammenfaßte. Gleichzeitig erschien ein Buch mit seinen schottischen Reiseeindrücken, „Jenseit des Tweed“, das, wie das England-Buch, schon impressionistische Stilzüge aufweist, wie sie sich bei dem späteren Romanautor finden. Das England-Erlebnis hat nicht nur F.s Blickfeld ungeheuer erweitert, es wurde auch ein entscheidender Faktor in seiner Entwicklung: er sah in Dickens und Thackeray seine Forderung an die moderne Dichtung nach Wiedergabe der Wirklichkeit bestätigt, und auch sein journalistischer Beruf verwies ihn durch die Pflicht zu geschärfter Beobachtung an die Realität. Ein Drittes kam hinzu. In England erfuhr er, wie stark er mit der Heimat verbunden war, und nahm sich im August 1856 vor, ein Buch über die Mark Brandenburg, ihre Männer und ihre Geschichte zu schreiben; seine Schottland-Reise 2 Jahre später festigte den Plan weiter, aus dem dann die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (1862-82) und die „Fünf Schlösser“ (1889) hervorgegangen sind.

    Als F. im Januar 1859 endgültig nach Berlin zurückkehrte, stand er wieder an einem Anfang. Im Juni wurde er Vertrauenskorrespondent des amtlichen „Literarischen Büros“, verscherzte sich aber diese offiziöse Stellung bereits nach einem Vierteljahr durch eine journalistische Indiskretion, die die Empörung des Prinzregenten Wilhelm und F.s Ausschluß von diesem Vertrauensposten zur Folge hatte. Auch sonst hatte das Jahr nur Fehlschläge gebracht, bis es schließlich gelang, ihm vom 1. Juni 1860 ab bei der konservativen Kreuz-Zeitung als Redakteur des englischen Artikels unterzubringen, ein Posten, den er, nunmehr auch aus politischer Überzeugung, bis zu seiner eigenen Kündigung (April 1870) innehatte. Im August 1870 wurde er Theaterreferent der liberalen Vossischen Zeitung und hatte damit mehr Freizeit für seine eigenen Arbeiten gewonnen; er hat dem Redaktionsstab der Zeitung bis zu seinem 70. Geburtstag angehört. In dem Jahrzwölft 1864-76 entstanden im Auftrag des Deckerschen Verlages seine umfangreichen Bücher über die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71, die er auf Grund seiner Reisen auf die Kriegsschauplätze verfaßte. Auf einer von ihnen ereilte ihn Anfang Oktober 1870, als er das Geburtshaus der Jungfrau von Orléans besuchte, das Mißgeschick, in die Hand der Franzosen zu fallen, die ihn als mutmaßlichen Spion mit Erschießung bedrohten; daß er seine Freilassung aus der französischen Internierung Ende November 1870 dem persönlichen Eingreifen Bismarcks verdankte, hat F. nie erfahren. Eine Darstellung der Ereignisse hat er in seinem Buch „Kriegsgefangen“ (1871) gegeben, das sich durch Objektivität gegenüber den Franzosen ebenso auszeichnet wie seine Erinnerungen „Aus den Tagen der Okkupation“ (1872). Im Februar 1876 nahm er das Amt eines Ersten Sekretärs der Berliner Kunstakademie an, legte es aber bereits im Mai nieder, da er sich von dem Akademiepräsidenten als Subalternbeamter behandelt fühlte, ein Schritt, der eine schwere Ehekrise heraufbeschwor. Eine weitere Erschütterung traf die Familie, als F., der zeitlebens viel kränkelte, im Sommer 1892 einen Nervenzusammenbruch erlebte, der geistige Umnachtung befürchten ließ. Dem Wiederhergestellten blieben noch 6 Jahre unermüdeten Schaffens beschieden. – In seinen Spätjahren hatte sich in ihm erneut eine politische Wandlung vollzogen. Er ist, auf einer höheren Ebene, zu den demokratischen Anschauungen seiner Jünglingsjahre zurückgekehrt und hat sich, wiewohl in wesentlichen Punkten dem Nationalliberalismus folgend, zu einem sehr entschiedenen Ultraliberalen entwickelt, der, vornehmlich in seinen Briefen, besonders an den jüngeren Freund Georg Friedlaender, eine grimmige Kritik übte an den gesellschaftlichen Kasten und politischen Stützen des wilhelminischen Reiches, an der Bourgeoisie, der Orthodoxie und der Aristokratie (vornehmlich der großagrarischen), der er nur eine novellistische Bedeutung, keine politische mehr zubilligte. Er sah den Bestand des Bismarckreiches schwer gefährdet und war davon überzeugt, daß die Gefahr nur abgewendet werden könne durch eine radikale „Umwertung“, die unter Beiseiteschiebung der privilegierten Kasten das Volk an den Entscheidungen beteiligt. Dieser Wandel war nicht unvorbereitet: schon 1865, also noch während seiner konservativen Zeit, äußerte er einmal zu einer Freundin, die Macht des Adels sei gebrochen und an seine Stelle sei die „Herrschaft des Geldes“ getreten; was danach komme, sei „vielleicht das Gute“.

    Schon 1853 spricht sich F. in einem längeren Aufsatz über den Realismus als das verbindliche künstlerische Gebot der Zeit aus, und dem „schönheitlichen“ Realismus ist er stets treu geblieben. Auch wo er sich in einigen seiner späteren Romane der Sozialsphäre des Naturalismus nähert, da hält er sich an die ästhetische Verpflichtung des Maßes, indem er die Extreme mildert, sie ins Menschliche erhöht oder im Tiegel des Humors läutert. Er ist mit dem Naturalismus ein Stück|Weges gegangen, soweit er „stilvoll“ war, und hat dem jungen Gerhart Hauptmann in den Sattel geholfen. Später hat er allerdings die „Tristheit“ des Naturalismus beklagt und Hauptmann aufgerufen, „lichtere Wege zu gehen“.

    F. hat einmal gemeint, daß von seinem Gesamtwerk – und es ist sehr umfangreich – allenfalls einige Gedichte die Jahrhundertwende überdauern würden, und er hat sich gründlich geirrt. Seine Gedichte sind gegenüber seinen Romanen mehr und mehr in den Hintergrund getreten. Er war eine epische Natur, die zwar sehr wohl die Unwägbarkeiten des Atmosphärischen ins Werk zu bannen wußte, aber er war kein ausgesprochener Lyriker; so lag ihm die Ballade näher. Eine unmittelbare lyrische Aussage im Erlebnis- und Stimmungsgedicht war ihm im großen Ganzen versagt. Seine Lyrik ist vorwiegend reflektierend und zielt gern ins Gnomische. Dagegen enthält sich seine Balladendichtung der Reflektion, die nur stören würde. Mit der Balladendichtung eröffnet er seinen literarischen Weg und führt sie von der anekdotischen Ballade, den preußischen „Männern und Helden“, und dem Romanzenkranz „Von der schönen Rosamunde“ aus der englischen Vergangenheit (beide Weihnachten 1849 erschienen) über die Naturballade und die historische Ballade, deren Meister er wurde und die seinen ersten Ruhm begründete, zur modernen Ballade des schlichten Helden der Gegenwart. In seinen Balladen dominiert das Preußische, das Englische und das Skandinavische – Percys und Scotts Sammlungen schottischer und englischer Volksballaden und die altnordische Vergangenheit waren ihm Offenbarungen. Sein Herz zog ihn nach Norden, nicht – trotz seiner Abstammung – zu der Dichtung der romanischen Völker.

    Während in F.s Balladen oft der heldische Mensch im Mittelpunkt steht, gehen seine Romane und Erzählungen mehr auf den unheldischen Menschen und zeigen ihn in seinen menschlichen Verstrickungen und im Widerstreit des Menschlichen mit den gesellschaftlichen Konventionen. Vor allem seine Zeitromane aus der berlinisch-preußischen Gegenwart beschäftigen sich mit Problemen der Gesellschaft, wie sie sich aus der damaligen Sozialstruktur ergaben, und sie haben, dank der Genauigkeit der Beobachtung, den Wert von historischen Dokumenten. Daß sie uns darüber hinaus wert sind, das verdanken sie nicht nur der geprägten Form, der Kunst der treffsicheren Darstellung, der Schilderung des bezeichnenden Details, dem Zauber des Plaudertons, der aufschließenden Gesprächs- führung und der Wahrheit der Psychologie, sondern auch ihrer zeitlos gültigen Menschlichkeit. Denn so unbestechlich objektiv F. auch gestaltet, so kühl er auch zu konstatieren scheint, man spürt doch allenthalben sein inneres Beteiligtsein. Seine Figuren- und Stoffwelt ist begrenzt: adlige Offiziere, höhere Beamte, Kaufleute und ihre Damen, aber auch die „kleinen Leute“ bilden das Personal, die Hauptmotive wiederholen sich und sind meist Transponierungen tatsächlicher Geschehnisse. F. hielt es mit Spielhagens Satz: „Finden, nicht erfinden“ und sah die Aufgabe des Dichters im poetischen Redigieren der Wirklichkeit. Er mißtraute der Ergiebigkeit seines „Phantasiebrunnens“ und bedurfte genauester sachlicher Ausgangspunkte; er fand sie in mündlichen und brieflichen Mitteilungen, Chroniken oder Kirchenbuchnorizen. Auch auf zutreffende Darstellung der Schauplätze legte er besonderes Gewicht; meist beruhte sie auf eigener Anschauung, und wo diese fehlte, wurden die Literatur und Karten befragt. Jede Pfuscharbeit war ihm zuwider, und er hat den größten sachlichen und künstlerischen Fleiß an seine Werke gewendet; die Kunst war ihm ein strenger Dienst.

    F. hat 17 größere Erzählungen und Romane geschrieben. Das grenzt ans Erstaunliche, besonders wenn man bedenkt, daß er erst spät zur Epik gekommen ist, von einigen früheren Federproben abgesehen. Als sein erster Roman „Vor dem Sturm“ (1878) nach 18jähriger, freilich oft unterbrochener Arbeit erschien, da näherte er sich dem 59. Lebensjahr. Es ist ein großer historischer Roman aus dem Oderbruch im Schicksalswinter 1812/13. Es folgten 2 balladesk komponierte Erzählungen aus der älteren Vergangenheit, „Grete Minde“ (1880) und „Ellernklipp“ (1881), die, auf geschichtlichen beziehungsweise urkundlichen Grundlagen beruhend, den epischen Akzent auf die Rätselgründe der menschlichen Seele legen. Das nächste Werk, „Schach von Wuthenow“ (1883) ist historisch stärker verankert und schildert an einem Modellfall die inneren Gründe, die zur preußischen Katastrophe von 1806 führten. Noch einmal hat F. einen historischen Stoff in Angriff genommen, „Die Likedeeler“, der in der Geschichte Störtebeckers und seiner Vitalienbrüder sozialhistorische Probleme im Hinblick auf die Zukunft behandeln sollte; über ihm ist er gestorben. Zwei Romane bringen kriminalistische Stoffe, „Unterm Birnbaum“ (1885) und „Quitt“ (1891); in ihnen wird eine höhere Macht wirksam, die das Gesetz der Vergeltung vollstreckt.

    In der Endphase der Arbeit an „Vor dem Sturm“ setzte F. zu seinem ersten Berliner Zeitroman an, „Allerlei Glück“, der die verschiedenen menschlichen Glücksvorstellungen schildern sollte, aber nicht vollendet wurde und dann den späteren Berlin-Romanen F.s als Steinbruch diente. Zwei Drittel des epischen Gesamtwerks F.s sind Zeitromane, von denen nur 2 ihren Stoff nicht aus der berlinisch-märkischen Gegenwart nahmen, beides Eheromane mit tragischem Ausgang: „Graf Petöfy“ (1884) aus der österreichisch-ungarischen Aristokratie und „Unwiederbringlich“ (1892) aus der aristokratischen Welt Schleswigs und Dänemarks. Von den 9 Romanen aus dem berlinisch-preußischen Bereich behandeln 3 wiederum Eheprobleme: „L'Adultera“ (1882), der in die Berliner Finanzwelt führt, „Cécile“ (1887) und „Effi Briest“ (1895), das Meisterwerk F.s, das in manchem an Flauberts „Madame Bovary“ erinnert, aber völlig unabhängig davon entstanden ist. Zwei der Romane, Liebesromane, befassen sich mit einem gesellschaftlich Tabu der Zeit, mit dem „Verhältnis“ eines Aristokraten mit einem Mädchen aus dem Volk; der eine, „Irrungen, Wirrungen“ (1888), klingt mit der einsichtigen, wehmütigen Entsagung der Liebenden aus, der andere, „Stine“ (1890), endet tragisch. In dem Roman aus der Berliner Industriewelt, „Frau Jenny Treibel“ (1892), ist die Bourgeoisie das Zielblatt der F.schen Ironie; sein Seitenstück ist der Roman „Mathilde Möhring“ (1891, aber erst aus dem Nachlaß veröffentlicht), der den Aufstieg einer zielbewußten Kleinbürgerin auf die nächste soziale Stufe zum Gegenstand hat. In der Erzählung „Die Poggenpuhls“ (1896) werden in schlichter Handlung Augenblicksbilder aus dem Leben einer armen Offizierswitwe und ihrer Kinder entrollt; Seitenlichter fallen auf die sich umbildende Berliner Gesellschaft. Am Schluß des F.schen Schaffens steht der große Roman „Der Stechlin“ (1898), in dem alles ins Gespräch gelegt ist und die bevorstehenden sozialen Umschichtungen im gesprochenen Wort und im Symbol entwickelt und gedeutet werden; er zeugt von der ungebrochenen Kraft des Dichters, der in der Gestalt des Dubslav von Stechlin ein Selbstporträt gegeben hat.

  • Werke

    W Eine hist.-krit. Gesamtausg. fehlt ;
    Jubiläums-Ausg., 10 Bde., 1919 f.;
    F.-Ausg., 15 Bde., 1939 f. (nicht abgeschlossen);
    Ges. Werke, 21 Bde., 1905-10;
    Sämtl. Werke, hrsg. v. E. Groß, 1959 ff. (13 Bde. v. 25 ersch.);
    Briefausgg.: Th. F. u. B. v. Lepel, Ein Freundschafts-Briefwechsel, hrsg. v. J. Petersen, 1940 (P);
    Briefe an d. Freunde. Letzte Auslese, hrsg. v. F. Fontane u. H. Fricke, 1943;
    Briefe an Frdr. Paulsen, 1949;
    Briefe an Gg. Friedlaender, hrsg. v. K. Schreinert, 1954 (P);
    Schrr. z. Lit., hrsg. v. H.-H. Reuter, 1960.

  • Literatur

    ADB 48;
    C. Wandrey, Th. F., 1919 (Bibliogr.);
    H. Spiero, Th. F., 1928 (Bibliogr.);
    H. W. Seidel, Th. F., 1940;
    P. Fechter, in: Die Gr. Deutschen IV, 1942, S. 110-27 (P);
    H. Ritscher, F., s. pol. Gedankenwelt, 1953 (L);
    L. Teller, F. in Flauberts Fußtapfen, in: Revue des Langues vivantes 23, Brüssel 1957, Nr. 2-4;
    A. Bosshart, Th. F.s hist. Romane, Diss. Zürich 1957;
    M. v. Hagen, Th. F.s pol. Wandlung, in: Die Welt als Gesch. 17, 1957, S. 106-12;
    P. Altenberg, in: Die Gr. Deutschen IV, 1957, S. 113-25 (P);
    W. Poser, Ges.kritik im Briefwerk F.s, Diss. Frankfurt 1958;
    P. Grappin, Th. F. et la Révolution de 1848, in: Etudes Germaniques 13, Lyon 1958, S. 18-31;
    W. Jürgensen, Th. F. im Wandel s. pol. Anschauungen, in: Dt. Rdsch. 84, 1958, S. 561-69;
    H. Fricke, Th. F., Chronik s. Lebens, 1960;
    P. Schlenther, in: BJ III, S. 296-312 (L) u. V (Tl. 1898, L);
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Körner;
    Eppelsheimer;
    Jberr. üb. d. wiss. Erscheinungen auf d. Gebiet d. neueren dt. Lit.-gesch. NF 16 ff., hrsg. v. G. Marx, 1956 u. 1960 (Bibliogr.).– Zur Geneal.: Genealog. Hdb. bürgerl. Familien II, 1889, S. 127-31;
    P. v. Gebhardt, in: Fam.geschichtl. Bll. 26, 1928, Sp. 9-14;
    Ahnentafel d. Th. F., bearb. v. dems., in: Ahnentafeln berühmter Deutscher I, 1929-32, S. 13-15.

  • Quellen

    Qu.: Größere Hss.bestände (Potsdam, F.-Archiv d. Brandenburg. Landes- u. Hochschulbibl., Berlin, Dt. Staatsbibl., Bibl. d. Humboldt-Univ., Märk. Mus., Weimar, Goethe-Schiller-Archiv, Marbach, Schiller-Nat.mus.).

  • Portraits

    Gem. v. H. Fechner (im Bes. Dr. Hjalmar Schacht, München), Abb. in: Die Gr. Deutschen im Bild, 1936, S. 355;
    H. W. Singer, Allg. Bildniskat. IV, 1931, XIII, 1934;
    Singer II;
    Könnecke;
    Wilpert, Literatur in Bildern.

  • Autor/in

    Kurt Schreinert
  • Empfohlene Zitierweise

    Schreinert, Kurt, "Fontane, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 289-293 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118534262.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Fontane: Theodor F., der Begründer und Meister des realistischen Romans in Deutschland, ist in dem märkischen Städtchen Neu-Ruppin am 30. December 1819 geboren und in Berlin gestorben am 20. September 1898. Sein Leben zerfällt in zwei sehr ungleiche Hälften. Bis etwa zum Jahr 1880 war F. außerhalb Berlins fast nur durch einige Balladen (besonders den von Löwe prächtig componirten „Graf Douglas") bekannt; in Berlin galt er als geistreicher Plauderer, ohne daß seine Bücher viel gelesen oder seine Theaterkritiken ernst genommen wurden. Nach 1880 stand er plötzlich an der Spitze der litterarischen Bewegung, den Alten werth, von den Jungen verehrt, ein unschätzbarer Vermittler zwischen den litterarischen Kreisen, aus denen er hervorgegangen, und denen, welche in seiner Production längst Gehofftes glücklich erfüllt sahen. Das Wunder, daß der lang Uebersehene, fast Vergessene mit Einem Male zum Haupt der Jugend ward, beruht darauf, daß seine eigene, merkwürdig langsame Entwicklung und die des Zeitgeschmackes sich gleichsam entgegenkamen.

    Man hat die angeborenen Elemente Fontane's oft mit großer Sorgfalt analysirt und daneben seine litterarische Vorgeschichte etwas vernachlässigt. Allerdings haben sicherlich die Eltern, beide der Familie der Réfugiés angehörig, dem Sohn etwas von französischem Esprit, französischer Erzählungskunst — und auch ein wenig von französischer „blague“, der Lust durch originelles Hinreden die Leute zu verblüffen, vererbt. Auch wird es wohl stimmen, daß der Vater, ein liebenswürdig-leichtsinniger Mann, den der Dichter in seinen Lebenserinnerungen unübertrefflich geschildert hat, ihm etwas von dem leichten Blut der Gascogner übermittelte, während die aus Nordfrankreich stammende Mutter — übrigens eine Berlinerin von Geburt — ihm den ernsteren Pflichtbegriff mitgab. Dazu kam dann der starke Einfluß der fridericianischen Ueberlieferungen in dem Heimathstädtchen und frühe Einwirkungen der politischen und litterarischen Hauptstadt Berlin. Doch damit sind wir schon bei seiner litterarischen Vorgeschichte.

    Als F. nach frischem Jugendleben in dem Seehandelsstädtchen Swinemünde 1842 nach Berlin kam, um dort den väterlichen Beruf als Apothekerlehrling zu erlernen, herrschte in der noch sehr kleinstädtischen aber litterarisch ungemein angeregten Hauptstadt eine heut ganz vergessene Schule von Novellisten und Romanerzählern. Sie gingen Alle — wie sämmtliche Erzähler jener Zeit — von Walter Scott aus und suchten in der doppelten Bemühung um historische Färbung und Wiedergabe der localen Physiognomie ihm nachzukommen. Dabei war aber der große Sinn der Romandichtung des Schotten nur dem Einen Wilibald Alexis (1798—1871) aufgegangen, der in seinen vaterländischen Romanen (seit 1832) die Biographie des preußischen Volkes zu geben versuchte. Die Andern blieben im Anekdotischen stecken. Nur der Begründer des altberlinischen Romans (wenn man nicht Nicolai dafür erklären will), der höchst talentvolle Julius v. Voß (1768—1832) hielt wenigstens einen bestimmten, wenn auch einseitig erfaßten Typus des Preußenthums fest. Voß berührt sich mit F. nicht nur gelegentlich in der Auswahl der Stoffe; auch in der Tendenz auf typische Charakteristik der socialen Schichten, in der großen Lebhaftigkeit der Anschauung und der entschiedenen Lehrhaftigkeit des Vortrags, in der Neigung zur Ironie und der Vernachlässigung der eigentlichen Composition sind sie sich verwandt, soweit auch der politische Fanatismus und die moralische Frivolität des Aelteren von der Indifferenz des Jüngeren in allen Parteifragen und seiner früh gefesteten Weltanschauung absteht. — Eine weitere Stufe steigen wir herab, wenn wir zu jenen Berliner Romandichtern kommen, die die Hauptstadt, als der junge F. dorthin kam, beherrschten. Ein Roman wie „Berliner und Spanier“ (1836) von Heinrich Smidt (1798—1867) wirkt heut geradezu wie eine Parodie auf Fontane's Romane, so grob und verzerrt spielen Motive vor, die wir dann bei ihm in unendlicher Verfeinerung und von einer absolut neuen Kunst getragen wiederfinden: der Ehebund in der gutbürgerlichen Gesellschaft ("L'Adultera"), die Entdeckung des geheimnißvollen Mordplatzes ("Unter dem Birnbaum"), die unheilbare Mißheirath ("Cécile“, „Graf Petöfi“ u. a.), die verheißungsvolle amusante Fahrt ("Effi Briest") und die Landpartie in den Grunewald ("Frau Jenny Treibel"), das Theatergespräch ("Grete Minde“, „Vor dem Sturm"), die (schon von W. Scott ererbte) Einmischung humoristisch wirkender Figuren aus dem Volk ("Irrungen, Wirrungen") u. s. w. Nur freilich nach der Lebenswahrheit und Weisheit Fontane's darf man in diesen Producten nicht suchen, die so „romanhaft“ vorgehen und E. T. A. Hoffmann's Praxis, berlinischen Realismus mit wilder Romantik zu verbinden, ins Kindische treiben. Dennoch haben Autoren wie Smidt sicherlich auf den jungen eifrig lesenden und dilettirenden F. gewirkt; ebenso der feudalcharakterlose A. v. Sternberg (1806—1868) mit seiner gesuchten Eleganz des Vortrags und seiner frivol politisirenden Nonchalance, und der strengconservative, im Leben aber gleich unzuverlässige George Hesekiel (1819—1879), der mit seiner cavaliermäßigen Lässigkeit des Stils dem Schüler geholfen hat, aus dem phrasenhaften Romandialekt der Aelteren zu einem lebensvolleren, gesprochenen Redeton vorzudringen.

    Der interessante junge Mann machte in Berlin Glück. Noch als Lehrling ward er in die litterarischen Kreise des „Tunnels“ geholt, wo die neue Berliner Romantik sich um den preußischen Epiker Scherenberg (1798—1881) versammelte. Hier ward das poetische Interesse unzweideutig durch die Balladendichtung beherrscht, der vor allem Graf Strachwitz (1822—1847) durch seinen frischen männlichen Ton und durch die geschickte Anlehnung an die Art der schottischen Balladen einen bedeutenden Aufschwung gab. Daneben wirkten Heyse und Storm mit lyrischen Ausgestaltungen subjectiverer Erlebnisse. Der ganzen unvergleichlichen Poetengesellschaft hat F. selbst mit dem köstlichen Buch „Chr. Fr. Scherenberg und das litterarische Berlin von 1840—60" ein Denkmal gesetzt. Dieser Kreis, und Strachwitz vor allem, tritt auch in seiner lyrischen Anthologie „Deutsches Dichter-Album" (1852) charakteristisch in den Vordergrund. Zu dem „belletristischen Jahrbuch“ „Argo“, das er dann (1858) herausgab, gehören alle Mitarbeiter zum Tunnel, F. selbst ist mit einer lyrisch gestimmten Novelle und altenglischen Balladen vertreten. — Weniger hervorragend als Dichter, wurden hier für F. die märkischen Edelleute B. v. Lepel und W. v. Merckel als persönliche Gönner wichtig; ihnen verdankte er seinen frühen Eintritt in die Kreise des altpreußischen Land- und Militäradels. Das Problem, wie diese höchst merkwürdige Erscheinung sich zu dem modernen Leben stelle, ist dann in einer ganzen Reihe seiner späteren Romane ("Irrungen, Wirrungen“, „Stine“, „Effi Briest“ u. a.) zum Hauptmotiv geworden.

    Nach kurzer Unterbrechung der Berliner Lehrjahre durch ebensolche in Dresden und Leipzig beendete F. diese fruchtbare Anfangszeit durch eine Reise nach London (1844). Er ist nachher noch als Apotheker thätig und ist erst 1849 officiell in den „Nothhafen“ der Schriftstellerschaft eingelaufen; aber die Individualität war fertig. Der merkwürdige Glücksfall einer ganz zufälligen Reise hat die Entwicklung des Dreißigjährigen zum Abschluß gebracht. Was er bisher nur nebenbei betreiben konnte, ward ihm in England zum Hauptgeschäft, das nämlich, wozu er wie wenige geschaffen war: Menschen zu beobachten und zu beschreiben. Er hatte vorher nur Gedichte veröffentlicht ("Männer und Helden" 1850, „Von der schönen Rosamunde“ 1850, „Gedichte“ 1851), die zwischen Strachwitz' kräftigerer und Geibel's sinnigerer Balladenmanier die Mitte halten, und einige prachtvolle Treffer aufweisen, aber eine eigentliche neue Mode kaum verrathen; denn neben die schottischen Lords hatte schon Scherenberg die preußischen Generale der fridericianischen Zeit als antimoderne Heldentypen gestellt. Jetzt aber entdeckte F. seine Begabung und in den ersten, an sich nicht bedeutenden Reisebüchern ("Ein Sommer in London“ 1854, „Jenseits des Tweed“ 1860), auf zwei rasch wiederholten Englandfahrten (1852 und 1855—59) geschrieben, bricht die Freude am Beobachten und Schildern des Menschen schon mit vollster kräftigster Freude heraus. Es war nur natürlich, daß er nach dem langen letzten Aufenthalt in dem Lande, in dem auch so verschiedene Naturen wie G. Chr. Lichtenberg und Lothar Bucher das Menschenstudium gelernt hatten, die neuerworbene Kunst in der Heimath fortsetzte. Er war als Redacteur in die hochconservative „Kreuzzeitung“ in Berlin eingetreten; kein eigentlicher Politiker fühlte er sich wol schon damals aus jenem romantischen Cultus des starken nationalen Ritterthums heraus den preußischen Junkern näher verwandt als der liberalen Bourgeoisie. In seinen Grundanschauungen hat er sich dieser später immer mehr genähert; daß seine Sympathien und Antipathien davon wenig berührt wurden, zeigen noch „Der Stechlin“ und „Frau Jenny Treibel“. Zudem erschien der englische Landjunker in jenen Tagen selbst einem liberalen Manne wie dem berühmten Juristen Franz v. Holtzendorff (1829—1889) gewissermaßen als das moderne Ideal des Mannes.

    Es ergab sich aus alle dem, daß der heimgekehrte F. auf die Wanderung ging, um diesen Landedelmann und seine Heimath kennen zu lernen, wie etwa gleichzeitig W. H. Riehl ein romantisch erdachtes „Volk“ auf Wanderfahrten zu entdecken suchte. Und dabei bleibt F. immer noch im Fahrwasser der Anregungen seines alten Meisters W. Scott, wenn er in den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ (1862—1881) und den „Fünf Schlössern"|(1889) die Geschichte vom altmärkischen Land und altmärkischen Leuten in Eins faßt; ähnliche Versuche historischer Landschaftsschilderung hatte der große Schotte überall angeregt und z. B. Annette v. Droste zur Nachfolge veranlaßt. — Aber hier tritt Fontane's Eigenart nun schon ganz anders hervor als in den Balladen, freier, frischer. Die leidenschaftliche Freude an der Anekdote macht sich Luft, die später zu dem berühmten, für F. höchst charakteristischen Ausspruch geführt hat: „Was heißt großer Stil? Großer Stil heißt so viel, wie vorbeigehen an allem, was die Menschen eigentlich interessirt“. Der Versuch, die Individualität auf der Grundlage des Typus zu schildern, wird in zahllosen Einzelporträts aus dem Adel und den landsässigen Ständen, Bauern, Geistlichen, Wirthen u. s. w. durchgeführt. Das Landschaftliche bleibt Hintergrund; zu einem lebendigen Verhältniß an der märkischen Natur, wie es der Schlesier Alexis erwarb, hat es die durchaus städterhafte Seele Fontane's nie gebracht.

    Der Patriot, der Helden- und Soldatenfreund, der Beobachter ließ es sich natürlich nicht nehmen, als Kriegsberichterstatter dem Heer auf den drei Feldzügen zu folgen ("Der schleswig-holsteinsche Krieg“ 1866, „Der deutsche Krieg“ 1869—71), wobei er selbst in Kriegsgefangenschaft gerieth, als er in allzu treuherzigem Heroencultus Domrémy, den Geburtsort der Jungfrau von Orleans, aufsuchte ("Kriegsgefangen“ 1871). Seine Kriegslieder sind sachlich, ruhig, dabei warmherzig; aber hier möchte man doch manchmal gern etwas mehr von jenem „großen Stil“ finden. Aber F. hatte nun einmal „keinen Sinn für Feierlichkeit“. Nach 1870 rückte er von den Kreisen des Militäradels ab, trat in den Verband der fortschrittlichen „Vossischen Zeitung“ und schrieb Theaterreferate, wobei ihn jedoch das Menschlich-Persönliche mehr interessirte als die allgemeinen Fragen der Aesthetik und Dramaturgie.

    So war er fast sechzig Jahre geworden. Er lebte in sehr glücklichen, wenn auch äußerlich knappen Familienverhältnissen, in enger Freundschaft mit einem Kreis geistreicher und bedeutender Leute; aber wenn von den führenden Geistern der Litteratur die Rede war, dachte Niemand an Theodor Fontane. Und die ersten zehn Jahre seiner Romanproduction haben darin noch kaum etwas geändert.

    Fontane's Erzählungen sind durchweg auf höherer Stufe, was die Reisebilder aus England oder die „Wanderungen" in kunstloserer Form auch sind, was die späte Skizzensammlung „Von vor und nach der Reise" (1894) in aller Deutlichkeit ist: psychologische Studien in erzählender Form, am liebsten mit Anknüpfung an veränderte Umgebung; mit Einem Wort: psychologische „Reisebilder“ in Romanform. Die litterarische Gattung der „Reisebilder“ hatte Heine bei uns begründet; neben Andern vertritt sie J. V. Scheffel. Aber bei F. erhält sie ihr eigenartiges Gepräge durch die starke Betonung des psychologischen Charakterbildes. Darauf kommt es F. an: ein paar merkwürdige Figuren sollen in ihren historischen und socialen Zusammenhängen lebendig gemacht werden. Die Handlung ist durchaus Nebensache und wird selbst in den Criminalnovellen nur als Mittel zum Zweck behandelt, gerade wie Effi Briest's Ehebruch auch; sie soll lediglich Gelegenheit schaffen, die Charaktere in ihrer ganzen Eigenart offen zu legen. Deshalb hat F. es auch mit der Erfindung der Fabel leicht genommen; wo ihm der Stoff nicht geboten war (in „Grete Minde" durch eine Chronik, in „Unwiederbringlich“ durch mündliche Erzählung; in „L'Adultera“ durch ein bekanntes Ereigniß in der Berliner Gesellschaft), da entfernte er sich nicht allzuweit von den Bahnen des alten berlinischen Romans mit Landpartie und Ehebruch; daher jene Aehnlichkeiten etwa mit Smidt's Geschichten. Oder er zerrt die Form des|"Reisebildes“ bis an die äußerste Grenze ihrer Dehnbarkeit, was ihm freilich zu der köstlichen Specialität seiner höchst individuellen Reisebriefe ("Irrungen, Wirrungen“, „Poggenpuhls") Gelegenheit gibt. Ganz streng componirt sind nur die kürzesten Bücher: die Novelle „Grete Minde“ und die Romane „Schach von Wuthenow“ und „Stine"; sonst streift F. leicht an jene fast zu ungebundene Art, die schließlich zur bloßen Anreihung von Genrebildern ("Poggenpuhls") und, freilich prächtigen, Gesprächstücken ("Stechlin") führt.

    Fontane's Romane zerfallen in zwei Gruppen: die kleinere der Criminalgeschichten ("Grete Minde“, 1880; „Ellernklipp“, 1881; „Unter dem Birnbaum“, 1886; „Quitt“, 1891) und die größere und bedeutendere der modernen Romane ("Graf Petöfi“, 1884; „Cécile", 1887; „Irrungen, Wirrungen", 1889; „Stine", 1890; „Frau Jenny Treibel“, 1892; „Unwiederbringlich“, 1891; „Effi Briest", 1895). Zwischen diesen stehen ein paar historische Romane ("Vor dem Sturm", 1878; „L'Adultera", 1882; „Schach von Wuthenow", 1883) und am Schluß hängen sich Genrebilder in Romanform an ("Die Poggenpuhls", 1896; „Der Stechlin", 1898), doch stehen alle diese Stücke den „modernen“ Romanen erheblich näher als den Criminalgeschichten. In „L'Adultera“ berühren die sämmtlichen Elemente der Fontane'schen Romandichtungen sich am handgreiflichsten.

    Die allgemeine Entwicklung bedeutet einen unzweideutigen Sieg der Theilnahme an dem modernen Menschen über das an dem „interessanten Stoff“. Sie bedeutet gleichzeitig eine fortschreitende Lösung von aller Tendenz zu weltüberlegener Objectivität.

    Die beiden ersten Bücher stehen unter dem Zeichen des Wilibald Alexis. „Vor dem Sturm“ schildert die Zustände vor der Erhebung der Freiheitskriege und bildet eine Art Fortsetzung zu Alexis' Meisterwerk „Ruhe ist die erste Bürgerpflicht“, verweilt dabei aber noch ausführlicher auf den litterarischen Zuständen. Hesekiel, wie Smidt ein älterer persönlicher Freund Fontane's, war ihm mit dem Thema in seinem Roman „Vor Jena“ (1859) vorangegangen und vor diesem hatte A. v. Sternberg (1844) „Jena und Leipzig" geschrieben. Modelle aus dem „Tunnel“ sind reichlich benutzt; conventionelle Romanfiguren, wie der „edle Pole“, fehlen nicht. Daneben zeigt sich aber bereits in Einzelporträts, wie dem des Pfarrers — die immer von F. mit besonderer Virtuosität behandelt worden sind und kaum in einem größeren Romane fehlen —, eine realistische Kunst der Beobachtung in Bewegung und Redeweise, wie F. in sechzig Jahren unausgesetzten Studiums der Menschen sie sich angeeignet hatte. Die Atmosphäre ist vielleicht noch etwas zu sehr in weichen Tönen gehalten, aber doch sehr einheitlich und überzeugend durchgeführt. — „Grete Minde“ ist eine Tendenznovelle: F. will der parteiischen Verherrlichung des altbrandenburgischen Bürgerthums ein realistisches Bild dieser harten, knochigen, eigennützigen Bürger gegenüberstellen. Das hellere Licht fällt auf die von der modernen Bourgeoisie zurückgedrängten altmodischen und altgläubigen Edelfrauen — wie in den „Poggenpuhls“.

    „Ellernklipp" (1881) und „L'Adultera“ (1882) gehören wieder zusammen. In beiden wird die psychologische Vorbereitung eines Verbrechens oder Fehltritts mit ausmalender Breite geschildert; in beiden handelt es sich um Conflicte zwischen Liebe und Familienheiligkeit. In „L'Adultera“ betritt F. den Schauplatz des modernen Berlin und bereits läßt sich in der (nur noch etwas zu absichtlich individualisirten) Sprechweise der Figuren die erstaunliche Feinhörigkeit Fontane's für den ganz persönlichen Tonfall bei jeder Persönlichkeit beobachten. Neben resolut realistischen Zügen weist das Buch aber noch mancherlei conventionelle Romanmittel auf, allzu effectvolle Capitelschlüsse,|allzu deutliche Symbolik. Manches, was hier noch unfertig war, hat der Verfasser dann später in „Effi Briest“ mit reifer Kunst nochmals gezeichnet; so die Begegnung der geschiedenen Mutter mit ihrem Kind.

    „Schach von Wuthenow“ (1883) bildet den Höhepunkt der ersten Periode von Fontane's Romandichtung. Es spielt in der Zeit vor Jena und gibt also eine Art Vorgeschichte zu „Vor dem Sturm“. Eine gewisse socialpädagogische Tendenz ist auch hier noch nicht zu verkennen: wie „Grete Minde" das Bürgerthum, warnt „Schach v. Wuthenow“ den Adel vor Selbstüberschätzung. Doch tritt diese Absicht ganz zurück neben einer ungemein feinen Zeichnung der dumpfen, lastenden Luft, die einen beliebigen Officier und „schönen Mann“ mit Nothwendigkeit in den Selbstmord — das häufigste Ende Fontane'scher Helden — treibt. Die seelische Entwicklung ist glänzend durchgeführt, die verhältnißmäßig einfache Fabel ist in den Umständen fest begründet: der hier zuerst in vollerer Sprechfreiheit auftretende Raisonneur gibt den Chorus der Tragödie ohne störende Absichtlichkeit. Nicht in allen Punkten hat F. dies zarte Meisterwerk später überholt.

    Unbedeutender sind die beiden Mésalliance-Romane „Graf Petöfi“ (1885) und „Cécile“ (1887), letzteres in der Composition für F. besonders charakteristisch, sowie der fast fatalistisch gehaltene Criminalroman „Unter dem Birnbaum“ (1886), dem als Nachläufer sein schwächstes Buch anzuschließen ist, „Quitt“ (1891), eine zwischen Deutschland und Amerika getheilte und namentlich im zweiten Theil recht wenig überzeugende Geschichte von Verbrechen und Sühne. Dafür schieben sich zwischen die letzten Fortsetzer der romanhaften Criminalgeschichte im Stil der Alexis und Smidt die beiden Eröffnungsstücke des neuen realistischen Romans ein: „Irrungen, Wirrungen" (1887) und „Stine" (1890). „Stine" war früher entstanden, konnte aber lange keinen Verleger finden, wie denn auch „Irrungen, Wirrungen“ nach seiner Veröffentlichung in der „Vossischen Zeitung“ zuerst nur Verwunderung und selbst Spott erregte.

    Neu ist in diesen beiden einfachen Erzählungen von einem traurig ausklingenden „Verhältniß“ zwischen Edelmann und Mädchen aus dem Volk die absolute Vermeidung aller romanhaften Effecte. Mit schlichtester Wahrheitsliebe wird die typische und doch wieder ganz individuelle Geschichte zweier moderner Liebespaare gegeben und als ein naturnothwendiges Ergebniß der mit höchster Treue aufgefaßten gesellschaftlichen Zustände dargestellt. In feinster Nuancirung gehen — wie gern in Goethe's Romanen — neben den Hauptfiguren Parallelfiguren, die die Eigenart von Held und Heldin noch stärker herausmodelliren helfen. Eine davon, die Witwe Pittelkow in „Stine“, ist vielleicht der höchste Triumph Fontane'scher Erzählungskunst. Der Autor klagt weder an noch plaidirt er, er stilisirt nicht und vertuscht nicht; aber das tief eindringende Verständniß, das diese Figuren schuf, konnte nur aus einem liebevoll mitfühlenden Herzen, dem nichts Menschliches fremd war, hervorkommen.

    Mit einem Mal war F. berühmt. Auch seine „Gedichte“, um einige charakteristische Gesprächstücke im Stil des Menzel'schen Ballsoupers und ein paar prächtige realistisch-heroische Gelegenheitsdichtungen vermehrt, erlebten jetzt (1889) in 3. Auflage ihre endgültige Sammlung. Zwar blieb der nächste Roman fast unbeachtet: „Unwiederbringlich“ (1891), eine mit feinstem Humor und wehmüthigen Abtönungen zu einem unwahrscheinlichen Ende — dem Selbstmord der frommen, von der Liebe ihres Gatten verlassenen Edelfrau — geführte Liebesgeschichte. F. hat dies Werk besonders gern gehabt und besonders viel von seinem Eigensten hineingelegt; jene köstlichen Sentenzen und Definitionen, deren verschwenderische Ueberfülle ein auffälliges Merkmal seines Stils|bildet, sind hier überaus reich und glücklich ausgesäet. Dennoch machte der epigrammatische Berliner Roman „Frau Jenny Treibel“ (1892), mit dem Selbstporträt des Dichters als Prof. Wilibald Schmidt, viel mehr Glück. Man hatte jetzt schon eine deutliche Vorstellung von Fontane's Art und daß er sie hier in dicht an die Caricatur grenzenden Charakterzeichnungen und einer fast an das junge Deutschland gemahnenden Gesprächfreude bis zur Manier trieb, erleichterte das Verständniß. Mit größerem Recht ward aber allgemeiner Beifall dem letzten eigentlichen Roman Fontane's entgegengebracht: „Effi Briest" (1895). Der Verfasser ging hier zu der schlichten Herzlichkeit von „Irrungen“ und „Stine“ zurück und gleichzeitig zu dem Milieu seiner ältesten Erzählungen, dem ihm so besonders genau bekannten der märkischen Adelsfamilien. Die Mésalliance eines liebebedürftigen Herzens mit der kühlen Correctheit wird nach vielen anderen Formen der Mißheirath (Geschmack- und Taktlosigkeit in „L'Adultera"; Alter und Jugend in „Graf Petöfi"; sociale Verschiedenheiten in „Irrungen“ und „Stine“ u. s. w.) als die letzte und schmerzlichste Art, wie sich Herz nicht zu Herzen findet, dargestellt. Die Erzählung verweilt fast ausschließlich bei der Heldin, deren sanfte Willenslosigkeit sie in das Unglück der äußerlich glänzenden Ehe und in das schlimmere des Ehebruches gleiten läßt, bis sie dann schließlich, erst ganz verlassen, dann von ihren Eltern wieder aufgenommen, ins Grab sinkt, mit der Empfindung, daß sie ihrem Gatten mehr zu verzeihen habe als er ihr. Seit Prévost's „Manon Lescaut“ ist die „schöne Sünderin“ nicht in so schlichter Wahrhaftigkeit dargestellt worden: weder ein romantisch-schuldloses Opfer der Verhältnisse noch eine sündhafte Natur, sondern die Trägerin eines von ihrem Wesen und ihrem Schicksal gleich sehr verschuldeten Looses.

    „Die Poggenpuhls" (1896) und „Der Stechlin" (1898) gehen fast ganz in Genrebild und Gespräch auf. Der „Stechlin" knüpft an einen See seiner Heimathgegend, der Grafschaft Ruppin, an, der schon in den ersten „Wanderungen" Fontane's Aufmerksamkeit erregt hatte: dieser kleine aber tiefe See, der alle großen Erderschütterungen an seiner Oberfläche erkennen läßt, wird für den Dichter ein tiefinniges Symbol der eigenen Art, im „Kleinen“ und „Unbedeutenden“ das Große, im ganz Individuellen das Allgemeine abzuspiegeln. Die Hauptfigur bildet den Typus des wohlwollenden alten Edelmanns mit dem Porträt des Dichters in Eins und gab so einen glücklichen Abschluß jener an bestimmten Grundmotiven so reich und mannichfaltig sich aufrankenden Romandichtung aus den letzten zwanzig Jahren des Dichters.

    F. war sich überhaupt, wie das sich bei seiner ganzen Natur fast von selbst versteht, eine interessante Persönlichkeit. Gewisse Gegensätze seines Wesens waren ihm wohl bekannt. Ein echter Berliner neigte er ebenso zu einer gewissen „Ueberheblichkeit“ (eins seiner Lieblingsworte) und Unbedingtheit im Ausdruck wie zu einer sehr genauen und auch wol zu skeptischen Abschätzung seiner selbst; beides ward dann leicht in der Form eines halb ironisch, halb dictatorisch hingesprochenen allgemeinen Satzes vermittelt. Der Sohn sehr verschieden gearteter Eltern hat er für den liebenswürdigen Leichtsinn des Vaters immer Sympathien gehegt, sich aber dem strengen Urtheil der Mutter, wohin das führen müsse, nicht verschließen können; das bestimmt den typischen Verlauf seiner Romane und den tragischen Ausgang ihrer sympathischen, aber schwachen Helden und Heldinnen. Zum Adel und zum Bürgerthum, zum Heer und zu den Schriftstellerkreisen, zu dem Zauber des „großen Moments“ und dem Reiz der Anekdote, zu dem Eindruck bedeutender Heroen (sein letztes Gedicht galt Bismarck) und der Lehre, daß die kleinen Dinge und Personen in der Geschichte entscheiden, fühlt er sich hingezogen und von all diesen Dingen|auch wieder in zweifelnde Stimmung versetzt; das gibt seinen Büchern die ungemein persönliche Beleuchtung bei aller Objectivität in der Schilderung der Vorgänge. Der Entstehung dieser eigenartigen Persönlichkeit ist er auch selbst in zwei autobiographischen Büchern nachgegangen: „Meine Kinderjahre“ (1893) und „Von Zwanzig bis Dreißig“ (d. h. von Fontane's zwanzigstem bis dreißigstem Jahr; 1898). Das erste Werk schildert in anschaulichstem Ausmalen die Entstehung seiner Eigenart, scheinbar ganz unabsichtlich, scheinbar nur auf äußern Dingen verweilend, das zweite, in Composition und Form nicht ganz so gelungen, etwas absichtlicher das Werden des Dichters Fontane. Das Beste in seinem Wesen hat der im Herzensgrund tiefbescheidene Mann freilich nicht hervortreten lassen können: die reine Güte eines menschenfreundlichen und menschenfreudigen Herzens, dessen mild versöhnliche Moral nicht auf laxen Principien, sondern auf der innigen Ueberzeugung von unser aller Schwäche und Hülfsbedürftigkeit beruht. Selbst fest, pflichttreu und unabhängig durchs Leben schreitend war er Jüngeren gern ein freundlicher Berather, in reizend persönlichen Briefen wie in unvergleichlicher Plauderei Kritiker und Helfer zugleich. Noch der ganz neuen ultrarealistischen Art des jungen Gerhard Hauptmann kam er liebevoll entgegen. Der erste eigentliche Großstädter in unserer Litteratur hat er die Legende von dem kaltverständigen Egoismus des „Berlinerthums“ siegreich zerstört und einer neuen Art der Darstellung wie einer neuen Anschauung der Dinge mit fast spielender Genialität zum Durchbruch verholfen.

    • Literatur

      Neben zahlreichen Nekrologen u. s. w. in den Zeitungen vgl. besonders Erich Schmidt, Gedenkrede, Deutsche Rundschau, November 1898; Otto Brahm, Neue Deutsche Rundschau X, 1; P. Schlenther, Biographisches Jahrbuch III, 296 f.; Richard M. Meyer, Deutsche Litteratur des 19. Jahrh. (2. Aufl.), S. 469 f.; Franz Servaes, Th. F. (Abdruck aus dem „Pan"), Berlin 1900.

  • Autor/in

    Richard M. Meyer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Meyer, Richard M., "Fontane, Theodor" in: Allgemeine Deutsche Biographie 48 (1904), S. 617-624 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118534262.html#adbcontent

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