Lebensdaten
1885 bis 1955
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Kritiker ; Biograph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11869605X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goetz, Karl Wolfgang Gustav
  • Götz, Wolfgang
  • Goetz, Carolus Wolfgangus Gustavus
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Zitierweise

Goetz, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd11869605X.html [23.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst (1856–1921), Fabr. in L., S d. Gustav (1821–98), Fabr., Mitgl. d. Reichstags 1890–93, u. d. Caroline Bäumler; M Helene (1863–1950), T d. Carl Reinecke ( 1910), Dirigent, Komp., Leiter d. Leipziger Gewandhauskonzerte; Groß-Ov Ferdinand (s. 1); Ov Walter (s. 2); 1) Berlin 1917 Elisabeth (1881–1947), Bildhauerin (Kleinplastik) u. Malerin (s. ThB; Vollmer), T d. Kaufm. Gg. Gleistein u. d. Johanna Ulrichs, 2) ebd. 1948 Mathilde (*1906), Schriftstellerin, Wwe d. Schriftstellers Ernst Hardt ( 1947), T d. Kaufm. Otto Schmalhorst u. d. Helene Eick; kinderlos.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Thomasschule studierte G. erst in Leipzig, dann in Berlin (unter anderem bei Erich Schmidt) Germanistik und Geschichte. Er verkehrte gern in den Berliner Salons und Literatencafés. Darüber berichtet sein Buch „Im Größenwahn“ (1936). Reisen nach Italien, Griechenland, England, Frankreich und der Türkei vermehrten seine Welterfahrung. 1920-29 als Regierungsrat bei der Filmprüfstelle Berlin tätig, wurde er Mitglied der Halkyonischen Akademie für unangewandte Wissenschaften zu Saló, Vorsitzender der Gesellschaft für Theatergeschichte, nach 1945 Herausgeber der „Berliner Hefte für geistiges Leben“, Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums, Präsidialmitglied der Vereinigung deutscher Schriftstellerverbände, Vorsitzender des Schutzverbandes Berliner Schriftsteller und Mitbegründer der Akademie der Künste, Berlin, die heute das Wolfgang-Goetz-Archiv betreut. Gerühmt wurde seine kostbare wie exquisite Autographen-Sammlung. Nicht nur als Theaterkritiker und kluger Gesellschafter war er mit vielen Gelehrten, Dichtern, Schauspielern und Regisseuren befreundet, unter anderem mit C. L. Schleich, Leopold Ziegler und Eduard Spranger, mit J. Ringelnatz, Eduard Stucken und C. Zuckmayer, mit Asta Nielsen, Friedrich Kayßler und W. Krauss, mit M. Reinhardt, J. Bab und J. Fehling. Er galt als einflußreicher Mann, Initiator und Berater im kulturellen Nachkriegs-Berlin.

    G. war ein Sohn der Wilhelminischen Zeit. Sein Oeuvre enthält Dramatik, Epik, wenig Lyrik, viele Essays, biographische und kritische Schriften. Geistreiches Plaudern war seine Stärke. Wie er selbst bekennt, begann er „schriftstellerisch mit zwei schlechten Einaktern“ (1911). Er liebte es, seine „Helden“ der gesellschaftlichen crème zu entleihen, sich aber auch für den „Mann im Schatten“ zu engagieren, das biedermeierliche Metier nicht ohne Leidenschaft zu pflegen und mit Idealismus, ja Verehrung patriotische Leistungen auszuwerten. Mit leichter Hand diente er zeitweilig der pathetischen Kolportage des legendären oder folkloristischen Historismus. Seine kritischen und biographischen Texte beweisen ein beträchtliches Bildungsreservoir. Sie stehen zumeist unter dem Einfluß der Bewunderung für das jeweilige Objekt (Biographien: Napoleon, 1926; Goethe, 1938, erweitert 1959; Die Welt Mozarts, 1941). Das historische Thema und das „Siebenschläfermotiv“, das große Erbe deutscher Erzählkunst (Goethe, Brentano, Jakob Grimm, E. T. A. Hoffmann und Fontane) und starke Sympathie für Mozarts Genie bestimmen das Werk dieses Don Quichotte eines neuromantischen Humanismus, der von seinen Zeitgenossen gern gesehen wurde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Wiederkehr, Lustspiel, 1913; Clotilde u. ihre Offiziere, Novelle, 1914; Das Wunder, Einakter, 1919; Die Reise ins Blaue, Erz., 1920; Das wilde Säuseln, Novelle, 1921; Gneisenau, Drama, 1925; Das Gralswunder, Roman, 1926; Von Zauberern u. Soldaten, Geschichten, 1926; Finkenkrug, Festspiel, 1927; Robert Emmet, Drama, 1927; Muspilli, Groteske, 1929; Kavaliere, Komödie, 1930; Eine dt. Gesch., 1931; Franz Hofdemel, Novelle, 1933; Kuckuckseier, Komödie, 1934; Der Mönch v. Heisterbach, Roman, 1935; Der Min.präs., Schauspiel, 1936; 50 J. Goethe-Ges., 1936; Eines Gottes Wiederkehr, dramat. Zeitlegende, 1936, (mit R. Dix); Kampf ums Reich, Schauspiel, 1939; Ergoetzliches, Feuilletons, 1940; Der Herr Geheimrat, 1941; Geschichten, 1942; Schiller, biogr. Anekdoten, 1944; Das Wiegenlied, Novelle, 1946; Du u. d. Lit., 1951; Werner Krauss, Biogr., 1954; Das Glück sitzt in d. nächsten Ecke, Erzz., 1958.

  • Literatur

    Kosch, Theater-Lex.; F. Lennartz, Dt. Dichter u. Schriftsteller unserer Zeit, 81959; - Bibliogr. d. gesamten Nachlasses in Hs. u. Druck sowie d. Sekundärlit. im W.-G.-Archiv b. d. Ak. d. Künste, Berlin.

  • Portraits

    Wachsrelief v. Elis. Goetz-Gleistein (Ehefrau), wahrsch. 1923, Abb. in: J.-H. d. Volksverbandes d. Bücherfreunde, 1926, S. 7, u. Rhdb.; Ölbild v. A. v. Zitzewitz, wahrsch. 1947 (beide im Bes. d. Wwe Tilla G., Berlin); Zeichnung v. J. Futterer, 1928, Abb. in; Halkyon. J.gabe f. 1949.

  • Autor

    Walther Huder
  • Empfohlene Zitierweise

    Huder, Walther, "Goetz, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 584-585 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd11869605X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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