Lebensdaten
1903 – 1981
Geburtsort
Groß-Lichterfelde bei Berlin
Sterbeort
Staufen im Breisgau
Beruf/Funktion
Lyriker ; Hörspielautor ; Redakteur ; Sendeleiter ; Journalist ; Schriftsteller ; Kritiker ; Librettist
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 118554212 | OGND | VIAF: 32012078
Namensvarianten
  • eigentlich Huchel, Helmut
  • Huchel, Peter
  • eigentlich Huchel, Helmut
  • mehr

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Zitierweise

Huchel, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118554212.html [26.02.2024].

CC0

  • Das literarische Werk Peter Huchels entwickelte sich vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte im Zeichen des Nationalsozialismus von einem musikalischen, reimenden Lob der brandenburgischen Heimat zu einem kargen, anklagenden Bericht über menschliches Leid. Huchel übte nicht nur durch Naturbilder politische Kritik, sondern auch durch Schilderungen von historischen Personen in Vergleichssituationen. Diese Technik machte ihn über die DDR hinaus zum Vorbild für viele Lyriker des 20. Jahrhunderts. Als Chefredakteur der Zeitschrift „Sinn und Form“ (1949–1962) schlug er Brücken zwischen Ost- und Westeuropa.

    Lebensdaten

    Geboren am 3. April 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin
    Gestorben am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau
    Grabstätte Friedhof in Staufen im Breisgau
    Konfession evangelisch-lutherisch
    Peter Huchel (InC)
    Peter Huchel (InC)
  • Lebenslauf

    3. April 1903 - Groß-Lichterfelde bei Berlin

    1907 - Alt-Langerwisch bei Potsdam

    Aufenthalt bei den Großeltern mütterlicherseits

    1909 - 1915 - Steglitz bei Berlin

    Schulbesuch

    Volksschule; Oberrealschule

    1915 - 1923 - Potsdam

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Städtische Oberrealschule

    1920 - 1920 - Potsdam

    Teilnehmer am Kapp-Putsch; schwere Verwundung

    1923 - 1927 - Berlin; Freiburg im Breisgau; Wien

    Studium der Literatur und Philosophie (ohne Abschluss)

    Universität

    1927 - 1929 - Paris; Bretagne; Cote d‘Azur

    Aufenthalt

    1930 - 1933 - Berlin

    Mitarbeiter von Willy Haas (1891–1973)

    Literarische Welt (Wochenzeitung)

    1933 - 1934 - Kronstadt (Brașov, Rumänien)

    Aufenthalt

    1934 - 1941 - Berlin; Michendorf (Brandenburg)

    freier Hörspielautor

    Reichssender Berlin; Deutscher Kurzwellensender

    1941 - 1945 - Berlin; Joachimsthal (Brandenburg); Greifswald; Neubrandenburg; Gollin (Uckermark); Ferch bei Potsdam; Dahnsdorf bei Potsdam; Ludwigsburg (Württemberg)

    Soldat im Flugmeldewesen

    Wehrmacht

    1945 - 1945 - Rüdersdorf bei Berlin

    sowjetischer Kriegsgefangener

    1945 - 1949 - Berlin

    Dramaturg; Sendeleiter; Künstlerischer Direktor

    Berliner Rundfunk

    1949 - 1962 - Berlin-Ost

    Chefredakteur

    Sinn und Form (Zeitschrift)

    1962 - Wilhelmshorst bei Potsdam

    erzwungener Rücktritt

    Sinn und Form

    1963 - 1971 - Wilhelmshorst

    Isolation im eigenen Haus; Überwachung durch das Ministerium für Staatssicherheit; Beschlagnahme der Post; Ausreiseverbot

    1971 - 1972 - Rom

    Ausreise; Ehrengast

    Villa Massimo

    1972 - 1981 - Staufen im Breisgau

    freier Schriftsteller; zahlreiche Reisen bis 1977

    30. April 1981 - Staufen im Breisgau
  • Genealogie

    Vater Friedrich Huchel 1867–1945 Ulanenwachtmeister; Kanzleibeamter in Potsdam
    Großvater väterlicherseits Carl Friedrich Wilhelm Huchel 1834–1897 Aufseher
    Großmutter väterlicherseits Ernestina Paulina Huchel, geb. Anders 1839?–1912
    Mutter Marta Marie Emilie Huchel, geb. Zimmermann 1876–1961
    Großvater mütterlicherseits Johann Friedrich Wilhelm Zimmermann 1844–1913 Bauer in Alt-Langerwisch bei Potsdam
    Großmutter mütterlicherseits Pauline Emilie Zimmermann, geb. Siebecke 1853–1939 Bäuerin in Alt-Langerwisch bei Potsdam
    Bruder Friedrich Carl Hans Huchel 1897–1917 im Ersten Weltkrieg gefallen
    1. Heirat 8.3.1930 in Potsdam
    Ehefrau Dora Huchel, geb. Lassel 1904–1985 aus Kronstadt (Braşov, Rumänien)
    Schwiegervater Eugen Lassel 1867–1932 evangelischer Pfarrer (A. B.) an der Bartholomä Kirche, Kronstadt
    Schwiegermutter Josefine Lassel, geb. Arzt 1872–1944
    Kinder eine Tochter
    Scheidung 6.3.1953
    2. Heirat 25.4.1953 in Wilhelmshorst bei Potsdam
    Ehefrau Nora Monica Huchel, geb. Rosenthal, gesch. Melis- Rosenthal 1914–2002 Journalistin; Redakteurin; Übersetzerin; in 1. Ehe verh. mit Fritz Melis (1913–1982), Bildhauer
    Schwiegervater Otto Rosenthal 1888–1914 Lehrer
    Schwiegermutter Elisabeth Rosenthal, geb. van Daamen Lehrerin
    Sohn Stephan Huchel 1949–1990
    Stiefsohn Roger Melis 1940–2009 Fotograf
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Huchel, Peter (1903 – 1981)

    • Vater

      Friedrich Huchel

      1867–1945

      Ulanenwachtmeister; Kanzleibeamter in Potsdam

      • Großvater väterlicherseits

        Carl Huchel

        1834–1897

        Aufseher

      • Großmutter väterlicherseits

        Ernestina Huchel

        1839?–1912

    • Mutter

      Marie Huchel

      1876–1961

      • Großvater mütterlicherseits

        Johann Friedrich Wilhelm Zimmermann

        1844–1913

        Bauer in Alt-Langerwisch bei Potsdam

      • Großmutter mütterlicherseits

        Pauline Emilie Zimmermann

        1853–1939

        Bäuerin in Alt-Langerwisch bei Potsdam

    • Bruder

      Friedrich Huchel

      1897–1917

      im Ersten Weltkrieg gefallen

    • 1.·Heirat

      in

      Potsdam

      • Ehefrau

        Dora Huchel

        1904–1985

        aus Kronstadt (Braşov, Rumänien)

    • 2.·Heirat

      in

      Wilhelmshorst bei Potsdam

      • Ehefrau

        Dora Huchel

        1904–1985

        aus Kronstadt (Braşov, Rumänien)

  • Biografie

    Huchel verbrachte große Teile seiner Kindheit bei seinen Großeltern mütterlicherseits auf einem Bauernhof in Alt-Langerwisch bei Potsdam. Seine dort gesammelten Sinneseindrücke, Dialektwörter und „Zaubersprüche“ flossen später in seine Gedichte ein. Seit 1909 lebte er mit seinen Eltern in Steglitz, wo er von seinem Vater eine strenge, konservative Erziehung erhielt. Huchel besuchte die Volksschule und die Oberrealschule in Steglitz, seit 1915 die Städtische Oberrealschule in Potsdam. Während der Schulzeit nahm er am Kapp-Putsch teil, wurde schwer verwundet und beschäftigte sich während seiner Rekonvaleszenz mit dem Kommunismus.

    Nach dem Abitur 1923 studierte Huchel Germanistik und Philosophie in Berlin, Freiburg im Breisgau und Wien, ohne einen Abschluss zu erlangen. Unter dem Einfluss seines Mentors, des Schriftstellers Hans Arno Joachim (1902–1944), überarbeitete er seine an Georg Trakl (1887–1914) und Stefan George (1868–1933) orientierten Jugendgedichte und publizierte einige von ihnen in „Dürers Kalender für das Jahr 1924“. Mit einem von dem Schriftsteller und Journalisten Monty Jacobs (1875–1945) vermittelten Stipendium der „Vossischen Zeitung“ ging Huchel 1927 nach Paris und lebte hier von Gelegenheitsarbeiten. Seit Ende 1929 wohnte er in Berlin mit Joachim und Alfred Kantorowicz (1899–1979) zusammen, bald auch mit Dora Lassel (1904–1985), die er 1930 heiratete. Freundschaften verbanden ihn mit Ernst Bloch (1885–1977) und Fritz Sternberg (1895–1963). 1931 übersiedelte er in die Künstlerkolonie am Berliner Laubenheimerplatz, wo er neben Bloch und Kantorowicz mit vielen anderen „linken“ Künstlern lebte. Von dem Journalisten Willy Haas (1981–1973) gefördert, wurde er Mitarbeiter für dessen „Literarische Welt“ und veröffentlichte dort mehrere Gedichte und kurze Prosatexte. Den geplanten Gedichtband „Der Knabenteich“ zog Huchel 1933 nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten vor der Publikation zurück, um nicht in „den Geruch von Blut und Boden-Literatur“ zu geraten, wie er später sagte.

    Nach einer Razzia am 15. März 1933 durch SA und Polizei übersiedelte Huchel nach Kronstadt (Brașov, Rumänien), kehrte jedoch im Folgejahr aufgrund seiner prekären finanziellen Situation und der vielen rumäniendeutschen NSDAP-Anhänger in Kronstadt nach Berlin zurück, wo ihm Günter Eich (1907–1972) und Elisabeth Langgässer (1899–1950) Kontakte zum Rundfunk vermittelten. Für Berliner und Leipziger Sender schrieb Huchel bis 1941 etwa 25 Hörspiele, oft für den Kinderfunk, von denen „Die Magd und das Kind“ (1935), „Die Herbstkantate“ (1935) und „Margarethe Minde“ (1939) literarisch anspruchsvoller sind. Zu Huchels Freundeskreis zählten in dieser Zeit v. a. Autoren, die dem Nationalsozialismus kritisch gegenüber standen, so etwa Sebastian Haffner (1907–1999), Werner Bergengruen (1892–1964) und Horst Lange (1904–1971). Ob Huchel George Bernard Shaws (1856–1950) „Die Greuel von Denshawai und andere britische Greuel“ (1940) bearbeitete, um Propagandaarbeit gegen Großbritannien zu leisten, ist unklar, da weder ein Manuskript noch eine Aufnahme erhalten sind.

    1941 wurde Huchel als Soldat beim Flugmeldedienst zur Wehrmacht eingezogen und war meist in der Umgebung Berlins stationiert. Nach kurzer sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Rüdersdorf bei Berlin erhielt er 1946 wegen seiner Kontakte zum Nationalkomitee Freies Deutschland eine Anstellung als Dramaturg, dann als Sendeleiter und Künstlerischer Direktor beim Berliner Rundfunk. 1948 beauftragte ihn der Präsident des Kulturbunds zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, Johannes R. Becher (1891–1958), mit der Herausgeberschaft der neu gegründeten Zeitschrift „Sinn und Form“ an der Akademie der Künste in Berlin-Ost, die unter Huchels Leitung zu einer führenden Literatur- und Kulturzeitschrift für den gesamten deutschsprachigen Raum aufstieg. Grund dafür war, dass Huchel als Herausgeber auf literarische Qualität statt auf Propaganda des Sozialistischen Realismus setzte. Er versuchte, Brücken für eine kulturelle Einheit von Ost- und West-Deutschland zu schlagen, und verstand sich als kultureller Vermittler zwischen den Blöcken. Zu seinen wichtigsten Mitarbeitern zählten neben Bloch Bertolt Brecht (1898–1956), Walter Jens (1923–2013), Hans Mayer (1907–2001), Ernst Fischer (1899–1972), Hans Henny Jahnn (1894–1959), Arnold Zweig (1887–1968), Werner Krauss (1900–1976) und Erich Arendt (1903–1984). Dank der Rückendeckung Brechts überstand Huchel 1953 den ersten Versuch der SED-Parteileitung, allen voran Alexander Abuschs (1902–1982) und Bechers, ihn wegen seiner unabhängigen Leitung der Zeitschrift abzusetzen. In der Folge des Berliner Mauerbaus 1961 wurde Huchel von Abusch und Willi Bredel (1901–1964) wegen seiner vermeintlich „anti-sozialistischen Kulturpolitik“ kritisiert und zum Rücktritt gezwungen. Die Gedichte seines Bands „Chausseen Chausseen“ (1963) wurden vom Politbüro der SED – Kurt Hager (1912–1998), Alfred Kurella (1895–1975) und Hans Bentzien (1927–2015) – als „nihilistisch“ und „formalistisch“ gebrandmarkt.

    Die folgenden Jahre verbrachte Huchel, überwacht vom Ministerium für Staatssicherheit, isoliert in Wilhelmshorst bei Potsdam; er wurde mit einem Ausreiseverbot belegt, seine Post beschlagnahmt. Zu den wenigen Prominenten, die ihn in dieser Zeit trotz der bestehenden Repressionen besuchten, zählten Wolf Biermann (geb. 1936), der bei ihm und für ihn das Lied „Ermutigung“ schrieb, Reiner Kunze (geb. 1933), der ihm 1971 sein Gedicht „Zuflucht noch hinter der Zuflucht“ widmete, Heinrich Böll (1917–1985) und Max Frisch (1911–1991). Dank eines von vielen internationalen Autorinnen und Autoren unterschriebenen, in der „Times“ veröffentlichten „Appells an Ulbricht“ erhielt Huchel 1971 die Ausreisegenehmigung. Nach einem Zwischenjahr als Ehrengast der Villa Massimo in Rom ließ er sich als freier Schriftsteller in Staufen im Breisgau nieder. Bis zu seinem Tod unternahm er von hier aus zahlreiche Lesereisen und veröffentlichte zwei weitere Gedichtbände.

    Huchels Werk erfuhr zahlreiche Übersetzungen und mehrfache musikalische Vertonungen. Seine Technik, Naturbilder und historische Personen als Masken zu gebrauchen, um Kritik an der politischen Gegenwart zu äußern, ohne dafür zensiert zu werden, wurde vorbildhaft für viele Lyriker in der DDR und darüber hinaus, wie Johannes Bobrowski (1917–1965), Wulf Kirsten (1934–2022), Sarah Kirsch (1935–2013), Christoph Meckel (1935–2020), Heinz Czechowski (1935–2009), Hans Bender (1919–2015) und Lutz Seiler (geb. 1963). Der Literatur-Nobelpreisträger Joseph Brodsky (1940–1996) bezeichnete Huchel neben Gottfried Benn (1886–1956) als wichtigsten deutschsprachigen Dichter des 20. Jahrhunderts.

    Seine Hörspiele verfasste Huchel meist als Auftragsarbeiten; er war kein Erneuerer wie Eich. Literarisch wertvoll sind jene Werke, in denen Gedichte eine wichtige Rolle spielen („Die Magd und das Kind“, 1935; „Die Herbstkantate“, 1935) sowie „Margarethe Minde“ (1984), das mit Theodor Fontanes (1819–1898) „Grete Minde“ verglichen werden kann und in Blankversen geschrieben ist. Der Text wurde 1992 vom Theater der Altmark bearbeitet und erfolgreich aufgeführt.

    Huchel veröffentlichte vier Gedichtbände, die alle in der Bundesrepublik erschienen und nur der erste auch in Ost-Deutschland, wo die Auflage aber durch einen Lagerbrand zum größten Teil verloren ging. In der DDR wurde Huchel aus politischen Gründen aus der Literaturgeschichte gestrichen, während sein Ruhm in der Tschechoslowakei, Polen und im Westen stieg. Seine Wende von den frühen reimenden und musikalischen Gedichten über die vergangene ländlich geprägte Welt seiner Jugend hin zu den wortkargen, melancholischen und oft weltpolitischen Gedichten nach 1955 beeindruckte viele Leserinnen und Leser, die zwischen den Zeilen zu lesen verstanden.

    Huchels Werk ist in 17 Sprachen übersetzt. Der 1984 gestiftete Peter-Huchel-Preis wird heute vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk verliehen; er ist der bedeutendste Preis für deutschsprachige Lyrik. Huchels Haus in Wilhelmshorst ist seit 1997 Gedenkstätte und dient unter Seilers Leitung als Ort für literarische Lesungen.

  • Auszeichnungen

    1932 Lyrikpreis der von Günter Eich (1907–1972) und Martin Raschke (1905–1943) herausgegebenen Zeitschrift „Die Kolonne“
    1949 Mitglied des PEN-Zentrum Deutschlands (seit 1953 Deutsches PEN-Zentrum Ost)
    1951 Nationalpreis der DDR 3. Klasse
    1952 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Künste (DDR)
    1955 Theodor-Fontane-Preis der Mark Brandenburg
    1957 korrespondierendes Mitglied der Freien Akademie der Künste, Hamburg (Ehrenmitglied 1963)
    1958 Mitglied der Société de Culture, Venedig
    1959 Plakette der Freien Akademie der Künste, Hamburg
    1961 Mitglied der Communità europea degli Scrittori (Comes), Rom
    1963 Fontane-Preis, Literaturpreis des Berliner Kunstpreises
    1965 Preis der jungen Generation („Die Welt“), Hamburg
    1966 ordentliches Mitglied der Akademie der Künste, Berlin-West
    1968 Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
    1970 ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste, München
    1971/72 Ehrengast der Villa Massimo, Rom
    1971 ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt
    1971 Johann-Heinrich-Merck-Preis für Literarische Kritik der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
    1972 Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur
    1974 Literaturpreis Deutscher Freimaurer mit dem Lessing-Ring
    1974 Andreas-Gryphius-Preis des Landes Nordrhein-Westfalen
    1976 Mitglied des Ordens Pour le mérite für Wissenschaften und Künste (P) ([1])
    1977 Preis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie
    1977 Europalia-Preis, Brüssel
    1979 Jacob-Burckhardt-Preis der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Stiftung, Basel
    1979 Eichendorff-Preis des Wangener Kreises, Gesellschaft für Literatur und Kunst des Ostens e. V., München
    1980 Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg im Breisgau
    1984 Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik des Landes Baden-Württemberg und des Südwestfunks (seit 1999 Südwestrundfunk), Staufen im Breisgau (jährlich) (P) (weiterführende Informationen)
    1992 Peter-Huchel-Straße, Berlin-Hellersdorf
    1997 Peter-Huchel-Haus, Peter-Huchel-Gedenkstätte e. V., Wilhelmshorst (P) (weiterführende Informationen)
    2005 Peter-Huchel-Chaussee, Michendorf-Wilhelmshorst
  • Quellen

    Nachlass:

    Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar.

    Archiv der Akademie der Künste, Berlin. (Sinn und Form-Archiv)

    Teilbibliothek:

    John Rylands University Library, Manchester.

  • Werke

    Europa neunzehnhunderttraurig, in: Die Literarische Welt (1931) Nr. 12, S. 3 f.

    Im Jahre 1930, in: Die Literarische Welt (1931) Nr. 45, S. 4.

    Gedichte, Berlin-Ost 1948, Karlsruhe 1950, überarb. Ausg. u. d. T. Die Sternenreuse, 1967.

    Chausseen Chausseen, 1963, Neuaufl. 2012.

    Gezählte Tage, 1972. (Gedichte)

    Unbewohnbar die Trauer. Mit Lithographien v. Piero Dorazio, 1976, verkleinerter Nachdr. 1978. (Gedichte)

    Der Tod des Büdners, 1976. (Gedicht)

    Die neunte Stunde, 1979. (Gedichte)

    Gesammelte Werke in zwei Bänden, hg. v. Axel Vieregg, 1984.

    Margarethe Minde. Eine Dichtung für den Rundfunk. Mit einem Nachw. v. Hans Mayer, 1984.

    Gedichte. Ausw. u. Nachw. v. Peter Wapnewski, 1989.

    Die Gedichte, hg. v. Axel Vieregg, 1997.

    Wegzeichen. Ein Lesebuch. Gedichte und Prosa mit Graphiken und Interpretationen sowie Stimmen zu Huchel, hg. v. Axel Vieregg, 1999. (P)

    Langsam dreht sich das Jahr ins Licht. Jahreszeitliche Gedichte aus der Mark Brandenburg mit Fotografien von Sabine Breithor, hg. v. Axel Vieregg, 2003. (P)

    Poesiealbum 277, hg. v. Bernd Jentsch, 2007, Neuaufl. 2009.

    Havelnacht. Mit Fotografien von Roger Melis, hg. v. u. mit einem Nachw. v. Lutz Seiler. 2020. (P)

    Hörspiele:

    Doktor Faustens Teufelspakt und Höllenfahrt. Nach alten Puppenspielen für die Jugend bearbeitet, 1934.

    Die Magd und das Kind. Eine Dichtung für den Rundfunk, 1935.

    Die Herbstkantate. Eine Dichtung für den Rundfunk, 1935.

    Taten und Abenteuer des Löwentöters Tartarin von Tarascon. Ein Lustspiel mit vielen Liedern frei nach Daudet, 1937.

    Die schwarze Katze. Szene nach E. A. Poe, 1938.

    Margarethe Minde. Dichtung für den Rundfunk, 1939.

    Die Greuel von Denshawai, 1940. (Autorschaft ungeklärt)

    Hermann und Dorothea, 1940.

    Briefe:

    Hans Henny Jahnn – Peter Huchel. Ein Briefwechsel 1951–1959, hg. v. Bernd Goldmann, 1974.

    Ernst Bloch, Briefe 1903–1975, hg. v. Karola Bloch/Jan Robert Bloch/Anne Frommann/Hanna Gekle/Inge Jens/Martin Korol/Inka Mülder/Arno Münster/Uwe Opolka/Burghart Schmidt, Bd. 2, 1985, S. 847–883.

    Johannes Bobrowski – Peter Huchel Briefwechsel, hg. v. Eberhard Haufe, 1993. (P)

    Werner Krauss‘ Korrespondenz mit Peter Huchel, hg. v. Horst F. Müller, in: Germanisch-Romanische Monatsschrift 150 (1999), S. 333–350.

    Ein Briefwechsel wie ein Schweizer Käse. [Mit Hans Erich Nossack], hg. v. Hub Nijssen, in: Sprache im technischen Zeitalter 37 (1999) H. 150, S. 136–166. (P)

    Wie soll man da Gedichte schreiben. Briefe 1925–1977, hg. v. Hub Nijssen, 2000. (P)

    Bibliografien:

    Axel Vieregg (Hg.), Peter Huchel. Materialien, 1986, S. 326–351.

    Hub Nijssen, Die Hörspiele 1934–1940 u. Veröffentlichungsverzeichnis Huchels, in: ders., Der heimliche König. Leben und Werk von Peter Huchel, 1998, S. 457–493 u. 555–576. (Onlineressource)

    Hub Nijssen, Peter-Huchel-Bibliographie 1986–1997, in: Knut Kiesant (Hg.), Die Ordnung der Gewitter. Positionen und Perspektiven in der internationalen Rezeption Peter Huchels, 1999, S. 167–202.

    Hub Nijssen, Auswahlbibliografie, in: Lutz Seiler/Peter Walther (Hg.), Peter Huchel. Text + Kritik 157, 2003, S. 94–97.

    Manfred Dierks, Peter Huchel, in: Heinz Ludwig Arnold (Hg.), Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, 39. Neulieferung 1991 u. 105. Neulieferung 2013 (Bibliografie).

    Andrea Klimt, Peter Huchel, in: Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Bd. 21, hg. v. Lutz Hagestedt, 2014, S. 76–111.

  • Literatur

    Eduard Zak, Der Dichter Peter Huchel. Versuch einer Darstellung seines lyrischen Werkes, 1953.

    Otto F. Best (Hg.), Hommage für Peter Huchel. Zum 3. April 1968, 1968.

    Hans Mayer (Hg.), Über Peter Huchel, 1973.

    Axel Vieregg, Die Lyrik Peter Huchels. Zeichensprache und Privatmythologie, 1976.

    Cornelia Stoffer-Heibel, Metaphernstudien. Versuch einer Typologie der Text- und Themafunktionen der Metaphorik in der Lyrik Ingeborg Bachmanns, Peter Huchels und Hans Magnus Enzensbergers, 1981.

    Philipp Dale Sweet, The Lyrical Subject in the Poetry of Peter Huchel, 1981.

    Ian Hilton, Peter Huchel. Plough a Lonely Furrow, 1986. (P)

    Axel Vieregg (Hg.), Peter Huchel. Materialien, 1986. (P)

    Bernhard Schiele, Rezeptions- und Wirkungsgeschichte der Literaturzeitschrift „Sinn und Form“ unter der Redaktion von Peter Huchel (1949–1962), 1988.

    Uwe Schoor, Das geheime Journal der Nation. Die Zeitschrift Sinn und Form. Chefredakteur Peter Huchel 1949–1962, 1992.

    Ulrike Edschmid, Verletzte Grenzen. Zwei Frauen, zwei Lebensgeschichten, 1992. (P) (zu Monica Huchel)

    Hub Nijssen, Der heimliche König. Leben und Werk von Peter Huchel, 1995, erg. Ausg. 1998. (P) (Onlineressource)

    Peter Walther (Hg.), Am Tage meines Fortgehns. Begleitband zur Austellung des Brandenburgischen Literaturbüros, mit CD und Dokumententeil, 1996, ohne Beilagen u. d. T. Peter Huchel. Leben und Werk in Texten und Bildern, 1996. (P)

    Christof Siemes, Das Testament gestürzter Tannen. Das lyrische Werk Peter Huchels, 1996.

    Cornelia Freytag, Weltsituationen in der Lyrik Peter Huchels, 1998.

    Stephen Parker, Peter Huchel. A Literary Life in 20th Century Germany, 1998.

    Thomas Götz, Die brüchige Idylle. Peter Huchels Lyrik zwischen Magie und Entzauberung, 1999.

    Wolfgang Heidenreich, „eine Notherberge für meine letzten Jahre“. Peter Huchel in Staufen im Breisgau (1972–1981), 1999. (P)

    Knut Kiesant (Hg.), Die Ordnung der Gewitter. Positionen und Perspektiven in der internationalen Rezeption Peter Huchels, 1999.

    Horst Mühleisen, Peter Huchel in Wilhelmshorst 1950–1971, 2001. (P)

    Stefan Wieczorek, Erich Arendt und Peter Huchel. Kleine Duographie sowie vergleichende Lektüren der lyrischen Werke, 2001.

    Katrin Bibiella, Bilder für eine Ästhetik der Gegen-Schöpfung. Peter Huchel und René Char, 2003.

    Lutz Seiler/Peter Walther (Hg.), Peter Huchel. Text + Kritik 157, 2003. (P)

    Isabelle Durand-Henriot, Magie et Temporalité dans les Poèmes Sarmates de Johannes Bobrowski. La réception d’Oskar Loerke et de Peter Huchel, 2003.

    Reiner Kunze/Mireille Gansel, Die Chausseen der Dichter. Ein Zwiegespräch über Peter Huchel und die Poesie, 2004.

    Matthias Braun, Die Literaturzeitschrift „Sinn und Form“. Ein ungeliebtes Aushängeschild der SED-Kulturpolitik, 2004. (P)

    Christoph Meckel, Hier wird Gold gewaschen. Erinnerung an Peter Huchel, 2009.

    Rosemarie Bronikowski, Gedanken wie der Vögel Reise… Begegnungen mit Peter Huchel 1972–1981, 2012.

    Hendrik Röder/Lutz Seiler/Peter Walther (Hg.), Im Kieferngewölbe. Peter Huchel und die Geschichte seines Hauses, 2012. (P)

    Nicolas Yuille, Visionary Poetry in the German Dictatorships. Peter Huchel and Johannes Bobrowski, 2014.

    Wolfgang Menzel, Huchel und Joachim auf dem Sulzburger Friedhof, 2016. (P)

    Mathias Weichelt, „Das Wort, ausgesät für die Nacht, treibt fort, wurzelt im Wind.“ Peter Huchel, 2018. (P)

    Maryse Jacob, Réalisme magique et Poétologie dans l’oeuvre lyrique de Peter Huchel, 2021. (P)

    Dokumentarfilme:

    Peter Huchel, 1973, Saarländischer Rundfunk, Buch und Regie: Klaus Peter Dencker.

    Spurensuche: „Wahrsager des Waldes“. Peter Huchel, 1991, ZDF/3Sat. Buch u. Regie: Jürgen Miermeister.

    „Unter den Fittichen der Gewalt“. Peter Huchel und „Sinn und Form“, 1992, NDR3, Buch u. Regie: Jürgen Moeller.

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Zeichnung v. Ludwig Meidner (1884–1966), 1931, Jüdisches Museum, Frankfurt am Main.

    Lithografie v. Elizabeth Shaw (1920–1992), um 1955, Kunstarchiv Elizabeth Shaw und René Graetz, Panketal – Schwanebeck.

    Fotografie v. Roger Melis (1940–2009), 1969. (Onlineressource)

    Büste (Zementguss) v. Kurt Lehmann (1905–2000), 1977. (Onlineressource)

    Bronzebüste v. Wieland Förster (geb. 1930), 2003, Peter-Huchel-Haus, Michendorf-Wilhelmshorst. (Onlineressource)

  • Autor/in

    Hub Nijssen (Nijmegen, Niederlande)

  • Zitierweise

    Nijssen, Hub, „Huchel, Peter“ in: NDB-online, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118554212.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA