Lebensdaten
1859 bis 1932
Geburtsort
Gleiwitz (Schlesien)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Goethe-Forscher ; Berliner Lokalhistoriker
Konfession
jüdisch,evangelisch
Normdaten
GND: 11624707X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pniower, Otto
  • Pniower, O.
  • Pniower, O. S.
  • mehr

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Zitierweise

Pniower, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11624707X.html [22.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm, Kaufm. in G.;
    M Luisa Oppler;
    1919 Alice N. N.

  • Leben

    P. besuchte nach dem Tod seiner Eltern (vor 1874) das Berliner Friedrichs-Gymnasium bis zur Reifeprüfung 1878. Seine germanistischen und philologischen Studien an der Univ. Berlin schloß er 1883 mit der Promotion auf Grund der Dissertation „Zur Wiener Genesis“ ab. 1893 wurde er am Mark. Provinzial-Museum in Berlin, dem späteren Märk. Museum, angestellt, zunächst als Hilfsarbeiter, seit 1902, nach Verleihung des Professortitels, als Assistent, seit 1912 als Kustos, 1917-24 als Direktor.

    P.s Werdegang als Goethe-Forscher wurde entscheidend von Wilhelm Scherer (1841–86) und Konrad Burdach (1859–1936) geprägt. Neben seinem Hauptwerk „Goethes Faust, Zeugnisse und Excurse zu seiner Entstehungsgeschichte“ (1899), das von der Wissenschaft als ein unentbehrliches Hilfsmittel betrachtet wurde, gab er in der Pantheon-Reihe des S. Fischer-Verlags u. a. den „Faust“, „Werther“ und „Tasso“ heraus. Außerdem beschäftigte sich P. mit Heinrich v. Kleist, E. T. A. Hoffmann, Theodor Fontane und Gerhart Hauptmann. Als Lokalhistoriker versuchte er das Interesse der Berliner für die Geschichte ihrer Stadt zu wecken. Aus der Klage über den ahistorischen Umgang mit kulturellen Erbstücken Berlins erwuchs eine reiche, dem Märk. Museum zugute kommende Sammeltätigkeit, die in mehreren großen Sonderausstellungen gipfelte, so u. a. zu Friedrich II. (1912) und Adolf Menzel (1915). – P.s Leistung beruht im wesentlichen darauf, die Ergebnisse akribischer Textarbeit und die Würdigung der behandelten Autoren in allgemeinverständlicher Weise vereint zu haben. Als Vortragsredner der Brandenburgia, der Gesellschaft für Heimatkunde der Mark Brandenburg, war er bemüht, die Leistungen der Berliner Literatur des 19. Jh. einem interessierten Publikum nahezubringen. P. hinterließ zwei unvollendete Projekte: Im Märk. Museum war die Grundlage für das spätere Fontane-Archiv eingerichtet; sein unvollendetes Goethe-Wörterbuch bot die Basis für die spätere Edition der Akademien Berlins, Göttingens und Heidelbergs.|

  • Auszeichnungen

    Silberne Leibniz-Medaille d. Berliner Ak. d. Wiss. (1922).

  • Werke

    u. a. Bilder aus d. alten Berlin, 1905, 31982;
    Theodor Fontane, Briefe an seine Freunde, 2 Bde., 1910, 21925 (mit P. Schlenther);
    Dichtungen u. Dichter, 1912;
    Alt-Berliner Humor um 1830, 1919;
    Goethe in Berlin u. Potsdam, 1925. – Aufss. u. a. in: Goethe-Jb./Jb. d. Goethe-Ges. 1892-1927;
    Brandenburgia 1894-1917;
    Euphorion 1900-1930. |

  • Quellen

    Qu: Splitternachlaß im Nachlaß Ulrich Pretzel, Staatsbibl. Preuß. Kulturbes. Berlin; Korr.nachlässe W. Scherer u. K. Burdach, Archiv d. Berlin-Brandenburg. Ak. d. Wiss.; Korr.nachlaß Friedrich Fontane, Theodor-Fontane-Archiv, Potsdam.

  • Literatur

    V. Maeusel, Fontane od. Faust, O. P.s lit. Arbeitsfelder in seiner Darst, in: Berliner Btrr. z. Wiss.-gesch. 1, 1998, S. 183-99;
    Bio-Bibliograph, üb. O. P., in: Berliner Kh. z. Gesch. d. lit. Lebens 2, 1998, S. 109-43 (unvollst. Bibliogr. S. 126-37);
    Wininger V;
    Oberschles. Lit.-Lex.

  • Portraits

    Phot. in: H. Kügler, in: Mitt. d. Ver. f. d. Gesch. Berlins 49, 1932, H. 2, S. 63.

  • Autor/in

    Volker Maeusel
  • Empfohlene Zitierweise

    Maeusel, Volker, "Pniower, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 552 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11624707X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA