Lebensdaten
1874 bis 1921
Geburtsort
Raudnitz/Elbe
Sterbeort
Schloß Grußbach bei Znaim
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118528378 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dvořák, Max
  • Dvorac, Max
  • Dvorák, Max
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Dvorák, Max, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118528378.html [06.12.2016].

CC0

Dvořák Max

Kunsthistoriker, * 24.6.1874 Raudnitz/Elbe, 8.2.1921 Schloß Grußbach bei Znaim. (katholisch)

  • Genealogie

    V Maximilian, S des Josef, beide Archivare u. Bibliothekare der Fürsten Lobkowitz in Raudnitz; M Hermine, T des Ing. Anton Vogl u. der Maria Markovy; 1) Gisela Hislik, 2) Wien 1911 Rosa Jovanovič, verw. Seatovič; 2 T aus 1).

  • Leben

    D. setzte sein an der tschechischen Universität Prag begonnenes Geschichtsstudium in Wien fort, war 1895-97 Mitglied des Instituts für österreichische Geschichtsforschung und wandte sich unter dem Eindruck der Persönlichkeit F. Wickhoffs der Kunstgeschichte zu. 1898 wurde er Assistent Wickhoffs, 1902 Privatdozent der Kunstgeschichte, 1905 als Nachfolger A. Riegls außerordentlicher, 1909 als Nachfolger Wickhoffs ordentlicher Professor der Kunstgeschichte an der Universität Wien. In Fortsetzung des Werkes seiner beiden Lehrer und Vorgänger befreite er die Kunstgeschichte vom klassizistischen Vorurteil und versuchte zunächst, das Problem der universalgeschichtlichen Einordnung der Kunst des Mittelalters zu lösen, wobei ein dauernd sich steigernder Naturalismus entsprechend der bildenden Kunst seiner Zeit die leitende Idee seines Geschichtsbildes war. Um 1916 wandelte sich seine Auffassung: er sah nun die Geschichte der bildenden Kunst als dialektischen Prozeß, in dem naturalistische mit idealistischen Stilen wechseln, und konnte so alle Stilepochen gleichmäßig erfassen und verständlich machen. Der Plan einer Darstellung der gesamten Kunstgeschichte auf dieser neuen Grundlage blieb infolge seines frühen Todes ein Torso, die Vorlesungen über die italienische Renaissance und eine Reihe von Aufsätzen wurden postum herausgegeben. Durch den Versuch, die Form der Kunstwerke der idealistischen Epochen aus ihrem Gegenstand zu erklären, ergab sich für D. eine neue Methode der Kunstbetrachtung und eine Verbindung der Kunstgeschichte mit den übrigen Geisteswissenschaften (in dieser Hinsicht ist D. ein Nachfolger W. Diltheys). Das Streben nach dem universalgeschichtlichen Zusammenhang und die historisch-philosophische Exaktheit in der Materialerfassung kennzeichnen D.s Werk – zugleich Grundzüge der Wiener kunsthistorischen Schule. Seine Auswirkung erstreckte sich auch auf die Nachbarwissenschaften. – Als Generalkonservator der Zentralkommission für Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmäler (seit 1905) reorganisierte D. die staatlich österreichische Denkmalpflege und setzte sich 1920 für den Verbleib der Kunstschätze in Österreich ein.

  • Werke

    u. a. Byzantin. Einfluß auf d. Miniaturmalerei d. Trecento, = MIÖG, 6. Erg.Bd., 1900; Die Illuminatoren d. Joh. v. Neumarkt, = Jb. d. kunsthistor. Slgg. d. Allerhöchsten Kaiserhauses 22, 1901; Das Rätsel d. Kunst d. Brüder van Eyck, = ebd. 24, 1903, = Ges. Werke II, 1925; Les Aliscans, in: Btrr. z. Kunstgesch., F. Wickhoff gewidmet, 1903; Katechismus d. Denkmalpflege, 1916, 21918; Idealismus u. Naturalismus in d. got. Skulptur u. Malerei, 1918; Ges. Werke postum hrsg. v. K. M. Swoboda u. J. Wilde, 5 Bde., 1924-29; Kunstgesch. als Geistesgesch., 1924 (P); Gesch. d. ital. Kunst im Za. d. Renaissance, 2 Bde., 1927, Ges. Aufss. z. Kunstgesch., 1929 (W-Verz.); Hrsg.: Kunstgesch. Jb. d. k. k. Zentralkomm. f. Erforschung u. Erhaltung d. Kunst- u. histor. Denkmale I ff., 1907 ff.; Böhm. Kunsttopogr. 27, tschech. Ausg. 1907, dt. Ausg. 1910 (mit B. Matejka); A. Riegl, Die Entstehung d. Barockkunst in Rom, 1908 (mit A. Burda); Kunstgeschichtl. Anz., Beibl. d. MIÖG, Jg. 1910 ff.; Beschreibendes Verz. d. illuminierten Hss. in Österreich IV-VII, 1911-17; F. Wickhoff, Ges. Schrr., 3 Bde., 1912.

  • Literatur

    Neue Freie Presse, Wien v. 9. u. 11.2.1921; J. Schlosser, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. f.|d. J. 1921, S. 253 ff.; ders., Die Wiener Schule d. Kunstgesch., = MIÖG, Erg.Bd. 13, 1934; Die feierl. Inauguration d. Rektors d. Wiener Univ. f. d. Studienjahr 1921/22; D. Frey, M. D.s Stellung i. d. Kunstgesch., in Jb. f. Kunstgesch. I, 1921/22, 1923 (P); W. Köhler, in: MIÖG 29, 1923, S. 314 ff.; G. A. dell'Acqua, L'arte italiana nella critica di M. D., Florenz 1935; W. Brockelmann, Die Grundbegriffe d. Kunstbetrachtung bei Wölfflin u. D., Diss. Leipzig 1938; L. Santifaller, Das Inst. f. Österr. Gesch.-F, 1950 (Nr. 176); H. Tietze, in: Kunstchronik, 1921, S. 441 ff.; O. Benesch, in: NÖB X, 1957, S. 189-98 (P).

  • Autor

    Karl M. Swoboda
  • Empfohlene Zitierweise

    Swoboda, Karl M., "Dvorák, Max" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 209-210 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118528378.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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