Lebensdaten
1889 bis 1957
Geburtsort
Wien
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Kunsthistoriker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 130121258 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Minz, Ludwig
  • Münz, Ludwig
  • Minz, Ludwig

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Zitierweise

Münz, Ludwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130121258.html [14.07.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard Minz (* 1859, seit 1913 Münz) aus Lipnik (Galizien), Redakteur d. „Neuen Wiener Tagbl.“, S d. Löbl Minz u. d. Circa N. N.;
    M Josefine Labin (Pesche Blime);
    N. N.

  • Leben

    Nach der Matura studierte M. Jura sowie Kunstgeschichte in Wien bei Max Dvořak und zeitweise in Hamburg. 1914 wurde er in Wien als Jurist promoviert. Während des 1. Weltkriegs diente er als Offizier. Danach nahm er seine kunsthistorischen Studien wieder auf und lehrte an der Volkshochschule in Wien. Seit dem Ende des Weltkriegs gehörte er zum Freundeskreis um Karl Kraus, der dem „Kunstfreund“ 1922 sein dramatisches Gedicht „Traumstück“ widmete. 1923 begab sich M. zur weiteren Ausbildung an die Warburg-Bibliothek in Hamburg. 1926 kehrte er nach Wien zurück, wo er am Israelitischen Blindeninstitut „Hohe Warte“ tätig war und sich mit Studien über Gestalt- und Raumvorstellungen bei Blindgeborenen beschäftigte, die er unter dem Titel „Plastische Arbeiten Blinder“ (1934, mit V. Löwenfeld) veröffentlichte. 1932 erschien M.s erste größere wissenschaftliche Arbeit, eine kritische Ausgabe von Alois Riegels zuerst 1902 veröffentlichtem Werk „Das holländ. Gruppenporträt“. 1933 fand seine zusammen mit Ernst Garger vorgenommene Neuaufstellung der Antikensammlung des Wiener Kunstgewerbemuseums starke Beachtung. In diesen Jahren widmete er sich zugleich Studien über Rembrandt und seine Nachfolger, eine Thematik, der bis zuletzt sein besonderes kunsthistorisches Interesse galt. Seine Schrift „Die Kunst Rembrandts und Goethes sehen“ (1934) steht auch am Beginn einer Auseinandersetzung mit Goethes Handzeichnungen.

    Nach dem Anschluß Österreichs 1938 emigrierte M. nach England, wo er am Maudsley Mental Hospital arbeitete und sich mit den Zeichnungen Kranker beschäftigte. 1947 kehrte er auf Einladung der österr. Bundesregierung nach Wien zurück und wurde Professor für Kunstgeschichte an der dortigen Akademie der bildenden Künste sowie Leiter von deren Gemäldegalerie; ihre durch den Krieg stark beeinträchtigte Sammlung gestaltete er neu. Sein Band „Goethes Zeichnungen und Radierungen“ (1949) galt für Jahrzehnte als Standardwerk und eröffnet noch heute einen ersten Zugang zum zeichnerischen Werk Goethes. 1952 folgte die zweibändige Ausgabe „Rembrandts Radierungen“ mit einer umfangreichen Abhandlung und einem vollständigen Katalog. Zuletzt konnte er noch den ersten Teil einer Ausgabe der Zeichnungen Pieter Bruegels d. Ä. fertigstellen (Bruegel, Zeichnungen, Gesamtausg., 1962), mit deren Vorbereitung er bereits in England begonnen hatte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Rembrandts Altersstil u. d. Barockklassik, in: Jb. d. kunsthist. Slgg. in Wien, NF 9,|1935, S. 183-222;
    Rembrandts Bild v. Vater u. Mutter, ebd. 50, 1953, S. 141-90;
    Maes, Aert de Gelder, Barent Fabritius u. Rembrandt, in: Die graph. Künste, NF 2, 1937, S. 95-108, 151-60;
    A Newly Discovered Late Rembrandt, in: The Burlington Magazine 90, 1948, S. 64-67;
    Rudolf v. Alt, 24 Aquarelle, 1954;
    Üb d. Bildsprache v. Jean Ignace Isidore Gérard dit Grandville (1803–47), in: Alte u. neue Kunst 3, 1954, S. 133-54;
    Claudius Civilis, sein Antlitz u. seine äußere Erscheinung, in: Kunsthistorisk Tidskrift 25, 1956, S. 58-69;
    Rembrandts Vorstellung v. Antlitz Christi, in: FS f. K. Bauch, hrsg. v. B. Hackelsberger, 1957, S. 205-26;
    Chronol. d. späten Rembrandt-Radierungen, in: Kunstchronik 10, 1957, S. 150-52;
    Der Architekt Adolf Loos, Darst. seines Schaffens nach Werkgruppen, 1964 (mit G. Künstler);
    Rembrandt, 1967 (engl. 1954);
    Adolf Loos, Mit Verz. d. Werke u. Schrr., 1989 (P, ital. 1956). – Kataloge d. Ak. d. bildenden Künste in Wien 1948–56. – Btrr. in: H. Kulka, Adolf Loos, Das Werk d. Architekten, 1931;
    Blick in die Welt, 1946/47, H. 1-8 (u. a. üb. O. Kokoschka, A. Altdorfer, P. Nash, A. Canale). – Hrsg.: Wiener kunstwiss. Bll. (mit F. Novotny u. K. M. Swoboda). – W-Verz.: Mitt.bl. d. Museen Österreichs, Erg.h. Nr. 6, hrsg. v. A. Mais, 1956, S. 71-73.

  • Literatur

    F. Glück, in: Wiener Ztg. v. 6.1.1949;
    M. Poch-Kalous, ebd. v. 4.1.1959;
    G. Künstler, in: Alte u. moderne Kunst 2, 1957, Nr. 3, S. 27-29;
    The Burlington Magazine 99, 1957, S. 419 f.;
    J. Q. van Regteren Altena, in: Kunstchronik 10, 1957, S. 153-55;
    F. Novotny, Einl. in: L. M., Bruegel, Zeichnungen, 1962;
    K. Kraus, Briefe an S. Nádherny, 1974, I, S. 693;
    G. Stieg, Der Brenner u. d. Fackel, 1976;
    Schrifttum z. dt. Kunst 1-5, 1933-38, 11-15, 1943-51, 16-21, 1952-57;
    F. Czeike, Hist. Lex. Wien, IV, 1995;
    Teichl.

  • Autor/in

    Friedrich Nemec
  • Empfohlene Zitierweise

    Nemec, Friedrich, "Münz, Ludwig" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 550 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130121258.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA