Dates of Life
1805 bis 1864
Place of birth
Bayreuth
Place of death
Göttingen
Occupation
Physiologe ; Naturforscher
Religious Denomination
lutherisch?
Authority Data
GND: 118628410 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Wagner, Rudolph
  • Wagner, Rudolf
  • Wagner, Rudolph
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Wagner, Rudolf, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118628410.html [19.09.2019].

CC0

  • Life

    Wagner: Rudolf W., berühmter Naturforscher und Physiolog, wurde als Sohn des kgl. bair. Hofraths und quiescirten Studiendirectors des Gymnasiums Lorenz Heinrich W. ( am 13. April 1841) zu Baireuth am 30. Juli 1805 geboren. Seine gymnasiale Vorbildung erhielt er in seiner Vaterstadt und in Augsburg, bezog 1822 zum Studium der Medicin die Erlanger Universität, die er 1824 mit der Würzburger vertauschte, und erlangte an letztgenannter 1826 die med. Doctorwürde. 1827 machte er eine Reise nach Paris, wo er besonders unter Cuvier's Leitung vergleichend-anatomischen Forschungen sich hingab, besuchte dann zu wissenschaftlichen Zwecken die Küsten der Normandie und des Mittelmeers, studirte hier die Anatomie der niederen Thiere, ebenso 1828 die geognostischen Verhältnisse in Cagliari, hielt sich noch in demselben Jahre vorübergehend in München auf und übernahm darauf die Stelle eines anatomischen Prosectors in Erlangen, wo er sich 1829 auf Grund der zu Nürnberg gedruckten Abhandlung: „De anatomiae, praesertim pathologicae, et physiologiae tractandae ratione commentarius“ als Privatdocent habilitirte. Im Frühjahr 1832 bereiste W. Triest, wurde 1833 außerordentlicher Professor der Zoologie und 1840 an Stelle von Blumenbach nach Göttingen als ordentlicher Professor der Physiologie, vergleichenden Anatomie und Zoologie berufen. In dieser Stellung wirkte er bis zu seinem am 13. Mai 1864 erfolgten Tode. W. gehört zu den hervorragenderen Physiologen der Neuzeit. Bekannt ist er als Entdecker der nach ihm und Meißner benannten Tastkörperchen der Haut, seiner des Keimflecks im Ei des Menschen, sowie als Herausgeber eines größeren und s. Z. sehr beliebt gewesenen, noch heute in vielen Stücken mit Vortheil zu benutzenden „Handwörterbuchs der Physiologie mit Rücksicht auf physiologische Pathologie“ (Braunschweig 1842—53), an dem eine Reihe von namhaften Forschern der damaligen Zeit mit arbeitete. Von sonstigen großen Arbeiten Wagner's sind zu nennen: „Prodromus historiae generationis atque animalium“ (Leipz. 1836); „Icones physiologicae. Erläuterungstafeln zur Physiologie und Entwicklungsgeschichte“ (lat. und deutsch ebd. 1839; neu bearbeitet von Alexander Ecker 1851—56); „Lehrbuch der vergleichenden Anatomie" (ebd. 1834—35; 2. Aufl. u. d. T.: „Lehrbuch der Zootomie“, 2 Bände, ebd. 1843—47); „Lehrbuch der Physiologie“ (ebd. 1839; 4. Auflage herausgegeben von Funke, ebd. 1854—57); „Handatlas|der vergleichenden Anatomie“ (ebd. 1841); „Grundriß der Encyclopädie und Methodologie der medicinischen Wissenschaften nach geschichtlicher Ansicht“ (Erlangen 1838); „Ueber das Vorhandensein bisher unbekannter eigenthümlicher Tastkörperchen (Corpuscula tactus) in den Gefühlswärzchen der menschlichen Haut“ (zusammen mit G. Meißner 1852); „Neurologische Untersuchungen“ (Göttingen 1853—54). Diese, aus Studien über den Zitterrochen hervorgegangene Schrift, sowie spätere Arbeiten: „Forschungen über Nerven-Physiologie mit Rücksicht auf Psychologie"; „Menschenschöpfung und Seelensubstanz“ (Göttingen 1854); „Ueber Wissen und Glauben“ (ebd. 1854); „Der Kampf um die Seele vom Standpunkt der Wissenschaft“ (ebd. 1857) führten bekanntlich wegen der merkwürdig spiritualistischen Anschauungen ihres Verfassers zu einem heftigen litterarischen Streit, in dem besonders Karl Vogt als Rufer hervortrat. Zu erwähnen ist W. noch wegen seiner anthropologischen Arbeiten. Er veranlaßte 1861 eine Anthropologenversammlung in Göttingen, welche sich über die Messungsmethoden am menschlichen Körper einigte, worüber er zusammen mit v. Baer (Leipzig 1861) einen Bericht herausgab und schrieb noch: „Zoologisch-anthropologische Untersuchungen“ (Göttingen 1861); „Vorstudien zu einer Wissenschaftlichen Morphologie und Physiologie des menschlichen Gehirns“ (2 Theile, ebd. 1860—62).

    • Literature

      Vgl. noch Biogr. Lex. VI, 166.

  • Author

    Pagel.
  • Citation

    Pagel, Julius Leopold, "Wagner, Rudolf" in: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 573-574 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118628410.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA