Lebensdaten
1822 bis 1890
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Anatom ; Zoologe ; Arzt
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 119070561 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frey, Johann Friedrich Heinrich Konrad
  • Frey, Heinrich
  • Frey, Johann Friedrich Heinrich Konrad
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Zitierweise

Frey, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119070561.html [27.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Peter (1791–1858), Handelsmann, S d. Goldarbeiters Joh. Frdr. Heinr. in F. u. d. Anna Elis. Günther;
    M Maria Ther. Eleonora Jos. (1801–66), T d. Gärtners Konrad Griesinger in F. u. d. Anna Kath. Schneider;
    1852 Doris, T d. Arztes Dr. Aloysius Clemens in F.;
    3 S.

  • Leben

    Schon mit 16 Jahren bezog F. die Universität. Er studierte Medizin in Bonn, in Berlin und zuletzt in Göttingen, wo er Assistent des Klinikers K. H. Fuchs und ein Lieblingsschüler von R. Wagner war und sich 1847 habilitierte. 1848 folgte er einem Ruf nach Zürich, da ihn die freiheitliche Verfassung der Schweiz und ihre ursprüngliche Natur anzogen (1851 ordentlicher Professor an der medizinischen Fakultät, 1855 am neugegründeten Polytechnikum). 1867 erwarb er das Schweizer Bürgerrecht. – F. hielt Vorlesungen über Histologie, vergleichende Anatomie, Entwicklungsgeschichte und Zoologie und leitete das mikroskopisch-anatomische Institut.|Er war der Verfasser erfolgreicher Lehrbücher, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. (Für hervorragende anatomische Präparate 1873 auf der Wiener Weltausstellung große Verdienstmedaille.) Besonders bemerkenswert ist F.s Eintreten für das Frauenstudium. – Angeregt durch den Entomologen Senator C. von Heyden in Frankfurt, beschäftigte sich F. in seiner Freizeit hingebungsvoll mit der Entomologie, besonders mit der Lepidopterologie. In ausgedehnten Bergfahrten erforschte er die Schmetterlingsfauna der Schweiz und erweiterte deren Kenntnis durch die Entdeckung und Neubeschreibung von circa 80 Arten von Kleinschmetterlingen und vielen Larvenstadien. Seine wertvolle Sammlung von 4404 Arten ging nach seinem Tode in den Besitz des British Museums über.

  • Auszeichnungen

    1889 Würdigung durch die med. Fakultät in einer Denkschrift.

  • Werke

    W u. a. Medizin: Histol. u. Histochemie d. Menschen, 1859, 51876;
    Das Mikroskop u. d. mikroskop. Technik, 1863, 81886;
    Grundzüge d. Histol., 1875, 31885. – Entomol.: Die Tineen u. Pterophoren d. Schweiz, 1856;
    Die schweizer. Microlepidopteren, in: Mitt. d. Schweizer. Entomolog. Ges., 1865-68;
    Die Lepidopteren d. Schweiz, 1880.

  • Literatur

    ADB 48;
    G. Stierlin, in: Mitt. d. Schweizer. Entomolog. Ges. 8, 1888-93, S. 211-16 (W-Verz.);
    O. Hoffmann, in: Stettiner Entomolog. Ztg. 51, 1890, S. 40-44;
    H. T. Stainton, in: Entomologist's Monthly Magazine 26, London 1890, S. 113-17.

  • Autor/in

    Gisela Mauermayer
  • Empfohlene Zitierweise

    Mauermayer, Gisela, "Frey, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 417 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119070561.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Frey: Johann Friedrich Heinrich Konrad F. wurde geboren am 15. Juni 1822 zu Frankfurt a. M. Schon im Alter von 16 Jahren absolvirte er das Gymnasium seiner Vaterstadt und bezog zunächst die Universität Wien, um Medicin zu studiren. Bald verließ er dieselbe wieder, um seine Studien in Berlin und Göttingen fortzusetzen. In den Ferien widmete er sich, veranlaßt durch die beiden bedeutenden Entomologen Senator von Heyden und Anton Schmidt, der Entomologie und namentlich der Lepidopterologie. Nach seiner Promotion habilitirte er sich 1847 als Privatdocent der Zoologie in Göttingen. Hier veröffentlichte er in Gemeinschaft mit Rud. Leuckart zwei bemerkenswerthe Werke: „Lehrbuch der Anatomie der wirbellosen Thiere“, Leipzig 1847, und „Beiträge zur Kenntniß wirbelloser Thiere“ Braunschweig 1847. Beide Werke füllten eine fühlbare Lücke aus und legten den Grund zu späteren Forschungen. 1848 wurde F. an die Universität Zürich berufen und 1851 zum ordentlichen Professor in der medicinischen Facultät ernannt. Er hielt Vorlesungen über vergleichende Anatomie, Histologie, Zoologie und Embryologie und war Director des mikroskopisch-anatomischen Instituts. 1845—1856 war er Rector der Universität. Nach Gründung des Polytechnikums wurde ihm 1855 der Lehrstuhl für Zoologie auch an dieser Anstalt übertragen. Trotz dieser anstrengenden, vielseitigen Lehrthätigkeit fand F. noch Zeit, mehrere größere medicinische Werke zu veröffentlichen: „Histologie und Histochemie des Menschen“, Leipzig 1859; „Das Mikroskop und die mikroskopische Technik“, Leipzig 1863, und „Grundzüge der Histologie“, Leipzig 1875.

    In seinen Mußestunden und namentlich in den Ferien widmete er sich, seinem Lieblingsstudium, der Entomologie. Er bereiste die Schweiz nach allen Richtungen, um die Schmetterlinge in der Natur zu beobachten. Dabei entdeckte er zahlreiche neue Arten und nicht beschriebene Jugendzustände und erwarb sich ein wesentliches Verdienst um die Erforschung der Lepidopteren-Fauna der Schweiz. Er war ein ausgezeichneter Kenner der Mikrolepidopteren und stand mit allen bedeutenden Lepidopterologen in regem Verkehr. Seine erste entomologische Arbeit veröffentlichte er bereits im J. 1858: „Ueber die in der Schweiz beobachteten Arten des Genus Lithorelletis“ in „Mittheilungen der ent. Gesellschaft in Zürich“ III, 9, 1855. Im folgenden Jahre erschien das größere Werk: „Die Tineen und Pterophoren der Schweiz“, Zürich 1856. Von den zahlreichen werthvollen, kleinen Abhandlungen, welche er in verschiedenen Zeitschriften veröffentlichte, sind namentlich zu erwähnen: „Revision der Nepticulen“ in „Linnaea entomol.“ Bd. 11, 1857; „Das Tineen-Genus|Elachista“, ebendaselbst Bd. 13, 1859; „Das Elachistiden-Geschlecht Laverna“, ebendaselbst Bd. 14, 1860; „Das Tineen-Geschlecht Ornix“, ebendaselbst Bd. 17, 1863. Ferner schrieb er noch: „Die Lepidopteren der Schweiz“, 1880. Auch war er Mitarbeiter an dem von Stainton in London herausgegebenen Werke: „Natural History of the Tineina“ Vol. III, IV, V, 1858—1860. Seine wohlgeordnete Schmetterlingssammlung umfaßte 4404 Species mit 15 600 Exemplaren und gegen 80 neuen Arten, welche er entdeckte.

    • Literatur

      Am 1. Januar 1890 sah sich F. durch einen Schlaganfall, welcher ihn am 7. August 1889 getroffen hatte, gezwungen, sein Amt niederzulegen. Aber schon am 17. Januar 1890 starb er an Influenza.

  • Autor/in

    W. Heß.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heß, Wilhelm, "Frey, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 48 (1904), S. 742-743 unter Frey, Johann Friedrich Heinrich Konrad [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119070561.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA