Lebensdaten
1858 bis 1921
Geburtsort
Dolzig (Niederlausitz)
Sterbeort
Schloß Doorn (Holland)
Beruf/Funktion
Königin von Preußen ; deutsche Kaiserin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118651129 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Auguste Viktoria Luise Feodora Jenny
  • Augusta Victoria von Preußen (verheiratete)
  • Augusta Victoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (geborene)
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Zitierweise

Auguste Viktoria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118651129.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich VIII. (1829–80), Herzog von Schleswig-Holstein;
    M Adelheid (1835–1900), Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg;
    27.2.1881 Wilhelm II., seit 1888 deutscher Kaiser;
    K Wilhelm (1882–1951), Eitel Friedrich, Adalbert, August Wilhelm, Oskar, Joachim, Viktoria Luise.

  • Leben

    Nach ruhig verlebter Kindheit vermählte sich A. in echter gegenseitiger Zuneigung zu dem letzten deutschen Kaiser, eine Heirat, die zugleich alte politische Spannungen zwischen Preußen und Holstein beseitigte. A. wurde eine Landesmutter im tiefsten Sinn des Wortes. Streng kirchlich gesinnt, wandte sie ihre ganze Sorge ihrer Familie und der im Volke herrschenden Not zu. 40 Kirchen entstanden in Berlin, 4 Millionen spendete dafür allein das Kaiserhaus. Gefährdete Mädchen wurden im Zufluchtshaus Elberfeld betreut, der Säuglingspflege galt ihre besondere Aufmerksamkeit. 1888 stiftete A. den evangelisch-kirchlichen Hilfsverein, über Gethsemane am Ölberg erhob sich die segensreich wirkende „Kaiserin A. Stiftung“. Diese Hilfe verband die Kaiserin mit den sozialen Bestrebungen A. Stöckers und F. von Bodelschwinghs. Ihr politischer Einfluß ist schwer abzuschätzen; der Kaiser fand vor allem an seiner innerlich ausgeglichenen Gattin in schweren Gemütskrisen Halt, insbesondere nach der Daily Telegraph-Affäre. Im ersten Weltkrieg setzte sich die Kaiserin energisch im Sinne einer starken Kriegsführung wie der Erhaltung der Rechte der Krone ein. Am Sturz Bethmann-Hollwegs und des Kabinettschefs Valentini war sie nicht unbeteiligt. In der Revolution wie in Doorn bewies sie große Charakterstärke, von einer freiwilligen Auslieferung des Kaisers an die Feindmächte wollte A.|nichts wissen. Bei ihrer Beisetzung im antiken Tempel in Potsdam bezeugte die Teilnahme von hunderttausenden deutscher Männer und Frauen die Beliebtheit, die sie im Volke genoß.

  • Literatur

    E. Evers, A. V., 1889, 41908 (P);
    A. O. Meyer, Kaiserin A. V., 1921;
    K. Strecker, Unsere Kaiserin, Lebensbild einer dt. Frau, 1921 (P);
    P. Lindenberg, Kaiserin A. V., 1933 (P);
    „Totenwacht“ d. dt. Kronprinzen, in: Eiserne Bll., 1933, Nr. 9;
    M. Keller, 40 J. im Dienst d. Kaiserin, 1935 (P);
    A. Dorpalen, Empress A. V. and the Fall of the German Monarchy, in: American Historical Review 58, 1952, S. 17-38.

  • Portraits

    s. a. Singer I, 1937, Nr. 1691–94, V, 1938, Nr. 38 654 f., 38 657-59.

  • Autor/in

    Gottfried Traub
  • Empfohlene Zitierweise

    Traub, Gottfried, "Auguste Viktoria" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 452 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118651129.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA