Lebensdaten
1882 bis 1951
Geburtsort
Kirberg (Bezirk Wiesbaden)
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Wirtschaftspolitiker ; Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 13356293X | OGND | VIAF: 114947453
Namensvarianten
  • Bücher, Hermann
  • Bücher, Hermann
  • Buecher, Hermann
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Zitierweise

Bücher, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd13356293X.html [24.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (1835–1918), Fabrikant in Kirberg, S des Theodor, Bürstenmacher und Landwirt, und der Christiane Dorn;
    M Karoline (1838–1905), T des Georg Philipp Großmann und der Wilhelmine Katharina Müller;
    Ov Karl s. (2);
    Leipzig 1908 Dorothee, T des Kaufmanns Paul Freiesleben (1852–1932) und der Ella von Vangerow (1860–1939);
    1 S, 3 T.

  • Leben

    B. studierte in Leipzig, wo er 1906 promovierte, und Berlin die beschreibenden Naturwissenschaften, hauptsächlich Botanik. 1906 trat er in den Kolonialdienst ein und war seit 1908 Leiter des Instituts für tropische Agrikultur in Victoria (Kamerun). 1912 machte er ausgedehnte Reisen in der Südsee zum Studium der subtropischen Vegetation, mußte aber 1913 wegen Schwarzwasserfiebers nach Deutschland zurückkehren. 1915-18 war er Berater des türkischen Landwirtschaftsministeriums und leistete Bedeutendes in der Schädlingsbekämpfung.

    1919 trat B. in die wirtschaftspolitische Abteilung des Auswärtigen Amtes über und wurde nach ungewöhnlich erfolgreicher Laufbahn schon 1920 Wirklicher Legationsrat und Vortragender Rat. Da ihm aber dieser Wirkungskreis nicht genügte, verließ er 1921 den Staatsdienst und wurde Geschäftsführendes Präsidialmitglied im Reichsverband der Deutschen Industrie. U. a. wirkte er in dieser Stellung bei der Einführung der Rentenmark mit.

    Seit 1925 bei der Badischen Anilin- und Sodafabrik AG, Ludwigshafen, wurde er als deren wirtschaftlicher Berater engster Mitarbeiter von Carl Bosch. 1928 schied er aus dieser Stellung aus und wurde Vorstandsmitglied, 1930 bis 1947 Vorsitzender des Vorstandes der AEG (Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft) Berlin. Er schuf der AEG, die bei der Übernahme seines Amtes noch stark unter den Einwirkungen des ersten Weltkrieges stand, in langjähriger Arbeit wieder eine wirklich gesunde Grundlage, die es der Firma später ermöglichte, die Einwirkungen des zweiten Weltkrieges zu überstehen und zu erneuter Blüte zu gelangen. - 1948 übernahm er die Leitung des für die Entflechtung der IG-Farben-Industrie eingesetzten Ausschusses, die er bis zur Aufstellung des „Generalplanes“ innehatte, und war von 1950 an Vorsitzender des Aufsichtsrates der AEG, gehörte u. a. dem Aufsichtsrat von 6 weiteren großen industriellen Unternehmungen an und war Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft sowie anderer bedeutender Institutionen. - B. war, wie sein Lebenslauf zeigt, eine ungewöhnliche Persönlichkeit mit vielseitigen Interessen und außerordentlicher Begabung. Sein Hauptinteresse gehörte der Wissenschaft, zugleich aber war er ein Mann des praktischen Lebens. Er bewährte sich auf sehr verschiedenen Gebieten, die wertvollsten Folgen aber hatte seine Tätigkeit bei der AEG.

  • Werke

    Anatom. Veränderungen b. gewaltsamer Krümmung u. geotrop. Induktion, Diss. Leipzig 1906;
    Die Heuschreckenplage u. ihre Bekämpfung (mit V. Bauer, G. Bredemann, E. Fickendey, W. La Baume u. J. Loag), 1918;
    Die Ölpalme (mit E. Fickendey), 1919;
    Finanz- u. Wirtschaftsentwicklung Dtlds., 1921-25 (Ausw. d. Reden B.s).

  • Literatur

    Elektrotechn. Zs. 72, 1951, S. 507 (P);
    Telefunken-Ztg. 24, 1951, H. 92 (P);
    Industrie-Kurier, 19.7.1951 (P);
    Der Arbeitgeber, 1.8.1951;
    Der Volkswirt, 20.7.1951.

  • Autor/in

    Walter Seiz
  • Empfohlene Zitierweise

    Seiz, Walter, "Bücher, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 718 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd13356293X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA