Lebensdaten
1840 bis 1901
Geburtsort
Buckingham Palace
Sterbeort
Schloß Friedrichshof, Kronberg (Taunus)
Beruf/Funktion
deutsche Kaiserin ; Princess Royal von Großbritannien und Irland ; Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha ; Herzogin von Sachsen
Konfession
anglikanisch,evangelisch
Normdaten
GND: 118626868 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Victoria Adelheid Marie Luise
  • Victoria Adelaide Mary Louisa
  • Viktoria
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Biografische Lexika/Biogramme

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Zitierweise

Victoria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118626868.html [28.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Albert, Prinz v. Sachsen-Coburg u. Gotha, Prinzgemahl (1819–61, s. NDB I; Oxford DNB), S d. Ernst I., Hzg. v. Sachsen-Coburg u. Saalfeld, seit 1826 v. Sachsen-Coburg u. Gotha (s. NDB IV), u. d. Luise v. Sachsen-Gotha u. Altenburg (1800–31);
    M Victoria, Kgn. d. Vereinigten Kgr. v. Großbritannien u. Irland, Ksn. v. Indien (1819–1901, s. Oxford DNB), T d. Edward, Duke of Kent u. Strathearn (1767–1820, s. Dict. of Canadian Biogr.; Oxford DNB), u. d. Victoire v. Sachsen-Coburg u. Saalfeld (1786–1861, s. NDB 26, 1] Emich Carl, Fürst zu Leiningen, 1763–1814, bayer. Gen.lt, Jagdschriftst., s. NDB 14, Fam.art.);
    8 jüngere Geschw u. a. Schw Alice, Ghzgn. v. Hessen u. b. Rhein (Prn. Louis v. Hessen) (1843–78, s. NDB I; Oxford DNB, ⚭ Ludwig IV., Ghzg. v. Hessen, bis 1877 Prinz v. Hessen u. b. Rhein, 1837–92, s. NDB 15);
    London 1858 Friedrich III., Kg. v. Preußen, dt. Ks. (1831–88, s. NDB V), S d. Wilhelm I., Kg. v. Preußen, dt. Ks. (1797–1888, s. ADB 42), u. d. Augusta v. Sachsen-Weimar, dt. Ksn. (1811–90, s. NDB I);
    4 S (2 früh †) Wilhelm II., Kg. v. Preußen, dt. Ks. (1859–1941, 1] Augusta Victoria v. Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, 1858–1921, s. NDB I, 2] Hermine v. Schoenaich-Carolath, geb. Prn. Reuß ältere Linie), Heinrich (1862–1929, Irene v. Hessen u. b. Rhein, 1866–1953), 4 T Charlotte (1860–1919, Bernhard III., Hzg. v. Sachsen-Meiningen u. Hildburghausen, 1851–1928, GFM, s. NDB II), Viktoria (1866–1929, s. Schaumburger Profile, 1] Adolf, Prinz zu Schaumburg-Lippe, 1859–1916, preuß. Gen. d. Kav., s. DBJ I, Tl.; Bonner Personenlex., NDB 14, Fam.art., NDB 22, Fam.art., 2] Alexander Zobkoff [Zubkov, Subkow], 1901–36, russ. Emigrant, Hochstapler, Vf. v. Memoiren), Sophie (1870–1932, ⚭ Konstantin I., Kg. v. Griechenland, 1868–1923), Margarethe (1872–1954, Friedrich Karl, Lgf. v. Hessen [Fredrik Kaarle], 1868–1940, 1918 Kg. v. Finnland).

  • Leben

    V.s Erziehung wurde von ihren Eltern sorgfältig überwacht, um V. zu einer intellektuell regen, an den gesellschaftlichen und wissenschaftlich-technischen Neuerungen ihrer Zeit interessierten Frau werden zu lassen und sie politisch auf ihre Rolle als Ehefrau eines konstitutionellen Fürsten vorzubereiten. Die Verlobung mit dem preuß. Prinzen Friedrich Wilhelm erfolgte 1855, wurde aber wegen V.s Jugend und den internationalen Spannungen während des Krimkriegs erst 1857 bekannt gegeben. Das Paar heiratete 1858 zum Ärger des preuß. Hofs in London in der kgl. Kapelle des St. James’ Palastes. Die seitens ihrer Eltern und liberaler Kreise in Preußen mit der Ehe verknüpften Hoffnungen auf eine verfassungsmäßig liberale Entwicklung Preußens sowie eine dauerhafte dt.-engl. Annäherung erfüllten sich nicht. Das seit 1861 preuß. und seit 1871 auch dt. Kronprinzenpaar blieb in Berlin politisch isoliert, umgeben von Befürwortern enger Beziehungen zu Rußland am Hof und von Gegnern einer liberal-parlamentarischen Regierungsform wie Bismarck.

    V. unterhielt zeitlebens eine enge Beziehung zu ihrer Mutter, mit der sie kontinuierlich Briefe wechselte, von denen rund 8000 erhalten sind. Zu ihrem erstgeborenen Sohn Wilhelm, der bei der Geburt eine Verkrüppelung des rechten Arms erlitt, entwickelte sich früh ein gespanntes, später dauerhaft gestörtes Verhältnis, das die familiären und politischen Beziehungen des späteren Kaisers zu Großbritannien prägte. In den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 engagierte sich V. für die Pflege verwundeter Soldaten.

    V. befürwortete die Einigung Deutschlands unter preuß. Führung, allerdings verbunden mit der bei ihr – stärker als bei ihrem Ehemann – ausgeprägten Hoffnung auf eine parlamentarische Entwicklung des Regierungssystems nach dem Vorbild Großbritanniens. Diese Hoffnung wurde enttäuscht, als ihr Gatte nach der langen Regierungszeit seines Vaters, Ks. Wilhelm I., 1888 als Ks. Friedrich III. den preuß. und dt. Thron bestieg, aber bereits nach 99 Tagen an Kehlkopfkrebs verstarb. Sein Tod und die politische Stärke der konservativen Kräfte in Preußen setzten den Reformbemühungen ein Ende.

    Ihre Witwenzeit, in der V. sich „Kaiserin Friedrich“ nannte, verbrachte sie seit 1894 überwiegend fern der Öffentlichkeit auf Schloß Friedrichsruh im hess. Kronberg. Von dort beobachtete sie aufmerksam die Weltpolitik des ausgehenden 19. Jh. und kommentierte sie in ihren Briefen. V., die seit ihrer Jugend malte, pflegte den Kontakt zu der von ihr unterstützten Kronberger Malerkolonie und engagierte sich wohltätig, v. a. für die Ausbildung von Frauen und im Bereich der Krankenpflege. Davon zeugt bis heute die 1903 gegründete „Kaiserin-Friedrich-Stiftung für das ärztliche Fortbildungswesen“ im eigens errichteten „Kaiserin-Friedrich-Haus“ in Berlin.

  • Auszeichnungen

    A Ehrenmitgl. d. Preuß. Ak. d. Künste (1860); Ks.u.- Ksn.-Friedrich-Kinderkrankenhaus, Berlin-Wedding (1888); Ksn.-Friedrich-Gymnasium, Bad Homburg vor der Höhe (1900); V.-Park, V.-Schule, u. Ksn.-Friedrich-Krankenhaus, Kronberg (Taunus).

  • Werke

    W Letters of the Empress Frederick, hg. v. F. Ponsonby, 1928;
    Letters between Queen Victoria and the Princess Royal, hg. v. R. Fulford, 2 Bde., 1964/68;
    Private Correspondence of Queen Victoria and the Crown Princess of Prussia, hg. v. dems. u. A. Ramm, 4 Bde., 1971–90;
    Qu Royal Archives, London;
    Mus. Schloß Fasanerie, Eichenzell;
    Archiv d. Hess. Hausstiftung, Kronberg (Taunus).

  • Literatur

    L N. Schrödl, Ein Künstlerleben im Sonnenschein, hg. v. E. Schrödl, 1922; J. C. G. Röhl, Wilhelm II., 2 Bde., 1993–2001 (P);
    P. Kolander, Frederick III, Germany’s Liberal Emperor, 1995;
    W. Rogasch (Hg.), Victoria & Albert, Vicky & The Kaiser, Ein Kap. dt.engl. Fam.gesch., 1997; H. Pakula, V., Tochter Queen Victorias, Gemahlin d. preuß. Kronprinzen, Mutter Wilhelms II., 1999; H. Reinhardt, „Signiert Victoria“, Britanniens Princess Royal, Preußens Kronprn. u. Dtld.s Ksn. als erfolgreiche Künstlerin, in: L. Peese Binkhorst u. D. Verroen (Hg), To trauell into forreine countries, Tekeningen van V., Princess Royal, Kronprn. Friedrich Wilhelm v. Preußen 1858–1863, 2001, S. 15–26; V. v. Preußen 1840–1901 in Berlin, hg. v. K. Müller, Ausst.Kat. d. Verw. d. Berliner Künstlerinnen, 2001;
    K. Feuerstein-Praßer, Die dt. Kaiserinnen, 1871–1918, 2005; F. L. Müller, Vicky, Aus d. Leben d. V. v. Preußen, Ksn. f. 99 Tage, 2005; F. Herre, Ksn. Friedrich, V., e. Engländerin in Dtld., 2006 (P);
    Nassau. Biogr.; Oxford DNB (W, L
    , P-Verz., P).

  • Portraits

    P u. a. Marmorbüste v. E. Wolff, 1841, Ölgem. v. F. X. Winterhalter, 1846 u. 1867, u. v. H. v. Angeli, 1876 (alles London, Royal Collection); Zeichnung v. N. Schrödl, n. 1894

  • Autor/in

    Johannes Paulmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Paulmann, Johannes, "Victoria" in: Neue Deutsche Biographie 26 (2017), S. 809-810 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118626868.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA