Lebensdaten
1832 bis 1913
Geburtsort
Langenburg
Sterbeort
Langenburg
Beruf/Funktion
Statthalter in Elsaß-Lothringen
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116954884 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hohenlohe-Langenburg, Hermann Fürst zu

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Zitierweise

Hohenlohe-Langenburg, Hermann Fürst zu, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116954884.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fürst Ernst (1794–1860), Präs. d. Württ. I. Kammer 1835–45, hannov. u. württ. Gen.-Major, S d. Fürsten Karl ( 1825, s. Gen. 1);
    M Feodora (1807–72), T d. Fürsten Emich Karl v. Leiningen (1763–1814) u. d. Victorie Prn. v. Sachsen-Coburg-Saalfeld (1786–1861, 2] Hzg. Eduard v. Kent, 1820);
    Ov Prinz Gustav (1806–61), k. k. FMLt;
    Tante-m Kgn. Victoria v. England ( 1901);
    B Prinz Victor (1833–91), großbrit. Admiral, Gouverneur zu Schloß Windsor;
    Schw Adelheid (1835–1900 [s. L ], Hzg. Friedrich v. Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, 1880, s. NDB V), Feodora ( Hzg. Georg II. v. Sachsen-Meiningen, 1914, s. NDB VI);
    Vt Chlodwig (s. 3), Gustav Ad. (s. 6);
    Karlsruhe 1862 Leopoldine (1837–1903, s. Bad. Biogr. VI, 1935), T d. Mgf. Wilhelm v. Baden (1792–1859) u. d. Elisabeth Prn. v. Württemberg;
    1 S, 2 T, u. a. Fürst Ernst (1863–1950), 1900-05 Regent d. Hzgt. Sachsen-Coburg u. Gotha, stellv. Leiter d. Kolonialabt. d. Ausw. Amts, 1907-12 Mitgl. d. Reichstags (Dt. Reichspartei), 1914-18 Gen.delegierter d. freiw. Krankenpflege a. d. Ostfront;
    N Kaiserin Auguste Viktoria ( 1921, s. NDB I);
    E Fürst Gottfried (1897–1960), Präs. d. Automobilclubs v. Dtld. (AvD).

  • Leben

    Nach juristischen Studien in Lausanne und Berlin und kurzer Dienstzeit als österreichischer Offizier wandte sich H. der politischen Laufbahn zu. Als Mitglied und Vizepräsident der Württembergischen I. Kammer wirkte er 1866 für ein Bündnis der süddeutschen Staaten mit Preußen und wurde begeisterter Anhänger der Bismarckschen Reichsgründung. 1871 ließ er sich als freikonservativer Abgeordneter seines heimatlichen Wahlkreises in den Reichstag wählen, dem er bis 1881 – zeitweise als 2. Vizepräsident – angehörte. Als Verfechter der Bismarckschen Kolonialpolitik gehörte H. zu den maßgeblichen Gründern des Deutschen Kolonialvereins und späterhin der Kolonialgesellschaft, denen er bis 1894 präsidierte. Als 1894 Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst das Reichskanzleramt übernahm, wurde Hohenlohe – ein enger Verwandter des Kaiserhauses – von Wilhelm II. zum Nachfolger seines Vetters als Statthalter in Elsaß-Lothringen ernannt. Durch eigene wirtschaftliche Interessen mit Handel und Industrie verknüpft, förderte er das besitzende Bürgertum durch sozial-, wirtschafts- und steuerpolitische Aktionen (insbesondere die Steuerreform von 1896) und gewann in den ersten Jahren seiner Statthalterschaft die Anerkennung weiter Kreise. Es gelang ihm jedoch nicht, die in politischem Gegensatz|zum Reiche stehende Bevölkerung zu versöhnen, zumal eine repräsentative Volksvertretung, wie sie in allen anderen deutschen Ländern üblich war, zur Zeit H.s noch fehlte und der Statthalter mit den Notabeln des Landes regierte. Durch die Anwendung des sogenannten Diktaturparagraphen im März 1897, mit der H. zwei oberelsässische profranzösische Zeitungen unterdrückte, kam es zum offenen Konflikt, und auch ein späteres Einlenken H.s, das 1902 zur Abschaffung dieses außerordentlichen Machtmittels führte, konnte die Situation nicht wesentlich bessern. Im November 1907 trat H. von seinem Posten zurück. In seinen letzten Lebensjahren beschränkte er seine politische Tätigkeit auf die Wahrnehmung seines erblichen Stimmrechts in der Württembergischen I. Kammer.

  • Literatur

    K. Weller, in: Württ. Nekr. auf d. J. 1913, S. 29-50 (P);
    ders., in: BJ 18;
    K. Eißele, Fürst H. zu H.-L. als Statthalter im Reichsland Elsaß-Lothringen 1894-1907, Diss. Tübingen 1950 (ungedr.);
    Priesdorff VIII, S. 83 f. (P). - Zu Schw Adelheid: F. C. Esbach, Hzgn. Adelheid v. Schleswig-Holstein, 1917;
    BJ V;
    - zu S Ernst:
    Briefwechsel zw. Cosima Wagner u. Fürst Ernst zu H.-L., 1937.

  • Autor/in

    Günter Richter
  • Empfohlene Zitierweise

    Richter, Günter, "Hohenlohe-Langenburg, Hermann Fürst zu" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 491 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116954884.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA