Lebensdaten
1858 bis 1942
Geburtsort
Witzenhausen/Werra
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Germanist
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118761838 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schröder, Edward Karl W.
  • Schröder, Edward
  • Schröder, Edward Karl W.
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Zitierweise

Schröder, Edward, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118761838.html [17.01.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1829–93), Tabakfabr. in W., S d. Wilhelm (1808–42), aus Hersfeld, Tabakfabr. u. Tuchhändler in W., u. d. Emilie Heinrich (1808–79), aus Hannoversch Münden;
    M Mathilde (1833–1904), T d. Henrich Wilhelm Plancke (1774–1845), Rentmeister in Melsungen, u. d. Amalie Gertrude Wilhelmine Hozzel;
    Graudenz 1887 Gertrud (1863–1935), T d. Gustav Röthe (1829–1901), Druckereibes. in Graudenz, u. d. Auguste Caroline Emilie Wilda (1825–1904);
    5 S u. a. Wigand (1896–1969), Landwirt in Friedland b. G., Eckart (1899–1968), Dr.-Ing. in Krefeld, 3 T Hilde Ahlhorn (1888–1973), aus G., Gisela (1889–1975), Atemtherapeutin in Bad Salzuflen, Ursula (1901–94, 1) Ulrich v. Dassel, 1897–1978, Dr. iur., Oberlandesger.vizepräs., 21 Otto Heinrich v. der Gablentz, 1898–1972, Prof. f. pol. Wiss. in Berlin); Schwager Gustav Roethe (1859-1926), Prof. f. dt. Sprache u. Lit. in G. u. in Berlin (s. NDB 21).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Lyceum Fridericianum in Kassel studierte S. Germanistik, Anglistik und Sprachwissenschaft in Straßburg (1876/77, 1879-81) und Berlin (1877–79). 1880 wurde er bei Ernst Martin in Straßburg promoviert (Das Anegenge, 1881). Mit der Edition der dt. Kaiserchronik für die MGH beauftragt, kehrte er nach Berlin zurück, wo er im Schülerkreis Wilhelm Scherers (1841–86) und Karl Müllenhoffs (1818–84) seinen späteren Schwager und lebenslangen Freund Gustav Roethe kennenlernte. 1883 habilitierte sich S. in Göttingen mit einer Vorarbeit zur Kaiserchronik (ungedr.) und lehrte 1883-85 dort sowie seit 1886 in Berlin als Privatdozent, seit 1887 als ao. Professor. 1889 erhielt er eine o. Professur für Dt. Philologie in Marburg, von wo er als Nachfolger Roethes 1902 nach Göttingen wechselte. Hier wirkte er mit Ausnahme von Kriegsjahren (Hptm. in Flandern 1914–16) über seine Emeritierung 1926 hinaus bis 1935 (Prorektor 1906/07).

    Ebenso wie Roethe fühlte sich S. der Berliner philologischen Schule verbunden. Seit 1891 gab er zusammen mit Roethe, nach dessen Tod 1926 allein, 1932-37 mit Arthur Hübner (1885–1937) die „Zeitschrift für dt. Altertum und dt. Literatur“ sowie den „Anzeiger“ heraus. Er half Roethe bei der Neubearbeitung des 3. und 4. Bands der „Dt. Grammatik“Jacob Grimms(1890/98, 4-161887-1927) und besorgte nach Scherers Tod die neuen Auflagen von dessen „Geschichte der dt. Literatur“ (1883). Seit 1908 leitete er die neugegründete Zentralsammelsteile des Dt. Wörterbuchs in Göttingen.

    Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit S.s waren Textkritik, Wortbildungslehre, Grammatik, Wort-, Stil-, Überlieferungs- und Kulturgeschichte. Mit seinen Beiträgen zur Namenforschung half er maßgeblich, die Namenkunde als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren (Dt. Namenkunde, 1938, erw. 21944). Der historische Rahmen seiner Forschungen reicht von altnord. und altsächs. Literatur bis zu Klopstock und Goethe. Abgesehen von seinen Editionen – etwa der „Kaiserchronik eines Regensburger Geistlichen“ (1892), von „Zwei Altdt. Rittermaeren, Moriz von Craon, Peter von Staufenberg“ (1894, 41929) und der „Kleineren Dichtungen Konrads von Würzburg“ (3 Bde., 1924–26, 21930-36) – fanden S.s Forschungen in rund 2000 Aufsätzen und Rezensionen ihren Niederschlag. Seine „Untersuchungen zum Volksbuch von Eulenspiegel“, an denen S. sein Leben lang arbeitete, erschienen 1988 postum. Zu seinen Schülern zählen Günther Müller (1890–1957), Friedrich Neumann (1889–1978), Julius Schwietering (1884–1962) und Ludwig Wolff (1892–1975).

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ges. d. Wiss. zu Göttingen (korr. 1894. o. 1903, 1917-24 Sekr. d. phil.-hist. Kl.), d. Preuß. Ak. d. Wiss. (korr. 1912), d. Modern Language Association of America (1914), d. Österr. Ak. d. Wiss. (korr. 1916, Ehrenmitgl. 1937) u. d. Bayer. Ak. d. Wiss. (korr. 1922); o. Mitgl. d. Straßburger wiss. Ges. in Heidelberg; Geh. Reg.rat (1907); preuß. Kronenorden III. Kl. (1913); bayer. Maximiliansorden (1927); Dr. iur. h. c. (Göttingen 1931); Ehrenbürger v. Witzenhausen (1925) u. Göttingen (1937); Ehrenmitgl. d. Hist. Ver. f. Niedersachsen (1935).

  • Werke

    Briefe Regesten z. Briefwechsel zw. Gustav Roethe u. E. S., 2 T.bde., bearb. v. D. Ruprecht u. K. Stackmann, 2000; – Bibliogrr.:
    A. Hübner (Hg.), Bibliogr. E. S., z. 75. Geb.tag am 18. Mai 1933 dargebracht v. Freunden u. Schülern, 1933;
    U. Pretzel, Nachtr. z. Bibliogr. E. S.s v. 1933-1942, Friedrich Neumann z. 70. Geb.tag gewidmet, 1959;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: BA Berlin; Niedersächs. Staats- u. Univ.bibl., Univ.archiv u. Archiv d. Ak. d. Wiss., Göttingen; DLA Marbach.

  • Literatur

    D. v. Kralik, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 92, 1942, S. 244-72;
    L. Wolff, in: Archiv f. Landes- u. Volkskunde v. Niedersachsen 1942, S. 61-75;
    J. Trier, in: Jb. d. Ak. d. Wiss. Göttingen 1942/43, S. 101-50;
    F. Neumann, E. S., Gedenkrede z. 100. Geb.tag am 18. Mai 1958, 1958;
    H. F. Rosenfeld, in: Neuphilol. Mitt. 60, 1959, S. 145-56;
    Marburger Gel.;
    Kosch, Lit.-Lex.3;
    Killy;
    Lex. Grammaticorum;
    Internat. Germanistenlex. (Qu, W, L);
    Göttinger Gel. (P).

  • Portraits

    Fotos in d. Voitschen Slg., Niedersächs. Staats- u. Univ.bibl., Göttingen, Abt. f. Hss. u. seltene Drucke;
    Kreidepastell v. F. Mackensen, 1937 (Göttingen, Jacob-Grimm-Haus, Seminar f. Dt. Philol.), Abb. in: Göttinger Gel., S. 307.

  • Autor

    Dorothea Ruprecht
  • Empfohlene Zitierweise

    Ruprecht, Dorothea, "Schröder, Edward" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 559-560 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118761838.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA