Lebensdaten
1895 bis 1970
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Sprachwissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118715755 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krause, Wolfgang

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Zitierweise

Krause, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118715755.html [22.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Arnold (1855–1902), Dr. phil., Gymnasialprof. in B., S d. Hofopernsängers Julius (1810–81, s. Kosch, Theater-Lex.) in B. u. d. Henriette Neumann;
    M Else, T d. Heinrich Albert Herold (1828–94), Architekt in B., u. d. Juliane Röhrborn;
    - Altenweddingen b. Magdeburg 1924 Agnes (* 1895), T d. Pfarrers Franz Lüdecke u. d. Martha Brockes;
    1 T.

  • Leben

    K. studierte seit 1914 in Berlin und Göttingen vor allem Klassische Philologie und Indogermanistik und wurde entscheidend beeinflußt durch Wilhelm Schulze und Eduard Hermann, bei dem er 1920 mit einer Arbeit über „Die Wortstellung in den zweigliedrigen Wortverbindungen“ promoviert wurde. Den Zugang zur Keltologie eröffnete ihm Julius Pokorny, während Gustav Neckel und besonders Edward Schröder, dessen altnordisch Zirkel K. angehörte, sein Interesse für den nordisch Sprach- und Kulturkreis weckten. Somit waren für K., der sich 1923 in Göttingen habilitierte, dort 1928 zum außerordentlich Professor ernannt wurde, 1929 einen Ruf nach Königsberg erhielt und 1937 nach Göttingen als Nachfolger Hermanns zurückkehrte, die späteren Forschungsschwerpunkte früh vorgezeichnet. Zu diesen trat in den Nachkriegsjahren das Tocharische, eine zu Beginn des 20. Jahrhundert in Chinesisch-Turkestan entdeckte indogermanisch Sprache. Es war die Begegnung mit Emil Sieg, dem Entzifferer des Tocharischen, die K. veranlaßte, sich nun auch diesem Forschungsgebiet zuzuwenden. Dabei ging es vornehmlich um die Erschließung des sogenannten B-Dialekts, des Westtocharischen, von dem es bis dahin an systematischen grammatischen Abhandlungen fehlte. Mit seinem Werk über das westtochar. Verbum (1952) sowie dem zusammenfassenden Überblick „Tocharisch“ (1955, 21971) und dem mit seinem Schüler Werner Thomas herausgegebenen „Tochar. Elementarbuch“ (I, 1960, II, 1964) trug er entscheidend zur Erforschung dieser Sprache bei. Aber noch bedeutender war seine wissenschaftliche Leistung auf dem Gebiet der Runologie, die ihm auf Grund seines breiten und fest fundierten sprachlichen Rüstzeugs entscheidende Impulse und Standardwerke wie die „Runeninschriften im älteren Futhark“ (1937, neubearb. u. erweitert 1966) und „Die Sprache der urnord. Runeninschriften“ (1971) zu verdanken hat. K. war während der letzten Jahrzehnte seines Lebens blind.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Göttingen; korr. Mitgl. d. Société Finno-Ougrienne Helsinki.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Frau in d. Sprache d. altisländ. Familiengeschichten, 1926;
    Die Kenning als typ. Stilfigur d. german. u. kelt. Dichtersprache, 1930;
    Die Kelten u. ihre geistige Haltung, 1936;
    Abriß d. Altwestnord. Grammatik, 1948;
    Hdb. d. Gotischen, 31968. -
    Verz. s. Agnes Krause (Ehefrau), Verz. d. Publ. v. W. K., in: Idg. F 79, 1974, S. 174-90.

  • Literatur

    Indogermanica, Festschr. z. 65. Geb.tag, 1960 (P);
    H. Jankuhn, in: Jb. d. Ak. d. Wiss. in Göttingen, 1970, S. 71-76;
    W. Lange, in: Jb. f. Internat. Germanistik 3, 1971, H. 2, S. 337-41 (W, P).

  • Autor/in

    Werner Thomas
  • Empfohlene Zitierweise

    Thomas, Werner, "Krause, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 709 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118715755.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA