Lebensdaten
1759 bis 1828
Geburtsort
Stettin
Sterbeort
Sankt Petersburg
Beruf/Funktion
Kaiserin von Rußland ; Prinzessin von Württemberg
Konfession
lutherisch,russisch-orthodox
Normdaten
GND: 11933075X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maria
  • Sophie (geborene)
  • Sophie von Württemberg (geborene)
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Zitierweise

Maria Feodorowna, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11933075X.html [23.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Friedrich Eugen v. W. ( 1797, s. NDB V);
    M Dorothea (1736–98), T d. Mgf. Friedrich v. Brandenburg-Schwedt (1700–71), preuß. Gen. (s. Priesdorff I, S. 147 f., P), u. d. Prn. Sophie v. Preußen ( 1765, Schw d. Kg. Friedrich d. Gr., 1786, s. NDB V);
    Ov Hzg. Karl Eugen v. W. ( 1793, s. NDB XI), Hzg. Ludwig Eugen v. W. ( 1795, s. ADB 19);
    B Kg. Friedrich I. v. W. ( 1816, s. NDB V);
    1776 Großfürst (seit 1796 Kaiser) Paul I. v. R. (1754–1801), S d. Kaisers Peter III. v. R. (geb. Karl Peter Ulrich v. Holstein-Gottorp, 1728–62) u. d. Kaiserin Katharina II. v. R. (geb. Sophie v. Anhalt-Zerbst, 1729–96);
    4 S, 5 T Kaiser Alexander I. v. R. (1777–1825, 1793 Prn. Luisa v. Baden [Kaiserin Elisabeth], 1779-1826), Konstantin (1779–1831, 1796 Prn. Juliane v. Sachsen-Coburg, 1781–1860), Kaiser Nikolaus I. v. R. (1796–1855, 1817 Prn. Charlotte v. Preußen [Kaiserin Alexandra], 1798-1860), Michael (1798–1849, 1824 Prn. Charlotte v. W., 1806–73), Alexandra (1783–1801, 1799 Erzhzg. Joseph v. Österreich, 1776-1847), Helene (1784–1803, 1799 Hzg. Friedrich Ludwig v. Mecklenburg-Schwerin, 1778–1819), Maria (1786–1859, 1804 Großhzg. Karl Friedrich v. Sachsen-Weimar, 1783–1853), Katharina (1788–1819, 1] 1809 Prinz Georg Peter v. Holstein-Oldenburg, 1812, 2] 1816 Kg. Wilhelm v. W., 1864). Anna (1795–1865, 1816 Kg. Wilhelm II. d. Niederlande, 1792–1849);
    N Katharina v. W. ( 1835, Kg. Jérôme Bonaparte v. Westfalen, 1860, s. NDB X);
    E Kaiser Alexander II. v. R. (1818–81, Marie v. Hessen, 1880, s. NDB 16).

  • Leben

    Die Herkunft M.s wurde politisch bedeutsam, als ihr Vater 1795 Herzog von Württemberg wurde und ihr Bruder ihm 1797 als Herzog (seit 1806 König) nachfolgte. Zunächst bestimmten ihre engen verwandtschaftlichen Bindungen an das preuß. Herrscherhaus und die Karriere ihres Vaters in Preußen (bis 1769) ihren Lebensweg. Die Anbahnung ihrer Ehe mit dem späteren russ. Kaiser Paul war das Werk Friedrichs des Großen und seines Bruders Heinrich, die von der dynastischen Verklammerung eine Vertiefung der preuß.-russ. Kooperation erwarteten. In Rußland war M. zunächst zu völliger Einflußlosigkeit verurteilt. Katharina II. übertrug die Abneigung und den Haß gegen ihren Sohn Paul auch auf sie und hielt beide in Pavlovsk und Gatčina in Isolation. M., die in ihrem Elternhaus auf eine Rolle als Hausfrau und Familienmutter vorbereitet worden war, wurden die Söhne Alexander und Konstantin entzogen, da Katharina sie als ihre Nachfolger selbst prägen wollte. Mit der Thronbesteigung Pauls 1796 änderte sich die Situation völlig. M. nahm die Betreuung und Ausbildung ihrer jüngeren Söhne Nikolaus und Michael selbst in die Hand und besorgte deren sittliche Erziehung und wissenschaftliche Schulung; zu den militaristischen Idealen ihres Mannes ging sie dabei auf Distanz. Die politische Isolierung, in die sich Kaiser Paul außen- und innenpolitisch sehr rasch hineinmanövrierte, belastete auch die lange Zeit vorbildliche Beziehung zwischen den Eheleuten in wachsendem Maße. Die Ermordung des despotischen Kaisers im März 1801 hat M. angesichts der aussichtslosen Situation wohl auch als Befreiung empfunden. Ihre Erwartung, die Nachfolge ihres Mannes antreten zu können, fand keine Unterstützung, da alle politischen Kräfte entsprechend der Thronfolgeordnung Pauls (1797) ihren Sohn Alexander unterstützten. So konzentrierte sich die Kaiserinwitwe auf ihre große Familie und betrieb deren Zusammenhalt ebenso wie die angemessene Vermählung der Söhne und Töchter mit deutschen Fürstenhäusern. Unmittelbaren Einfluß auf die politischen Entscheidungen hatte sie trotz ihrer großen öffentlichen Autorität kaum, dennoch spielte sie eine nicht unwichtige Rolle als Sprachrohr bestimmter konservativer Gruppen bei Kaiser Alexander (etwa bei der Ausschaltung des reformfreudigen M. M. Speranskij oder beim Bruch mit Napoleon). In vorbildlicher Weise widmete sie sich sozialen und karitativen Aufgaben. Die hier von ihr schon unter Paul (in der Tradition Katharinas) übernommenen Zuständigkeiten weitete sie beträchtlich aus. Bei ihrem Tode unterstanden der Kanzlei der „Einrichtungen der Kaiserin M.“ 39 Lehr- und Wohltätigkeitsinstitute mit 1837 Schülerinnen und 43 432 betreuten Personen – ein Werk, das auch die jüngste sowjet. Geschichtsschreibung würdigt.

  • Literatur

    J. Merkle, Jugendj. d. Kaiserin M. v. Rußland, 1892;
    N. K. Šilder, Imperator Aleksandr I., 4 Bde., 1897 f. (P);
    ders., Imperator Nikolaj, 2 Bde., 1903 (P);
    H. v. Weizsäcker, M., d. russ. Kaiserin aus d. Hause Württemberg, in: Württ. Vjhh. f. Landesgesch. 42, 1936;
    V. Gf. Zubow, Zar Paul I., Mensch u. Schicksal, 1963;
    R. E. McGrew, in: Jb. f. d. Gesch. Osteuropas 18, 1970;
    W. B. Lincoln, Nikolaus I. v. Rußland 1796-1855, 1981 (P);
    E. S. Šumigorskij, Imperatrica M., Bd. 1, 1892;
    Vedomstvo Učreždenij Imperatricy Marii 1797-1897, 1897;
    N. P. Eroškin, Krepostničeskoe samoderžavie i ego političeskie instituty, 1981;
    NND VI.

  • Portraits

    A. Wassiltschikoff, Liste alphabétique de portraits russes I, 1875, S. 487-95;
    Stich im Bildarchiv d. Nat.bibl., Wien, Abb. b. W. B. Lincoln (s. L).

  • Autor/in

    Bernhard Schalhorn
  • Empfohlene Zitierweise

    Schalhorn, Bernhard, "Maria Feodorowna" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 196-197 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11933075X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA