Lebensdaten
1824 bis 1874
Geburtsort
Mainz
Sterbeort
Mainz
Beruf/Funktion
Komponist ; Dichter ; Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118522213 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Cornelius, Peter
  • Cornelius, Carl August Peter
  • Cornelius, Karl August Peter
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Zitierweise

Cornelius, Peter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118522213.html [18.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Carl Adolf s. (2);
    Ov Peter s. (3);
    Mainz 1867 Bertha ( 1904), T des Wilh. Jung (1795–1865), Geh. Obergerichtsrat in Mainz;
    3 S, 1 T u. a. Carl Maria (1868–1945), Kunsthistoriker, Nachfolger Wölfflins in Basel, Biograph des V u. Hrsg. v. dessen literarischem Nachlaß;
    N Hans s. (1).

  • Leben

    C. begann nach Absolvierung der Realschule in Mainz als Schauspieler und Violinist und wurde 1843 Hofschauspieler in Wiesbaden. 1844 wurde er in das Haus seines Onkels, des Malers Peter von C. in Berlin aufgenommen, wo er bedeutende Zeitgenossen kennenlernte. Von 1845-49 studierte er Komposition bei Siegfried Dehn und gab den Schauspielerberuf nach einigen Mißerfolgen auf. Bis 1850 entstanden teils verschollene, teils ungedruckte Kammermusikwerke, Kirchenmusik und Lieder. 1851 schrieb C. Musikkritiken für die Berliner Zeitschriften „Echo“ und „Modespiegel“. Sein Onkel vermittelte die Beziehung zu F. Liszt, in dessen Weimarer Umgebung er mit Unterbrechungen von 1853-58 lebte. Als Sekretär, Übersetzer und Schriftsteller tätig, trat er in der „Neuen Zeitschrift für Musik“ überzeugt für die neudeutsche Schule ein. Insonderheit entstand in diesen Jahren katholische Kirchenmusik. Am 15.12.1858 wurde in Weimar unter Liszts Leitung sein bedeutendstes Werk, die Oper „Der Barbier von Bagdad“, erfolglos uraufgeführt. Daraufhin siedelte er 1859 nach Wien über, wo er in den Bannkreis Hebbels und Wagners geratend bis 1864 blieb. „Sinnige und milde Begrenzung und Befestigung des von Wagner in seiner besten Zeit Errungenen“ war von nun an sein künstlerisches Hauptziel. 1865 folgte er Wagner nach München, wo ihm König Ludwig zunächst einen „Ehrensold“ von 1000, später 1800 Gulden gewährte. Mit Erfolg wurde am 21.5.1865 in Weimar seine zweite Oper „Der Cid“ uraufgeführt, die dritte „Gunlöd“ blieb Fragment (vollendet 1905 von W. von Bausznern). An der 1867 errichteten Musikhochschule in München wurde er Lehrer für Rhetorik und Harmonielehre. C. war in der Generation zwischen Schumann und Wolf einer der produktivsten Liedkomponisten. Sein lyrisches Talent prägt auch die dramatischen und geistlichen Werke; der Oper „Cid“ gab er bezeichnenderweise den Untertitel „Lyrisches Drama“. Sein Verhängnis war, daß er zeitlebens im Schatten führender Meister lebte, von denen er sich nur schwer lösen konnte, was ihn in seiner eigenen stilistischen Entwicklung stark behinderte. Die „Brautlieder“ (1856) sowie die Weihnachtslieder op. 8 (1856, umgearbeitet 1870) auf eigene Texte gehören zu den Spitzenwerken bürgerlicher Hausmusik des 19. Jahrhunderts. Auch zur Entwicklung des chorischen Männergesanges trug er ab 1869 schöpferisch tätig bei.

  • Werke

    Weitere W u. a. Gesamtausg. in 5 Bd., b. Breitkopf u. Härtel, Leipzig 1905/06 (ohne Jugend-W);
    Lieder: 6 Lieder op. 1, 1853, Trauer u. Trost, op. 3, 1854, An Bertha, ein Liederzyklus op. 15, 1865, Ave Maria, 1862;
    Duette: 6 Duette f. Tenor u. Alt, 1854, Duett nach Ps. 121, 1866;
    Chöre: Männerterzett „Der Tod d. Verräters“, 1850, Requiem „Seele vergiß sie nicht“ f. gemischten Chor, 1863, 5 Trauerchöre op. 9 f. Männerchor, 1869, 3 Liebeschöre op. 18, 1872, 3 Männerchöre op. 12, 1873, Psalmenlieder op. 13;
    Stabat mater f. Soli, Chöre u. Orch., hrsg. 1929;
    Messe d, hrsg. 1930;
    Das große Domine f. Tenor, gem. Chor u. Orch., hrsg. 1930;
    Lit.-W: Autobiogr., in: Musikal. Wochenbl., 1873/74, S. 395 ff., Gedichte, Übers. u. musikal. Aufsätze, 4 Bde., hrsg. v. Carl Maria C, E. Istel u. A. Stern, 1904-05 (Bd. 1, P).

  • Literatur

    ADB IV;
    A. Sandberger, P. C., Diss. Würzburg, 1887;
    H. Kretzschmar, P. C., = Slg. musikal. Vorträge, hrsg. v. P. G. Waldersee, H. 20, 1888;
    M. Hasse, P. C. und sein Barbier v. Bagdad, 1904;
    ders., Der Dichtermusiker P. C, 2 Bde., 1922/23 (W, L, P);
    G. Kruse, P. C. als Schauspieler, in: Bühne u. Welt 7, 1905, S. 368-72;
    E. Istel, P. C, 1906;
    E. Sulger-Gebing, P. C. als Mensch u. Dichter, 1908;
    C. M. Cornelius, P. C., 2 Bde., 1925, = Dt. Musikbücherei, Bd. 46/47;
    A. Seidl, P. C., in: Neuzeitl. Tondichter I, 1926;
    P. Raabe, Drei unbekannte Briefe v. P. C, in: Zs. f. Musik 104, 1937;
    E. P. Appelt, Der Dichterkomponist P. C. u. F. Hebbel, 1946;
    H. Pricken, P. C. als Dichter u. Musiker in s. Liedschaffen, Diss. Köln 1951;
    H. Engel, in: MGG, Sp. 1684-89 (W, L, P). - Zu Schwieger-V W. Jung: E. Jung, Abstammung u. Erziehung, 1927.

  • Portraits

    Ölgem. v. M. v. Schwind (Städt. Mus. Wien);
    Zeichnung v. Fr. Preller;
    E. Bücken, Die Musik d. 19. Jh. bis z. Moderne, 1929, S. 244;
    Büste v. L. Bierling nach d. Totenmaske modelliert, in: Frankfurter Nachrr., 1902, Nr. 47.

  • Autor/in

    Walter Salmen
  • Empfohlene Zitierweise

    Salmen, Walter, "Cornelius, Peter" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 365-366. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118522213.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Cornelius: Peter C., geb. 24. Dec. 1824 zu Mainz, Componist, Dichter und Schriftsteller, Sohn des Schauspielers Karl C. (s. o.), Schüler S. W. Dehn's in Berlin, begann seine künstlerische Laufbahn in Weimar, wo seine erste Oper „Der Barbier von Bagdad“, ein in seiner Art einziges Werk, — man könnte es das Prototyp der „Meistersinger“ nennen — unter Liszt's Direction 1858 zur Aufführung gelangte. Nachdem seine in Wien 1864 componirte zweite Oper „Der Cid“ ebenfalls über die Weimarer Bühne gegangen, erhielt C. 1865 auf Richard Wagner's Antrag einen Ruf nach München, wo er als|Professor der Composition an der königl. Musikschule bis zu seinem Tode, 26. Ott. 1874, thätig war. Zahlreiche meisterhafte Uebersetzungen (Gluck's Opern, Prachtausgabe, Berlioz's Werke, Liszt's „Zigeuner in Ungarn", polnische Dichtungen und vieles andere); — epochemachende Abhandlungen in musikalischen Zeitschriften; — lyrische Dichtungen, von denen bis jetzt nur wenige im Druck erschienen; — Vocalcompositionen, Soli, Duette, gemischte und Männer-Chöre, — dies alles bildet nur den kleineren Theil seines künstlerischen Schaffens: vornehmlich sind es die Opern „Barbier", „Cid“, und die leider nicht ganz vollendete „Gunlöd“, in denen uns der Dichtercomponist den vollen Umfang seines Genius offenbart. Trotz aller Widerwärtigkeiten und Anfeindungen blieb er fest im Wollen und frei von Haß; einer der hervorragendsten Kämpfer der neudeutschen Schule, wurde er von Freund und Gegner gleich geliebt und geachtet; in seinen Schöpfungen steht er seinen intimen Freunden Wagner und Liszt am nächsten. (Der sehr umfangreiche Nachlaß wird demnächst veröffentlicht werden.)

  • Autor/in

    Karl Hofbauer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Hofbauer, Karl, "Cornelius, Peter" in: Allgemeine Deutsche Biographie 4 (1876), S. 497-498 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118522213.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA