Lebensdaten
1892 bis 1955
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Tomerdingen bei Dornstadt (Württemberg)
Beruf/Funktion
Hüttendirektor ; Verbandspolitiker
Konfession
altkatholisch,Christengemeinschaft
Normdaten
GND: 125438508 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schily, Viktor Albert Franz
  • Schily, Viktor Albert Franz

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Zitierweise

Schily, Franz, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd125438508.html [31.08.2016].

CC0

Schily, Viktor Albert Franz

Hüttendirektor, Verbandspolitiker, * 25.12.1892 Leipzig, (Verkehrsunfall) 26.9.1955 Tomerdingen bei Dornstadt (Württemberg). (altkatholisch, später Christengemeinschaft)

  • Genealogie

    V Leo (1855–1920), Ing., S d. Franz (1813–74) u. d. Elisabeth Cornelius; M Julia (1855–1944), Malerin, T d. Landger.rats N. N. Koppers in Borken (Westfalen) u. d. Auguste N. N.; Ur-Gr-Ov Peter v. Cornelius (1783–1867, bayer. Adel 1823), Maler, Dir. d. Ak. d. Künste in München, s. NDB III); Gr-Ov Victor (* 1811), Anwalt, mit Karl Marx befreundet; – 1921 Elisabeth (1895–1955), T d. Theo Schrnuz-Baudiss (1859–1942), Zeichner, Maler, Keramiker, Prof., 1908-26 Leiter d. Porzellanmanufaktur KPM in Berlin (s. Wi. 1935; Vollmer); 4 S u. a. Otto (* 1932), RA, Pol., Bundesmin. d. Innern (s. R. Michels, O. S., 2001; Biogr. Hdb. MdB; Biogr. Hdb. dt. Pol.), Konrad (* 1937, N. N., T d. Hanns Voith, 1885–1971, Industr., Dr. rer. pol. h. c. [TH Darmstadt], Ür.-Ing. E. h., 1952 Gr. BVK, s. Munzinger), Dr. med., Mitgründer u. seit 1987 Präs. d. Univ. Witten/Herdecke (beide s. Munzinger), 1 T.

  • Leben

    S. besuchte u. a. eine holländ. Schule in Den Haag, legte 1911 am Realgymnasium in Bonn sein Abitur ab und studierte anschließend in Halle, Freiburg (Br.), München und Berlin v. a. Verfassungs-, Rechts- und Wirtschaftsgeschichte. Nach Teilnahme am 1. Weltkrieg, zuletzt als Leutnant und Kompanieführer, wurde er 1920 in Berlin mit einer Studie zur Geschichte des Corveyer Grundbesitzes zum Dr. phil. promoviert. Seinen Berufswunsch als Archivar gab er auf und arbeitete als kaufmännischer Angestellter in verschiedenen Firmen, u. a. in den Niederlanden. Nach einer Weiterbildung an der Handelshochschule Berlin und dem Abschluß zum „Volkswirt R. D. V.“ trat S. 1925 in die „Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation AG“ als Auslandskorrespondent ein, erhielt dort 1932 Prokura, wurde 1942 Direktor, im Nov. 1945 stellv. und 1946 o. Vorstandsmitglied. In dieser Funktion blieb er auch nach Entflechtung und Neuordnung der dt. Eisen- und Stahlindustrie, in der er die Einheit seines Unternehmens unter dem Namen „Gußstahlwerk Bochumer Verein AG“ (1951) bewahrte.

    S. erwarb sich großes Ansehen als Fachmann für Fragen der Eisen- und Stahlindustrie. Er übernahm in der Nachkriegszeit hohe Positionen in Verbänden der Wirtschaft. In diesen Ämtern setzte sich S. erfolgreich dafür ein, negative Auswirkungen von Entflechtung und Demontage zu begrenzen und Deutschland wieder in die Weltwirtschaft einzubinden. Dies und die europ. Integration betrachtete er auch als Voraussetzung für eine dauerhafte Friedenssicherung. Die Idee der sozialen Marktwirtschaft unterstützte S. – auch aufgrund seiner anthroposophischen Grundhaltung – auf der Basis eines gerechten Interessenausgleichs zwischen den Wirtschaftsgruppen.|

  • Auszeichnungen

    Vors. d. Wirtsch.verbandes Gießerei-Ind. (zuvor Wirtsch.-Vereinigung Gießereien) (1945–55), d. Fachvereinigung Schienenfahrzeugfedern (1946–55) u. d. Comité Européen des Associations de Fonderies (1955); stellv. Vors. d. Volks- u. betriebswirtschaftl. Vereinigung im rhein.-westfäl. Ind.gebiet (1947–55); Vorstandsmitgl. im BDI (1949–55); Präs. d. IHK Bochum (1946–49), anschließend Vizepräs.

  • Werke

    Aufss. in d. Werkszs. d. Bochumer Ver. sowie in Ztg.;  Brüderlichkeit in d. Wirtsch., in: FAZ v. 3.9.1955;  Grundsätzl. Fragen d. Produktion, Referat auf d. Tagung d. IHKn d. brit. Besatzungszone, 25.10.1946. Bochum 1947.

  • Literatur

    Gießerei v. 13.10.1955, S. 596 (P); Lb. aus d. rhein.-westfäl. Ind.gebiet, Jg. 1955–57, bearb. v. F. Pudor, 1960, S. 48 f. (P); |

  • Quellen

    Qu Hist. Archiv Krupp, Essen; Westfäl. Wirtsch.archiv, Dortmund.

  • Autor

    Ralf Stremmel
  • Empfohlene Zitierweise

    Stremmel, Ralf, "Schily, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 775-776 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd125438508.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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