Lebensdaten
1897 bis 1975
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Historiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118726919 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Lechner, Karl
  • Lechner, Carl

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Zitierweise

Lechner, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726919.html [20.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (* 1853), Wagnermeister, S d. Johann, Essigsieder u. Likörfabr. in W., u. d. Aloisia Marx;
    M Gisela (* 1871), T d. Gastwirts Franz List u. d. Franziska Gruber;
    Wien 1929 Helga (* 1901), Dr. rer. pol., T d. Dr. med. Alfred Kolisko, Medizinalrat, Kinderarzt;
    1 S, 4 T, u. a. Hadmar, Dr., Bez.hauptm. in Melk.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Schottenfelder Realschule studierte L. in Wien Geschichte und Geographie, hörte aber auch Vorlesungen aus Archäologie, Kunstgeschichte und Altgermanistik; 1919-21 nahm er am 32. Ausbildungskurs des Instituts für Österr. Geschichtsforschung teil. 1920 wurde er mit der Dissertation „Die Entwicklung des Grundbesitzes der Herren von Maissau“ zum Dr. phil. promoviert; 1921 legte er die Staatsprüfung ab. 1923 trat L. als Archivar in den Dienst des Bundeslandes Niederösterreich. – 1941 wurde er zum Leiter des aus dem „Niederösterr. Landesarchiv“ und dem „Archiv für Niederösterreich“ (ursprünglich Statthaltereiarchiv) gebildeten „Reichsgauarchivs Niederdonau“ bestellt, das 1945 unter Beibehaltung der Zusammenlegung in „Niederösterr. Landesarchiv“ um- bzw. rückbenannt wurde (1962 Pensionierung). L. habilitierte sich 1948 an der Univ. Wien für „Landesgeschichte und Historisch-geographische Landeskunde von Nieder- und Oberösterreich“ und erhielt 1954 den Titel eines ao. Professors. 1927-70 war er Generalsekretär des „Vereins für Landeskunde von Niederösterreich“ und Schriftleiter von dessen Publikationen.

    In seinem wissenschaftlichen Werdegang vor allem von seinen Lehrern Oswald Redlich und Alfons Dopsch sowie von Otto Stowasser beeinflußt, wählte L. die mittelalterliche Geschichte Niederösterreichs zu seinem Hauptforschungsgebiet, auf dem er bedeutende Fortschritte erzielen konnte. Die Methodik der historischen Landeskunde, die eine Ergänzung des spärlichen schriftlichen Quellenmaterials durch Einbeziehung von Ergebnissen der Namen-, Siedlungs- und Patrozinienkunde sowie der Mittelalterarchäologie anstrebt, wurde von ihm weiterentwickelt. L. konnte im Rahmen des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich eine Reihe von Persönlichkeiten um sich scharen, welche sich in diesen Disziplinen erfolgreich betätigten: den Architekten Adalbert Klaar auf den Gebieten der Siedlungsformenforschung und Architekturgeschichte, Walter Steinhauser, Heinrich Weigl und Eberhard Kranzmayer auf dem Gebiet der Namenkunde, Richard Pittioni und Herbert Mitscha-Märheim auf dem Gebiet der Archäologie. Bei seinen Forschungen zur mittelalterlichen Besiedlungs- und Herrschaftsgeschichte entwickelte L. die sog. „besitzgeschichtlich-genealogische Methode“, durch die aus den für das 12. und 13. Jh. urkundlich nachweisbaren Herrschaftsverhältnissen Rückschlüsse auf die Besitzverteilung des 10. und 11. Jh. gezogen werden können. Durch seine verfassungsgeschichtlichen Forschungen wurde das Bild von der Entstehung der Territorien und der Entwicklung der Landeshoheit in Österreich weitgehend umgestaltet: Die Landeshoheit der Babenberger, deren Geschichte ein Großteil von L.s Lebenswerk gewidmet ist, ergab sich nicht aus ihrer Stellung als Markgrafen, sondern konnte im 11. und 12. Jh. durch Zurückdrängen des Einflusses hochfreier und reichsunmittelbarer Adelsgeschlechter und durch das Erlangen der Vogtei über den Besitz der Landesklöster und der Reichskirche erreicht werden. L. spielte auch eine wichtige Rolle in der kath. Laienbewegung.|

  • Auszeichnungen

    Wirkl. Hofrat (1957), Korr. Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (1959).

  • Werke

    Weitere W u. a. Grafschaft, Mark u. Herzogtum, in: Jb. f. Landeskde. v. Niederösterreich NF 20, 1926, Nachdr. in: K. L., Ausgew. Schrr., 1947;
    Besiedlungs- u. Herrschaftsgesch. d. Waldviertels mit bes. Berücksichtigung d. MA u. d. frühen Neuzeit, in: Das Waldviertel, hrsg. v. E. Stepan, 7/2, 1937;
    Bibliogr. z. Landeskde. d. nördl. Hälfte d. Gaue Niederdonau u. Wien 1920–38, 1940;
    Leistungen u. Aufgaben siedlungsgeschichtl. Forschungen in d. österr. Ländern mit bes. Berücksichtigung Niederösterreichs, in: Dt. Archiv f. Landes- u. Volksforschung 4, 1940;
    Die Babenberger in Österreich, 1947;
    Allg. Gesch. u. Landesgesch., in: Bll. f. dt. Landesgesch. 92, 1956;
    Die geschichtl. Landschaft u. ihre Erforschung, in: Ber. üb. d. 6. Österr. Historikertag in Salzburg, 1961;
    100 J. Ver. f. Landeskde. v. Niederösterreich u. Wien im Rahmen wiss.-landeskundl. Bestrebungen, 1964;
    Ursprung u. erste Anfänge d. burggfl. nürnberg. (später brandenburg.) Lehen in Österreich, in: Festschr. W. Schlesinger, 1973;
    Die Babenberger - Markgrafen u. Herzoge v. Österreich 976-1246, 1976.

  • Literatur

    H. Feigl, Die Bedeutung K. L.s f. d. niederösterr. Landesgesch.forschung u. Methodik d. hist. Landeskde., in: Unsere Heimat 46, 1975;
    R. Pittioni, in: Alm. d. Österr. Ak. d. Wiss. 125, 1975, S. 583-94 (W-Verz., P).

  • Autor/in

    Helmuth Feigl
  • Empfohlene Zitierweise

    Feigl, Helmuth, "Lechner, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 30 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118726919.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA