Lebensdaten
1884 bis 1950
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
New York
Beruf/Funktion
Maler ; Graphiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 118508210 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Beckmann, Max Carl Friedrich
  • Bekman, Maks

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Zitierweise

Beckmann, Max, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118508210.html [04.12.2016].

CC0

Beckmann, Max

Maler und Graphiker, * 12.2.1884 Leipzig, 27.12.1950 New York.

  • Genealogie

    V Carl Beckmann (1839–92), Mühlenbesitzer; M Antonie (1846–1903), T des Johann Heinrich Düber, Stärkefabrikant in Königslutter; Gvv Heinrich Beckmann, Bauer und Gastwirt in Helmstedt; 1) Metz 1904 Minna Tube ( 1964), Malerin und Sängerin, aus Pastorenfamilie, 2) Frankfurt/Main 1924 Mathilde (Quappi), T des Münchner Malers Friedrich August von Kaulbach (1850–1920); 1 S aus 1).

  • Leben

    B. hat in Weimar, Berlin und Paris studiert. Nach ersten Ausstellungen bei der Berliner Sezession und beim Künstlerbund in Weimar gewann er 1906 den Preis der Villa Romana in Florenz. 1907 siedelte er sich in Berlin-Hermsdorf an und war bis 1911 Mitglied der Berliner Sezession. 1914/15 nahm er am Weltkrieg als Sanitätssoldat in Belgien und Frankreich teil. 1915-33 lebte er - abgesehen von längeren Reisen nach Paris und Holland seit 1928 - in Frankfurt/Main und war seit 1925 Professor an der dortigen Kunstschule. 1933-37 in Berlin ansässig, emigrierte er 1937 nach Paris und hielt sich 1938-47 in Amsterdam auf. Er war seit 1947 Lehrer an der Washington University in St. Louis (USA), die ihm auch den Ehrendoktor verlieh, und seit 1949 am Brooklyn Museum in New York.

    B.s Bilder vor 1914 zeigen einen zum Expressiven neigenden Künstler, der seine Werke in rhythmischer Ordnung zu gestalten weiß, im ganzen dem Stil und der Zielsetzung der Berliner Sezession noch sehr nahe steht. E. Munch und die deutschen Impressionisten beeindrucken ihn. Durch das Erlebnis des Krieges vollzieht sich eine völlige Wandlung. Seine künstlerische Sprache wird prägnant und direkt, schließlich in den ersten Nachkriegsjahren hart, desillusionierend und zugleich hintergründig. Zum erstenmal verwendet er jetzt die Requisiten der Katze, der Kerze und des Spiegels, die er seitdem immer wieder aufgegriffen hat. Seit damals beschäftigt ihn die Welt der Masken, der Schauspieler, des Karnevals, des Zirkus. Die Bildhandlung spielt sich eng gedrängt in flacher Raumschicht ab, die Begegnung mit altdeutscher Malerei und Graphik ist offensichtlich. Ein festes Aufbaugerüst verspannt die Bildfläche, die Farben sind fahl und von untergeordneter Rolle. Menschliche Wesen erscheinen marionettenhaft-willenlos, Häuser, Brücken, Laternenpfähle, Blumen usw. tragen den Ausdruck geheimnisvoller, oft unheimlicher Wesenhaftigkeit (Die Nacht, 1918/19, Die Synagoge, 1921). Gegen 1925 löst sich die Gedrängtheit und Verspannung. Unter dem Eindruck von Paris treten die Farben stärker in den Vordergrund und beginnen zu leuchten. Um 1930 erreichen die Werke wahrhafte Monumentalität und überzeugende, rein bildnerische Ausdruckskraft (Fastnacht, Der Wels). Seit den 30er Jahren greift B. mehrmals mythologische Themen auf und übersetzt sie in den Geist unserer Zeit (Odysseus, Perseus). Der eigenartigen äußeren Vergitterung der Bildfläche durch Leitern, die nun bis in sein letztes Lebensjahr viele seiner Werke charakterisieren, entspricht die innere Verschleierung. Wie traumhaft abgerückt ist die Dinghaftigkeit im gleichen Augenblick wieder aufgehoben. Was vor 20 Jahren Bericht und schonungslose Deutung war, ist nun über sich selbst hinausgewachsenes Sinnbild, sei es eine Landschaft, eine mythologische Szene, ein Stilleben oder eine Gruppe von Frauen. 1929 und 1950 erhielt B. den Carnegie-Preis, Pittsburgh (USA), ferner 1950 den großen Malereipreis auf der 25. Venezianer Biennale.

  • Literatur

    C. Glaser-W. Hausenstein-W. Fraenger, M. B., 1924; H. Simon, M. B., 1930; W. Schöne, M. B., 1947; B. Reifenberg-W. Hausenstein, M. B., 1949 (W-Verz. bis 1948); H. W. Janson, B. in America, in: Magazine of Art, March 1951; Kat. d. Ausstellung M. B., München 1951; Gedächtnisreden auf M. B., 1951.

  • Portraits

    1915 als Krankenpfleger, Selbstbildnis (Ruhmeshalle, Wuppertal-Barmen); Selbstbildnis, 1944 (Bayer. Staatsgem.slg. München).

  • Autor

    Leonie von Wilkens
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilkens, Leonie von, "Beckmann, Max" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 728-729. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118508210.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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