Lebensdaten
1903 bis 1981
Geburtsort
Kiel-Gaarden
Sterbeort
Berlin-Grunewald
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
-
Normdaten
GND: 118615181 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Söhnker, Hans Albert Edmund
  • Söhnker, Hans
  • Söhnker, Hans Albert Edmund

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Söhnker, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118615181.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolph Edmund, aus Wittenberg (Mark), Werfttischler, Verlagsangest., Gewerkschaftler, zeitw. Vors. d. Kieler SPD, Freien Volksbühne u. Kieler Chorver., zuletzt in Hamburg-Wellingsbüttel;
    M Maria Magdalena Stölting (1868/69–1967), aus Bohnhusen b. Kiel, zuletzt in Hamburg-Wellingsbüttel; 4 ältere Schw u. a. Agnes, 1 jüngerer B, Soldat;
    1) Danzig 1928/29 ⚮ Charlotte Berlow (1898- n. 1960), Theater- u. Filmschausp., 2) 1959 Inge (Ingeborg) verw. Knoche-Lücken;
    1 Stief-T aus 2).

  • Leben

    Aufgewachsen in Kiel, begann S. nach Mittel- und Höherer Handelsschule eine Lehre in einem Kieler Einrichtungshaus. Im dritten Lehrjahr kam er als Statist ans Kieler Stadttheater und nahm Schauspielunterricht u. a. bei Gustaf Gründgens (1899–1963). 1923/24 erhielt S. dort ein erstes Engagement (Début als Angus in „Macbeth“ mit Ernst Busch) und trat dann bis 1932 an verschiedenen Theatern in Stücken von Shakespeare, Schiller, Büchner, Strindberg, Shaw, Brecht und Werfel auf. Ein kurzer Kontakt mit Ernst Lubitsch im Jan. 1933 blieb folgenlos; S. wurde von Erich Pommer für die Ufa engagiert. Eine Chance erhielt er mit Gesangsrollen in den Operettenproduktionen „Der Zarewitsch“ von F. Lehár (1933) und „Die Csardasfürstin“ von E. Kálmán (1934), nun zunehmend im Musik- und Lustspiel des jungen Tonfilms gefragt u. a. als Partner Marta Eggerths, Camilla Horns, Olga Tschechowas und Lída Baarovás. Mitte der 30er Jahre drehte er in England unter Paul L. Stein in „Faithful“ (1936) und unter Reginald Purdell in „Patricia gets her man“ (1937) mit Leslie Brooks, trat danach aber wieder in Berlin auf, wohin er 1934 gezogen war. Neben Gastspielen 1936 u. a. am Berliner Metropoltheater in der Revue „Lauf ins Glück“ und in „Der Nobelpreis“ unter Detlef Sierck am Hebbel-Theater (Theater in der Saarlandstraße) mit Heinrich George und Berta Helene Drews war er allein in diesem Jahr in sechs Spielfilmen zu sehen. Bis Kriegsende spielte er in mehr als 40 Filmen, darunter 1937 in Liebeneiners „Der Mustergatte“ mit Heinz Rühmann und 1938 in Carl Froehlichs „Die vier Gesellen“ mit der jungen Ingrid Bergman|. Neben Beziehungskomödien gehörten auch Abenteurerfilme wie „Brand im Ozean“ von Günther Rittau oder Paul Verhoevens Westernparodie „Gold in New Frisco“ (beide 1939) zu seinem Repertoire.

    In diesen Produktionen von Ufa, Tobis und Terra drehte S. mit fast allen dt. Regisseuren der Zeit: mit Wolfgang Liebeneiner und Geza v. Bolvary, mit Georg Jacoby, Carl Lamac, Max Obal, Paul Verhoeven und Arthur Maria Rabenalt. Bereits in den 40er Jahren begann seine enge Zusammenarbeit mit Helmut Käutner in „Frau nach Mass“ (1940), „Auf Wiedersehen, Franziska!“ (1941) und „Grosse Freiheit Nr. 7“ (1944), der im Krieg nicht mehr freigegeben wurde. S., der es verstand, Konflikte mit der Reichskulturkammer zu umgehen, gehörte mit Hans Albers, Willy Fritsch, Harry Piel und Heinz Rühmann zu den beliebtesten Stars des NS-Unterhaltungsfilms.

    Ausgebombt überlebte er das Kriegsende und stand nach einer schweren Erkrankung bereits im Okt. 1945 in „Hokuspokus“ von|Curt Goetz wieder auf der Bühne (Berliner Schloßparktheater, Regie: Boleslaw Barlog). Mit Hildegard Knef spielte S. in Käutners Trümmerfilm „Film ohne Titel“ (1948), mit Marianne Hoppe und Ernst Deutsch in „Ein Mädchen vom Lande“ (Fernsehfassung 1961), mit Ulla Jacobsen in „Die verschenkten Jahre“ (1964). Zwischen 1953 und 1964 war er in dt. und österr. Unterhaltungsfilmen zu sehen, wie in Hans Schweikarts „Muß man sich gleich scheiden lassen“ mit Hardy Krüger (1953), Carl-Heinz Schroths „Männer im gefährlichen Alter“ (1954) mit Liselotte Pulver oder in Wolfgang Liebeneiners „Immer, wenn der Tag beginnt“ (1957). Auch mit dem Rollenfachwechsel zum Gentleman und Vater blieb er dem Image des Gradlinigen treu, nur selten sah man ihn wie 1961 in „Sherlock Holmes und das Halsband des Todes“ als Schurken. Seit den 60er Jahren trat er verstärkt im Fernsehen auf, in TV-Filmen von John Olden, Rolf v. Sydow und -Serien von Jürgen Roland, Rüdiger Graf, Fritz Umgelter, wo er nunmehr soignierte ältere Herren wie den Hotelier in „Der Forellenhof“ (1965) und den Zirkusdirektor in „Salto Mortale“ (1968) gab. Der Bühne blieb er treu: 1957/58 unter Schweikart an den Münchner Kammerspielen in „Der Sommer der 17. Puppe“ mit Maria Nicklisch, 1963 am Berliner Schiller Theater als Oron in Molières „Tartuffe“. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme u. a. Rex Harrison und Laurence Olivier. Er verstarb an einem Krebsleiden, seine Urne wurde in der Ostsee versenkt.

  • Auszeichnungen

    Landesobmann d. Dt. Bühnengenossenschaft (50er Jahre); ehrenamtl. Tätigkeit f. d. Bundesfachgruppe f. Schauspieler u. Regisseure d. Dt. Angestellten-Gewerkschaft (DAG); – Joachim Gottschalk-Preis (1946); Vichy-Preis (1959); Goldener Bildschirm (1960); Ehrenmitgl. d. Mainzer Weinzunft v. 1443 (1960); Bambi (1966); Berliner Staatsschausp. (1968); BVK I. Kl. (1973); Berliner Filmband in Gold (1977). Weitere Theaterrollen u. a. Der Regenmacher, 1956 (Berliner Schloßparktheater); Tell; Dr. med. Hiob Prätorius; Danach; Wie es Euch gefällt; Ein Sommernachtstraum; Das Konzert; Das ohnmächtige Pferd; – Filme: Der Fall Rabanser, 1950; Filmarbb. in Afrika: Ein Leben f. Do, 1953; Unser Haus in Kamerun, 1961; ausländ;Produktionen: The longest Day, 1961; Dulcinea, 1962; – Filmogr.: CineGraph; – Autobiogr.: „. . . und kein Tag zuviel“, 1974 (P), 21976 (P).

  • Literatur

    L Dt. Bühnenjb., 1923 ff.;
    Danziger Kunstbl., 1930/31;
    R. Volz, H. S., Zw. Bühne u. Film, 1938;
    H.-J. Schlamp, H. S., Künstler-Biogrr. 4, 1938/39?;
    H. E. Weinschenk (Hg.), Wir v. Bühne u. Film, 1939, S. 318–27 (P);
    F. H. (Henseleit), H. S., Sein Weg u. sein Rollenkreis, in: Film-Kurier v. 15. 7. 1943;
    H. Ziermann, Charmeur mit Charakter, in: Die Welt v. 11. 10. 1973;
    J. K. (Kaiser), Hintergründig heiter, in: SZ v. 22. 4. 1981 (P);
    (E. Horn) in: Münchner Merkur v. 22. 4. 1981 (P);
    Der Norddt. Bonvivant, in: Der Tagesspiegel v. 22. 4. 1981;
    A. Kaes, Dtld.bilder, Die Wiederkehr d. Gesch. als Film, 1987;
    K. Kreimeier, Die Ufa-Story, 1992;
    J. Schöning (Red.), London Calling, Deutsche im brit. Film d. dreißiger Jahre, 1993;
    Glenzdorfs Internat. Film-Lex., 1960;
    Munzinger, 1981 (Filmogr.);
    P. Dannenberg, Immer, wenn es Abend wird, 300 J. Theater in Kiel, 1983;
    CineGraph (Filmogr.);
    U. J. Klaus, Dt. Tonfilme, Bd. 1 ff., 1987 ff.;
    P. S. Ulrich, Theater, Tanz u. Musik im Dt. Bühnenjb., 1984;
    B. Leimbach, Tondokumente d. Kleinkunst u. ihre Interpreten 1898–1945, 1991;
    K. H. Wendtland, Geliebter Kintopp, Sämtl. Dt. Spielfilme v. 1929–1945, Mit zahlr. Künstlerbiogrr., 1995 ff. (Filmogr.);
    Kosch, Theater-Lex.;
    Sucher, Theaterlex.;
    A. Heinzlmeier u. B. Schulz, Lex. d. dt. Film- u. TV-Stars, 2000 (P);
    K. Weniger (Hg.), Das Gr. Personenlex. d. Films, 2001 (Filmogr.);
    Kulturlex. Drittes Reich;
    eigene Archivstudien.

  • Portraits

    P Werk- u. Szenenfotogrr. (Berlin, Fotoslg., Dt. Kinemathek, Mus. f. Film u. Fernsehen).

  • Autor/in

    Brigitte Bruns
  • Empfohlene Zitierweise

    Bruns, Brigitte, "Söhnker, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 528-529 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118615181.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA