Lebensdaten
1875 bis 1931
Geburtsort
Riehen bei Basel
Sterbeort
Locarno
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116696885 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Courvoisier, Walter

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Zitierweise

Courvoisier, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116696885.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Louis s. (1);
    1909 Hedwig, T des Komponisten Ludw. Thuille (1861–1907).

  • Leben

    Nach Absolvierung des Humanistischen Gymnasiums in Basel, wo C. aus Liebhaberei seine musikalischen Studien bei Selmar Bagge begann, wandte er sich an der Universität Basel dem Studium der Medizin zu. 1896 bezog er die Universität Straßburg und erhielt 1899 in seiner Heimat das Ärztediplom; 1900 promovierte er zum Dr. med. und wurde Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik Basel. Indessen überwog die musikalische Neigung. Dank der Vermittlung des Komponisten Hans Huber konnte er sich dem Studium der Musik zuwenden und wurde 1902 in München Schüler L. Thuilles; außerdem widmete er sich an der Universität München musikwissenschaftlichen Studien bei Adolf Sandberger. Nach Vollendung des musikalischen Studiums verblieb er in München, das seine Wahlheimat wurde. 1907 übernahm er als Nachfolger Bernhard Stavenhagens gemeinsam mit Ernst Boehe die Leitung der Volkssinfoniekonzerte des Münchener Kaim-Orchesters (heute: Münchener Philharmoniker). 1910 wurde er durch Felix Mottl in den Lehrkörper der Staatlichen Akademie der Tonkunst München als Lehrer für Theorie und Komposition berufen und 1921 zum außerordentlichen, drei Jahre später zum ordentlichen Professor ernannt. Ein schweres Kehlkopfleiden führte den vorzeitigen Tod herbei. In C., der ein Lehrer von außergewöhnlicher Bedeutung war, verkörperte sich die die Thuille-Schule ablösende „Münchener Schule“. Sein kompositorisches Werk ist durch einen lyrischen Grundzug gekennzeichnet; das zeigt sich vor allem im Reichtum seines Liedschaffens (insbesondere in den weltlichen und geistlichen Volksliedern nach Texten des Mittelalters und des Barocks). Von Wichtigkeit sind auch seine Suiten für Solovioline.

  • Werke

    Lieder: op. 1-3, op. 6-8, op. 13-19, op. 23, 24, op. 27-29;
    Sologesang mit Orch.: Die Muse op. 4, 1903;
    Klaviermusik: op. 20-22;
    Kammermusik: op. 31;
    Orchestermusik: op. 10;
    Chormusik: Gruppe aus d. Tartarus op. 5, 1904;
    Der Dinurstrom op. 11, 1906;
    Das Schlachtschiff Téméraire op. 12, 1906;
    Auferstehung op. 26, 1915;
    Bühnenwerke: Lanzelot und Elaine op. 25, 1910/12 (Uraufführung München 1917);
    Die Krähen op. 30, 1919/20 (Uraufführung ebd. 1921);
    Aufsätze.

  • Literatur

    Th. Kroyer, W. C., 1929;
    R. Schaal, in: MGG (W).

  • Autor/in

    Erich Valentin
  • Empfohlene Zitierweise

    Valentin, Erich, "Courvoisier, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 384 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116696885.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA