Lebensdaten
1868 bis 1941
Geburtsort
Emden
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Altphilologe ; Religionswissenschaftler
Konfession
jüdisch,evangelisch
Normdaten
GND: 118786423 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Norden, Eduardus

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Zitierweise

Norden, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd118786423.html [24.10.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1840–1903), Geh. Sanitätsrat, S e. Arztes; M Rosa Hamburger (1841–1929); B Walter (1876–1937, isr., später ev.), ao. Prof. d. Nat.ök. in Berlin (s. L); - Greifswald 1897 Marie (1869–1954, s. L), T d. Richard Sigmund Schultze (1831–1916), aus Freiburg (Br.), Dr. iur., 1896-1905 Bgm. in Greifswald, u. d. Julia Picht (1838–1923); 2 S, 2 T.

  • Leben

    N. studierte 1886-90 in Bonn und Berlin klassische Philologie. Nach der Promotion 1891 und anschließender Assistententätigkeit in Bonn ging er nach Straßburg, wo er sich im Dezember 1892 habilitierte. 1893 wurde er ao. Professor in Greifswald, 1895 o. Professor. Es folgten Berufungen nach Breslau (1899) und 1906 schließlich nach Berlin (emeritiert 1935).

    Als seine wichtigsten Lehrer nennt N. Hermann Usener (1834–1905) und Franz Bücheler (1837–1908), deren Wissenshorizont und selbstkritische Haltung er bewunderte. Sein eigenes wissenschaftliches Werk ist heute vor allem durch seine „Antike Kunstprosa“ (1898) und seinen Kommentar zum VI. Buch von Vergils „Aeneis“ (1903) bekannt: Das erste weist auf seine intensive Beschäftigung mit der Rhetorik, das zweite auf sein Interesse an religionswissenschaftlichen Fragen. In der „Kunstprosa“ vergleicht N. in einem Überblick die Entwicklung der rhetorischen Mittel geformter Prosa bei den meisten griech. und lat. Schriftstellern. Im Vergil-Kommentar erklärt er den Gesang, der die Unterweltwanderung des Helden beschreibt. N. schuf damit für das 20. Jh. die Grundlage der rhetorischen Forschung sowie der religionswissenschaftlichen Analyse in der Philologie. Beide Bereiche berühren sich in „Agnostos Theos“ (1913), wo nicht nur Latina und Graeca, sondern auch Judaica und Christiana, Babyloniaca und Aegyptiaca zu einer „Formengeschichte religiöser Rede“ verarbeitet sind. In der „Geburt des Kindes“ (1924) werden die 63 Verse der 4. Ecloge Vergils auf ihr motivisches Gut und ihre poetische Arbeit hin analysiert. 1928 konnte N. seinen 60. Geburtstag noch als Rektor der Berliner Universität mit zahlreichen Ehrungen feiern, seinen 70. Geburtstag beging er einsam als Verfemter: Aufgrund der NS-Rassengesetze wurde er aus allen Gremien wie dem Direktorium des Deutschen Archäologischen Instituts und der Berliner Akademie der Wissenschaften ausgeschlossen. Wenige Wochen vor Kriegsbeginn konnte er in die Schweiz emigrieren, von wo aus er 1939 die „Priesterbücher“ als seine letzte Publikation in Lund (Schweden) erscheinen ließ.|

  • Auszeichnungen

    o. Mitgl. d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1912–38) u. d. Wiss. Ges. in Uppsala (1932); Geh. Reg.rat; D. theol. h. c. (Bonn 1919); Dr. phil. h. c. (Cambridge 1929; Harvard 1936).

  • Werke

    u. a. Die Antike Kunstprosa vom VI. Jh. v. Chr. bis in d. Zeit d. Renaissance, 2 Bde., 1898, 9/101995 (ital. 1986); P. Vergilius Maro, Aeneis Buch VI erklärt. 1903, 91995; Die lat. Lit. im Übergang v. Altertum z. MA, 1905, 31912 (Nachdr. 1997); Die röm. Lit., 1910, 71997 (mit Anhang: Die lat. Lit. …); Agnostos Theos, Unterss. z. Formengesch. rel. Rede, 1913, 71996; Ennius u. Vergilius, Kriegsbilder aus Roms gr. Zeit, 1915 (Nachdr. 1966); Die german. Urgesch. in Tacitus Germania, 1920, 61974; Die Geburt d. Kindes, Gesch. e. religiösen Idee, 1924, 31958; Alt-Germanien, Völker- u. namensgeschichtl. Unterss., 1934, 21962; Aus altröm. Priesterbüchern, 1939, 21995; Kl. Schrr. z. klass. Altertum, hg. v. B. Kytzler, 1966 (W-Verz., Liste d. betreuten Diss.).

  • Literatur

    E. Mensching, Nugae z. Philologie-Gesch. I-VI, 1987-93; Marie Norden, Meine Erinnerungen aus Eures Vaters Leben, d. Professors Dr. E. N., ebd. VI, S. 8-84; J. Ruepke, Röm. Rel. b. E. N., 1993 (Übersicht üb. N.s Lehrveranstaltungen); B. Kytzler, in: Berlin. Lb. IV, Geisteswissenschaftler, 1989, S. 327-43 (P); ders. in: Classical Scholarship, hg. v. W. W. Briggs u. W. M. Calder, 1990 (P); ders. u. a., E. N. (1868-1941), Ein dt. Gelehrter jüd. Herkunft, 1994 (Qu.-Verz.: P); BHdE II; W. A. Schröder, in: Biogr. Lex. Ostfriesland II (auch zu Walter).

  • Autor

    Bernhard Kytzler
  • Empfohlene Zitierweise

    Kytzler, Bernhard, "Norden, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 341 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd118786423.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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