Lebensdaten
1797 bis 1855
Geburtsort
Carlsruhe (Schlesien)
Beruf/Funktion
Erzherzogin von Österreich ; Palatinessa von Ungarn
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120004879 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maria Dorothea von Württemberg (geborene)
  • Maria Dorothea
  • Maria Dorothea von Württemberg (geborene)
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Maria Dorothea, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120004879.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Ludwig v. W. (1756–1817), S d. Hzg. Friedrich Eugen ( 1797, s. NDB V) u. d. Dorothea v. Brandenburg-Schwedt ( 1798);
    M Henriette (1770–1857), T d. Fürsten Friedrich Wilhelm v. Nassau-Weilburg (1768–1816) u. d. Luise Burggfn. v. Kirchberg;
    Ov Kg. Friedrich I. v. Württemberg ( 1816, s. NDB V);
    B Hzg. Adam v. W. (1792–1847), Hzg. Alexander v. W. (1804–85), k. k. Gen. d. Kav.;
    Schw Amalie (1799–1848, Hzg. Joseph v. Sachsen-Altenburg, 1789–1868), Pauline (1800–73, Kg. Wilhelm I. v. Württemberg, 1781–1864), Elisabeth (1802–86, Mgf. Wilhelm v. Baden, 1792–1859);
    Kirchheim u. Teck 1819 Erzhzg. Joseph (1776–1847), Palatin v. Ungarn (s. NDB X); Schiwäger Kaiser Franz I. v. Österreich ( 1835. s. NDB V), Großhzg. Ferdinand III. v. Toskana ( 1824, s. NDB V), Erzhzg. Johann ( 1859), dt. Reichsverweser 1848/49 (s. NDB X), Erzhzg. Rainer ( 1853), Vizekg. v. Lombardo-Venetien, Erzhzg. Ludwig ( 1864), Vors. d. österr. Staatskonferenz 1835-48 (s. NDB 15), Erzhzg. Rudolf ( 1831), EB v. Olmütz, Kardinal;
    2 S, 3 T, u. a. Joseph (1833–1905), Palatin v. Ungarn, Elisabeth (1831–1903, 1] Erzhzg. Ferdinand v. Österreich-Este, 1821–49, 2] Erzhzg. Karl Ferdinand, 1818–74), Marie Henriette (1836–1902, Kg. Leopold II. v. Belgien, 1835–1909);
    Stief-S Stephan (1817–67), Palatin v. Ungarn;
    E Kgn. Maria Christina v. Spanien ( 1929, s. NDB 16).

  • Leben

    Es erregte einiges Aufsehen am habsburg. Hof, als der ungar. Palatin, Erzherzog Joseph, der Bruder von Kaiser Franz I., die um 21 Jahre jüngere luth. Prinzessin M. ehelichte, war doch der zweifach verwitwete Erzherzog zuerst mit einer russ.-orthodoxen Großfürstin und dann mit einer calvinist. Prinzessin verheiratet gewesen. M., die zu den gebildetsten Frauen ihrer Zeit gehörte, war in jeder Hinsicht eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Im vollen Bewußtsein der Würde und Aufgabe des Amtes ihres Gatten erlernte sie binnen kurzer Zeit perfekt Ungarisch und unterstrich damit ihre Wertschätzung gegenüber der magyar. Nation. Wenn man von den zaghaften Versuchen Maria Theresias absieht, war sie die erste Habsburgerin, die sich öffentlich in Staatsangelegenheiten der Landessprache bediente, ein Schritt, der das ohnehin starke Mißtrauen des Wiener Hofes gegen die überzeugte Lutheranerin noch verschärfte. M. beherrschte Latein, Griechisch und Hebräisch, war in der engl., franz. und deutschen Literatur bewandert und widmete sich ihren musikalischen Neigungen. Über ihre religiös-puritanische Gesinnung hinaus zeigte sie sich in fachtheologischen Fragen äußerst versiert und mit der Bibel bis ins kleinste Detail vertraut. Tatkräftig förderte sie Künste und Wissenschaften. Die Protestanten in Ungarn fanden in ihr eine einflußreiche Fürsprecherin. Als vehemente Gegnerin des Antisemitismus genoß sie auch bei den Juden hohes Ansehen. Ihr Mitgefühl|für die Armen drückte sich in großzügigen finanziellen Hilfeleistungen und persönlichen Aktivitäten aus; so stellte sie anläßlich einer Überschwemmung in Pest 1837 den Obdachlosen Räumlichkeiten des Palastes zur Verfügung und ging den Köchinnen bei der Zubereitung der Mahlzeiten zur Hand. Der Tod Erzhzg. Josephs 1847 beendete eine äußerst glückliche Ehe. Entgegen dem Testament ihres Mannes und dem Heiratsvertrag war es M. nicht vergönnt, in Ungarn zu bleiben. Sie wurde von ihren Kindern getrennt; die Regierung wies ihr das Palais im Augarten in Wien an, das zu einer Zufluchtsstätte für viele Hilfesuchende wurde.

  • Literatur

    Élet-történet, in: Regélö v. 30.8.1835;
    G. Bauhofer, Predigt – Zur Todesfeier d. M. D., 1855;
    J. Székács, Egyházi Beszéd, meliyet Baldogult Mária Dórothea … Ö Fensége Halotti Gyásztisztelete alkalmával, 1855, május 3, 1855;
    G. Loesche, Die ev. Fürstinnen im Hause Habsburg, in: Jb. d. Ges. f. d. Gesch. d. Protestantismus in Österreich 25, 1904, S. 41-71;
    ders., Die Protestantenfreunde im Hause Habsburg, in: Österr. Rdsch. 17, 1908, S. 368 f.;
    S. Payr, Mária Dorottya, József föherceg édesanyja, 1905;
    ders., Mária Dorottya nádorasszony, egykoru napló és eredeti levelek tükrében, 1908;
    S. Kovácz, Az utólsó nádorné, Mária Dorottya emlékezete, 1939;
    Wurzbach VII;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Ronald Bacher, Stefan Kováts
  • Empfohlene Zitierweise

    Bacher, Ronald; Kováts, Stefan, "Maria Dorothea" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 193 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120004879.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA