Lebensdaten
1459 bis 1523
Geburtsort
wahrscheinlich Neubronn
Sterbeort
Eichstätt
Beruf/Funktion
Humanist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119272385 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adelmann von Adelmannsfelden, Bernhard

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Zitierweise

Adelmann von Adelmannsfelden, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119272385.html [24.09.2017].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Adelmann von Adelmannsfelden; M Brigitte von Leonrod; B u. a. Hans (1454–1515), Deutschmeister, Konrad (s. 4).

  • Leben

    A. studierte in Heidelberg und Basel, wo J. Reuchlin sein Lehrer war, ging dann nach Italien und wurde in Ferrara vollends überzeugter Verehrer des Humanismus. 1486 übernahm er das ihm schon 1472 eingeräumte Kanonikat zu Eichstätt, 1498 ein solches in Augsburg. Manche Reisen führten ihn ins Ausland, so 1486 nach Frankreich, 1492 an den englischen Hof, 1497 nach Rom, 1506 in die Niederlande. 1515 stiftete er das St. Sebastiansbruderhaus in Eichstätt. Seine Neigungen gehörten den Wissenschaften, und die humanistische societas Augustana um K. Peutinger durfte in ihm nächst diesem ihr bedeutendstes Mitglied sehen. Selbst wenig produktiv, beschränkte sich sein Wirken auf vermittelnde Anregung nach allen Seiten hin, die fördernde Unterstützung ihm befreundeter Forscher und der Herausgabe älterer Werke, Drucklegung theologischer Streitschriften und die Pflege ausgedehnter literarischer Beziehungen an sich. Mit K. Peutinger und vor allem W. Pirckheimer befreundet, nahm A. 1518 für Luther Partei, blieb aber in der alten Kirche.

  • Literatur

    ADB I; H. A. Lier, Der Augsburger Humanistenkreis mit bes. Berücksichtigung B. A.s v. A., in: Ztschr. d. Hist. Ver. Schwaben, Bd. 7, 1860, S. 68 bis 108; J. Fischer, Domherr B. A. v. A., in: Sammelbll. d. Hist. Ver. Eichstätt, Bd. 4, 1891, S. 4-15; F. X. Thurnhofer, B. A. v. A., 1900; F. Roth, Augsburger Ref.gesch., 1901–11; J. Zeller, Die Brüder Bernhard, Konrad u. Kaspar A. v. A. als Stiftsherren v. Ellwangen, in: Ellwanger Jb. 1922/23; E. König, K. Peutingers Briefwechsel, 1923; Th. Neuhofer, Gabriel v. Eyb, 1934; A. Hämmerle, Die Canoniker d. hohen Domstifts zu Augsburg bis z. Säkularisation, Zürich 1935, S. 1 f.; LThK.

  • Portraits

    Ölgem.-Fragment (Schloß Hohenstadt); Stiftungsbild d. Sebastiansbruderhauses (Eichstätt, Rathaus), Abb. in: F. Mader, Kunstdenkmäler v. Mittelfranken I: Eichstätt, 1924, Tafel LXX.

  • Empfohlene Zitierweise

    Adelmann von Adelmannsfelden, Georg Sigmund Graf, "Adelmann von Adelmannsfelden, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 60-61 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119272385.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Adelmann: Bernhard A. von Adelmannsfelden, geb. 1457, studirte mit seinem gleichstrebenden Bruder Konrad in Tübingen, erhielt nach vollendetem Studium Canonicate in Augsburg und Eichstädt, wurde von dem Bischof von Eichstädt, Wilhelm von Reichenau, mit Reliquien zum König Heinrich VII. von England geschickt und starb 16. Dec. 1523. Er hatte sich von seiner Jugend an der neuen humanistischen Richtung zugewendet, war bereits 1484 in Verbindung mit Reuchlin getreten, die er auch ferner aufrecht erhielt, besonders eng aber mit Wilibald Pirckheimer und dessen Kreis (Michael Hummelburg u. A.) verbunden, wofür viele noch erhaltene Briefe beredtes Zeugniß ablegen. Eigene Schriften verfaßte er nicht, er betheiligte sich nur an der Herausgabe älterer Werke und fügte manchen Büchern seiner Freunde empfehlende Gedichte bei. Er theilte den heftigen Unwillen der Humanisten gegen die Anhänger der alten Richtung, namentlich gegen Johann Eck, und gab demselben durch Herausgabe der Schrift Oekolampad's "Canonicorum indoctorum responsio ad Joh. Eck". 1519. Ausdruck. Dafür wurde er von Eck in die Bulle gegen Luther aufgenommen und konnte sich erst durch dringende Bitten von dem auf ihn gelegten Banne befreien. Durch solches Schicksal scheint er von der ferneren Antheilnahme an den religiösen und litterarischen Bewegungen abgeschreckt worden zu sein. — (Reuchlinsche Briefsammlung. Documenta literaria ed. Heumann, Altorf 1762.) Geiger.

    Konrad A. von Adelmannsfelden, Bruder des Vorigen, um das Jahr 1466 geboren, studirte seit 1483 zu Tübingen und 1486 zu Ingolstadt, wurde 1488 Canonicus zu Ellwangen, 1502 Domherr zu Augsburg, wo er 6. Febr. 1547 starb. Auch er war humanistisch gebildet, Freund geschichtlicher und theologischer Wissenschaft, stand im Briefwechsel mit Reuchlin, Spalatin, Aventin, Kil. Leib, Vit. Bild u. A., und beförderte manche Schrift gelehrter Freunde zum Drucke. Der kirchlichen Bewegung seiner Zeit hielt er sich fern. (F. A. Veith, Bibliotheca Augustana alphab. II. p. 17 s.)

    • Korrektur

      Korrektur: Jetzt ist zu vgl. Histor. Zeitschr. von Schwaben und Neuburg, 1880, I. S. 68: Lier, Der Augsburg. Humanistenkreis mit besonderer Berücksichtigung Bernhard Adelmanns v. Adelmannsfelden.

  • Autor

    Steichele.,
  • Empfohlene Zitierweise

    Geiger, Ludwig, "Adelmann von Adelmannsfelden, Bernhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 79 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119272385.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA