Lebensdaten
vermutlich 1207 bis 1248
Sterbeort
Löwen
Beruf/Funktion
Herzog von Brabant
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136851126 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heinrich II. von Brabant
  • Heinrich II.
  • Heinrich II. von Brabant
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Zitierweise

Heinrich II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136851126.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hzg. Heinrich I. v. B. ( 1235, s. NDB VIII);
    M Gfn. Mathilde v. Boulogne;
    1) vor 22.8.1215 Maria ( 1235), T d. Kg. Philipp ( 1208) u. d. Prn. Irene v. Byzanz ( 1208), 2) um 1240 (1239 ?) Sophie ( 1275), T d. Landgf. Ludwig IV. v. Thüringen ( 1227) u. d. hl. Elisabeth v. Thüringen ( 1231, s. NDB IV);
    2 S, 4 T aus 1) u. a. Hzg. Heinrich III. v. B. (folgt 1248, 1261, s. L, Adelheid, 1273, T d. Hzg. Hugo IV. v. Burgund, 1273), Mathilde ( 1288, 1] Gf. Robert I. v. Artois, 1216–50, 2] Gf. Guido II. v. Châtillon zu St. Pol, 1289), Beatrix ( 1288, 1] Landgf. Heinrich Raspe, 1247, Gegenkg., s. NDB VIII, 2] Gf. Wilhelm III. v. Flandern, 1251), Maria ( 1256, Hzg. Ludwig II. v. Bayern, 1294), Margarethe ( 1277), Äbtissin in Herzogenthal, 1 S, 1 T aus 2) Landgf. Heinrich I. vonHessen ( 1308, s. NDB VIII), Elisabeth ( 1261, Hzg. Albrecht I. v. Braunschweig, 1279, s. NDB I).

  • Leben

    H., der schon mit seinem Vater in einer Urkunde von 1213 erscheint, urkundet bereits seit 1221 in eigenem Namen. Zu Lebzeiten des Vaters nahm er 1234 an dem Feldzug gegen die Stedinger teil; 1235 trat er die Herrschaft an. In der Auseinandersetzung zwischen Kaiser und Papst blieb H. auf Seiten Friedrichs II., während der Klerus, insbesondere der Kölner EB Konrad von Hochstaden, auf der Gegenseite stand. H., der seinen Blick nach Osten richtete, überzog das Erzstift Köln seit 1239 mit einem bis 1242 dauernden Kriege, in dessen Verlauf er bis Neuß gelangte, Bonn niederbrannte und Lechenich belagerte. Die Auseinandersetzung endete mit einem Vergleich und einem Bündnis, bei dem H. die Grafschaft Daelhem erwarb. Nach der Absetzung Friedrichs wurde 1246 H.s Schwiegersohn, Heinrich Raspe, zum König gewählt. Nach dessen Tode präsentierte H. 1247 dem Papst und den Bischöfen als König den Grafên Wilhelm von Holland, an dessen Wahl in Worringen er teilnahm. H. milderte in Brabant die Abgaben der Hörigen, bestimmte, daß alle Vergehen von den zuständigen Schöffen abzuurteilen seien, und versprach Senkung der landesherrlichen Ausgaben.

  • Literatur

    H. Cardauns, Konrad v. Hochstaden, EB v. Köln 1880, S. 9 ff.;
    M. Martens, À propos des testaments d'Henri II (22 janv. 1248) et d'Henri III (26 févr. 1261), ducs de Brabant, in: Revue belge de philol. et d'hist. 23, Brüssel 1944, S. 289-94.

  • Portraits

    Die auf dem bis auf unbedeutende Reste zerstörten Grabmal befindl. Grabfigur ist untergegangen. Abb. d. Figur ist überliefert b. C. Butkens, Les trophées tant sacrés que profanes du duché de Brabant I, Den Haag 1724, S. 239.

  • Literatur

    zu Heinrich I.-III.: ADB XI;
    A. de Witte, Hist. monétaire des comtes de Louvain, ducs de Brabant et marquis du Saint-Empire, Antwerpen 1894-1900;
    G. Smets, Henri I duc de Brabant 1190-1235, Diss. Brüssel 1908;
    H. Nélis, L'origine du tirre duc de Brabant, in: Revue des bibl. et archives de Belgique 7, Brüssel 1908;
    C. Knetsch, Das Haus Brabant, Geneal. d. Herzöge v. Brabant u. d. Landgrafen v. Hessen, 1917;
    Tricot-Royer, Les anciens ducs de Brabant, Leurs morts, leurs sépultures, les exhumations de Louvain, Paris 1930, S. 5 ff.;
    H. Pirenne, Hist. de Belgique I, Brüssel 1949, S. 147 ff.;
    Algem. Geschiedenis d. Nederlanden II, Utrecht 1950, S. 241 ff.;
    E. J. Strubbe u. L. Voet, De chronol. van de middeleeuwen en de moderne tijden in de Nederlanden, Antwerpen-Amsterdam 1960, S. 358;
    Biogr.nat. Belge IX;
    NNBW I, Sp. 1072.

  • Autor/in

    Heinrich Neu
  • Empfohlene Zitierweise

    Neu, Heinrich, "Heinrich II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 348 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136851126.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heinrich II., Herzog von Brabant (1235—1248), der Sohn des vongen, mit dem Zunamen „der Großmüthige“, war schon 46 Jahre alt, als er zur Regierung gelangte; 1234 hatte er an dem Kreuzzug gegen die Stadinger Theil genommen. Durch die Heirath seiner Töchter — die älteste, Mathilde, war die Gattin Robrechts von Artois, eines Bruders von Ludwig IX., die zweite, Beatrix, war mit Heinrich Raspe, Landgrafen von Thüringen verheirathet — wurde er trotz seines friedliebenden Charakters in die damaligen Händel verwickelt. Er selbst heirathete, nachdem er seine erste Frau, Maria von Schwaben, verloren hatte, im J. 1239 Sophie von Thüringen, die Tochter des früheren Landgrafen Ludwig IV. und der heil. Elisabeth von Ungarn. Aus dieser Ehe wurden noch zwei Kinder geboren: Elisabeth von Brabant, die spätere Frau des Herzogs Albrecht von Braunschweig, und Heinrich von Brabant, der Stammvater des Hauses Hessen. Eine Fehde mit dem Erzbischof von Köln, Conrad von Hostade, in welcher brabantische Reiter bis nach Bonn vordrangen, wurde bald beigelegt. Dem Kaiser Friedrich II. blieb der Herzog trotz des von Gregor IX. gegen den ersteren aussprochenen Bannes anfangs treu, als jedoch sein Schwiegersohn, Heinrich Raspe, zum Gegenkaiser erwählt wurde, schlug er sich auf des letztern Seite, war aber nach dessen Tod trotz der dringendsten Vorstellungen des päpstlichen Legaten Caputio nicht zu bewegen, selbst als Candidat für die Kaiserkrone aufzutreten, lenkte dagegen die Aufmerksamkeit der Reichsfürsten auf seinen Neffen, Wilhelm von Holland, der denn auch wirklich zum römischen König gewählt wurde. Aber nicht lange konnte der Herzog den Neugewählten mit Rath und That unterstützen, denn dieser starb schon den|1. Febr. 1248. Er war ein bei seinen Unterthanen sehr beliebter Fürst, für deren materielle Wohlfahrt er während seiner dreizehnjährigen Regierung stets bedacht gewesen war.

  • Autor/in

    Th. Wenzelburger.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wenzelburger, Theodor, "Heinrich II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 481-482 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136851126.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA