Lebensdaten
1893 bis 1946
Geburtsort
Stettin
Sterbeort
Internierungslager Sachsenhausen bei Berlin
Beruf/Funktion
Schauspieler ; Intendant
Konfession
-
Normdaten
GND: 118690507 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schulz, Georg Heinrich (eigentlich)
  • George, Heinrich
  • Schulz, Georg Heinrich (eigentlich)
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

George, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690507.html [19.07.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Aug. Schulz, Deckoffz. d. Marine, dann im Verwaltungsdienst d. Stadt St.;
    M N. N., T d. Gastwirts Glander;
    1933 Berta, Schauspielerin, T d. Karl Drews, Prof. a. d. Maschinenbauschule in Posen, seit 1918 in St., u. d. Helene Harsdorf;
    2 S, u. a. Götz (* 1938), Schauspieler.

  • Leben

    G. erhielt Schauspielunterricht bei Bernhard Majewski in Stettin und begann seine Laufbahn 1912 in Kolberg. Über Bromberg, Neustrelitz und Dresden kam er zu Gustav Hartung nach Frankfurt/Main, von dort über Salzburg (Festspiele) 1921 nach Berlin an Max Reinhardts Deutsches Theater. In Berlin blieb er, von Gastspielen abgesehen (wie 1922 an der Wiener Burg), gründete hier mit Alexander Granach 1923 das „Schauspieler-Theater“ und war von 1923-34 an den Preußischen Staatstheatern unter Leopold Jeßner engagiert, wo die für ihn entscheidende künstlerische Begegnung mit Jürgen Fehling erfolgte. 1925-28 ist G. gleichfalls an der Volksbühne und bei Erwin Piscator beschäftigt worden. Ab 1934 schließen sich Gastspiele an. Am 30.1.1937 wurde G., der ursprünglich mit der politischen Linken sympathisiert und den Nationalsozialismus abgelehnt hatte, zum Staatsschauspieler ernannt. Im selben Jahr wurde er zum Intendanten des Berliner Schillertheaters berufen, das nach einem Umbau im Herbst 1938 mit G.s „Kabale und Liebe“-Inszenierung wieder eröffnet worden ist. Im Spielplan nahmen Schiller, Goethe, Shakespeare den Vorrang ein neben Kleist, Björnson, Calderon, Grillparzer, Ibsen, Strindberg und G. Hauptmann. Verfolgten und dem Regime nicht genehmen Künstlern gewährte G. an seinem Theater Schutz.

    Bereits während der 20er Jahre galt G. als Helden- und Charakterdarsteller von hohem Rang. Auf der Bühne und im Film hat er diesen Ruf bestätigt und wachsende Berühmtheit erlangt. Seine massige Statur und sein tenorales, leicht heiseres Organ prädestinierten ihn für Rollen, die körperliche Wucht und charakterliche Sensibilität erforderten. Gewaltmenschen vermochte er ebenso glaubhaft zu machen wie haltlose oder gestrauchelte Existenzen. Die Schwächen seiner Kraftnaturen verhehlte er meist nicht, und seinen Schwächlingen gab er einen Abglanz einstiger Stärke mit. Sein vom Expressionismus geprägter Darstellungsstil erhielt schließlich realistische Züge, immer aber blieb G. der intuitiven, dionysischen Schaffensweise verbunden.

  • Werke

    Wichtigste Bühnenrollen: Holofernes, 1922;
    Siebenmark, 1923;
    Hinkemann, 1924;
    Peer Gynt u. Macbeth, 1927;
    Blauer Boll u. Götz, 1930;
    Richter v. Zalamea, 1931;
    Othello, 1932;
    Geßler u. Luther, 1933;
    Falstaff, 1935;
    Jau, 1936;
    Wehrhahn, 1937;
    Großer Kurfürst, 1940;
    Hannibal, 1941. - Mitwirkung in Filmen: Metropolis, 1926;
    Affaire Dreyfus, 1930;
    Reifende Jugend, 1933;
    Stützen d. Gesellschaft, 1935;
    Wenn d. Hahn kräht, 1936;
    Versprich mir nichts u. Ein Volksfeind, 1937;
    Heimat, 1938;
    Das unsterbliche Herz u. Der Postmeister, 1939;
    Jud Süß, 1940;
    Der große Schatten, 1942;
    Kolberg, 1943.

  • Literatur

    J. Bab, in: Schauspieler u. Schauspielkunst, 1926 (P);
    A. Mühr, in: Kulturbankrott d. Bürgertums, 1928 (P);
    K. Raeck, H. G. 25 J. Schauspieler, 1937 (P);
    J. Gregor, in: Meister dt. Schauspielkunst, 1939 (P);
    H. E. Weinschenk, in: Schauspieler erzählen, 1941 (P);
    R. Biedrzynski, in: Schauspieler, Regisseure, Intendanten, 1944 (P);
    P. Fechter, H. G. als Falstaff, in: Große Zeit d. dt. Theaters, 1950;
    ders., in: Abschied v. e. Generation, = Westermanns Mhh. Nr. 3, 1950;
    A. Kerr, Die Welt im Drama, 1954;
    B. Drews [Ehefrau], H. G., Mit Btrr. v. J. Fehling, P. Fechter, W. Felsenstein, H. Ihering, W. v. Scholz u. a., 1959 (P);
    Kosch, Theater-Lex.;
    Enc. dello Spettacolo V, Rom 1958 (P);
    Glenzdorfs Internat. Film-Lex. I, 1960.

  • Portraits

    Gem. v. O. Dix, 1932 (Berlin, Privatbes. B. Drews), Abb. in: O. Dix, Gem. u. Graphik v. 1912–57, Kat. d. Dt. Ak. d. Künste, (Ost-)Berlin, 1957;
    Gem. (mit Fam.) v. M. Beckmann, 1935 (Berlin, Gal. d. 20. Jh.), Abb. in: Berliner Bildnisse aus 3 Jhh., Kat. München, 1962, u. b. Drews, s. L;
    Gem. v. M. Pechstein (Berlin, Privatbes. B. Drews).

  • Autor/in

    Klaus Riemer
  • Empfohlene Zitierweise

    Riemer, Klaus, "George, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 234-235 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690507.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA