Lebensdaten
1822 bis 1890
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Konstanz
Beruf/Funktion
Bankier
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 101612443 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Delbrück, Gottlieb Adelbert
  • Delbrück, Adelbert
  • Delbrück, Gottlieb Adelbert

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Delbrück, Adelbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101612443.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gottlieb (1777–1842), Dr. iur. h. c., Geh. Oberregierungsrat u. Kurator der Univ. Halle, S des Frdr. Heinr. (1736–83), Advokat u. Ratsmann in Magdeburg (Urenkel des Daniel, s. Einl.), u. der Cath. Marie Jänsch (1738–1814), verw. Walstab, aus Kaufm.-Fam.;
    M Auguste (1794–1833), T des Hofrats Dr. med. Joh. Emanuel Bremer ( 1816) in Berlin u. der Christine Breitenberg;
    Ov Ferd. s. Genealogie (6), Frdr. Göschen s. Genealogie (6); 17 Geschwister;
    B Hugo (1825–1900), Dr. phil., 1856-93 Dir. des Portland-Zementwerks Züllchow b. Stettin AG, Gründer u. 1877-99 erster Vors. des Ver. Deutscher Cement-Fabriken, GKR;
    Schw Marie ( 1908, M des Literarhistorikers Berthold Litzmann, 1926); Halbbrüder Felix s. Genealogie (1), Ernst s. Genealogie (2), Berthold s. Genealogie (4); Halbschwester Franziska ( 1849, M des Theol. Ernst v. Dryander, 1922, Großmutter des Physikers Eduard Grüneisen, 1949);
    Berlin 1853 Luise (1831–1922), T des Theol. Ludw. Jonas ( 1859) in Berlin (s. ADB XIV) u. der Elis., Schw des preußischen Min. Maximilian Gf. v. Schwerin;
    2 S, 3 T, u. a. Heinrich s. (5), Ludwig (1860–1913), Inh. des Bankhauses D., Schickler u. Co., kaiserlicher Schatullenverwalter unter Wilh. II. u. Mitgl. des preußischen Herrenhauses, Vizepräsident der Kaiser-Wilhelm-Ges., | Aufsichtsratsmitglied der Friedrich Krupp AG, Emma ( 1922, ⚭ Michelet v. Frantzius, 1926, Dir. im Ausw. Amt), Luise ( 1941, ⚭ Werner Körte, 1937, Prof. der Chirurgie in Berlin, s. Rhdb., P);
    N Berthold s. (1), Clemens s. (2), Hans (siehe 4), Max s. (7); Enkel (Sohn des Ludw.) Adelbert (* 1898), Bankier (s.Rhdb.); Großneffe (Enkel des Hugo) Helmuth (* 1891), Bundesrichter.

  • Leben

    Nach Beendigung seines Jurastudiums war D. kurze Zeit Rechtsanwalt in Mönchengladbach. 1854 gründete er unter Beteiligung von rheinischen Kaufleuten in Berlin das Bankhaus Delbrück, Leo & Co.. Am bekanntesten ist D. als Mitbegründer und erster Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank geworden, die den deutschen Im- und Export von englischer Finanzierung unabhängig machen und dem deutschen Außenhandel die erforderlichen Kredite zur Verfügung stellen sollte. Um diese Lücke des deutschen Bankwesens zu schließen, konstituierte sich 1869 ein Komitee, in dem eine Anzahl angesehener Bank- und Handelshäuser vertreten waren. Die Initiative und Führung lag bei D., der für die im Frühjahr 1870 vollzogene Gründung unter anderem Ludwig Bamberger, damals Mitglied des Zollparlaments, zu interessieren wußte. Zusammen mit A. von der Heydt hatte D. schöpferischen Anteil auch an den Tochtergründungen der Deutschen Bank, der Deutschen Baugesellschaft, der Gesellschaft für Bauausführungen und der Berliner Hotelgesellschaft, die mit einem Aktienkapital von 2 000 000 Talern und 500 000 Talern Hypotheken den Kaiserhof baute. Unstimmigkeiten mit Georg von Siemens, dem ersten geschäftsführenden Direktor der Deutschen Bank, zwangen D. später den Vorsitz niederzulegen, doch gehörte er bis zu seinem Tode noch dem Aufsichtsrat an. 1886-89 war er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Überseebank. D. war ferner Mitbegründer des 1861 in Berlin gegründeten Deutschen Industrie- und Handelstages. Mehr Theoretiker als Praktiker und von einer besonders gewandten Dialektik, war er 1870-85 erster Vorsitzender dieses Gremiums. Alle großen Probleme, welche in diesen 15 Jahren den deutschen Kaufmannsstand bewegten, wie Münz- und Währungswesen, Konsular-Angelegenheiten, Kolonialwesen und andere, sind im Deutschen Handelstag unter D.s Leitung verhandelt worden. In seiner Eigenschaft als Mitglied des Ältesten-Collegiums der Berliner Kaufmannschaft hat D. die Entwicklung und Organisation der Berliner Börse maßgeblich beeinflußt. Er war Mitglied der Berliner Stadtverordneten-Versammlung.

    Unter D.s Sohn Ludwig wurde das väterliche Geschäft mit dem ältesten Berliner Privatbankhaus Gebrüder Schickler 1910 zu Delbrück-Schickler & Co. fusioniert.

  • Literatur

    Nachrufe, in: Berliner Börsen-Courier Nr. 261 v. 27.5.1890 u. Berliner Börsen-Ztg. Nr. 240 v. 27.5.1890;
    Berlins Aufstieg z. Weltstadt, hrsg. v. Verein Berliner Kaufleute u. Industrieller, 1929 (P). - Zu B Hugo: Tonindustr.-Ztg. 24, 1900, S. 280 u. 1635 f.;
    Dt. Zement 1852-1952, 1952, S. 25-27 (P); zu S Ludw.:
    R. Martin, Jb. d. Vermögens u. Einkommens d. Millionäre in Berlin, 1913.

  • Autor/in

    Hans-Henning Zabel
  • Empfohlene Zitierweise

    Zabel, Hans-Henning, "Delbrück, Adelbert" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 576-577 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101612443.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA