Lebensdaten
1895 – 1961
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Paris Paris
Beruf/Funktion
Politikerin ; Publizistin ; Schriftstellerin
Konfession
konfessionslos
Normdaten
GND: 118691392 | OGND | VIAF: 315943156
Namensvarianten
  • Eisler, Elfriede Maria
  • Friedländer, Elfriede
  • Golke, Elfriede; Pleuchot, Elfriede; Eisler Pleuchot, Elfriede; Ruth Kämpfer; Maria Ida Schmidt; Genossin Müller; Severing; Wagner; Bucher; Helene Geiringer; Liane Bosshart; E. Dubois; Wilfried Dubois
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Fischer, Ruth, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118691392.html [27.01.2023].

CC0

  • Als Politsekretärin der KPD (1924/25) war Ruth Fischer die weltweit erste Frau, die allein an der Spitze einer politischen Massenpartei stand. 1933 vom NS-Regime ausgebürgert, brach sie im US-Exil radikal mit ihrer bisherigen Überzeugung und wurde eine medienwirksame Gegnerin des stalinistischen Kommunismus.In den 1950er Jahren wandte sie sich wieder der äußersten politischen Linken zu, ohne erneut von kommunistischer Seite akzeptiert zu werden.

    Ruth Fischer (InC)
    Ruth Fischer (InC)
  • Lebensdaten

    Geboren am 11. Dezember 1895 in Leipzig
    Gestorben am 13. März 1961 in Paris
    Grabstätte Cimetière du Montparnasse in Paris
    Konfession konfessionslos
  • Lebenslauf

    11. Dezember 1895 - Leipzig

    1901 - Wien

    Übersiedlung der Familie

    1901 - 1914 - Wien

    Schulbesuch (Abschluss: Matura)

    Volks- und Mittelschule für Mädchen; seit 1908 Besuch des Lyzeums Dr. Wessely

    1914 - 1918 - Wien

    Studium u. a. der Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Psychologie (ohne Abschluss)

    Universität

    1914 - 1918 - Wien

    Mitglied

    Sozialdemokratische Arbeiterpartei Österreichs (SDAPÖ)

    1918 - 1919 - Wien

    Mitbegründerin; Mitglied

    Kommunistische Partei Deutsch-Österreichs (KPDÖ)

    1919 - Berlin

    Übersiedlung

    Januar 1920 - 1926 - Berlin

    Mitglied

    KPD

    1920 - Berlin

    Angestellte im Frauensekretariat

    KPD

    1921 - Berlin

    Angestellte im Westeuropäischen Büro

    Kommunistische Internationale

    1921 - Berlin

    Wahl in den Bezirksausschuss

    KPD

    1921 - Berlin

    zweimalige kurze Untersuchungshaft (Juli und Dezember)

    1921 - Berlin

    Vorsitzende des Aktionsausschusses

    KPD

    1922 - Berlin

    deutsche Staatsbürgerin (durch Scheinheirat)

    1924 - 1928 - Berlin

    Abgeordnete der KPD, seit 1926 fraktionslos, seit 1927 Fraktion der Linken Kommunisten

    Reichstag

    1924 - 1925 - Berlin

    Politsekretärin

    KPD

    1924 - Moskau

    Wahl zur Kandidatin des Exekutivkomitees der Komintern (EKKI)

    Kommunistische Internationale

    1925 - 1926 - Moskau

    „Ehrenexil“

    Hotel Lux

    1928 - 1928 - Berlin

    Mitglied

    Leninbund

    1928 - 1928 - Berlin

    Ausbildung zur Sozialfürsorgerin

    Deutsche Hochschule für Politik

    1928 - 1933 - Berlin

    Kinderfürsorgerin

    Bezirksamt Prenzlauer Berg

    1933 - Paris

    Flucht über die Tschechoslowakei, Österreich und die Schweiz

    1933

    Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft

    1934 - 1936 - Paris

    Beratendes Mitglied des Sekretariats

    Linke Opposition

    1934 - 1939 - St. Denis bei Paris

    Sozialfürsorgerin

    Bürgereisteramt

    1935 - Paris

    französische Staatsbürgerin (durch Scheinheirat)

    1936 - 1937 - Paris

    Mitglied

    Sekretariat der Linken Opposition

    1936 - Moskau

    Anklage im 1. Moskauer Prozess wegen angeblicher Verschwörung gegen die Sowjetunion (in absentia)

    1940 - 1941 - New York City

    Flucht über Marseille und Lissabon

    1942 - 1944 - New York City

    Stipendiatin

    New School for Social Research

    1943 - 1952 - New York City

    Agentin verschiedener US-amerikanischer und britischer Geheimdienste

    Federal Bureau of Investigation (FBI); International Research Department (IRD)

    1944 - 1955 - Cambridge (Massachusetts, USA)

    Stipendiatin (Forschungsauftrag zur Geschichte des deutschen Kommunismus)

    Harvard University

    1946

    erste Reise nach Deutschland. Seitdem zahlreiche Reisen nach Europa und Asien

    1947 - Washington, DC

    Aussage vor dem „House Committee on Un-American Activities“, u. a. gegen ihren Bruder Gerhart Eisler

    United States House of Representatives

    1947 - New York City

    US-amerikanische Staatsbürgerin

    1949 - Frankfurt am Main

    Mitinitiatorin

    Kongress für Kulturelle Freiheit

    1954 - Düsseldorf

    Ablehnung des Antrags auf Entschädigung für die 1933 erlittenen Verluste

    Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen

    1956 - 1961 - Frankfurt am Main

    Entschädigungszahlung und Pension für die 1933 erlittenen Verluste

    1956 - Paris

    Übersiedlung

    1956 - 1961 - Paris

    Research Consultant der Harvard University

    1957 - 1961 - Paris

    Dozentin für Geschichte und Politik des Kommunismus

    Sorbonne; École pratique des hautes études

    1960 - 1961

    Kontakte zum SDS

    Sozialistischer Deutscher Studentenbund

    13. März 1961 - Paris Paris
  • Genealogie

    Vater Rudolf Eisler 1873–1926 jüdisch, später konfessionslos; 1894 Dr. phil.; Philosoph und Übersetzer, u. a. von Gustave Le Bons „Psychologie der Massen“
    Großvater väterlicherseits Ferdinand Eisler gest. 1913 jüdisch; Kaufmann; Tuchhändler
    Großmutter väterlicherseits Rosa Eisler, geb. Meyer gest. 1926 jüdisch
    Mutter Ida Maria Fischer 1875–1927 aus Schwetzingen; evangelisch; Hausfrau; Gasthörerin an der Universität Leipzig; Publikation kleinerer Artikel in den „Leipziger Neuesten Nachrichten“
    Großvater mütterlicherseits Anton Fischer aus Schwetzingen bei Heidelberg; Fleischer
    Großmutter mütterlicherseits Regine Fischer aus Pomßen bei Leipzig
    Bruder Gerhart Eisler 1897–1968 KPD-Politiker; Journalist
    Bruder Johannes (Hanns) Eisler 1898–1962 Komponist; Musiktheoretiker
    1.Heirat 10.7.1915
    Ehemann Paul Friedländer 1891–1942? Journalist; Holocaustopfer
    Scheidung 16.2.1922
    Sohn Friedrich Gerhart Friedländer 1917–2001 Mathematiker; 1933 Flucht nach England; Lecturer, Victoria University of Manchester, Honorary Fellow, University College London, konfessionslos, verh. mit Yolande Friedländer, geb. Moden (1924–1968)
    Lebenspartner (seit 1919) Arkadij Maslow (eigentlich Isaak Jefimowitsch Tschemerinskij) 1891–1941 jüdisch, später konfessionslos; KPD-Politiker russischer Herkunft; politischer Publizist
    2. Heirat 27.10.1922
    Ehemann Gustav Golke 1889–1937
    Scheidung 1928
    3. Heirat 20.2.1935
    Ehemann Edmond Pleuchot Schumacher
    Scheidung 1940
  • Biografie

    Fischer trat 1914 in Wien der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei bei und studierte hier bis 1918 u. a. bei Max Adler (1873–1937) Pädagogik, Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Psychologie, ohne das Studium abzuschließen. Seit 1917 Mitglied der Vereinigung Sozialistischer Studenten, war sie im November 1918 Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Deutsch-Österreichs (Mitgliedsnummer 1). Nach ihrem Umzug nach Berlin im August 1919 lernte sie den KPD-Politiker Arkadij Maslow (1891–1941) kennen, der bis zu seinem Tod ihr Lebenspartner blieb.

    Seit Januar 1920 im Frauensekretariat der KPD tätig, wechselte Fischer im selben Jahr als Angestellte (u. a. als Übersetzerin für Englisch und Französisch) in das Westeuropäische Büro der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Berlin und nahm Ende 1922 am IV. Weltkongress der Komintern in Moskau teil, wo sie Wladimir I. Lenin (1870–1924) und Leo Trotzki (1879–1940) kennenlernte. Im Februar 1923 in die KPD-Zentrale (später Zentralkomitee) kooptiert, wurde Fischer im Februar 1924 in das Politbüro der KPD gewählt, die sie seit Mai 1924 auch als Reichstagsabgeordnete vertrat.

    Am 23. Mai 1924 wählte das KPD- Zentralkomitee Fischer zur Politsekretärin und damit de-facto-Leiterin der KPD. In der Folge forcierte sie die Angleichung ihrer Partei an das sowjetische Modell mit seiner rigiden Organisationsstruktur, die jeden innerparteilichen Pluralismus unterband. Auf dem V. Weltkongress der Komintern (Juni/Juli 1924) votierte sie als Anhängerin der Sozialfaschismusthese Grigorij J. Sinowjews (1883–1936) für einen scharfen Kampf gegen die Sozialdemokratie. Nach heftiger Kritik der Komintern-Führung an ihrem autoritären Führungsstil wurde Fischer am 1. September 1925 aus dem Politsekretariat der KPD ausgeschlossen und kurz darauf aus dem Politbüro abberufen. Von August 1925 bis Juni 1926 im „Ehrenexil“ in Moskau festgehalten, hatte sie Unterredungen mit Nikolaj I. Bucharin (1888–1938), Sinowjew und Josef W. Stalin (1878–1953), der vergeblich versuchte, sie für sich zu gewinnen. Am 19. August 1926 wurde Fischer mit Maslow unter dem Vorwurf des „Fraktionismus“ aus der KPD ausgeschlossen; mehrere Anträge auf Wiederaufnahme blieben erfolglos.

    Nach dem Ende ihres Reichstagsmandats im Mai 1928 erwarb Fischer an der „Deutschen Hochschule für Politik“ in Berlin einen Abschluss als Sozialfürsorgerin und arbeitete anschließend als Kinderfürsorgerin im Bezirksamt Prenzlauer Berg. Hier veröffentlichte sie 1933 mit Franz Heimann (1889–1972) die „Deutsche Kinderfibel“, in der das Elend von Arbeiterkindern in der Weltwirtschaftskrise beschrieben und angeprangert wird.

    Nach der NS-Machtübernahme floh Fischer am 9. März 1933 nach Paris. Im August 1933 war sie die einzige Frau auf der ersten Liste von NS-Gegnern, denen das Regime die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannte. Von 1934 bis 1939 als Sozialfürsorgerin in St. Denis bei Paris tätig, unterhielt Fischer zeitweise enge politische Kontakte zu Trotzki. Mit Maslow wurde sie im ersten Moskauer Schauprozess (August 1936) der Verschwörung gegen die Sowjetunion beschuldigt und in Abwesenheit de facto (nicht de jure) zum Tode verurteilt.

    1940 flüchtete Fischer nach New York City, wo sie im April 1941 ankam. Maslow erhielt kein US-Visum und ging nach Kuba, wo er im November 1941 bei einem Verkehrsunfall starb. Von einem stalinistischen Auftragsmord ausgehend, wurde Fischer zu einer entschiedenen Gegnerin des Sowjetstaats und vielbeachteten, antikommunistischen Publizistin, v. a. als Herausgeberin des Periodikums „The Network“; ihr Aufsatz „Bert Brecht, Minstrel of the GPU“ (April 1944) erfuhr landesweite Beachtung.

    Fischer verfasste seit 1943 regelmäßig für verschiedene US-amerikanische und britische Geheimdienste sowie für das US-Außenministerium Expertisen zur Politik der Sowjetunion und des internationalen Kommunismus. Ohne Beweise vorzulegen, beschuldigte sie zahlreiche deutsche Exilanten öffentlich der Zusammenarbeit mit sowjetischen Geheimdiensten. Mit finanzieller Unterstützung der Harvard University verfasste sie die Studie „Stalin and German Communism“ (1948), in der sie die Unterwerfung der KPD unter Stalin darstellte, ihren eigenen Anteil daran durch die vorherige rigide Disziplinierung der Partei aber verschwieg.

    1951 suchte der vom bundesdeutschen Ministerium des Innern verdeckt finanzierte Volksbund für Frieden und Freiheit (VFF) die Zusammenarbeit mit Fischer, zu der es aber nicht kam. Als sie im Oktober 1951 erfuhr, dass der Chef des VFF, Eberhard Taubert (1907–1976), 1933 als hoher NS-Funktionär ihren Sohn Friedrich misshandelt hatte, brach Fischer alle Geheimdienstkontakte ab. Nachdem sie im Mai 1956 von New York City nach Paris gezogen war, betonte sie in zahlreichen Vorträgen, v. a. vor Gewerkschaften, ihre Rückwendung zur radikalen Linken. Den von Nikita S. Chruschtschow (1894–1971) initiierten Reformkurs der Sowjetunion begrüßte sie, überschätzte ihn jedoch in seiner Tragweite.

    1956 erhielt Fischer einen ständigen Arbeitsauftrag der Harvard University als Research Consultant und gab bis 1961 Lehrveranstaltungen zur Geschichte und Politik des Kommunismus an der Sorbonne und der École pratique des hautes études. Sie stand seit 1956 im Austausch mit Linkssozialisten wie Wolfgang Abendroth (1906–1985) und Isaac Deutscher (1907–1967) und nahm 1960 Kontakte zum Sozialistischen Deutschen Studentenbund auf, von dem sie zu Vorträgen über die kommunistische Bewegung sowie die antikolonialen Kämpfe in Asien und Afrika in die Bundesrepublik eingeladen wurde.

  • Auszeichnungen

    1913–1914 Mitglied der Freideutschen Jugend
    • Quellen

      Nachlass:

      Houghton Library, Harvard University, Cambridge (Massachusetts, USA), bMS Ger 204. (Ruth Fischer Papers)

      Weitere Archivmaterialien:

      Stiftung Archiv der Parteien- und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv Berlin (SAPMO-BArch), Historisches Archiv der KPD, v. a. RY 1/I 2/1 (Tagungen des Zentralausschusses), RY 1/I 2/2 (Konferenzen, Sitzungen und Beratungen des Zentralausschusses), RY 1/I 2/3 (Polbüro/Politbüro), RY 1/I 2/5 (Sekretariat des ZK), RY 1/I 3/1–2 (Bezirk Berlin-Brandenburg), RY 1/I 6/10 (Politisches Sekretariat des EKKI) und RY 5/I 6/3 (Deutsche Sektion beim EKKI).

      Russisches Staatsarchiv für sozial-politische Geschichte (RGASPI), Moskau, Fonds 495 (Kommunistische Internationale); Bestand 205, Personalakten Nr. 6053 (Paul Friedländer), Nr. 8644 (Ruth Fischer), Nr. 8651 (Arkadij Maslow).

      Polizei-Archiv, Wien, Dr.-Schober-Archiv, Karton Verschiedenes B (1892–1932), Umschlagheft: Kommunistische Bewegung in Wien. Historischer Überblick.

      Wienbibliothek im Rathaus, Tagblattarchiv, Wien, Personenmappe Fischer, Ruth.

      Robert F. Wagner Labor Archives, The Tamiment Library, New York University, Gerhart Eisler FOIA File TAM 219.

      The National Archives, College Park, Maryland, Record Group 59. (Department of State, Decimal Files: Fischer, Ruth)

      Hoover Institution on War, Revolution and Peace, Stanford (California, USA), Karl Frank Collection, Box No. 7. (Attacks on Karl Frank, Folder 6: Ruth Fischer and „The Network“)

      Ohio State University, University Libraries, Columbus (Ohio, USA), Alexander Stephan Collection of FBI Files on German Intellectuals in US Exile, File 57: Fischer, Ruth.

      Houghton Library, Harvard University, Cambridge (Massachusetts, USA), bMS Rus 13.1 (The Trotskii Collection), Mappen 1011-10, 7790-7794, 9025-9026. (Briefwechsel Leo Trotzkis mit Ruth Fischer und Arkadij Maslow)

      Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam, Collection International Institute of Social History, Ruth Fischer Memoirs by her son Gerard Friedlander, Manuscript, 1995.

      Gedruckte Quellen:

      Peter Lübbe (Hg.), Ruth Fischer–Arkadij Maslow: Abtrünnig wider Willen. Aus Reden und Manuskripten des Exils, 1990. (P)

    • Werke

      Monografien:

      Ist Deutschösterreich reif zur Räterepublik? Reden von Karl Toman und Elfriede Friedländer auf der 2. Reichskonferenz der Arbeiterräte Deutschösterreichs am 30. Juni 1919, 1919.

      Sexualethik des Kommunismus. Eine prinzipielle Studie, 1920, Raubdruck 1970.

      Ruth Fischer/Franz Heimann, Deutsche Kinderfibel, 1933, Nachdr. 1986.

      Stalin and German Communism. A Study in the Origins of the State Party. Preface by Sidney B. Fay, 1948, Nachdr. eingel. v. John C. Leggett, 1982.

      Stalin und der deutsche Kommunismus. Der Übergang zur Konterrevolution, übersetzt v. Heinz Langerhans, 1950, 21951, Neuausg. in 2 Bde., eingel. v. Klaus Kinner, 1991.

      Von Lenin zu Mao. Kommunismus in der Bandung-Ära, 1956.

      Die Umformung der Sowjetgesellschaft. Chronik der Reformen 1953–1956, 1958.

      Herausgeberschaften:

      Cahiers d’Europe. Revie mensuelle critique et littéraire, zwei Nummern, 1939. (mit Arkadij Maslow, der de facto Alleinautor war)

      The Network. Information Bulletin on Stalinist Organizations and Organizational Forms, seit 1946 The Russian State Party. Newsletter on Contemporary Communism, 1944–1947.

      Aufsätze und Artikel:

      Die Befreiung der Frau, in: Die revolutionäre Proletarierin (Beilage der Zeitung „Die soziale Revolution“) v. 5.3.1919.

      Frauenkursus Groß-Berlin, in: Die Rote Fahne v. 24.10.1920.

      Zur Taktik der Einheitsfront, in: Die Internationale 5 (1922), Nr. 3, S. 57–63.

      Die Hauptprobleme des IV. Kongresses, in: Die Rote Fahne v. 23.12.1922 (Beilage).

      Zum V. Weltkongress der Kommunistischen Internationale, in: Die Internationale 7 (1924), Nr. 12, S. 383–386, u. Nr. 15, S. 469–472.

      Die gegenwärtigen Aufgaben unserer Partei, in: Der Funke. Organ für die Mitglieder der KPD des Bezirks Berlin-Brandenburg, Nr. 2 v. 22.3.1924.

      Demokratischer Zentralismus und Rosa Luxemburg, in: Der Funke. Organ für die Mitglieder der KPD des Bezirks Berlin-Brandenburg, Nr. 4/5 v. 7.4.1924.

      Stalin’s Quislings – Kremlin Rallies International Circles to Support Soviet Manoever for „Free Germany“, in: The New Leader v. 2.10.1943.

    • Literatur

      Monografien:

      Ossip K. Flechtheim, Die KPD in der Weimarer Republik, 1948. (Onlineressource)

      Guenther Reinhardt, Crime Without Punishemnt. The Secret Soviet Terror Against America, [1953], S. 38–47.

      Mathilde Montagnon, Ruth Fischer 1895–1961. Itinéraire d’une communiste oppositionelle, 1968. (unveröff. Diplomarbeit, Université Pierre Mendès-France)

      Hermann Weber, Die Wandlung des deutschen Kommunismus. Die Stalinisierung der KPD, 2 Bde., 1969.

      Thoralf Reinhardt, Zur politischen Biographie Ruth Fischers (Elfriede Friedländers) in den Jahren 1913–1941, unter besonderer Berücksichtigung ihrer frauenpolitischen Aktivitäten und Vorstellungen in den Jahren 1915–1925, 1992. (unveröff. Diplomarbeit, Pädagogiosche Hochschule Leipzig)

      Sabine Hering/Kurt Schilde (Hg.), Kampfname Ruth Fischer. Wandlungen einer deutschen Kommunistin, 1995.

      Friederike Wißmann, Hanns Eisler. Komponist, Weltbürger Revolutionär, 2012, S. 27–40.

      Mario Keßler, Ruth Fischer. Ein Leben mit und gegen Kommunisten (1895–1961), 2013, gek. engl. Ausg. u. d. T. Communism – For and Against. The Political Itineraries of Ruth Fischer (1895–1961), 2013.

      Marcel Bois, Kommunisten gegen Hitler und Stalin. Die Linke Opposition der KPD in der Weimarer Republik. Eine Gesamtdarstellung, 2014, 22016.

      Mario Kessler, Resisting Moscow? Ruth Fischer and the KPD, 1923–1926, in: Norman LaPorte/Ralf Hoffrogge (Hg.), Weimar Communism as Mass Movement, 2017, S. 109–128.

      Mario Keßler, Westemigranten. Deutsche Kommunisten zwischen USA-Exil und DDR, 2019, S. 191–221.

      Mario Kessler, A Political Biography of Arkadij Maslow, 1891–1941. Dissident Against His Will, 2020.

      Aufsätze und Artikel:

      Johannes Fischart [Erich Dombrowski], Neue Politikerköpfe. IV: Ruth Fischer, in: Die Weltbühne 20 (1924), S. 618–620.

      Branko Lazitch, Métamorphoses de Ruth Fischer?, in: Est et Ouest, Paris, Nr. 243 (1.–15.10.1960), S. 16 f.

      Ruth Körner, Art. „Fischer, Ruth“, in: Wolfgang Benz/Hermann Graml, Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik, 1988, S. 86 f.

      Hermann Weber/Andreas Herbst, Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, 2004, S. 205–207. (Onlineressource)

      Annelie Schalm (unter Mitarbeit v. Michael Buckmiller), Ruth Fischer. Eine Frau im Umbruch des internationalen Kommunismus 1920–1927, in: Michael Buckmiller/Klaus Meschkat (Hg.), Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt, 2007, S. 129–147.

      Jost Hermand, Ruth Fischer alias Elfriede Friedländer. Sexualwissenschaftlerin, Kommunistin, Antistalinistin, in: Heidi Beutin (Hg.), Die Frau greift ein in die Politik. Schriftstellerinnen in Opposition, Revolution und Widerstand, 2010, S. 317–332.

    • Onlineressourcen

    • Porträts

      Fotografie, 1924, Abbildung in: Reichstags-Handbuch, II. Wahlperiode 1924, hg. v. Bureau des Reichstags, 1924, S. 629, hier unter dem Namen Golke. (Onlineressource)

      Fotografie, ca. 1920, Abbildung in: Peter Lübbe (Hg.), Ruth Fischer–Arkadij Maslow. Abtrünnig wider Willen. Aus Reden und Manuskripten des Exils, 1990, Bildteil nach S. 48, Abb. 17.

      Fotografie, Juni 1924, Abbildung in: ebd., Abb. 21.

      Fotografie, ca. 1953, New York City, Abbildung in: ebd., Abb. 43.

      Terracottabüste v. Yolande Friedländer (1914–1968), 1962, Abbildung in: ebd., Abb. 45.

  • Autor/in

    Mario Keßler (Berlin)

  • Zitierweise

    Keßler, Mario, „Fischer, Ruth“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.10.2022, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118691392.html#dbocontent.

    CC-BY-NC-SA