Lebensdaten
1910 – 1990
Geburtsort
Mülheim am Rhein (seit 1914 Köln-Mülheim)
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Historiker ; Hochschullehrer
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 118530739 | OGND | VIAF: 108854320
Namensvarianten
  • Erdmann, Karl Dietrich
  • Erdmann, K. D.
  • Erdmann, Karl
  • mehr

Objekt/Werk(nachweise)

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB-online/NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Erdmann, Karl Dietrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118530739.html [20.04.2024].

CC0

  • Karl Dietrich Erdmann beeinflusste nach 1945 die Ausrichtung der westdeutschen Geschichtswissenschaft inhaltlich und institutionell maßgeblich. Über seine fachliche Arbeit, die ihn in zahlreiche öffentliche Kontroversen führte, sowie sein Engagement als Protestant und Mitglied der CDU nahm er Einfluss auf die gesellschaftliche Neubestimmung der Bundesrepublik nach dem Ende der NS-Diktatur.

    Lebensdaten

    Geboren am 29. April 1910 in Mülheim am Rhein (seit 1914 Köln-Mülheim)
    Gestorben am 23. Juni 1990 in Kiel
    Grabstätte in Celle
    Konfession evangelisch-lutherisch
    Karl Dietrich Erdmann, Stadtarchiv Kiel (InC)
    Karl Dietrich Erdmann, Stadtarchiv Kiel (InC)
  • Lebenslauf

    29. April 1910 - Mülheim am Rhein (seit 1914 Köln-Mülheim)

    1916 - 1919 - Köln-Mülheim

    Schulbesuch

    Volksschule

    1919 - 1928 - Köln-Mülheim

    Schulbesuch (Abschluss: Abitur)

    Reform-Realgymnasium

    1928 - 1933 - Köln; Marburg an der Lahn; Paris

    Studium der Evangelischen Theologie, Geschichte und Germanistik

    Universität

    1933 - Marburg an der Lahn

    Erstes Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen

    Marburg

    1933 - 1934 - Paris

    Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

    Universität

    1933 - Marburg an der Lahn

    Promotion (Dr. phil.)

    Universität

    1934 - Beberbeck (Nordhessen)

    Freiwilliger Arbeitsdienst

    1934 - 1936 - Köln; Köln-Deutz

    Referendariat für das Lehramt an höheren Schulen

    Gymnasium; Deutzer Oberschule für Jungen

    1935 - 1938 - Köln

    Mitarbeiter

    Schulbuch-Reihe „Das Erbe der Ahnen“

    1936 - Köln

    Zweites Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen

    1936 - 1938 - Köln; Köln-Deutz

    Studienassessor; Ausscheiden aus dem Schuldienst auf eigenen Wunsch

    Evangelisches Oberlyzeum für Mädchen; Deutzer Oberschule für Jungen

    1938 - 1939 - Köln

    Zeitnehmer

    Ford Motor Company AG

    1939 - 1939 - Frankfurt am Main

    Übersetzer für Französisch; Entlassung aus politischen Gründen

    I.G. Farben

    1939 - 1939 - Köln

    Übersetzer für Französisch

    Carlswerke

    1939 - 1945 - Niederlande; Frankreich; Sowjetunion; Dänemark

    Kriegsdienst (zuletzt Major)

    Rheinisches Grenadier-Regiment Nr. 366

    1944 - 1945 - Hagenau (Elsass, heute Frankreich); Randers (Ost-Jütland, Dänemark); Schwerin; Potsdam

    Lehroffizier

    Kriegsschulen

    1945 - nördlich von Salzburg

    US-amerikanische Kriegsgefangenschaft

    1945 - 1946 - Köln

    Assistent des Rektors

    Universität

    1946 - 1951 - Köln

    Historisches Seminar der Universität

    1947 - Wilton Park bei Beaconsfield (Großbritannien)

    Aufenthalt

    Reeducation-Camp

    1947 - Köln

    Habilitation für Mittlere und Neuere Geschichte

    Universität

    1948 - 1950 - London

    Aufenthalt als Gast des British Council

    King’s College; London School of Economics

    1950 - 1953 - Köln

    Generalsekretär

    Deutsche UNESCO-Kommission

    1951 - 1953 - Köln

    Privatdozent (1951 außerplanmäßiger, 1953 außerordentlicher Professor) für Mittlere und Neuere Geschichte

    Universität

    1953 - 1978 - Kiel

    ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte

    Universität

    1959 - Köln

    Mitglied

    CDU

    1962 - 1967

    Vorsitzender

    Verband der Historiker Deutschlands (VHD)

    1966 - 1967 - Kiel

    Rektor

    Universität

    1966 - 1972

    Vorsitzender

    Deutscher Bildungsrat

    1975 - 1980

    Präsident

    Comité international des sciences historiques (CISH)

    23. Juni 1990 - Kiel
  • Genealogie

    Vater Franz Wilhelm Erdmann 1874–1959 Prokurist bei Felten & Guilleaume A. G. in Köln-Mülheim
    Großvater väterlicherseits Carl Eduard Adolf Erdmann 1839–1906 Gerichtskanzlist
    Großmutter väterlicherseits Elisabetha Erdmann, geb. Berger 1849–1930 Hausfrau
    Mutter Maria Louise Erdmann, geb. Schmitz 1890–1964 Hausfrau
    Großvater mütterlicherseits Carl Schmitz 1848–1907 Sattlermeister; Inhaber eines Margarinegeschäfts
    Großmutter mütterlicherseits Anna Gertrud Catharina Schmitz, geb. Wardenberg 1853–1927 Inhaberin eines Kolonialwarenladens
    Schwester Elisabeth Luise Käte Rönick, geb. Erdmann 1905–1962 Angestellte
    Bruder Karl Wilhelm Adolf Erdmann 1906–1925
    Bruder Kurt Friedrich Erdmann geb. 1917 Dr. med.; Arzt
    Heirat 15.10.1938 in Köln
    Ehefrau Sylvia Erdmann, geb. Pieh 1909–1993 Chemikerin
    Schwiegervater Johann Conrad Pieh gest. 1931 Hotelier in London
    Schwiegermutter Caroline Pieh gest. 1966 Hotelière in London
    Kinder keine
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Erdmann, Karl Dietrich (1910 – 1990)

    • Vater

      Wilhelm Erdmann

      1874–1959

      Prokurist bei Felten & Guilleaume A. G. in Köln-Mülheim

      • Großvater väterlicherseits

        Carl Eduard Adolf Erdmann

        1839–1906

        Gerichtskanzlist

      • Großmutter väterlicherseits

        Elisabetha Erdmann

        1849–1930

        Hausfrau

    • Mutter

      Louise Erdmann

      1890–1964

      Hausfrau

      • Großvater mütterlicherseits

        Carl Schmitz

        1848–1907

        Sattlermeister; Inhaber eines Margarinegeschäfts

      • Großmutter mütterlicherseits

        Anna Gertrud Catharina Schmitz

        1853–1927

        Inhaberin eines Kolonialwarenladens

    • Schwester

      Käte Rönick

      1905–1962

      Angestellte

    • Bruder

      Adolf Erdmann

      1906–1925

    • Bruder

      Kurt Friedrich Erdmann

      geb. 1917

      Dr. med.; Arzt

    • Heirat

      in

      Köln

      • Ehefrau

        Sylvia Erdmann

        1909–1993

        Chemikerin

  • Biografie

    alternativer text
    Karl Dietrich Erdmann, Stadtarchiv Kiel (InC)

    Zwischenkriegszeit und „Drittes Reich“

    Erdmann wuchs in einer kleinbürgerlichen, evangelisch-lutherisch geprägten Familie in (Köln-)Mülheim auf und erhielt Impulse aus der christlichen Sozialethik, die zeitlebens für ihn von Bedeutung blieben. Während seiner Schulzeit, die er 1928 mit dem Abitur am Reform-Realgymnasium in Köln-Mülheim abschloss, geriet er in das Umfeld der deutschen Jugendbewegung und gründete in Köln eine Ortsgruppe des nationalkonservativen Verbands für das Deutschtum im Ausland (VDA). Parteipolitisch stand er dem rechten Rand der SPD nahe. Prägend war auch seine Begegnung mit dem Reformpädagogen Adolf Reichwein (1898–1944) an der Universität Marburg an der Lahn, an der Erdmann nach kurzem Studium in Köln von 1929 bis 1933 Deutsch, Geschichte und Evangelische Theologie studierte. Der Theologe Rudolf Bultmann (1884–1976) – wie Erdmann Mitglied der Akademischen Vereinigung Marburg (AV) – wurde sein Mentor. 1930/31 arbeitete Erdmann in Paris an einer ideengeschichtlichen Arbeit über Jean-Jacques Rousseaus (1712–1778) Begriff „religion civile“, mit der er 1933 in Marburg bei Wilhelm Mommsen (1892–1966) zum Dr. phil. promoviert wurde. 1933/34 folgte ein erneuter, vom Deutschen Akademischen Austauschdienst geförderter Frankreichaufenthalt, bei dem er die deutsche Politik gegen Kritik von Emigranten und Regimegegnern verteidigte, ohne der totalitären Programmatik der Nationalsozialisten zuzustimmen.

    1934 trat Erdmann in Köln sein Referendariat für das höhere Lehramt an Schulen an und arbeitete von 1935 bis 1938 an der von der NS-Ideologie bestimmten, später aber von der NS-Prüfungsbehörde abgelehnten Schulbuch-Reihe „Das Erbe der Ahnen“ mit. Dies löste nach Bekanntwerden Anfang der 1990er Jahre Kontroversen um seine Person aus, ohne dass definitiv geklärt werden konnte, inwieweit Erdmann für den Inhalt der Lehrbücher verantwortlich war oder Kenntnis von den Eingriffen Dritter hatte. Im Rahmen dieser Debatte wurde auf resistentes, nonkonformistisches Verhalten Erdmanns hingewiesen, der die Bekennende Kirche unterstützte, die NS-Kirchenpolitik ablehnte und nicht der NSDAP, wohl aber dem Nationalsozialistischen Lehrerbund, der Deutschen Arbeitsfront und der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt beitrat. Als seine Verlobte den für die Heirat vorgeschriebenen „Ariernachweis“ nicht vorlegen konnte, schied Erdmann auf eigenen Wunsch aus dem staatlichen Schuldienst aus und war danach in Industrieunternehmen, u. a. als Übersetzer, tätig. Im August 1939 meldete er sich freiwillig als Offiziersanwärter bei der Infanterie und wurde an der Front in den Niederlanden, Frankreich und im Osten eingesetzt. Nach einer Verletzung wurde er für die Ausbildung von Offiziersanwärtern abgestellt.

    Neubeginn nach 1945

    Nach kurzer US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft gelangte Erdmann im Juli 1945 nach Köln und erhielt eine Anstellung als persönlicher Assistent des Universitätsrektors Josef Kroll (1889–1980). 1946 wechselte er zu Peter Rassow (1889–1961), bei dem er sich 1947 mit einer Arbeit über das Verhältnis von Staat und Kirche in der Französischen Revolution habilitierte, um danach als Privatdozent, seit 1951 als außerplanmäßiger und seit 1953 als außerordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte zu lehren. Erdmann stand dem Parlamentarismus zunächst reserviert gegenüber, begann sich aber nach Aufenthalten in Großbritannien und im Zeichen des Kalten Kriegs, von seiner politischen Weltsicht früherer Jahre zu lösen. Als Generalsekretär der deutschen UNESCO-Kommission von 1950 bis 1953 bereitete er die Aufnahme Deutschlands in die UNESCO erfolgreich vor und unterstützte die von Konrad Adenauer (1876–1967) und Charles de Gaulle (1890–1970) vorangetriebene Verständigungspolitik.

    Ordinarius in Kiel

    1953 wechselte Erdmann als ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an die Universität Kiel; Rufe, u. a. nach Freiburg im Breisgau, München und Tübingen, lehnte er ab. In den Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit trat die zeithistorische Forschung. Besonders wirkmächtig wurde er als Herausgeber der bis heute auflagenstärksten historischen Fachzeitschrift „Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“ (1950–1989), die an der Schnittstelle von Wissenschaft und Schule kontinuierlich wichtige Beiträge zur Zeitgeschichte veröffentlichte und Impulse für eine demokratische Reorganisation der Lehrpläne für das Fach Geschichte an Schulen gab. Erdmanns Beitrag zum „Gebhardt. Handbuch für deutsche Geschichte“ (1959) über die Zeit der Weltkriege begleitete Generationen von Studierenden durch ihr Studium und diente einer interessierten Öffentlichkeit als Orientierungsmaßstab.

    Erdmann beteiligte sich an zahlreichen medial weit verbreiteten Kontroversen um das Selbstverständnis der Bundesrepublik vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und der deutschen Teilung. So entwickelte er Anfang der 1960er Jahre im Rahmen der „Fischer-Kontroverse“ um die deutsche Schuld am Ersten Weltkrieg eine harte fachliche wie persönliche Gegnerschaft zu Fritz Fischer (1908–1999). Die Kontroverse eskalierte nach einer von Erdmann 1972 vorgelegten Edition der Tagebücher des Diplomaten Kurt Riezler (1882–1955), bei der berechtigte editionskritsche Einwände des Göttinger Historikers Bernd Sösemann (geb. 1944) dazu führten, dass Ungenauigkeiten festgestellt wurden und damit Zweifel an der Zuverlässigkeit der Edition aufkamen. Später gipfelte dieses Misstrauen in dem von Fischer polemisch zugespitzten Vorwurf, Erdmann habe absichtlich Quellen verfälscht, um Fischers Thesen zu widerlegen.

    Erdmanns prägnante Interpretation der Revolution 1918/19 als Abwehrkampf gegen eine drohende Bolschewisierung des Deutschen Reichs, seine in dezidiert parteienkritischer Absicht formulierte Deutung des Übergangs von den Präsidialkabinetten zur „Machtergreifung“ und sein positives Bild der Außenpolitik der Weimarer Republik, die lange Zeit das westdeutsche Geschichtsbild bestimmt hatten, stießen seit Ende der 1960er Jahre zunehmend auf Ablehnung, v. a. bei Vertretern einer jüngeren Historikergeneration. Gleiches gilt für seine Untersuchungen der Jahre Adenauers als Kölner Oberbürgermeister (1917–1933), in denen er diese gegen den Vorwurf des rheinischen Separatismus verteidigte. Umstritten bis an Erdmanns Lebensende blieben auch seine Thesen zur Frage, inwieweit Österreich weiterhin Teil eines nationalstaatlichen Zusammenhangs mit Deutschland sei. Zeitlebens Historist, lehnte Erdmann die methodische Modernisierung und inhaltliche Revision der deutschen Historiografie unter den Vorzeichen einer Historischen Sozialwissenschaft ab. Zu seinen Schülern zählen u. a. Eberhard Jäckel (1929–2017), Agnes Blänsdorf (1948–2015), Helmut Grieser (geb. 1941) und Jens Petersen (geb. 1934).

    Öffentliches Wirken in Wissenschaft, Politik und Kirche

    Als Vorsitzender von 1962 bis 1967 trug Erdmann zur Vertiefung der Spaltung zwischen dem von ihm vertretenen westdeutschen Verband der Historiker Deutschlands und der Historiker-Gesellschaft der DDR bei. Seine unversöhnliche Haltung wich Anfang der 1970er Jahre mit Beginn der Entspannungspolitik einer zunehmenden Dialogbereitschaft. Zahlreiche Konferenzen mit Historikern der DDR und der Sowjetunion ebneten 1975 den Weg zu seiner Wahl als erstem westdeutschen Präsidenten des internationalen Historikerverbands (CISH), dem er 1987 mit seinem Band „Die Ökumene der Historiker“ eine eigene Untersuchung widmete. Für seine zwischen den Blöcken vermittelnde Wissenschaftsdiplomatie bis 1980 erlangte Erdmann große internationale Anerkennung.

    Erdmann trat 1959 der CDU bei, stand deren Arbeitnehmerflügel nahe und betätigte sich im evangelischen Arbeitskreis. Bildungspolitisch ist sein Name mit Bemühungen um langfristige Strukturreformen zur Verbesserung des deutschen Bildungssystems verbunden, die der Deutsche Bildungsrat unter seinem Vorsitz von 1966 bis 1970 entwarf. Die im Konsens verabschiedeten Strukturpläne des Bildungsrats zielten darauf ab, das westdeutsche Bildungssystem strukturell zu modernisieren, scheiterten aber letztlich politisch mit dem Wechsel zur sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt (1913–1992). Die Studentenproteste in der Zeit seines Rektorats 1966/67 führten zur dauerhaften Entfremdung zwischen ihm und weiten Teilen der Studierendenschaft. Als bekennender Lutheraner engagierte sich Erdmann u. a. als Redner auf Kirchentagen sowie für den Neubau der Kieler Universitätskirche (1965), der maßgeblich auf sein Betreiben zustande kam.

  • Auszeichnungen

    vor Mai 1945 Eisernes Kreuz II. Klasse
    vor Mai 1945 Eisernes Kreuz I. Klasse
    vor Mai 1945 Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42 (Ostmedaille)
    vor Mai 1945 Infanterie-Sturmabzeichen in Silber
    1956 Mitglied der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien
    1961 Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
    1962 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Zeitgeschichte, München (Vorsitzender 1974)
    1963 ordentliches Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Historischen Instituts, Rom
    1968 Mitglied der Dänischen Akademie der Wissenschaften
    1970 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (mit Stern 1987)
    1973 ordentliches Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften
    1974 Mitglied der Joachim-Jungius-Gesellschaft der Wissenschaften, Hamburg
    1977 Hermann Ehlers Preis der Hermann-Ehlers-Stiftung
    1982 Kultur- und Wissenschaftspreis der Stadt Kiel
  • Quellen

    Nachlass:

    Bundesarchiv, Koblenz, N 1393.

    Weitere Archivmaterialien:

    Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, NW 1049–16 923. (Entnazifizierungsakte)

    Landesarchiv Schleswig, Abt. 811, Nr. 12 312 Abt. 811, Nr. 12 302 Abt. 811, Nr. 12 305. (Akten zum Wirken an der Universität Kiel)

    Universitätsarchiv Köln, Zugang 571 – Nr. 424, Zugang 197–705. (Akten zum Wirken an der Universität Köln)

    Universitätsarchiv Marburg, 305 a – Acc. 1963/13 305a – Nr. 8 452 – Akademische Vereinigung 307d – Nr. 560 – Promotionsakte. (Akten zum Studium an der Universität Marburg an der Lahn)

  • Werke

    Monografien:

    Das Verhältnis von Staat und Religion nach der Sozialphilosophie Rousseaus. Der Begriff der ‚religion civile’, 1935. (Diss. phil.)

    Volkssouveränität und Kirche (Studien über das Verhältnis von Staat und Religion in Frankreich vom Zusammentritt der Generalstände bis zum Schisma 5.5.1789–13.4.1791), 1949. (Habilitationsschrift)

    Die Zeit der Weltkriege (= Gebhardt. Handbuch der Deutschen Geschichte, 8. Aufl, hg. v. Herbert Grundmann, Bd. 4), 1959, Neuausg. 1976.

    Adenauer in der Rheinlandpolitik nach dem Ersten Weltkrieg, 1966.

    Wissenschaft im Dritten Reich, 1967.

    Rätestaat oder parlamentarische Demokratie. Neuere Forschungen zur Novemberrevolution 1918 in Deutschland. Eine J.-C.-Jacobsen-Gedenkvorlesung, 1979.

    Die Ökumene der Historiker. Geschichte der Internationalen Historikerkongresse und des Comité International des Sciences Historiques, 1987.

    Herausgeber:

    Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik, 1968–1990.

    Kurt Riezler. Tagebücher, Aufsätze, Dokumente, 1972.

    Karl Dietrich Erdmann/Hagen Schulze, Weimar. Selbstpreisgabe einer Demokratie. Eine Bilanz heute, 1980.

    Hermann Ehlers. Präsident des Deutschen Bundestages. Ausgewählte Reden, Aufsätze und Briefe, bearb. v. Rüdiger Wenzel, 1990.

    Mitherausgeber von Zeitschriften:

    Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 1–40, 1950–1989.

    Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 1–38, 1952–1990.

    Aufsätze und Artikel:

    Das Problem des Historismus in der neueren englischen Geschichtswissenschaft, in: Historische Zeitschrift 170 (1950), S. 73–88.

    Der Europaplan Briands im Licht der englischen Akten, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 1 (1950), S. 16–32.

    Die Umgestaltung Deutschlands im Zeitalter der Französischen Revolution und Napoleons I., 1786–1815, in: Peter Rassow (Hg.), Deutsche Geschichte im Überblick. Ein Handbuch, 1953, S. 356–392.

    Die Geschichte der Weimarer Republik als Problem der Wissenschaft, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 3 (1955), S. 1–19.

    Das Problem der Ost- oder Westorientierung in der Locarno-Politik Stresemanns, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 6 (1955), S. 133–162.

    Die Regierung Dönitz. Über den Umgang mit den Ereignissen der jüngsten deutschen Vergangenheit, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 14 (1963), S. 359–375.

    Deutschland, Rapallo und der Westen, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 11 (1963), S. 105–165.

    Zur Beurteilung Bethmann-Hollwegs, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 15 (1964), S. 525–540.

    Der Kanzler und der Krieg. Bethmann Hollweg. Staatsmann im Widerspruch zu sich selbst, in: Die Zeit v. 28.8.1964.

    Bethmann Hollweg, Augstein und die Historikerzunft. Eine Replik, in: Die Zeit v. 25.9.1964.

    17. Juni 1965. Rede in der Feierstunde der Bundesregierung zum Tag der Deutschen Einheit am 17. Juni 1965 im Plenarsaal des Deutschen Bundestag, 1965.

    Deutschland und der Osten. Zur historischen Einschätzung der gegenwärtigen Lage, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 17 (1966), S. 585–596.

    Wozu sind wir als Deutsche da? Vortrag gehalten auf dem 13. Evangelischen Kirchentag in Hannover 21.-25. Juni 1967, in: Friedebert Lorenz (Hg.), Die Bundesrepublik und der Friede (Vorträge in der Arbeitsgruppe Politik des 13. Deutschen Evangelischen Kirchentages Hannover 1967), 1967, S. 13–33.

    Wurde die Wahrheit über den Juli 1914 verschleiert? Eine Entgegnung von Karl Dietrich Erdmann, in: Die Zeit v. 29.12.1967.

    Die Universität und ihre Studenten, in: Kieler Nachrichten v. 22./23.6.1968, Sonderbeilage zur „Kieler Woche“.

    Die dialektische Einheit der Nation. Ansprache zur Feierstunde der schleswig-holsteinischen Landesregierung am 17. Juni 1973 in Lübeck, in: Amt für staatsbürgerliche Bildung (Hg.), Gegenwart fragen, Juli 1973, S. 9–19.

    „Lebensunwertes Leben“. Totalitäre Lebensvernichtung und das Problem der Euthanasie, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 26 (1975), S. 215–225.

    Zeitgeschichte, Militärjustiz und Völkerrecht. Zu einer aktuellen Kontroverse, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 30 (1979), S. 129–139.

    Die Tagebücher Riezlers sind echt, in: Die Zeit v. 8.7.1983.

    Die Spur Österreichs in der deutschen Geschichte, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 38 (1987), S. 597–626.

    Die Revolution Mitteleuropas. Historische Perspektiven, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 41 (1990), S. 523–545.

  • Literatur

    Martin Kröger/Roland Thimme, Die Geschichtsbilder des Historikers Karl Dietrich Erdmann. Vom Dritten Reich zur Bundesrepublik, 1996.

    Winfried Schulze/Eberhard Jäckel/Agnes Blänsdorf, Karl Dietrich Erdmann und der Nationalsozialismus, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 48 (1997), S. 220–240.

    Eberhard Jäckel/Agnes Blänsdorf, Noch einmal zu Karl Dietrich Erdmann, in: ebd., S. 744–747.

    Martin Kröger/Roland Thimme, Karl Dietrich Erdmann im „Dritten Reich“. Eine Antwort auf Eberhard Jäckel und Agnes Blänsdorf, in: ebd., S. 462–478.

    Martin Kröger, Der Historiker als Mitläufer. Karl Dietrich Erdmann im „Dritten Reich“, in: Geschichte in Köln 41 (1997), S. 95–110.

    Martin Kröger/Roland Thimme, Karl Dietrich Erdmann. Utopien und Realitäten. Die Kontroverse, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 7 (1998), S. 603–621.

    Wolfgang J. Mommsen, „Gestürzte Denkmäler“? Die „Fälle“ Aubin, Conze, Erdmann und Schieder, in: Jürgen Elvert/Susanne Krauß (Hg.), Historische Debatten und Kontroversen im 19. und 20. Jahrhundert. Jubiläumstagung der Ranke-Gesellschaft in Essen 2001, 2003, S. 96–109.

    Manfred Messerschmidt, Karl Dietrich Erdmann, Walter Bußmann und Percy Ernst Schramm. Historiker an der Front und in den Oberkommandos der Wehrmacht und des Heeres, in: Hartmut Lehmann/Otto Gerhard Oexle (Hg.), Nationalsozialismus in den Kulturwissenschaften, Bd. 1, 2004, S. 417–446.

    Jendris Alwast, Geschichte und Wert. Epistemologische Reflexionsbemerkungen zu Karl Dietrich Erdmanns Historik, in: Hans-Werner Prahl/Hans-Christian Petersen/Sönke Zankel (Hg.), Uni-formierung des Geistes. Universität Kiel und der Nationalsozialismus, 2007, S. 179–187.

    Agnes Blänsdorf, Zur Biographie Karl Dietrich Erdmanns 1939–1945. Soldat im Zweiten Weltkrieg, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 61 (2010), S. 713–730.

    Christoph Cornelißen, Karl Dietrich Erdmann. Fortsetzung einer Debatte und offene Fragen, in: ebd., S. 692–699.

    Hartmut Lehmann, Karl Dietrich Erdmann in der Zeit des Nationalsozialismus. Erdmann als Lehrer, in: ebd., S. 700–712.

    Eberhard Jäckel, Karl Dietrich Erdmann. Seine Wirkung in der Öffentlichkeit, in: ebd., S. 731–736.

    Arvid von Bassi, Die Berufung Karl Dietrich Erdmanns an die Christiana Albertina im Jahre 1953, in: Christoph Cornelißen (Hg.), Wissenschaft im Aufbruch. Beiträge zur Wiederbegründung der Kieler Universität nach 1945, 2014, S. 130–159.

    Arvid von Bassi, Karl Dietrich Erdmann. Historiker, Wissenschaftsorganisator, Politiker, 2021. (P)

    Nachrufe:

    Hartmut Lehmann, Nachruf auf Karl Dietrich Erdmann, in: Jahresbericht der Joachim Jungius Gesellschaft der Wissenschaften e. V., 1990, S. 60–63.

    Salewski, Michael, Nachruf auf Karl Dietrich Erdmann, in: Historische Mitteilungen 3 (1990), S. 139–141.

    Eberhard Jäckel, Karl Dietrich Erdmann 1910–1990, in: Historische Zeitschrift 252 (1991), S. 529–539.

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    Fotografien v. Friedrich Magnussen (1914–1987), 1960er Jahre, in: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Landesgeschichtliche Sammlung, Kiel.

    Fotografien v. Friedrich Magnussen (1914–1987), in: Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Bildnachlass Friedrich Magnussen.

  • Autor/in

    Arvid von Bassi (Kiel)

  • Zitierweise

    Bassi, Arvid von, „Erdmann, Karl Dietrich“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.07.2023, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118530739.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA