Lebensdaten
1908 – 1999
Geburtsort
Ludwigsstadt (Oberfranken)
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Historiker ; Autor ; Hochschullehrer
Konfession
evangelisch-lutherisch
Normdaten
GND: 118533282 | OGND | VIAF: 108590459
Namensvarianten
  • Fišer, Fric
  • Fischer, Fritz
  • Fišer, Fric
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Zitierweise

Fischer, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118533282.html [06.07.2022].

CC0

  • Kritische Würdigung

    Fritz Fischer war einer der wirkungsmächtigsten und umstrittensten Historiker der „alten“ Bundesrepublik. Mit seinem Namen ist die „Fischer-Kontroverse“ verbunden, der erste große Historikerstreit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie nahm ihren Ausgang von der 1961 veröffentlichten Studie „Griff nach der Weltmacht“, die Fischer weit über Deutschland hinaus bekannt machte.

    Lebensdaten

    Geboren am 25. März 1908 in Ludwigsstadt (Oberfranken)
    Gestorben am 1. Dezember 1999 in Hamburg
    Grabstätte in Hamburg
    Konfession evangelisch-lutherisch
    Fritz Fischer (InC)
    Fritz Fischer (InC)
  • Tabellarischer Lebenslauf

    *1908-03-05 - Ludwigsstadt (Oberfranken)

    1926 - 1931 - Erlangen; Berlin

    Studium der Evangelischen Theologie, Geschichte und Germanistik

    Universität

    1931 - Berlin

    Erstes Theologisches Examen

    Universität

    1934 - Berlin

    Promotion (Lic. theol.)

    Universität

    1937 - Berlin

    Promotion (Dr. phil.)

    Universität

    1937

    Eintritt

    NSDAP

    1939 - 1945 - u. a. Bremen

    Kriegsdienst (Flakartillerie)

    1942 - Hamburg

    Berufung zum außerordentlichen Professor für Mittlere und Neuere Geschichte

    Universität

    1945 - 1947 - Dachau; Nürnberg

    Kriegsgefangenschaft

    1947 - 1948 - Hamburg

    außerordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte

    Universität

    1948 - 1973 - Hamburg

    ordentlicher Professor für Mittlere und Neuere Geschichte

    Universität

    1948 - 1973 - Hamburg

    Direktor des Historischen Seminars

    Universität

    1955 - 1955 - Notre Dame (Indiana, USA)

    Gastprofessor

    Universität

    1964 - 1965 - Princeton (New Jersey, USA)

    Fellow am Institute for Advanced Study

    Universität

    1969 - 1970 - Oxford (Großbritannien)

    Gastprofessor

    Universität

    1999-12-01 - Hamburg
  • Genealogie

    Vater Johann Jakob Martin (Max) Fischer geb. 1878 aus seit dem 16. Jahrhundert nachweisbarer Bauernfamilie im Fichtelgebirge; besuchte die Realschule in Wunsiedel; Eisenbahnadjunkt (Gehilfe), seit 1908 Expeditor der Reichsbahn (zuständig für Abfertigung von Versand- und Transportgütern), 1922 Vorstand der Lokalbahn in Eichstätt
    Mutter Emilie Fischer, geb. Schreider 1878–1968 aus Hammerbesitzerfamile bei Lauenstein
    Bruder Max Fischer 1908–1940
    Schwester Gretel Fischer gest. 1925
    Heirat 25.3.1942
    Ehefrau Margarete (Margrit Alwine Magdalene Hedwig) Fischer, geb. Lauth-Volkmann
    Schwiegervater Peter Eugen Lauth 1887–1948 aus Halbs (Westerwald)
    Schwiegermutter Maria Emmy Alwine Lauth, geb. Volkmann 1891–1959 aus Bremen
    Tochter Anke Maria Irmgard Ingeborg Hochbaum, geb. Fischer 1945–2021
    Kinder ein Sohn
  • Biographische Darstellung

    Beruflicher Werdegang im „Dritten Reich“

    Aufgewachsen in Ludwigsstadt, besuchte Fischer seit 1917 das humanistische Gymnasium in Ansbach. 1922 siedelte die Familie nach Eichstätt über, wo sich Fischer dem paramilitärisch, republikfeindlich und antisemitisch ausgerichteten Bund Oberland anschloss. Nach dem Abitur am Katholischen Gymnasium Eichstätt, studierte er seit 1926 in Erlangen u. a. bei Paul Althaus (1888–1966) Evangelische Theologie. 1928 wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, wo er zusätzlich Geschichte und Germanistik studierte und 1931 das erste theologische Examen bestand. 1934 wurde Fischer bei Erich Seeberg (1888–1945) und Eduard Spranger (1882–1963) mit einer Arbeit über Ludwig Nicolovius (1767-1839) zum Lic. theol. promoviert, die 1935 auch als Grundlage seiner Habilitation an der Theologischen Fakultät diente.

    1934 unterzeichnete Fischer ein von Seeberg initiiertes Schreiben an Adolf Hitler (1889–1945), das sich zur „schicksalhaften Zusammengehörigkeit des deutschen evangelischen Christentums mit der nationalsozialistischen Bewegung“ bekannte. 1935 erhielt er eine Lehrbefugnis für Neuere Kirchengeschichte, wandte sich jedoch bald der politischen Geschichte zu. Seit Ende 1937 NSDAP-Mitglied, wurde Fischer 1938 in Berlin bei Fritz Hartung (1883–1967) und Arnold Oskar Meyer (1877–1944) zum Dr. phil. promoviert.

    1940 erhielt Fischer eine Lehrbefugnis für Politische Geschichte und wurde 1942 aufgrund der Fürsprachen von Hartung, Wilhelm Schüßler (1888–1965), Karl Brandi (1868–1946) und Walter Frank (1905–1945) als Extraordinarius für Mittlere und Neuere Geschichte an die Universität Hamburg berufen, konnte dieses Amt jedoch kriegsbedingt nicht antreten. Fischers Sympathien für Teile der NS-Politik und -Ideologie gehen aus einem 1941 verfassten Brief an Erich Botzenhart (1901–1956) hervor, in dem Fischer bedauerte, beim „großen Ostfeldzug“ nicht dabei zu sein und Vorträge über „das Eindringen des Judentums in Kultur und Politik Deutschlands in den letzten 200 Jahren“ und „das Eindringen des jüdischen Blutes in die englische Oberschicht“ ankündigte.

    Neuorientierung in der frühen Nachkriegszeit

    Während seiner Kriegsgefangenschaft von 1945 bis 1947 entwickelte Fischer, unter dem Eindruck der militärischen Überlegenheit der USA und konfrontiert mit deutschen Kriegsverbrechern, ein kritischeres Verhältnis zur deutschen Geschichte. Aufgrund positiver Gutachten u. a. von Friedrich Meinecke (1862–1954) und Spranger in seinem Entnazifizierungsverfahren als „entlastet“ eingestuft, war Fischer seit 1947 als außerordentlicher, dann ordentlicher Professor an der Universität Hamburg tätig. 1951 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der Politischen Parteien in Berlin.

    Als Professor für Mittlere und Neuere Geschichte konzentrierte sich Fischers Forschung auf die Frage nach den historischen Kontinuitäten zwischen wilhelminischem Kaiserreich und NS-Staat sowie auf die politischen Traditionen des preußisch-deutschen Protestantismus, dem er auf dem Münchner Historikertag 1951 einen „Pathos des Gehorsams“ attestierte. Dies rief scharfe Kritik bundesdeutscher Historiker hervor, die den Nationalsozialismus vorrangig mit der Kriegsniederlage 1918 und den Bestimmungen des Versailler Vertrags zu erklären versuchten. Im Gegensatz dazu fand Fischer während zweier Forschungsaufenthalte in den USA (1952/53, 1955) positive Resonanz unter deutsch-amerikanischen Fachkollegen wie Fritz T. Epstein (1898–1979), Hajo Holborn (1902–1969) und Fritz Stern (1926–2016).

    „Griff nach der Weltmacht“ und „Fischer-Kontroverse“

    1961 erschien Fischers Studie „Griff nach der Weltmacht“, die auf breiter empirischer Basis die offensiven Kriegsziele der deutschen Reichsleitung und einflussreicher politischer Interessengruppen analysierte, der deutschen Politik einen erheblichen Teil der Verantwortung für den Kriegsbeginn attestierte und der geläufigen Interpretation widersprach, Deutschland habe von 1914 bis 1918 einen Defensivkrieg geführt. Fischer zeigte, dass im Ersten Weltkrieg auch im liberalen Bürgertum und im rechten Flügel der SPD expansive Kriegsziele diskutiert worden waren.

    Besonderes Aufsehen erregte das von Fischer erstmals veröffentlichte „Septemberprogramm“ von 1914, in dem Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg (1856–1921) Annexionen in Frankreich und den Beneluxstaaten, ein geschlossenes mittelafrikanisches Kolonialreich und eine hegemoniale Stellung in Mitteleuropa als deutsche Kriegsziele festgehalten hatte. Die These von einem schon 1914 vorherrschenden, aggressiven Expansionismus radikalisierte Fischer in der Studie „Krieg der Illusionen“ (1969) zu der Interpretation, dass spätestens 1912 ein langfristiger deutscher Kriegsplan beschlossen worden sei. Damit insinuierte er eine unheilvolle deutsche Sonderentwicklung seit dem frühen 20. Jahrhundert, die im „Dritten Reich“ kulminiert sei.

    „Griff nach der Weltmacht“ stieß unter deutschen Fachkollegen mehrheitlich auf heftigen Widerspruch. Gerhard Ritter (1888–1967) warnte 1962 in der „Historischen Zeitschrift“, Fischers Arbeit erneuere die „Schuldanklage von Versailles“ und lasse die Mitverantwortung der außerdeutschen Mächte außer Acht. Die medial breit geführte Debatte erreichte 1964 ihren Höhepunkt, als Fischer von Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier (1906–1986) öffentlich kritisiert und auf dem Berliner Historikertag von Ritter, Egmont Zechlin (1896–1992) und Erwin Hölzle (1901–1976) scharf attackiert wurde. Ein weiterer exponierter Antagonist Fischers war Karl Dietrich Erdmann (1910–1990), der von 1962 bis 1967 dem Deutschen Historikerverband vorsaß. Demgegenüber fand Fischer bei jüngeren und ausländischen Wissenschaftlern zunehmend Anklang. In schneller Folge erschienen Übersetzungen von „Griff nach der Weltmacht“ in Italien (1965), Großbritannien (1967), den USA (1967), Frankreich (1970) und Japan (1972).

    Kritische Einordnung

    An Fischers Arbeiten wird heute v. a. die einseitige Reduktion der komplexen, international verflochtenen Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs auf die Geschichte des deutschen Kaiserreichs kritisiert. Den gesellschaftlichen Einfluss der deutschen Friedensbewegung berücksichtigte Fischer ebenso wenig wie die Bedeutung inter- und transnationaler Kooperationen sowie die schwankende, eine Verständigung mit Russland einschließende Haltung Bethmann Hollwegs. Dass die Idee eines Präventivkriegs bei führenden Militärs aller kontinentaleuropäischen Großmächte präsent war, aber keine im Juli 1914 einen Angriffskrieg plante, ist inzwischen Forschungskonsens. Dennoch bereicherte Fischer mit seiner Untersuchung der bis dahin unterschätzten deutschen Kriegszielbewegung die Erforschung des Ersten Weltkriegs um ein wichtiges Element, forcierte die Debatte über die historische Einordnung des Nationalsozialismus und trug so zur kritischen Auseinandersetzung der bundesdeutschen Gesellschaft mit der eigenen Vergangenheit bei.

    Bis zu seiner Emeritierung 1973 betreute Fischer mehr als 90 Dissertationen. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählen Peter Borowsky (1938–2000), Imanuel Geiss (1931–2012), Walter Grab (1919–2000), Werner Jochmann (1921–1994), Joachim Radkau (geb. 1943), Helga Timm (1924–2014), Volker Ullrich (geb. 1943) und Barbara Vogel (geb. 1940).

  • Ehrungen, Auszeichnungen und Mitgliedschaften

    1974 Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1974 Doctor of Letters h. c., University of Sussex (Großbritannien)
    1981 Doctor of Letters h. c., University of East Anglia (Großbritannien)
    1983 Doctor of Letters h. c., University of Oxford (Großbritannien)
    1987 Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
    1988 Dr. h. c., Universität Kassel
    • Quellen

      Nachlass:

      Bundesarchiv Koblenz, N 1422.

      Weitere Archivmaterialien:

      Archiv der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: F1/4c, Nr. 2-4 (Belegbögen Fritz Fischers als Studierender der Universität Erlangen 1926/27).

      Universitätsarchiv Hamburg: Personalakte (2 Bde.).

      Staatsarchiv Hamburg: 221-11 Staatskommissar für die Entnazifizierung und Kategorisierung, ED 53 (Akte des Entnazifizierungsverfahrens durch den Fachausschuss 6a für die Ausschaltung von Nationalsozialisten, Hochschulabteilung, Hamburg 13, Bornplatz 1/3); Zeitungsausschnittsammlung.

    • Werke

      Monografien:

      Moritz August von Bethmann-Hollweg und der Protestantismus. Religion, Rechts- und Staatsgedanke, 1938.

      Ludwig Nicolovius. Rokoko, Reform, Restauration, 1939. (Diss. phil.)

      Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik im kaiserlichen Deutschland 1914/18, 1961, erw. Ausg. 1964, vollst. neu bearb. Sonderausg. 1967, ital. 1965, engl. 1967, franz. 1970, japan. 1972/83 (2 Bde.).

      Weltmacht oder Niedergang. Deutschland im ersten Weltkrieg, 1965, 21968, engl. 1974.

      Krieg der Illusionen. Die deutsche Politik von 1911 bis 1914, 1969, 21970, engl. 1975.

      Der Erste Weltkrieg und das deutsche Geschichtsbild. Beitrag zur Bewältigung eines historischen Tabus. Aufsätze und Vorträge aus drei Jahrzehnten, 1977.

      Bündnis der Eliten. Zur Kontinuität der Machtstrukturen in Deutschland 1871-1945, 1979, 21985, engl. 1986.

      Juli 1914: Wir sind nicht hineingeschlittert. Das Staatsgeheimnis um die Riezler-Tagebücher. Eine Streitschrift, 1983.

      Der letzte Polyhistor. Leben und Werk von Arno Peters, 1996.

      Aufsätze und Artikel:

      Der deutsche Protestantismus und die Politik im 19. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 171 (1951), S. 473–518.

      Art. „Bethmann Hollweg, Moritz August von“, in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 187 f. (Onlineressource)

      Deutsche Kriegsziele, Revolutionierung und Separatfrieden im Osten 1914-1918, in: Historische Zeitschrift 188 (1959), S. 249–310.

      Kontinuität des Irrtums. Zum Problem der deutschen Kriegszielpolitik im Ersten Weltkrieg, in: Historische Zeitschrift 191 (1960), S. 83–100.

      Weltpolitik, Weltmachtstreben und deutsche Kriegsziele, in: Historische Zeitschrift 199 (1964), S. 264–346.

      Jetzt oder nie – Die Julikrise 1914, in: Der Spiegel v. 20.5.1964, S. 61–72 (Onlineressource); Der Spiegel v. 27.5.1964, S. 72–87 (Onlineressource); Der Spiegel v. 3.6.1964, S. 68–79 (Onlineressource).

      Der Stellenwert des ersten Weltkriegs in der Kontinuitätsproblematik der deutschen Geschichte, in: Historische Zeitschrift 229 (1979), S. 25–53.

      Exzesse der Autokratie. Das Hale-Interview Wilhelms II. vom 19. Juli 1908, in: Wilhelm Alff (Hg.), Deutschlands Sonderung von Europa 1862-1945, 1984, S. 53–78.

      Die Außenpolitik des kaiserlichen Deutschland und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, in: Gregor Schöllgen (Hg.), Flucht in den Krieg? Die Außenpolitik des kaiserlichen Deutschland, 1991, S. 25–67.

      Interviews:

      Stellungnahme Fritz Fischers zum Thema „Frauenwahlrecht und Kriegsschuldfrage“, Interview v. 25.3.1998, Zeitzeugenportal. (Onlineressource)

      Stellungnahme Fritz Fischers zum Thema „Kriegspolitik und Versorgungsengpässe“ (1914-1918), Interview v. 25.3.1998, Zeitzeugenportal. (Onlineressource)

      Stellungnahme Fritz Fischers zum Thema „Friedrich Ebert als Hoffnungsträger“, Interview v. 25.3.1998, Zeitzeugenportal. (Onlineressource)

    • Literatur

      Aufsätze:

      Konrad H. Jarausch, Der nationale Tabubruch. Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik in der Fischer-Kontroverse, in: Martin Sabrow (Hg.), Zeitgeschichte als Streitgeschichte. Große Kontroversen nach 1945, 2003, S. 20–40.

      Klaus Große Kracht, Fritz Fischer und der deutsche Protestantismus, in: Zeitschrift für neuere Theologiegeschichte 10 (2003), S. 224–252.

      Klaus Große Kracht, „An das gute Gewissen der Deutschen ist eine Mine gelegt“. Fritz Fischer und die Kontinuitäten deutscher Geschichte, in: Jürgen Danyel/Jan-Holger Kirsch/Martin Sabrow (Hg.), 50 Klassiker der Zeitgeschichte, 2007, S. 66–70.

      Rainer Nicolaysen, Rebell wider Willen? Fritz Fischer und die Geschichte eines nationalen Tabubruchs, in: ders. (Hg.), 100 Jahre Geschichtswissenschaft in Hamburg, 2011, S. 197–236.

      Journal of Contemporary History 48 (2013), Special Issue: The Fischer Controversy after 50 Years.

      Stephan Petzold, „Das akademische Glashaus zertrümmern“? Medienrepräsentationen, Medienwirkungen und Medienstrategien in der Fischer-Kontroverse der 1960er Jahre, in: Sebastian Brandt (Hg.), Universität, Wissenschaft und Öffentlichkeit in Westdeutschland (1945 bis ca. 1970), 2014, S. 277–299.

      Matthew Stibbe, Flüchtige Allianzen. Der Erste Weltkrieg als Erwartungshorizont und Explanandum, in: Franka Maubach/Christina Morina (Hg.), Das 20. Jahrhundert erzählen. Zeiterfahrung und Zeiterforschung im geteilten Deutschland, 2016, S. 32–85, hier S. 46–57.

      Lexikonartikel:

      Wolfgang Weber, Biographisches Lexikon zur Geschichtswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Lehrstuhlinhaber für Geschichte von den Anfängen des Faches bis 1970, 21987, S. 148 f.

      John Moses, Art. „Fischer, Fritz“, in: Kelly Boyd, Encyclopedia of historians and historical writing, Bd. 1, 1999, S. 386 f.

      Björn Hofmeister, Art. „Fischer, Fritz“, in: Rüdiger vom Bruch/Rainer A. Müller (Hg.), Historikerlexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart, 22002, S. 97–99.

      Konrad Fuchs, Art. „Fischer, Fritz“, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. 25, bearb. u. hg. v. Friedrich Wilhelm Bautz, 2005, Sp. 417–421.

      Tim Biermann, Art. „Fischer-Kontroverse“, in: Torben Fischer/Matthias N. Lorenz (Hg.), Lexikon der „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland. Debatten- und Diskursgeschichte des Nationalsozialismus nach 1945, 32015, S. 162–164.

      Festschriften:

      Imanuel Geiss/Bernd Jürgen Wendt (Hg.), Deutschland in der Weltpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts. Fritz Fischer zum 65. Geburtstag, 1973. (P, S. 589–594 Verzeichnis der bis 1973 von Fischer betreuten, gedruckten und ungedruckten Dissertationen).

      Dirk Stegmann/Bernd Jürgen Wendt/Peter-Christian Witt (Hg.), Industrielle Gesellschaft und politisches System. Beiträge zur politischen Sozialgeschichte. Festschrift für Fritz Fischer zum siebzigsten Geburtstag, 1978. (P)

      Dirk Stegmann (Hg.), Deutscher Konservatismus im 19. und 20. Jahrhundert. Festschrift für Fritz Fischer zum 75. Geburtstag und zum 50. Doktorjubiläum, 1983. (P)

      Nachrufe und Nekrologe:

      Heinrich August Winkler, Fritz Fischer, Historiker der Urkatastrophe, ist tot. Abschied von einer Legende, in: Berliner Zeitung v. 3.12.1999.

      Michael Jeismann, Griff nach der Deutungsmacht: Zum Tod des Historikers Fritz Fischer, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 3.12.1999.

      Trauer um Fritz Fischer. International bekanntester Historiker starb im Alter von 91 Jahren, in: Hamburger Abendblatt v. 3.12.1999.

      Johannes Willms, Ein Geschichtsaufklärer. Zum Tod des Historikers Fritz Fischer, in: Süddeutsche Zeitung v. 3.12.1999.

      Hartmut Pogge von Strandmann, Obituary: Professor Fritz Fischer, in: The Independent v. 13.12.1999.

      Angelika Ebbinghaus/Karl H. Roth, Ein abtrünniger Konservativer. Fritz Fischer, in: 1999. Zeitschrift für Sozialgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts 15 (2000), H. 1, S. 7–11.

      Jean-Claude Allain, Fritz Fischer (1908–2000), in: Francia. Forschungen zur westeuropäischen Geschichte 27 (2000), S. 233–235.

      Volker R. Berghahn, In Memoriam. Fritz Fischer (1908–99), in: Perspectives on History. The newsmagazine of the American Historical Association 38 (2000), Issue 3.

    • Online-Ressourcen

    • Porträts

      private Fotosammlung von Jan-Hinrich Fischer und Anette Fischer (Frankfurt am Main).

  • Autor/in

    Vordermayer, Thomas
  • Zitierweise

    Vordermayer, Thomas, „Fischer, Fritz“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.03.2022, zuletzt geändert am 23.05.2022, URL: https://www.deutsche-biographie.de/118533282.html#dbocontent.

    CC-BY-NC-SA