Lebensdaten
1889 bis 1980
Geburtsort
Arnsberg (Westfalen)
Sterbeort
Rheinhausen bei Duisburg
Beruf/Funktion
klassischer Philologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116552441 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kroll, Josef

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kroll, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116552441.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josef, Kaufm.;
    M Auguste Tippel;
    1915 Maria (1888–1920), T d. Großkaufm. Anton Cordes in Hagen;
    1 S (⚔), 1 T.

  • Leben

    K. besuchte das Gymnasium in Hagen (Westfalen). Danach studierte er 1908-13 in München, Freiburg i. Br., Berlin, Münster und Göttingen. Sein für ihn wichtigster Lehrer war Wilhelm Kroll. Unter dessen Anleitung entstand die Dissertation „Die Lehren des Hermes Trismegistos“ (1914), mit der K. 1912 in Münster promoviert wurde. Er wies in dieser Schrift nach, daß die theosophischen Lehren des „dreimalgroßen Hermes“ nicht nur auf orientalische Ursprünge zurückzuführen sind, wie man damals aufgrund der Forschungen von R. Reitzenstein annahm, sondern auch in starkem Maß Anleihen bei der griech. Philosophie gemacht hatten. 1913/14 unternahm K. eine Studienreise nach Italien; 1914-18 war er Soldat und ist zweimal verwundet worden. 1918 wurde er als o. Professor der Klassischen Philologie an die Akademie zu Braunsberg berufen, 1922 an die Univ. Köln. Seine Forschungen galten vor allem dem frühen Christentum und seiner heidnischen Umwelt. In „Die christliche Hymnodik bis zu Clemens von Alexandreia“ (1921 f.) wies K. viele Spuren der uns verlorenen christlichen Hymnendichtung der ersten beiden Jahrhunderte nach – im Neuen Testament, den apokryphen Apostelakten, in den Oden des Salomo – und zeigte deutlich die Zusammenhänge der Hymnendichtung mit der Liturgie. K.s Hauptwerk ist „Gott und Hölle“ (1932); hier wird das mythische Motiv der Niederfahrt eines Gottes in die Unterwelt und seines Kampfes und Sieges gegen den Herrscher der Toten behandelt. Ausgangspunkt sind die christlichen Vorstellungen von der Niederfahrt Christi in der Osternacht und der Befreiung der Gerechten der vorchristlichen Zeit durch seinen Sieg über den Höllenfürsten, die aus dem apokryphen Evangelium des Nicodemus und vielen späteren liturgischen Texten herrühren. K. hat das Thema in den weiten Zusammenhang der Überlieferungen über Unterweltsfahrten der alten Kulturvölker eingeordnet.

    K. war in Köln 1924/25 Dekan, 1930/31 und 1945-50 Rektor und ist mit großer Energie in der akademischen Selbstverwaltung tätig gewesen; beim Wiederaufbau der fast ganz zerstörten Kölner Universität spielte er eine entscheidende Rolle. Seit der Gründung der „Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen“ (der späteren Rhein.-Westfäl. Akademie) 1952 war er ihr Mitglied und hat den Ausbau der Papyrus- und Münzsammlung des Kölner Instituts für Altertumskunde sehr gefördert. – Ehrenbürger d. Univ. Köln.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Himmelfahrt d. Seele in d. Antike, 1931;
    Theognis-Interpretation, 1936;
    Elysium, 1951.

  • Portraits

    in: Köpfe d. Forschung an Rhein u. Ruhr, Die Mitgll. d. Arbeitsgemeinschaft f. Forschung d. Landes Nordrhein-Westfalen, 1957;
    Ölgem. (Univ. Köln).

  • Autor/in

    Reinhold Merkelbach
  • Empfohlene Zitierweise

    Merkelbach, Reinhold, "Kroll, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 72 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116552441.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA