Name
Mann, Thomas
Namensvarianten
Mann, Paul Thomas
Lebensdaten
1875 bis 1955
Geburtsort
Lübeck
Sterbeort
Zürich
Beruf/Lebensstellung
Schriftsteller; Nobelpreisträger für Literatur (1929)
Konfession
evangelisch
Autor NDB
Klaus Schröter
Autor ADB
-
GND
118577166

Mann, Thomas

Schriftsteller, * 6.6.1875 Lübeck, 12.8.1955 Zürich.

  • Genealogie

    B Heinrich (s. 1); – 1905 Katharina (Katia, 1883–1980), T d. Alfred Pringsheim (1850–1941), Prof. d. Math., u. d. Schauspielerin Hedwig Dohm (1855–1942); 3 S, 3 T, Klaus (s. 4), Golo (1909-84), Historiker, Publizist, Monika (* 1910), Elisabeth Mann Borgese (1918–2002),|Erika (s. 3), Michael (1919–77), Prof. d. Germanistik an d. Univ. of California in Berkeley; E (S d. Michael) Fridolin (* 1940, Christa, T d. Werner Heisenberg, 1901–76, Physiker, s. NDB VIII*), Dr. theol., Dr. phil. habil., Prof. f. Med. Psychol. in Münster.

  • Leben

    Bereits als Schüler verfaßte M. Prosaskizzen und Aufsätze für die hektographierte Zeitschrift „Der Frühlingssturm, Monatsschrift für Kunst, Literatur und Philosophie“ (Mai/Juni 1893), deren „Mitherausgeber“ er war. Eineinhalb Jahre nach dem Tod des Vaters zog die Mutter mit den drei jüngsten Kindern nach München. M. verließ – nachdem er zwei Klassen wiederholt hatte – 1893 das humanistische Gymasium Katharineum in der Obersekunda und folgte im Herbst der Familie nach München. Er trat dort als Volontär für ein halbes Jahr in eine Versicherungsgesellschaft ein und schrieb seine erste Erzählung, die Novelle „Gefallen“, die in der Zeitschrift „Die Gesellschaft“ (Oktober 1894) erschien und den Beifall Richard Dehmels fand. M. faßte daraufhin den Entschluß zum Schriftstellerberuf und gab seine Stellung auf. Er schrieb sich 1895 zunächst als Gasthörer an der Münchener Technischen Hochschule ein, um sich auf eine Laufbahn als Journalist vorzubereiten. Gleichzeitig begann er, Beziehungen nutzend, die sein Bruder Heinrich geknüpft hatte, in Zeitschriften zu veröffentlichen. Er lieferte Beiträge für die (in der Nachfolge von Friedrich Lienhard) 1895/96 von diesem herausgegebene, chauvinistisch-antisemitische Zeitschrift „Das Zwanzigste Jahrhundert, Blätter für deutsche Art und Wohlfahrt“. M.s Entwicklung vollzog sich zunächst in enger Anlehnung an Heinrich Mann, dessen Lektüre – Heinrich Heine, Hermann Bahr, Paul Bourget und Friedrich Nietzsche – er teilte.

    1896-98 hielt sich M. mit seinem Bruder in Rom und Palestrina auf. Hier erhielt er von seinem Berliner Verleger Samuel Fischer den Auftrag, ein größeres Prosawerk zu schreiben. Er begann daraufhin 1897 mit der Niederschrift der „Buddenbrooks“ (zuerst als gemeinsame Arbeit der Brüder geplant). Zu dieser Zeit erschien sein erster Novellenband „Der kleine Herr Friedemann“ (1898). Ende April 1898 kehrte M. nach München zurück. 1898-1900 war er Lektor und Korrektor der satirischen Zeitschrift „Simplicissimus“. Im September 1899, während einer Urlaubsreise nach Alsgard (Dänemark), wurde die Novelle „Tonio Kröger“ konzipiert. Im Juli 1900 beendete er die Niederschrift der „Buddenbrooks“; im Oktober konnte er aufgrund einer Untauglichkeitserklärung seinen im selben Jahr begonnenen Einjährigen-Militärdienst abbrechen. Im Oktober 1901 erschien das Werk in zwei Bänden und wurde von der Kritik (Samuel Lublinski, Rainer Maria Rilke, Gertrud Bäumer u. a.) sogleich einhellig als Leistung bedeutender Erzählkunst und als Meisterwerk des Psychologismus im Sinne der Décadence der Jahrhundertwende anerkannt.

    Anders als sein Bruder Heinrich, der sich zeit- und gesellschaftskritischen Themen zuwandte, wich M. im Jahrzehnt nach der Jahrhundertwende der unmittelbaren Gestaltung von Problemen seiner Gegenwart aus. Er produzierte zunächst nur wenige Werke geringen Umfangs, vermied die komplexe Schilderung gesellschaftlichgeschichtlicher Abläufe, wie sie in „Buddenbrooks“ gezeichnet waren, und entfaltete einen besonderen Aspekt ebenso persönlicher wie zeitbedingter Erfahrungen: den Gegensatz von Kunst und Leben. Indem M. dieses Thema in seinen Künstlernovellen („Tristan, Sechs Novellen“, 1903, unter ihnen „Tonio Kröger“) präzisierte und abwandelte, machte er es allerdings für allgemeinere Probleme transparent. Er entwickelte sprachlich und strukturell immer anspruchsvollere Erzählformen. Die Kritik, die ihm damals den Vorwurf des „kalten Künstlers“ (Karl Muth) und den eines „starken Rückschritts“ in der Thematik gegenüber „Buddenbrooks“ (Carl Busse) machte, bemerkte nicht, daß die Künstlernovellen Gleichnisse waren, in denen vor allem durch das Mittel der Ironie die Individuen als gesellschaftliche Typen gezeichnet wurden.

    Weltanschaulich hatte M. „geruht“, sich mit seiner Verbindung zum Münchener jüd. Großbürgertum durch seine Heirat „eine Verfassung zu geben“ (an Heinrich Mann, 17.1.1906). Dies führte ihn bei Ausbruch des 1. Weltkriegs zur Verteidigung „unseres sozialen Kaisertums“ und einer romantisch-idealistisch verstandenen „Sendung deutscher Eigenart“ gegen franz. „raison“ und engl. „cant“ und zur Rechtfertigung des Kriegs als „Heimsuchung“, „Reinigung“ und „Befreiung“ (Gedanken im Kriege, 1914). Er billigte den gegen Belgien gerichteten Neutralitätsbruch Deutschlands und rechtfertigte mit den machtstaatlichen Begründungen Heinrich v. Treitschkes sowohl Friedrich des Großen als auch Wilhelms II. völkerrechtswidriges Kriegsverhalten mit dem „Recht der aufsteigenden Macht“ (Friedrich und die große Koalition, 1915). Als Antwort auf Heinrich Manns Antikriegsschrift „Zola“ (1915) entwarf M. die „Betrachtungen eines Unpolitischen“ (1918), in denen er ein Bekenntnis|zur deutschen Tradition einer idealistischromantischen Apolitie ablegte und gegen Kritiker (Romain Rolland) rückblickend das „äußerst bescheidene Maß von Chauvinismus“, das er sich gestattet habe, verteidigte. Mit seinem Bruder Heinrich, einem erklärten Demokraten und Republikaner, brach unter diesen Umständen ein weltanschaulicher Konflikt offen aus, der um 1903 bereits als literarisch-ästhetische Kontroverse in ihrer Korrespondenz geschwelt hatte; er währte bis 1922. Mit der Zeit änderte M. jedoch seine politisch-gesellschaftlichen Anschauungen und näherte sich den demokratischen Positionen Heinrichs. Erst auf dieser Grundlage gelang es ihm, seinen zweiten großen Roman „Der Zauberberg“ (1924) auszuführen, dessen erste Konzeption 1913 gefaßt worden war. In diesem Prozeß geistiger Neuorientierung wurden Tolstoi und abermals in besonderem Maße Goethe – dessen Werke M. seit Jugendjahren kannte und in einzelnen Motiven seit seiner ersten Erzählung „Gefallen“ (1894) zitiert hatte – Leitbilder eines gesellschaftlich-tätigen Humanismus, eines neu verstandenen „Lebensdienstes“, einer demokratisch gesonnenen „Lebensbürgerlichkeit“.

    Vortragsreisen in zahlreiche europ. Länder – z. T. um Devisen zu verdienen unternommen – festigten M.s internationales Ansehen. 1926 wurde er vom preuß. Kultusminister Carl Heinr. Becker als eines der ersten Mitglieder in die neugegründete Sektion Dichtkunst der Preuß. Akademie der Künste berufen. Die Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Literatur 1929 bestätigte M.s weltweiten Ruhm. Bereits mit seiner Rede „Von deutscher Republik“ (1922) als politischer Mahner hervorgetreten, nutzte M. gegen Ende der Weimarer Republik sein außerordentliches Ansehen ein weiteres Mal: Angesichts des bedrohlichen Stimmenzuwachses der Nationalsozialisten hielt er am 17.10.1930 in Berlin seine „Deutsche Ansprache, Ein Appell an die Vernunft“. M. hoffte noch, daß seine Forderung eines „Zusammenwirkens von Bürgertum und Sozialismus“ als das Gebot der Stunde verstanden werde.

    Am 11.2.1933 verließ M. Deutschland, um den Vortrag „Leiden und Größe Richard Wagners“, den er tags zuvor im Auditorium Maximum der Univ. München zum 50. Todestag Wagners (13.2.) gehalten hatte, in Amsterdam, Brüssel und Paris zu wiederholen. Von seinen ältesten Kindern Klaus und Erika telephonisch gewarnt, kehrte er von dieser Reise nicht mehr nach Deutschland zurück. Ein verspäteter „Protest der Richard Wagner-Stadt München“ (16./17.4.1933) gegen den Wagner-Vortrag, unterzeichnet von Musikern wie Knappertsbusch, Pfitzner, Richard Strauss, von Ministern und Präsidenten öffentlicher Institutionen, bestätigte M. in diesem Entschluß. Das Exil begann mit einem „Wanderleben“ (Arosa, Lugano, Bandol, Sanary-sur-Mer); verschiedene Städte (Basel, Zürich, Straßburg, Prag, Wien) wurden als Wohnsitze in Betracht gezogen. Ende 1933 mietete M. ein Haus in Küsnacht am Zürichsee.

    In öffentlichen Äußerungen zur politischen Lage ließ M. während der nächsten drei Jahre eine quietistische Vorsicht walten, die von dem Wunsch geleitet war, den Kontakt mit seinem deutschen Publikum nicht zu gefährden. Daß M. sich angesichts angedrohter Repressalien der „Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums“ der Mitarbeit an der von seinem Sohn Klaus herausgegebenen Emigrantenzeitschrift „Die Sammlung“ entzog und die Nennung seines Namens im „Patronat“ der Zeitschrift untersagte, mußte der Emigration, aber auch der Opposition im Reich als ein Defätismus erscheinen, der sie traf und erschütterte. Erst Anfang 1936, genötigt durch einen Artikel Eduard Korrodis in der „Neuen Zürcher Zeitung“, der M. zur Distanzierung von den Emigranten aufforderte, und oftmals angemahnt durch seine Tochter Erika, erschien M.s öffentliche Absage an das nationalsozialistische Deutschland. Ihr folgte im Dezember die Aberkennung seiner deutschen Staatsbürgerschaft sowie der Entzug seines Bonner Ehrendoktorats, das ihm 1919 verliehen worden war. M. antwortete nicht auf den ersten, wohl aber auf den zweiten Akt mit seinem „Briefwechsel mit Bonn“ (1937), der in Übersetzungen gleichzeitig in fast allen europ. Sprachen, in Tarnausgaben als „Briefe deutscher Klassiker, Wege zum Wissen“ auch in Deutschland erschien und als bis dahin bedeutendste Äußerung gegen das nationalsozialistische Deutschland aufgefaßt wurde.

    Vielfältige publizistische, kulturpolitische und politische aufklärende Aktivitäten begleiteten seit dem „Briefwechsel mit Bonn“ die Arbeit am erzählerischen Werk. Eine eigene Zeitschrift, „Maß und Wert“, wurde von M. begründet und herausgegeben (1937-40; Herausgeber des dritten und letzten Jahrgangs war Golo Mann). 1934 hatte M. die USA zum erstenmal (Meerfahrt mit Don Quijote, 1934), 1935 zum zweitenmal besucht. Nach einer ausgedehnten Vortragsreise durch die USA in der ersten Hälfte des Jahres 1938 erfolgte im September die Übersiedlung nach Princeton, wo er eine Gastprofessur (Lecturer in the Humanities) angenommen hatte. 1940 zog M. an die kalifornische Küste um. 1941 ließ er in Pacific Palisades bei Los Angeles ein Haus bauen, das 1942-52 sein Wohnsitz war. Hier entfaltete sich die schöpferische Kraft des alten M.: Es entstand der vierte Band der „Joseph“-Romane. Ein erstes einleitendes Kapitel war 1927 in der „Neuen Rundschau“ erschienen, der erste Band im Herbst 1933, der zweite 1934 noch bei Fischer gedruckt worden, der dritte 1936 in Wien, der vierte erschien 1943 zugleich in den USA und in Schweden. Inmitten der Arbeit an diesem faßte er den Plan, „eine Künstler-Novelle, die vielleicht mein gewagtestes und unheimlichstes Werk werden wird“ (1942), zu schaffen, der die Grundlage seines Altersromans „Doktor Faustus“ (1947) bildete. Zur Reihe autobiographischer Schriften traten die Antworten auf tages- und weltpolitische Fragen. Der Verpflichtung als „Consultant in Germanic Literature“ an der Library of Congress, Washington, D. C., war seit 1942 durch jährliche Vorträge nachzukommen. Anstrengende „Lecture tours“ wurden einmal im Jahr unternommen. Seit 1940 hielt M. antifaschistische Radioreden über die British Broadcasting Corporation nach Deutschland, die unter dem Titel „Deutsche Hörer, 25 Radiosendungen nach Deutschland“ 1942 herauskamen (1945 erweitert mit dem Untertitel „Fünfundfünfzig [recte: 56] Radiosendungen nach Deutschland“).

    Der gesellige Verkehr in Princeton mit Albert Einstein, W. H. Auden (dem Ehemann Erika Manns), Erich v. Kahler, Hermann Broch, Annette Kolb und vielen anderen wurde in Pacific Palisades mit Emigranten wie Arnold Schönberg, Hanns Eisler, Ernst Krenek, Ernst Toch, Theodor W. Adorno, Lion Feuchtwanger, Bruno Frank, Bruno Walter, Franz Werfel sowie mit Chaplin u. a. fortgesetzt. Besonders wichtig wurde für ihn die nachbarschaftliche Gegenwart seines Bruders Heinrich, den er finanziell unterstützte. Während dieser Zeit engagierte er sich mit seiner Frau in den Hilfsorganisationen für Emigranten. Seine persönliche Bekanntschaft mit Präsident Roosevelt und seine Freundschaft mit den bedeutendsten Publizisten Amerikas wie Dorothy Thompson und Walter Lippmann, mit dem Besitzer der „Washington Post“, Eugene Meyer, sein Verkehr mit Angehörigen des diplomatischen Korps und der Washingtoner Bürokratie sowie der vertrauliche Umgang mit Archibald MacLeish, dem Schriftsteller und Direktor der Library of Congress, gewährten M. nicht nur genauen Einblick in die Weltpolitik, sondern boten ihm auch die Möglichkeit, maßgeblichen Einfluß auszuüben. Seit Mitte 1944 amerikan. Staatsbürger, griff er in die Wahlkampagne um die vierte Präsidentschaftskandidatur Roosevelts ein.

    1947 besuchte M. erstmals wieder Europa, um an der ersten internationalen Nachkriegstagung des PEN-Clubs in Zürich teilzunehmen. 1949 hielt er die Festreden bei den Goethe-Feiern in Frankfurt und Weimar und nahm die Goethe-Preise dieser Städte entgegen. Enttäuscht von der politischen Entwicklung in den USA nach dem Tode Roosevelts und im Juni 1951 von dem kalifornischen Abgeordneten Donald L. Jackson vor dem Kongreß in Washington als „fellow traveller“ des Kommunismus angeklagt, kehrte M. 1952 in die Schweiz zurück. Er lebte zunächst in Erlenbach b. Zürich, bis er 1954 ein Haus in Kilchberg am Zürichsee erwarb. Hier vollendete er im selben Jahr den ersten Teil der „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Im Schiller-Gedenkjahr 1955 hielt M. Reden (Versuch über Schiller) in Stuttgart und Weimar.

    M.s erste Veröffentlichungen sind vom Psychologismus und der analytischen „Nervenkunst“ der 1890er Jahre beeinflußt (Vision, 1893; Gefallen, 1894). Aus ihnen entwickelt er den Gegensatz von Künstler-Décadent und bürgerlicher Gesellschaft, der ihm durch die Schriften P. Bourgets nahegebracht und durch Nietzsches Psychologie des Künstlers erläutert worden war (Beiträge zum „Zwanzigsten Jahrhundert“, 1895/96; die Novellen „Enttäuschung“, 1896; „Der Bajazzo“, 1897). Entfremdung von Kunst und Gesellschaft bleibt während der Kaiserzeit das bestimmende Grundmotiv seiner Werke, das schließlich zur Antithese von „Geist“ und „Leben“ (Tonio Kröger, Fiorenza) verallgemeinert wird. Auch der erste Roman M.s, „Buddenbrooks“, ist, wie sein Untertitel „Verfall einer Familie“ hervorhebt, von dieser Dekadenzthematik beherrscht. Allein der weite geschichts- und gesellschaftskritische Rahmen, in den diese Thematik eingespannt ist, weist über die Perspektive des „Verfalls“ hinaus. So werden den vier Generationen der biologisch und wirtschaftlich absteigenden Lübecker Patrizierfamilie der Buddenbrooks die aufsteigenden Hagenströms, dem Bürgertum der Gründerjahre zugehörig, entgegengestellt; und der gleichzeitigen intellektuell-künstlerischen Verfeinerung innerhalb der Familie Buddenbrook, gipfelnd in deren letztem Sproß, dem lebensunfähigen|„Künstler“ Hanno, wird die lebensbejahende Tony als „positive Heldin“ entgegengesetzt. Das Werk ist formal beeinflußt vom skandinavischen (A. Kielland, J. Lie) und russ. (L. Tolstoi) realistischen Gesellschaftsroman. Mit der Detailschilderung, der Aufnahme von Dialektformen und dem charakterisierenden Dialog verwendet M. ebenso naturalistische Stilelemente, die weltanschaulich durch deterministische Züge ergänzt werden. Der Erfolg des Romans in Deutschland war groß und seit den 20er Jahren weltweit; noch in der Urkunde zur Verleihung des Nobelpreises (1929) wurde auf ihn als die eigentliche Leistung M.s hingewiesen.

    Im Vergleich mit dem ersten erscheint der zweite Roman „Königliche Hoheit“ (1909) weniger bedeutend. Der Fürst in seiner „formalen Existenz“ gilt hier als Allegorie des Künstlers. M.s Aristokratismus (die Deutung des Romans durch H. Bahr als ein Zeichen der „Wende zum Demokratischen“ wies er im Privaten zurück und nahm sie doch öffentlich zum Anlaß, den Roman mit Heinrich Manns gleichzeitig erschienener „Kleinen Stadt“ zu vergleichen) hat seine Perspektive in den ersten anderthalb Jahrzehnten dieses Jahrhunderts auf das Künstlerproblem eingeengt, das er durch eine preuß.-friderizianische Moral des „Durchhaltens“ lösen zu können glaubte (Plan zu einem „Friedrich“-Roman, 1906; „Der Tod in Venedig“, 1912). Seinem Bruder gegenüber hat er dies 1913 als „Unfähigkeit, mich geistig und politisch eigentlich zu orientieren, wie Du es gekonnt hast“, bezeichnet. Seine Unterwerfung unter das offiziöse chauvinistische Denken in Deutschland wird vor allem in den „Gedanken zum Kriege“ (1914) deutlich.

    Während der ersten Jahre unter der Weimarer Republik nimmt M. – zunächst noch dialektisch-spielerisch – die naturrechtlichen Gesellschafts- und Staatslehren des 18. Jh. in sein Denken auf und gelangt so zu einer Anerkennung der republikanischen Staatsform („Von deutscher Republik“). Sein dritter Roman, „Der Zauberberg“ (1924), spiegelt diesen Prozeß in der „hermetischen“ Erziehungs- und Bildungsgeschichte Hans Castorps, eines hanseatischen Patriziersohnes, wider. Die Modellsituation, die M. sich in diesem Werk schafft – Hans Castorp, das „deutsche Hänschen“, befindet sich sieben Jahre lang zur Heilung in einem internationalen Schweizer Sanatorium –, ermöglicht es ihm, innerhalb der Grenzen seiner gesellschaftlichen Erfahrungen und Beobachtungen eine Zeitkritik der Epoche vor dem 1. Weltkrieg zu geben. Die traditionelle Erzählhaltung wird durch Analysen, Diskussionen, Reflexionen und Kommentare, mit einem Wort: durch einen Essayismus erweitert, der es erlaubt, alle Fakultäten menschlichen Wissens, „Philosophie, Juristerei, Medizin, Theologie wie selbst auch Naturwissenschaften und Technologie“ – in diesem Themenkatalog ist das Modell von Fausts Eingangsmonolog zu erkennen – als Mittel des menschlichen Selbstverständnisses zu erörtern. Hans Castorp als dilettierender Schüler unterwirft sich keiner Einzeldisziplin. Er vertritt M.s Idee von „Deutschtum“ und „Bürgerlichkeit“ als „Idee der Mitte“, die M. „als die Idee des Lebens selbst und der Menschlichkeit“ erscheint (Lübeck als geistige Lebensform, 1926). Das zeitgeschichtliche Engagement zeigt sich in den Essays und Reden dieser Jahre ebenso wie in der Novelle „Mario und der Zauberer“ (1929), in der Erfahrungen mit dem ital. Faschismus verarbeitet werden.

    1926-42 arbeitet M. mit Unterbrechungen an seinem unfangreichsten Romanwerk, der Tetralogie „Joseph und seine Brüder“ (1933-43). Am Anfang steht der Plan einer religionshistorischen Novelle. Sie ist als „Flügelstück eines historischen Triptychons“ über biblische, spanische (Philipp II.) und deutsche (Luther) Geschichtsgegenstände gedacht. Vor allem in der Religionsgeschichte glaubt M. einen Raum des Ewiggültigen in der Menschheitsentwicklung gefunden zu haben, geeignet, ideale Gegenbilder zur Zeitgeschichte zu entwerfen. Die Gestalt Josephs gilt M. als Inbild gesteigerten Menschentums; er sieht in ihr eine Synthese heidnischen und jüdisch-christlichen Lebensgefühls sowie frühen und späten abendländischen Bewußtseins. In seinen Kommentaren und bibelexegetischen Diskursen den Thesen der sogenannten panbabylonischen religionshistorischen Schule folgend, will er gleichwohl keinen religiösen oder auch nur mythologischen Roman schreiben. Der exklusive Bund des jüd. Volkes mit Gott wird umgedeutet und der judaische Monotheismus einer „Säkularisierung des religiösen Begriffs “ unterzogen. In der Entwicklung Josephs vom ichbezogenen Träumer zum „Ernährer“ und Volksfürsorger versucht M., über das Bürgerlich-Europäische der „Buddenbrooks“ und des „Zauberbergs“ hinausgehend, ein positives menschheitsgeschichtliches Exempel zu geben. Entgegen der ursprünglichen Konzeption finden zeitgeschichtliche Anspielungen – auf Sprachprobleme im Exil, auf Paß- und Affidavit-Fragen, auf die planwirtschaftlichen|Vorstellungen von Roosevelts New Deal, endlich auf Hitler – in den letzten Band „Joseph der Ernährer“ Eingang. Sprachlich zeigen die Joseph-Romane eine Weite der Ausdrucksmöglichkeiten, die vom wissenschaftlichen Kommentarstil bis zum Jargon, zu Dialektfärbungen und Anglizismen reicht. Neben der Ironie zählt der Sprachwitz zum besonderen Stilmittel des Werks. Die soziale Erziehungsidee, die im „Joseph“ dominiert, tritt noch einmal beherrschend hervor in der Moses-Novelle „Das Gesetz“ (1944).

    In anderen Werken seiner reifen Zeit und seines Alters wendet sich M. wieder der Künstlerproblematik der Jahrhundertwende zu, ohne jedoch die zeit- und geschichtskritische Perspektive zu vernachlässigen: Der bereits 1936 in Küsnacht geplante und in Princeton 1939 abgeschlossene Roman „Lotte in Weimar“ hat den historischen Besuch Charlotte Kestners, geb. Buff (Werthers Lotte), im Jahr 1816 bei Goethe in Weimar zum Gegenstand und nimmt von einem frühen Goethe-Novellenplan (um 1910) den Gedanken von der „Tragödie des Meistertums“ wieder auf, indem er Goethe als Vereinsamten, in seiner Gesellschaft nicht Verstandenen zeigt. Er gipfelt im siebten Kapitel, das Goethes Denken und Dichten (unter Verwendung originärer Goethe-Worte) mit der Technik des „Bewußtseinsstroms“ darstellt.

    1943-47 arbeitet M. am letzten großen Werk: „Doktor Faustus“. Die Konzeption geht auf einen Plan der Jahre 1902-05 zurück, der einen syphilitischen, dem Teufel verschriebenen Künstler als Typus einer gesellschaftsfeindlichen, isolierten Künstlerexistenz vorgesehen hatte. M. weitet in der späteren Durchführung die Symbolik des Werkes aus, indem er die Entwicklung des Helden Adrian Leverkühn vom impressionistischen zum atonalen Komponisten als Entwicklung von der Dekadenz zur Barbarei mit der Zeitgeschichte parallelisiert. Daß M. durch einen humanistischen Philologen und Inneren Emigranten das „Leben des deutschen Tonsetzers“ in den Jahren 1943 bis 1945 erzählen läßt, dient der ironischen Brechung von dessen Biographie der Jahre 1885 bis 1940 wie auch der deutschen Geschichte, über die bis 1945 berichtet wird. Die Krankengeschichte des genialen Tonsetzers und der schicksalhaft verhängte Untergang seines Volks werden dabei synchron betrachtet. Beide werden durch des Tonsetzers Pakt mit dem Teufel, der dem Künstler den Bestand seiner Schaffenskraft im Tausch für ein liebesleeres, kaltes Leben gewährleistet, aus dem Geschichtlichen ins Dämonische gehoben. Anders als in gleichzeitigen essayistischen, brieflichen und sonstigen kritischen Äußerungen M.s zur Zeitgeschichte werden die Geschehnisse abschließend der religiösen Kategorie der Gnade unterstellt. Diese Wendung ins Metaphysische und die symbolgeladene, durch Luthers, Nietzsches und auch der historischen Gestalt Fausts Verhältnis zur Musik angeregte Thematik haben ebenso wie die Einengung des Faustthemas auf den Abschluß eines Paktes mit dem Teufel Kritik ausgelöst und die Frage nicht ruhen lassen, ob M. im „Doktor Faustus“ die selbst gestellte Aufgabe, „den Roman meiner Epoche, verkleidet in die Geschichte eines hochprekären und sündigen Künstlerlebens“, darzustellen, adäquat eingelöst habe.

    Noch in den USA vollendet M. den an Hartmann von Aues Gregorius-Legende anknüpfenden Roman „Der Erwählte“ (1951). Sprachlich erreicht er hier, indem er auf engl.-altfranz.-lat.-niederdeutscher Grundlage eine vorschismatische europ. Einheitssprache mit „voltairisierendem Spott“ benutzt, bei aller Leichtigkeit des Erzähltons eine äußerste Grenze. Auch Manierismen seines Spätstils treten hervor. Die Erzählung „Die Betrogene“, bereits in der Schweiz zu Ende geschrieben, parodiert die klassische deutsche Novellenform. Thematisch greift M. in ihr auf das frühe Thema von der Liebe als einer Neigung zum Tod zurück. Sein letzter großer Bucherfolg ist die dritte Fassung seiner „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (1954). Angeregt durch Georges Manolescus Memoiren, aber auch durch Goethes Autobiographie „Dichtung und Wahrheit“, die er zum Teil parodiert, werden in der formal dem Abenteuerroman verwandten Erzählung Kindheit, Jugend und erste Stationen der Weltreise eines künstlerisch begabten Kriminellen geschildert. M. läßt das bereits 1910 begonnene, 1922 zuerst erschienene und 1937 schon stark erweiterte Werk zu einer ironisch-scherzhaften Kritik des deutschen und europ. Bürgertums um 1900 werden.

    M. hatte testamentarisch verfügt, daß seine Tagebücher, die er als „without any literary value“ deklariert hatte, erst 20 Jahre nach seinem Tod erscheinen sollten. Sie werden seit 1977 veröffentlicht. Die 32 erhaltenen Schreibhefte umfassen in einer Folge die Jahre 1934 bis 1955; unter ihnen haben sich vier mit Aufzeichnungen aus den Jahren 1918 bis 1921 erhalten, die M. bei der Ausarbeitung des „Doktor Faustus“ als Quellen benutzte. Alle übrigen Tagebücher von 1896|bis 1933 hatte M. im Mai 1945 in einem seiner letzten großen Autodafés vernichtet. In ihrer wechselseitigen Durchdringung des Privaten mit dem Zeit-, ja Weltgeschichtlichen und im vorherrschenden Duktus der Aktennotiz sind die Tagebücher zweifellos an Goethes „Tag- und Jahresheften“ geschult. Zur Deutung des eigenen Werks bieten sie wenig Anleitung. Sie sind indessen eine reiche Quelle zu M.s Verhältnis zum nationalsozialistischen und zum Nachkriegs-Deutschland und den Prozessen seiner sich verändernden Einstellungen gegenüber dem Land seiner Herkunft. Sie sind ferner ein Beleg sowohl für die schon von Zeitgenossen beobachtete Pünktlichkeit und Ordentlichkeit seiner äußeren Lebens- und Arbeitsführung als auch für die starken inneren Schwankungen seiner seelischen Gestimmtheit und Empfindlichkeit in allen Epochen.|

    • Auszeichnungen

      Prof.-Titel (Lübeck 1926); Mitgl. d. Comité Permanent des Lettres et des Arts beim Genfer Völkerbund (1931); Dr. phil. h. c. (u. a. seit 1935 Harvard, Columbia, New York, Princeton, Oxford, Lund, London, Jena), Dr. jur. h. c. (Berkeley), Dr. rer. nat. h. c. (Zürich); Ehrenpräs. v. Writers in Exile (1939); Ehrenbürger v. Weimar (1949) u. Lübeck (1955); Lit.preis d. Accademia Nazionale dei Lincei, Rom (1952); Ehrenmitgl. d. Dt. Ak. f. Sprache u. Dichtung, Darmstadt (1955); Friedenskl. d. Ordens Pour le Mérite (1955).

    • Werke

      Ges. Werke, 1922–35, 1936-37; Ges. Werke in zehn Bänden, 1925; Stockholmer Gesamtausg. d. Werke, 18 Bde., 1938-65; Ges. Werke in zwölf Bänden, 1955; Ges. Werke in zwölf Bänden, 1960 ff. (Neuausg. mit e. Nachtragsbd., 1974); Das erzähler. Werk, 12 Bde., 1967, 21975; Das essayist. Werk, hrsg. v. H. Bürgin, 8 Bde., 1968; Romane u. Erzz., 10 Bde., 1974-75; Ges. Werke in Einzelbänden, Frankfurter Ausg., 1980 ff. – Tagebücher u. Notizhh.: Tagebücher 1918–21, 1933 ff., hrsg. v. P. de Mendelssohn, 1977 ff., seit 1986 v. I. Jens; Notizen zu Felix Krull, Friedrich, Königl. Hoheit, Versuch üb. d. Theater, Maja, Geist u. Kunst, Ein Elender, Betrachtungen e. Unpolitischen, Doktor Faustus u. a. Werken, hrsg. v. H. Wysling, 1973. – Briefe: Briefe 1889-1955 u. Nachlese, hrsg. v. Erika Mann, 3 Bde., 1961–65. – Th. M.: Briefe an P. Aman 1915–52, hrsg. v. H. Wegener, 1959; Th. M. an Ernst Bertram, Briefe aus d. J. 1910–55, hrsg. v. I. Jens, 1960; Th. M.Karl Kerényi, Gespräch in Briefen [1934-55], hrsg. v. K. Kerényi, 1960 (Neuausg.: 1972); Th. M. – Robert Faesi, Briefwechsel [1921-55] hrsg. v. R. Faesi, 1962; Th. M.Heinrich Mann, Briefwechsel 1900–49, hrsg. v. d. Dt. Ak. d. Künste zu Berlin, Redaktion u. Nachwort: U. Dietzel, 1965, (2. erweiterte Aufl., 1969); dass., hrsg. v. H. Wysling, 1968 (erweiterte Neuausg. 1984); Briefwechsel Th. M.Max Rychner 1920–55, Eingeführt u. erl. v. H. Wysling, in: Bll. d. Th. M. Ges. Zürich 7, 1967, S. 5-38; Hermann Hesse – Th. M., Briefwechsel [1910-55] hrsg. von A. Carlsson, 1968 (erweiterte Neuausg. v. V. Michels, 1975); Th. M. – Bruno Walter, Briefwechsel [1917-55], vorgelegt v. H. Wysling, in: Bll. d. Th. M. Ges. Zürich 9, 1969, S. 12-43; Th. M. u. Hans Friedrich Blunck, Briefwechsel [1927-48] u. Aufzeichnungen, hrsg. v. W. Blunck, 1969; Th. M. – Erich v. Kahler, Briefwechsel im Exil [1938-55] hrsg. v. H. Wysling, in: Bll. d. Th. M. Ges. Zürich 10, 1970, S. 4-62; Th. M.: Briefwechsel mit s. Verleger Gottfried Bermann Fischer 1932–55, hrsg. v. P. de Mendelssohn, 1973; Briefe an Otto Grautoff, 1894–1901, u. Ida Boy-Ed, 1903–28, hrsg. v. P. de Mendelssohn, 1975; Th. M.Alfred Neumann, Briefwechsel [1917-52], hrsg. v. P. de Mendelssohn, 1977; Dichter od. Schriftsteller? Der Briefwechsel zw. Th. M. u. Josef Ponten 1919–30, 1988. – Interviews: Frage u. Antwort, Interviews mit Th. M. 1909-55, hrsg. v. V. Hansen u. G. Heine, 1983. – Nachlaß s. P. Raabe, Qu.rep. z. neueren dt. Lit.gesch., 31981.

    • Literatur

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    • Portraits

      in: Du, Schweizer. Mschr., Nr. 6, Juni 1955; K. Schröter, Th. M., 179. Tsd. 1986; H. Bürgin u. H.-O. Mayer, Th. M., Eine Chronik s. Lebens, 1965; Selbstporträtkarikatur „Tommi“, 1889; Lith. v. M. Oppenheimer, um 1911; Radierung v. M. Liebermann, 1925 u. ö.; Porträtkarikatur v. B. F. Dolbin, 1926; Profilzeichnung v. M. Marini, 1954; Kohlezeichnung v. P. Citroen, 1955; Porträtkarikatur v. D. Levine, 1974; Bronzekopf v. G. Seitz, um 1951.

  • Autor

    Klaus Schröter
  • Empfohlene Zitierweise

    Schröter, Klaus, "Mann, Thomas" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 43-50 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/ppn118577166.html
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Mann, Thomas

Mann, Thomas

Erwähnungen:

Mann, Thomas