<< Becker, Karl Ferdinand
Becker >>
Becker, Carl Heinrich
preußischer Kultusminister, Orientalist,
* 12.4.1876 Amsterdam,
† 10.2.1933 Berlin. (evangelisch)
Genealogie
| Leben
| Werke
| Literatur
| Portraits
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Carl Becker (1821–97), Bankier und Konsul;
M Julie (1839–1917),
T des Kaufmanns Conrad Heinrich Schöffer (1815–78) und der Susanna Dorothea Hofmann (1818–93) aus Frankfurt/Main;
Gvv Karl Ferdinand Becker (s. 1);
⚭ 14.3.1905 Hedwig Schmid,
T des Bankiers Paul von Schmid-Augsburg; 3
K.
Leben ↑
Becker studierte in Lausanne, Heidelberg und Berlin, bereiste 1900-02 Spanien, Ägypten, Sudan, Griechenland und die Türkei, habilitierte sich 1902 für semitische Philologie in Heidelberg, wo er 1906 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. 1908 ging er als Professor für Geschichte und Kultur des Orients nach Hamburg und von da 1913 als Ordinarius für orientalische Philologie nach Bonn. 1916 kam er als Vortragender Rat ins preußische Kultusministerium, wurde dort 1919 Staatssekretär, 1921 Kultusminister im Kabinett Stegerwald, im Herbst 1921 wieder Staatssekretär und übernahm 1925 erneut das Amt des preußischen Kultusministers, von dem er 1930 zurücktrat. - Becker, der ein humanistisches Gewissen mit politischer Erfahrung und weltmännischer Haltung verband, machte sein Ministerium zur Stätte lebendigen europäischen Austausches. Er förderte die Hochschulreform, gründete die Pädagogischen Akademien zur Vertiefung der Lehrerbildung, schuf die Preußische Dichterakademie und war federführend beim Abschluß eines Konkordates zwischen der preußischen Regierung Braun und dem Heiligen Stuhl.
Werke ↑
W. u. a. Ibn Gauzi's Manaqib Omar ibn Abd el-Aziz,
Diss. 1899;
Btrr. z. Gesch. Ägyptens unter d. Islam, 2
Hh., 1902/03; Papyri Schott-Reinhard I, = Veröffentlichungen aus d. Heidelberger
Papyrusslg. III/1, 1906; Kulturpolit. Aufgaben d. Reiches, 1919; Gedanken
z. Hochschulreform, 1919; Kant u. d. Bildungskrise d. Gegenwart, 1924; Vom Werden u. Wesen d.
islam. Welt, Islamstud., 2
Bde., 1924/32
(51 ausgew. Aufsätze aus d. Zeit v. 1904–32, in Bd. 2 Verz. sämtl. orientalist. Arbb.); Vom Wesen d.
dt. Univ., 1925; Die
preuß. Kulturpolitik u. d. Fall Schillings, 1925; Die Pädagog.
Ak. im Aufbau unseres
nat. Bildungswesens, 1926; Zu Beethovens 100. Todestage, 1927; Das Problem d. Bildung in d. Kulturkrise d. Gegenwart, 1930; Das Erbe d. Antike in Orient u. Okzident, 1931.
Literatur ↑
C. H.
B., ein Gedenkbuch,
hrsg. v. H. Schaeder, 1950
(P);
Rhdb. I, 1930
(P).
Portraits ↑
Ölgem. (Finnisch-Ugrisches Seminar Göttingen); Zeichnung
v. E. Orlik.
Autor ↑
Adolf GrimmeEmpfohlene Zitierweise ↑
Grimme, Adolf, „Becker, Carl Heinrich“,
in: Neue Deutsche Biographie
1
(1953), S.
711
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd118654438.html
Becker, Carl Heinrich
Name: Becker, Carl Heinrich
Namensvariante: Becker, Carl
Namensvariante: Becker, Carl Heinz
Lebensdaten: 1876 bis 1933
Geburtsort: Amsterdam
Sterbeort: Berlin
Beruf/Lebensstellung: preußischer Kultusminister; Orientalist
Konfession: evangelisch
Autor NDB:
Grimme, AdolfPND: 118654438