<< Derfflinger, Georg Freiherr von
Dernath, Gerhard Graf von >>
Derleth, Ludwig
Schriftsteller,
* 3.11.1870 Gerolzhofen (Unterfranken),
† 13.1.1948 Stabio (Schweiz). ((römisch)-katholisch)
Genealogie
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| Werke
| Literatur
| Autor
| Zitierweise
Genealogie ↑
V Joh., Jurist;
M Maria Strobel;
⚭ Cristina,
T des Cristiano Ulrich
u. der Maria Baartz.
Leben ↑
Derleth verbrachte seine Jugend in Münnerstadt und Nürnberg, studierte dann Literatur, später auch Psychiatrie in München, wo er lange Jahre lebte. Nach längeren Aufenthalten in Paris und Rom, ließ er sich in Perchtoldsdorf bei Wien nieder. Von 1935 bis zu seinem Tode lebte er zurückgezogen in San Pietro di Stabio.
In seinen Anfängen gehörte er zum Stefan-George-Kreis, von dem er sich später ganz löste. In den „Blättern für die Kunst“, an denen Derleth mitarbeitete, ebenso wie am „Pan", bezeichnete ihn George als „unerbittlichen Verlanger", als „eine Imperatoren-Natur auf dem Boden der christlichen Welt". Thomas Mann schildert ihn ironisch in der Novelle „Beim Propheten". Durchdrungen von tiefem religiösen Ernst und pessimistischer Zeitkritik, setzte er sich immer wieder mit Glaubensfragen auseinander. Sein erstes Werk, „Proklamationen", ist ein „seltsames Gemisch von Prophetie und kriegerischem Manifest“ (K. Muth). Er sieht darin Christus als Imperator maximus, will das Christentum innerhalb der Christenheit verbreiten. - In seinem Hauptwerk, „Der Fränkische Koran“ (1933), versucht Derleth in 15 000 Versen eine umfassende Verkündigung seiner Welt- und Menschenauffassung. Gläubige Inbrunst und religiöser Eifer trieben ihn immer wieder zu starker Polemik gegen die katholische Kirche, in der er gleichwohl fest wurzelte.
Werke ↑
Weitere W u. a. Die Proklamationen, 1904 (
veröff. 1919); Die Lebensalter (Auszug a. d. Fränk. Koran), 1937; Seraphinische Hochzeit, 1939; Der Tod d. Thanatos, 1946.
Literatur ↑
F. Wolters, Stefan George
u. d.
Bll. f. d. Kunst, 1930; K. Muth, L.
D., in: Hochland, 31.
Jg., II.
Bd., April-Sept. 1934, S. 176-79; P. van der Meer de Walcheren, Heimweh nach Gott, 1937; W.
v. d. Steinen, Genies d'un autre monde, in: Suisse Contemporaine
Nr. 9, 1942; H. Crossrieder, Zur Dichtung L.
D.s. in: Schweizer
Rdsch., Mai, Einsiedeln 1944; Chr. Derleth, Über d. Tod d. Thanatos
v. L.
D., in: Wort
u. Wahrheit 2, 1946; F.
v. Dauber, L.
D., der Dichter
u. sein Werk,
Diss. Wien 1946
(W, L);
Kosch, Lit.-Lex. (W, L); E. Alker,
Gesch. d.
dt. Lit. II, 1950, S. 463 f.; K. A. Kutzbach, Autorenlex. d. XX.
Jh., 1952, S. 31
(W, L).
Autor ↑
Helmut MotekatEmpfohlene Zitierweise ↑
Motekat, Helmut, „Derleth, Ludwig“,
in: Neue Deutsche Biographie
3
(1957), S.
606
[Onlinefassung]; URL:
http://www.deutsche-biographie.de/pnd11852478X.html
Derleth, Ludwig
Name: Derleth, Ludwig
Lebensdaten: 1870 bis 1948
Geburtsort: Gerolzhofen (Unterfranken)
Sterbeort: Stabio (Schweiz)
Beruf/Lebensstellung: Schriftsteller
Konfession: katholisch
Autor NDB:
Motekat, HelmutPND: 11852478X