Lebensdaten
1879 bis 1934
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Professor der Mathematik in Königsberg Marburg und Göttingen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119296896 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Hahn, Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd119296896.html [08.12.2016].

CC0

Hahn, Hans

Mathematiker, * 27.9.1879 Wien, 24.7.1934 Wien. (katholisch)

  • Genealogie

    V Ludw. Benedikt (1844–1925), k. k. Hofrat, Vorsteher d. Telegraphenkorr. bureaus u. Hrsg. d. „Pol. Korr.“, S d. Emanuel u. d. Josepha Vondörfer; M Emma (1850–1940), T d. Fabrikanten Johann Blümel u. d. Sofie Grünewald; Wien 1909 Eleonore (Lilly) (* 1885), Dr. phil., Kunstgewerblerin, T d. Jak. Minor ( 1912), Prof. d. Germanistik, u. d. Margarethe Pille (1860–1927), Präs. d. österr. Frauenvereine; 1 T Nora (* 1910, Lallinger), Schauspielerin (Künstlername: Minor).

  • Leben

    H. bezog 1898 die juristische Fakultät der Universität Wien, wandte sich schon 1899 der Mathematik zu, ging zunächst nach Straßburg, dann an die Universität München und schließlich zurück an die Universität Wien (doctor philosophiae 1902). Nach einer weiteren Ausbildung unter Boltzmann, von Escherich, Mertens und Wirtinger in Wien und bei Hilbert, Klein und Minkowski in Göttingen habilitierte er sich 1905 für Mathematik an der Universität Wien, supplierte im Wintersemester 1905/06 in Innsbruck für den erkrankten Ordinarius O. Stolz und wurde nach weiteren Dozentenjahren in Wien 1909 zum außerordentlichen Professor in Czernowitz ernannt. Er nahm 1915 am Kriege teil, wurde schwer verwundet, 1916 als außerordentlicher Professor nach Bonn berufen und 1917 dort zum ordentlichen Professor ernannt. 1921 kehrte er als ordentlicher Professor nach Wien zurück.

    H. beschäftigte sich in seinen ungefähr 75 Arbeiten hauptsächlich mit den Gebieten der Variationsrechnung, der Mengenlehre und der reellen Funktionen sowie mit erkenntnistheoretischen Fragen. Hier interessierte ihn besonders die Stellung, die Logik und Mathematik im Gesamtwissen einnehmen. Seine philosophischen Ansichten, die er in zahlreichen Diskussionen und Vorträgen verteidigte, standen denen von B. Russell und L. Wittgenstein nahe. – In der Variationsrechnung bewies H. viele Sätze unter allgemeineren Voraussetzungen und behandelte neue Fragestellungen. Auf dem Gebiete der Mengenlehre führte er den Begriff des „Zusammenhanges im Kleinen“ ein und benützte ihn zur Klarstellung verschiedener Fragen aus der Lehre von den Punktmengen. Zur Theorie der reellen Funktionen sei vor allem auf seine Darstellung gegebener Funktionen durch singuläre Integrale und ihre Anwendungen sowie auf seine Bücher hingewiesen.|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. Wien (1921), Lieben-Preis (1921), Ehrenmitgl. d. Calcutta Mathematical Society, Ausschußmitgl. d. Dt. Mathematiker Vereinigung (1931/32).

  • Werke

    W u. a. Zur Theorie d. 2. Variation einfacher Integrale, in: Mhh. f. Math. 14, 1903; Über Folgen linearer Operationen, ebd. 32, 1922; Über räuml. Variationsprobleme, in: Math. Ann. 70, 1911; Mengentheoret. Charakterisierung d. stetigen Kurve, in: SB d. Wiener Ak. d. Wiss. 123, 1914; Über irreduzible Kontinua, ebd. 130, 1921; Über d. Darst. gegebener Funktionen durch singuläre Integrale, in: Denkschrr. d. Wiener Ak. d. Wiss. 93, 1916; Theorie d. reellen Funktionen I, 1921; Reelle Funktionen I, 1932.

  • Literatur

    Ber. üb. d. Studienj. [Wien] 1933/34, S. 32 ff.; K. Mayrhofer, in: Mhh. f. Math. 41, 1934 (W-Verz., P); K. Menger, Ergebnisse e. math. Kolloquiums II, 6, 1934; W. Wirtinger, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 85, 1936; Pogg. V-VIIa; ÖBL.

  • Autor

    Josef Lense
  • Empfohlene Zitierweise

    Lense, Josef, "Hahn, Hans" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 506 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd119296896.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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