Lebensdaten
1789 bis 1825
Geburtsort
Weißenfels (Sachsen)
Sterbeort
Wien (?)
Beruf/Funktion
Glasmaler ; Maler
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 138396477 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mohn, Gottlob
  • Mohn, Gottlob Samuel
  • Mohn, Gottlob

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Mohn, Gottlob Samuel, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138396477.html [15.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Samuel (s. 1);
    Wien 1815 Theresia (* um 1793), Putzmacherin, T d. Drechslers Josef Treuer u. d. Theresia N. N.;
    2 K.

  • Leben

    M. besuchte die Gymnasien in Halle, Berlin und Stettin, wurde 1805 Schüler des Chemikers M. H. Klaproth in Berlin und lernte 1807/08 zeichnen bei V. Schnorr v. Carolsfeld. 1810 nahm er an der Dresdner Akademie der Künste Zeichenunterricht. Damals war er bereits als Glasmaler (Kirchenfenster von Ludwigsburg, um 1806) und Emailleur bekannt. Sein erstes Werk dürfte ein Pokal mit dem preuß. Wappen aus der Zeit um 1805 gewesen sein. Im Mai 1811 reiste M. nach Wien, finanziell unterstützt von Hzg. Albert von Sachsen-Teschen. Er erhielt Aufträge vom Kaiserhaus, von Erzhzg. Johann für den Brandhof sowie von Wiener Kirchen, darunter St. Maria am Gestade. In Wien studierte er am Polytechnischen Institut und experimentierte im Labor der Glashütte von Türnitz mit Farben. Er lernte den Glasmaler Anton Kothgasser kennen und wurde Schloßmaler der Franzensburg bei Laxenburg.

    Wie bei seinem Vater stehen Arbeiten der Porzellanmalerei am Beginn seines künstlerischen Schaffens. Während seines Wiener Aufenthaltes bemalte er zahlreiche Trinkgläser mit Veduten der Kaiserstadt (Stephansdom, Karlskirche, Michaelerplatz, Kärntnerstraße) und deren näherer Umgebung (Heiligenstadt, Laxenburg) und führte gleichzeitig die väterliche Tradition norddeutscher Veduten fort. Er schuf Becher mit der Ansicht des Brandenburger Tors, der Silhouette von|Dresden (1816), Ansichten der Moritzburg sowie von Schloß Pillnitz und ein Glas mit dem Plan der Leipziger Völkerschlacht. Einer der bedeutendsten Aufträge an M. erging von Seiten der Wildensteiner Ritterschaft mit der Aufforderung, 13 Pokale mit Ansichten niederösterr. und burgenländ. Schlösser und Burgen anzufertigen (1815-20). Zu seinen wichtigsten Arbeiten zählen auch die Almanachbecher, an welchen er einen minutiös gemalten Jahreskalender auf die Außenwandung projizierte (3 Exemplare bekannt). Ein beliebtes Motiv lieferte ihm das Panorama der Insel St. Helena, des Verbannungsorts Napoleons. Neben der topographischen Bemalung finden sich auch Symbole oder belebte Szenen auf Gläsern seiner Produktion (Hirschjagd, Mädchen vor dem Opferaltar, Gott Amor). Die M.sche Tradition wurde durch Kothgasser weitergeführt, der als der bekannteste Glasmaler der Biedermeierzeit gilt, ohne jedoch die Qualität der Schöpfungen M.s zu erreichen.

  • Literatur

    ADB 22;
    G. E. Pazaurek u. E. v. Philippovich, s. L zu 1), S. 170-77;
    M. Kovacek, Glas aus 5 Jhh., 1990, S. 120-24;
    Wurzbach 18;
    ThB;
    Lex. d. Kunst IV, 1992.

  • Autor/in

    Peter Wirth
  • Empfohlene Zitierweise

    Wirth, Peter, "Mohn, Gottlob Samuel" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 696 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138396477.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA