Lebensdaten
1902 bis 1976
Geburtsort
Heidelberg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiktheoretiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 124737595 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maler, Wilhelm

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Zitierweise

Maler, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd124737595.html [18.02.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (1844–1911), Gymnasialprof. (Altphilol.) in Heidelberg, S d. Wilhelm (1800–74), Domänenrat in Karlsruhe, u. d. Thekla Reich;
    M Maigarethe Knoch;
    Margot, T d. Hans Fitting (1877–1970), Prof. d. Botanik in Bonn, u. d. Sigrid Meyer; Gvv d. Ehefrau Hermann Fitting ( 1916), Jurist (s. NDB V).

  • Leben

    M. besuchte das humanistische Gymnasium Schulpforta und studierte dann in Heidelberg Musikwissenschaft bei Theodor Kroyer, Musiktheorie und Komposition dort bei Hermann Grabner, in München bei Joseph Haas und in Berlin bei Philipp Jarnach. Als Grabner 1924 nach Leipzig berufen wurde, holte er M. als seinen Nachfolger nach Heidelberg. Bereits 1925 ging M. auf Veranlassung von Walter Braunfels an die neugegründete Rhein. Musikschule nach Köln, wo er eine Kompositionsklasse übernahm. 1936-44 war er an der dortigen Hochschule für Musik Professor für Komposition, außerdem unterrichtete er seit 1931 Musiktheorie an der Univ. Bonn. Nach dem 2. Weltkrieg lehrte M. 1945/46 an der Hamburger Städtischen Schule für Musik und Theater. 1946 wurde er als Gründungsdirektor der Nordwestdeutschen Musikakademie nach Detmold berufen. Der Aufbau dieses renommierten Ausbildungsinstituts ist im wesentlichen ihm zu verdanken. 1959 wurde er Nachfolger Philipp Jarnachs als Direktor der Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg, ein Amt, das er bis 1969 innehatte.

    Als Komponist fühlte sich M. barockem Polyphoniedenken ebenso verpflichtet wie dem deutschen Volkslied. So finden sich unter seinen Werken ein Konzert für Cembalo und Kammerorchester sowie ein Concerto grosso, aber auch viele Sing- und Spielmusiken, die für Laienmusiker gut zu bewältigen sind. Aufmerksamkeit erregte M. 1935 mit der Uraufführung seines Oratoriums „Der ewige Strom“ in Essen (komponiert 1932) durch Johannes Schüler. – Von hohem Rang ist M.s musiktheoretische Arbeit. Bereits 1931 (d. h. noch vor Hermann Grabners „Harmonielehre“) erschien sein „Beitrag zur Harmonielehre“, ein Werk, das mehrere Neuauflagen (auch unter Mitarbeit von Günter Bialas und Johannes Drießler) erlebte und zuletzt 1967 als „Beitrag zur durmolltonalen Harmonielehre“ in 6. Auflage erschien. Es dürfte die bedeutendste Weiterentwicklung der musikalischen Funktionstheorie nach Hugo Riemann sein. Das zweibändige Werk führt insbesondere die Kleinschreibung der auf moll|bezogenen Funktionen konsequent durch und eröffnet darüber hinaus durch die Einführung von Begriffen wie „Freie Leittoneinstellung“ die Möglichkeit, auch innerhalb des Systems schwer erklärbare harmonische Fortschreitungen plausibel darzustellen. Zu seinen wichtigsten Schülern gehören Helmut Degen und Diether de la Motte.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Dt. Musikrates, Mitgl. d. Freien Ak. d. Künste Hamburg.

  • Werke

    Weitere W Violinkonzert, 1932;
    Stefan-George-Kantate, 1930;
    6 Klaviersonaten, 1937-46;
    2 Streichquartette, 1935/42;
    4 Hölderlin-Chöre, 1933. L K. Laux, Musik u. Musiker d. Gegenwart, 1949;
    O. Riemer, in: Der Kirchenmusiker 13, 1962;
    D. de la Motte, in: Musica 26, 1972, 30, 1976;
    MGG VIII (W);
    Riemann.

  • Portraits

    in: Zs. f. Musik 113, 1952, S. 342.

  • Autor/in

    Werner Krützfeldt
  • Empfohlene Zitierweise

    Krützfeldt, Werner, "Maler, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 727 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd124737595.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA