Lebensdaten
1873 bis 1945
Geburtsort
München
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
Musikwissenschaftler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116558784 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Kroyer, Theodor, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116558784.html [01.10.2016].

CC0

Kroyer, Theodor

Musikwissenschaftler, * 9.9.1873 München, 12.1.1945 Wiesbaden. (katholisch)

  • Genealogie

    V Anton (* 1835), aus Hofberg b. Landshut, Strafanstaltsdir., unehel. S d. Maurers Anton Beitl u. d. Maurers-T Maria Kroier; M Marie (* 1844), T d. Friedrich Pöller, Vorstand d. Hofbräuhauses in M., u. d. Maria Hüber; Anna Stockbauer ( 1961).

  • Leben

    Nach kurzem Studium der Theologie studierte K. seit 1893 an der Akademie der Tonkunst bei J. Rheinberger Kontrapunkt und Komposition und an der Universität Musikwissenschaft bei A. Sandberger. 1897 wurde er mit einer Arbeit über „Die Anfänge der Chromatik im ital. Madrigal des 16. Jh.“ promoviert (gedr. 1902), die deutlich von den Forschungen seiner Lehrer beeinflußt ist. 1897-1910 war K. in der Nachfolge von Max Zenger Musikreferent der Allgemeinen Zeitung, München. Er hat früh die Bedeutung Max Regers erkannt und ist als Kritiker unermüdlich für ihn eingetreten. Reger war ihm ein Beispiel für die glückliche Synthese überlieferter und moderner musikalischer Tendenzen. – K. habilitierte sich 1902 an der Univ. München mit einem Thema aus dem 16. Jh., „Ludwig Senfl und sein Motettenstil“. 1907 wurde er ao. Professor und kam 1920 an die Univ. Heidelberg als erster Inhaber eines dort neu eingerichteten musikwissenschaftl. Lehrstuhls, dem er in kurzer Zeit Profil verlieh. 1923 ging K. an die Univ. Leipzig. Den dortigen Lehrstuhl baute er durch die Angliederung der Heyerschen Instrumentensammlung aus Köln, die auf seine Initiative 1925 durch den sächs. Staat erworben wurde, sowie durch die Vereinigung des Instituts mit dem staatlichen Forschungsinstitut und der Sammlung im Grassi-Museum zu einem musikwissenschaftlichen Zentralinstitut aus. Von Leipzig aus begründete K. 1925 die Reihe „Publikationen älterer Musik“, die nur in den Anfängen realisiert werden konnte. Seit 1932 war er bis zur Emeritierung 1938 Ordinarius in Köln, wo seine Tätigkeit durch zunehmende Krankheit und nach 1933 auch durch die politischen Verhältnisse beeinträchtigt war. - In seinen wissenschaftlichen Arbeiten stand K. mit seinen intensiven Quellen- und Archivstudien stets der Münchener musikwissenschaftlichen Schule nahe. Er widmete seine Untersuchungen besonders den Phänomenen der „Chromatik“ und der „Reservata“. Die ihm tief vertraute niederländ.-ital. Musik des 16. Jh. interpretierte er als epochalen Ausdruck der Renaissance. Nach dem Vorbild der Kunstgeschichte, die den Eigenwert der Farbe für die Malerei der Zeit entdeckt hatte, wurde K. in späteren Jahren besonders auf die Idiomatik der Klangfarben für das Verständnis der älteren Musik und ihrer Gehalte aufmerksam. Ihm kommt das Verdienst zu, die traditionelle musikhistorische Betrachtungsweise durch einfühlende Beobachtungen ergänzt zu haben.|

  • Auszeichnungen

    Neben den literarischen Arbeiten hat K. auch Kompositionen verfaßt, darunter Symphonien, Quartette, Klavierstücke, von denen nur wenige gedruckt wurden.

  • Werke

    J. Rheinberger, 1906;  W. Courvoisier, 1928;  Senfl. Ges.ausgabe I, 1903;  Der vollkommene Partiturspieler, 1930. -  Hrsg.: M. Zenger, Gesch. d. Münchener Oper, 1923;  M. Weber, Die rationalen u. soziolog. Grundlagen d. Musik, 1921.

  • Literatur

    H. Zenk u. a., T. K.-Festschr. z. 60. Geb.tag, 1933 (P)ders., in: Musikforschung 1, 1948, S. 81-91;  W. Gerstenberg, in: Rhein. Musiker II, 1962, S. 49-52;  MGG VII (W, L)Riemann u. Erg.bd. (W, L).

  • Autor

    Walter Gerstenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerstenberg, Walter, "Kroyer, Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 92-93 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116558784.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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