Haas, Joseph
- Lebensdaten
- 1879 – 1960
- Geburtsort
- Maihingen bei Nördlingen
- Sterbeort
- München
- Beruf/Funktion
- Komponist ; Musiker ; Arrangeur
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 118699741 | OGND | VIAF: 61732024
- Namensvarianten
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- Haas, Joseph
- Haas, Josef
Quellen(nachweise)
- * Kalliope-Verbund
- Archivportal-D
- * Deutsches Literaturarchiv Marbach - Kallías
- Mitgliederverzeichnis der Akademie der Bildenden Künste Berlin [2006-]
- Kritische Online-Edition der Tagebücher Michael Kardinal von Faulhabers (1911–1952)
- * Historisches Lexikon Bayerns
- * Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1945-1954
Literatur(nachweise)
- Katalog des Bibliotheksverbundes Bayern (BVB)
- Deutsche Digitale Bibliothek
- Normdateneintrag des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB)
- * Landeskunde Entdecken Online - Baden-Württemberg (LEO-BW) [2015-]
- * Deutsches Literaturarchiv Marbach - Kallías
- Österreichischer Bibliothekenverbund (OBV)
- Gemeinsamer Verbundkatalog (GBV)
- * Personen in Bavarikon [2013-]
- * Literaturnachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * Werknachweis in der Neuen Deutschen Biographie (NDB)
- * musiconn - Für vernetzte Musikwissenschaft
- Personen im Fachinformationsdienst Darstellende Kunst
- Sächsische Bibliographie
- Index Theologicus (IxTheo)
- Stadtlexikon Augsburg [1998-]
- * Internationales Quellenlexikon der Musik (RISM)
Objekt/Werk(nachweise)
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Genealogie
V Alban (1850–1901), Volksschullehrer in Maihingen, S d. Jos. Alban Jak., fürstl. Kastellan in Wallerstein, u. d. Maria Ledwinka;
M Theresia (1849–1929), T d. Franz Xaver Mozet in Steppach;
⚭ Günzburg 1902 Therese (1878–1959), T d. Mühlenbes. Johs. Vogt in Unterrohr b. Günzburg u. d. Ursula Haugg;
1 S, 1 T. -
Biographie
H. ergriff zunächst den Beruf des Vaters, wurde 1904 als Junglehrer in München Schüler Max Regers, dem er zur weiteren Ausbildung nach Leipzig folgte. Den auf mehreren Tonkünstlerfesten zu raschem Ansehen gelangten Komponisten beriefen 1911 das Stuttgarter Konservatorium, 1921 die Akademie der Tonkunst in München in ihren Lehrkörper. 1924 ordentlicher Professor und Leiter einer Kompositionsklasse, wurde er 1925 Vorstand der Kirchenmusikabteilung. Aus seinem Unterricht gingen zahlreiche bedeutende Komponisten hervor. Als Juror der ersten Donaueschinger Musikfeste setzte er sich gemeinsam mit H. Burkard und P. Hindemith für das neue Musikschaffen ein, blieb jedoch in der eigenen Arbeit seiner mehr traditionsgebundenen Art treu. Nach dem 2. Weltkrieg wurde er mit dem Wiederaufbau der Münchner Hochschule für Musik betraut, eine Aufgabe, der er sich bis 1950 unterzog. – Unter den Schülern Regers zählt H. zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Persönlichkeiten, wenngleich er seinen Stil mit der Zeit von der harmonischen Kompliziertheit seines Lehrers weg zu einem diatonisch klaren, die Dur-Charaktere bevorzugenden entwickelt hat. In H. lebte und wirkte etwas vom Geiste süddeutscher Volksmusik. Sein Schaffen umspannt nahezu sämtliche musikalische Gattungen. Von den Kleinformen des poetisierenden, jedoch nicht programmatisch gebundenen Klavierstücks („Hausmärchen“, „Schwänke und Idyllen“, „Eulenspiegeleien“) und des eifrig gepflegten Liedes stieß er zu größeren kammermusikalischen Konzeptionen (Streichquartett op. 50) und Orchesterwerken (Variationen und Rondo über ein altdeutsches Volkslied) vor und erzielte seine nachhaltigsten Erfolge mit den Volksoratorien „Die heilige Elisabeth“, „Christnacht“, „Das Lebensbuch Gottes“ und „Das Jahr im Lied“. Von hier aus schlug sich die Brücke zu seinem kirchenmusikalischen Schaffen, das sich teils der Liturgie dienend unterordnet, teils in freierer Verbindung mit ihr lebt. Zur erstgenannten Art gehören die nach neuen Wegen des A-Cappella-Stils trachtende „Deutsche Singmesse“ (1924), die „Deutsche Vesper“ (1929) und das „Deutsche Gloria“ (1933), zur letzteren die auf deutsche Texte komponierten Volkssingmessen, die Speyerer und die Limburger Domfestmesse sowie die Münchner Liebfrauenmesse. Gekrönt wurde dieser Schaffensbereich durch das machtvolle Te Deum. Am spätesten ist H. zur Oper gelangt, allein der 58jährige traf mit „Tobias Wunderlich“ (nach H. H. Ortners gleichnamigem Legendenspiel) den Stil einer echten, zugleich gehobenen Geschmacksansprüchen genügenden Volksoper. Auf unbeschwert heitere Maße ist die Spieloper „Die Hochzeit des Jobs“ geeicht.|
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Auszeichnungen
Dr. h. c. (Pontificium Institutum Musicae Sacrae Rom 1953), Dr. phil. h. c. (München 1959); Bayerischer Verdienstorden (1959).
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Werke
W Vollst. Verz. hrsg. v. K. G. Fellerer als Jahresgabe d. J.-H.-Ges. 1950, ²1954. Außerdem: Gotteslob (Hymnus), op. 104;
Eine dt. Weihṇachtsmesse, op. 105;
Die Seligen, Oratorium, op. 106;
Schiller-Hymne („Die Worte d. Glaubens“), op. 107;
Hymne z. Eucharist. Kongreß, 1960 (Text v. G. v. Le Fort) (nachgelassenes W);
Reden u. Aufsätze, hrsg. v. K. G. Fellerer, 1964. -
Literatur
K. Laux, J. H., 1932;
ders., J. H., 1940;
ders., J. H., 1954 (W-Verz., P);
K. G. Fellerer, in: MGG V, S. 1177 f.;
Mitt. d. J.-H.-Ges., seit 1950, mit biogr. Btrr. v. K. G. Fellerer, R. Heger, A. Ott, A. Zehelein, W. Zentner u. a.;
Rhdb. (P). -
Porträts
Gedenktafel am Geburtshaus in Maihingen;
Gem. v. F. Hilbich, 1952;
v. P. Hirsch, 1959;
v. W. Damian, 1962 (nach Phot.), alle im Bes. d. S Notar Dr. Alfred H., München. -
Autor/in
Wilhelm Zentner -
Zitierweise
Zentner, Wilhelm, "Haas, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 376 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118699741.html#ndbcontent