Lebensdaten
1852 bis 1915
Geburtsort
Penig (Sachsen)
Sterbeort
Baden-Baden
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117155896 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Löschke, Georg
  • Loeschcke, Georg
  • Löschke, Georg
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Zitierweise

Loeschcke, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117155896.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernhard (1826–65), Apotheker in P., S d. Weinhändlers Traugott in Dresden u. d. Emilie Auguste Eule;
    M Elise Weicker (1826–60) aus Chemnitz;
    Tante-v Elise Auguste ( Eduard Riehm, 1830–88, Prof. d. Theol. in Halle);
    - 1) Leipzig 1879 Katharina (1852–1912), T d. Gustav Jaeger (1808–71), Historienmaler, Dir. d. Ak. d. bildenden Künste in Leipzig (s. ADB 13), u. d. Anna Loeschke, 2) Bonn 1912 Dr. Charlotte Fraenkel (1880–1933), Archäologin;
    6 S, 1 T aus 1), u. a. Gerhard (1880–1912), Prof. d. Theol. (KG) in Bonn (s. DBJ, Tl.), Hermann (1882–1948), Prof. d. Pathol. in Rostock, Siegfried (1883–1956), Archäologe, Leiter d. Antikenslg. am Landesmus. in Trier, unternahm zahlr. Ausgrabungen in d. Region, z. denen er Publ. verfaßte (s. L).

  • Leben

    L. wurde nach fünf in Leipzig und Bonn verbrachten Studienjahren 1876 mit einem historisch-epigraphischen Thema bei Arnold Schäfer in Bonn promoviert. 1877-79 bereiste er als Stipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts Italien, Griechenland, Frankreich und England. Seit 1879 lehrte er zunächst als ao., seit 1880 als o. Professor Klass. Philologie und Archäologie an der Univ. Dorpat. 1889 wurde L. als o. Professor für Klass. Archäologie nach Bonn, 1912 schließlich nach Berlin berufen. 1909/10 bekleidete er in Bonn das Amt des Rektors. L.s Studium war vornehmlich philologisch und althistorisch orientiert; er rückte deshalb auch in der Archäologie neue Aspekte in den Vordergrund, die damals die noch überwiegend betriebene antike Kunst- und Künstlergeschichte zu ergänzen begannen. Wie die Philologie mit der schriftlichen Überlieferung arbeitet, so sollte die Archäologie alle Denkmälergattungen der materiellen Kultur – ungeachtet ihres ästhetischen Gehaltes – als historische Quellen erschließen und auswerten. L. war ein Wegbereiter dieses universellen Begriffs der Archäologie.

    Als Stipendiat begann L. zusammen mit Adolf Furtwängler die mykenische Keramik aus den Grabungen Heinrich Schliemanns zu ordnen. Ihre technischen, formalen, stilistischen und stratigraphischen Untersuchungen erbrachten Ergebnisse zu deren Entwicklung,|Chronologie und Verbreitung, mit denen die myken. Zeit als historische Epoche wiederentdeckt und die Schliemannschen Grabungen nachträglich für die Wissenschaft fruchtbar gemacht wurden. In den Dorpater Jahren entstand eine Reihe meist kleinerer Aufsätze zur Vasenmalerei, Ikonographie und Topographie. In Bonn widmete L. sich mehr als zwei Jahrzehnte lang der Lehre sowie dem Ausbau und der Erweiterung des Archäologischen Instituts und des Akademischen Kunstmuseums der Universität, versammelte einen großen internationalen Schülerkreis um sich, regte zahlreiche Dissertationen an, in denen auch unscheinbare Fundgruppen gesammelt und historisch interpretiert wurden, und machte Bonn so zu einem bedeutenden Zentrum archäologischer Forschung und Lehre. Daneben war L. maßgebend an der damals beginnenden systematischen Erforschung des röm. Limes beteiligt. Er verbesserte die Ausgrabungstechnik und die Bodenbeobachtung, beschrieb als Streckenkommissar den nördlichsten Abschnitt zwischen Lahn und Rhein, erkannte die verschiedenen Bauphasen und deren Bedeutung. In Berlin kamen ihm seine Erfahrung und sein Organisationstalent bei der Einrichtung der archäologischen Abteilung des dort von Theodor Mommsen ins Leben gerufenen Instituts für Altertumswissenschaften zugute. L. war 1901 an der Gründung der Röm.-German. Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts beteiligt. Seit 1900 förderte er bedeutende Ausgrabungsprojekte im Römerlager Haltern/Westfalen und seit 1912 in den Kaiserthermen in Trier|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1913).

  • Werke

    Myken. Thongefäße, 1879 (mit A. Furtwängler);
    Myken. Vasen, 1886 (mit dems.);
    Antrittsrede, in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss. 1913, S. 609;
    Streckenbeschreibung d. Limes, in: E. Fabricius, Der obergerman.-rät. Limes d. Römerreiches, Abt. A, Bd. 1, 1936, S. 59.

  • Literatur

    U. v. Wilamowitz-Moellendorff, in: SB d. Preuß. Ak. d. Wiss., 1916, S. 754;
    F. Koepp, in: Neue Jbb. f. d. klass. Altertum 19, 1916, S. 139;
    F. Oelmann, in: Bonner Jbb. 152, 1952, S. 5;
    F. Matz, in: Studium Berolinense II, 1960, S. 598;
    E. Langlotz, in: 150 J. Rhein. Friedrich-Wilhelms-Univ. zu Bonn 1818-1968, 1968, S. 233. - Zu S Siegfried:
    M. Bieber, in: American Journal of Archaeology 62, 1958, S. 105.

  • Portraits

    Gem. v. Reinhard Loeschke (S) (Bonn, Univ.), Abb. in: Die Rhein. Friedrich-Wilhelms-Univ., Ihre Rektoren u. berühmten Professoren, 1943, S. 210.

  • Autor/in

    Ursula Heimberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Heimberg, Ursula, "Loeschcke, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 61-62 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117155896.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA