Lebensdaten
um 1550 bis 1596
Geburtsort
Kempen/Niederrhein
Sterbeort
Heidelberg
Beruf/Funktion
reformierter Theologe ; Professor der Theologie in Heidelberg
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 11972894X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • tho Kymmendonck, Jakob
  • Kymmendonck, Jakob tho
  • Kimedontius, Jakob
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Zitierweise

Kimedoncius, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11972894X.html [12.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus bereits prot. Fam. d. kurköln. Stadt Kempen, wo 1543 e. Koen tho Kymmendonck unter d. Bittstellern um ev. Gottesdienst erscheint;
    1) vor März 1578 Marie Ackermans verw. de Renialme aus Brabant, 2) Anna ( 1596) T d. Heinrich Smetius (de Smet, 1535–1614), aus Flandern, Dr. med., kurpfälz. Leibarzt, Prof. d. Med.|am Casimirianum in Neustadt, seit 1585 in H. (s. ADB 34; BLÄ), u. d. Johanna van den Corput; Schwägerin Johanna ( Jan Gruter, 1627, Philologe, s. NDB VII);
    2 S, 1 T aus 1) Jakob ( 1596), Philologe in H. (s. ADB 15), Abraham ( v. 1628), Schulrektor in H., Simmern u. Kreuznach, 1603 Prof. d. Logik in H., Anna ( Jan Gruter, s. o.);
    Stief-T Marie de Renialme ( Isaac Genius, ref. Prediger in Köln, Frankfurt/M. u. Oppenheim).

  • Leben

    K. absolvierte das Düsseldorfer Gymnasium unter Johannes Monheim, dessen Katechismus von 1560 deutliche Anleihen bei Calvin machte. Er bezog im Juni 1568, als in seiner Heimat der Calvinismus aufgelebt war, die Universität Heidelberg zum Theologiestudium unter Ursinus, wurde 1573 dessen Helfer am Collegium Sapientiae und wurde 1576 zum Dr. theol. promoviert. Die lutherische Reaktion in Kurpfalz führte zu Ursins und seiner Entlassung am 7.10.1577. Aus dem Dienst der wallonischen Gemeinde Frankenthal wurde K. im Herbst 1578 zum theologischen Lehrer in der reformierten Stadtkirche von Gent berufen, wo er mit Vorlesungen über Neues Testament und Philosophie eine blühende Schule aufbaute. Vor der Übergabe der Stadt an Alexander von Parma floh K. mit seinen Kollegen nach Vlissingen. Als Prediger in Middelburg März 1585 bis Ende 1588 fand er eine neue Stelle. Daß die Nationalsynode von ’s-Gravenhage 1586 ihn zu ihrem Praeses wählte, ein Jahr später die südholländische Synode ihn in die Kommission für die Revision der Bibelübersetzung berief, zeigt seine Hochschätzung in den Niederlanden. 1589 kehrte er nach Heidelberg zurück, erhielt die 3. theologische Professur für Loci communes, versah 1591 das Rektorat, wurde 1594 auch Kirchenrat und starb als Prorektor des dort verbliebenen Restes der nach Ladenburg verlegten Universität an der Pest. So unterschiedliche Geister wie Konrad Vorstius und Johannes Bogerman sind seine Schüler gewesen. Sein literarisches Lebenswerk galt mit der Prädestinationslehre der Bestreitung des Heilsuniversalismus und mit der Schriftlehre der Kontroverstheologie mit dem Katholizismus.

  • Werke

    Van der Doope onzes Heeren Jesu Christi, Bekentenisse door Dierick Philips, mitsgaders een beantwordinghe, 1589;
    Neuausg. v. Luthers De servo arbitrio … contra veteres et novos Pelagianos, in usum studiosae iuventutis, 1591, 21603 (holländ. 1870);
    Theses de universalitate redemtionis et gratiae per Christum, 1591;
    De redemtione generis humani libri tres;
    De praedestinatione, 1592;
    Synopsis de redemtione et praedestinatione, Heidelberg 1593 (die letzteren 4 auch engl., 1598);
    Oratio lugubris memoriae illustr. principis … Johannis Casimiri, 1592;
    De scripto Dei verbo libri 8 … de verbo non scripto libri 2, 1595, 21602;
    Theses de persona Christi, 1595;
    Theses theologicae de peccato originis, 1596.

  • Literatur

    ADB 15;
    J. F. A. Gillet, Crato v. Crafftheim u. s. Freunde II, 1860, S. 156;
    J. F. Hautz, Gesch. d. Univ. Heidelberg II, 1864;
    J. P. de Bie u. J. Loosjes, Biograph. Woordenboek van prot. Godgeleerden in Nederland IV, 1931, S. 749-52 (L), dazu: W. Niepoth, Evangelische im Kempener Raum, 1958, S. 12 ff.;
    G. A. Benrath, Briefe d. Heidelberger Theologen Zacharias Ursinus, in: Heidelberger Jbb. 8, 1964, S. 136 ff.;
    A. Despretz, De instauratie der Gentse Calvinist. Republiek, in: Handelingen der Maatschappij voor Geschiedenis en Oudheidskunde te Gent 17, 1963, S. 185-88;
    V. Press, Calvinismus u. Territorialstaat, 1970, S. 314 f., 510 f.;
    G. Adam, Der Streit um d. Prädestination im ausgehenden 16. Jh., 1970, S. 92 f.

  • Portraits

    Kupf., nachgewiesen in J. F. van Someren, Beschrijvende Cat. van gegraveerde Portretten van Nederlanders II, 1890, Nr. 2947;
    Singer I, Allg. Bildniskat. VII, 1932, Nr. 15878.

  • Autor/in

    J. F. Gerhard Goeters
  • Empfohlene Zitierweise

    Goeters, J. F. Gerhard, "Kimedoncius, Jakob" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 608-609 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11972894X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Kimedoncius: Jakob (n. A. Jodocus) K. (Kimedontius), reformirter Theolog des 16. Jahrhunderts, geb. c. 1550 zu Kempen am Niederrhein, zu Heidelberg den 26. Novbr. 1596. Von seinen persönlichen Verhältnissen ist wenig bekannt. Er war 1576 unter Kurfürst Friedrich III. neben Ursinus Director des Collegium sapientiae in Heidelberg, in welchem sich damals über 70 Alumnen befanden. Da diese unter dem neuen Regenten, Kurfürst Ludwig VI. (1576 ff.) sich weigerten, das lutherische Bekenntniß anzunehmen, wurden sie den 30. Septbr. 1577 alle entlassen, am 7. Octbr. auch die beiden Directoren beurlaubt. K. ging mit Ursinus nach Neustadt a. d. H., von da nach Gent, Vliessingen und Middelburg, wo er 1585 Prediger der reformirten Gemeinde wird. Unter der vormundschaftlichen Regierung des Pfalzgrafen Johann Casimir wird 1589 mit anderen Vertriebenen auch K. nach Heidelberg zurückberufen als Professor am Sapienzcollegium und Professor des Alten Testaments an der Universität. 1590 bekeidet er das Rectorat, 1592 hält er eine oratio lugubris auf Johann Casimir. Er betheiligte sich insbesondere an den Verhandlungen über die Prädestination und die Allgemeinheit der Erlösung, zu denen|das Mömpelgarder Gespräch 1586 und das Auftreten Samuel Huber's seit 1589 Anlaß gaben. Zur Rechtfertigung der reformirten Erwählungslehre gegen die Angriffe der Lutheraner gab er 1591 die Schrift Luther's De servo arbitrio mit einer Vorrede heraus, worin er die Uebereinstimmung Luther's mit der Calvinischen Lehre nachzuweisen sucht; und ließ in den folgenden Jahren noch zwei Schriften ähnlichen Inhalts folgen: „De redemtione generis humani“, Heidelb. 1592 und „Synopsis de redemtione et praedestinatione adv. S. Huberum“, 1593. Erst nach seinem Tode erschienen zwei weitere Schriften von ihm: „De verbo Dei scripto“ und „De verbo Dei non scripto“, Leyden 1602. — Verschieden von ihm, vielleicht sein Sohn, war ein Philolog desselben Namens, 1597 im Alter von 18 Jahren. Er soll verschiedene Werke aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt haben, von denen aber nur ein einziges gedruckt ist, nämlich eine Uebersetzung des byzantinischen Historikers Theophylaktus Simocatta, herausgegeben 1598 zu Leyden durch Jan Gruter, der in einer Vorrede Notizen über den Verfasser giebt.

    • Literatur

      Vgl. über beide Jöcher II, 2087; Rotermund I, 338; Nouv. biogr. générale; über den Theologen speciell Schwab, Syllabus rectorum Heidelb. I, 177. 192.

  • Autor/in

    Wagenmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wagenmann, Julius August, "Kimedoncius, Jakob" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 740-741 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11972894X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA