Lebensdaten
1509 bis 1581
Sterbeort
Luzern
Beruf/Funktion
kaiserlicher und königlicher Rat ; Hofmeister des Herzogs von Savoyen ; Bankier ; Reeder
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136925839 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haller von Hallerstein, Christoph
  • Haller vom Hallerstain, Chrystoff
  • Hallerstein, Christoph Haller von

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Zitierweise

Haller von Hallerstein, Christoph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136925839.html [22.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Bartholomäus (s. 2);
    Ov Wolf (s. 8);
    B Ruprecht (s. 7), Wolf (s. 9);
    - Augsburg 10.7.1536 Anna (1509–72), T d. Simon Imhof (1476–1557) zu Augsburg u. d. Anna Baumgartner (Schw d. Handelsherrn Hans Baumgartner, 1549, s. NDB I);
    4 S, 3 T, u. a. Leo Lazarus (1545–1610), Kommandant d. Festung Piacenza unter Philipp II. u. Ottavio Farnese, Reichard (1551–1612), SJ, Rektor an den Universitäten Dillingen, Ingolstadt u. Graz, Beichtvater d. span. Kgn. Margarethe (s. L).

  • Leben

    Aufgewachsen in den Niederlanden, war H. schon mit 20 Jahren im Dienst Karls V. und Ferdinands. In einem reichbewegten Leben kam er an fast sämtliche Höfe der damaligen Welt als Gesandter und Diplomat, als Finanzagent und Großkaufmann. Überall war er wohlgelitten, bei Karl V. wie bei dessen Gegnern Franz I. und Heinrich II. von Frankreich, bei Christian von Dänemark und Heinrich VIII. von England. Mit letzterem schloß H. als einer der größten damaligen deutschen Bankiers zu Antwerpen Darlehensverträge über riesige Summen ab. Gleichzeitig hatte er das Alaunhandelsmonopol in den Niederlanden und betätigte sich als Reeder im Seehandel mit Farbstoffen und anderem. Dann diente er wieder dem Kurfürsten von Sachsen, erwarb in Oberfranken die Herrschaften Sparneck, Waldstein und Stockenrode, die er später an den Markgrafen von Brandenburg verkaufte. Als Karl V. 1556 abdankte und die Niederlande verließ, war H. mit seinem Bruder Ruprecht bis zuletzt bei ihm und übernahm den Transport der Reichsregistratur von Brüssel nach Wien. Nun trat er in den Dienst des Herzogs von Savoyen und residierte in Turin als Hofmeister. Aber der Herzog zahlte ihm weder das versprochene Gehalt, noch löste er H., der für ihn Bürge war, aus. Bedrängt wegen seiner vielen Bürgschaften für weltliche und geistliche Fürsten, floh H. nach Luzern. Zwar brauchte er keinen Konkurs wie die Höchstätter und andere zu erleben, die Stadt Luzern setzte ihm sogar ein Denkmal, aber doch starb er vergessen von der höfischen Welt als Pfründner im Spital.

  • Literatur

    Th. v. Liebenau, Ch. H.v. H., in: Anz. f. schweizer. Gesch. 14, 1883; s. a. L z. Gesamtfam. - Zu S Reichard:
    J. N. Stoeger, Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu, 1856.

  • Autor/in

    Helmut Freiherr Haller von Hallerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Haller von Hallerstein, Helmut Freiherr, "Haller von Hallerstein, Christoph" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 558 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136925839.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA