Lebensdaten
1486 bis 1551
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
kaiserlicher und königlicher Rat ; Reichsschultheiß zu Frankfurt ; Sekretär der Königin Maria von Ungarn
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136925812 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haller von Hallerstein, Bartholomäus
  • Haller von Hallerstein, Bartholome
  • Haller von Hallerstein, Bartholomee
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Zitierweise

Haller von Hallerstein, Bartholomäus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136925812.html [16.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Wolf ( 1504), auf Ziegelstein, im Viehimport aus Ungarn sowie im Fernhandel n. Südfrankreich u. Italien tätig, Hptm., S d. Ruprecht (1419–89), auf Ziegelstein, Obrist u. Reichsschultheißenverweser zu Nürnberg, u. d. Barbara v. Lochaim;
    M Anna ( 1501), T d. Bartholomäus Knebel ( 1490), Fernhändler, u. d. Anna Hübner;
    B Wilhelm ( 1504), auf Ziegelstein, Rat Hzg. Karls d. Kühnen v. Burgund, Wolf (s. 8);
    Vt Peter (s. 6);
    - 4.7.1507 Anna ( 1536), T d. Levin Memminger ( 1492) u. d. Katharina Armauer;
    3 S Christoph (s. 3), Ruprecht (s. 7), Wolf (s. 9), 3 T, u. a. Barbara ( Ambrosius Quetz, Oberbornmeister in Halle/S.).

  • Leben

    In reichsstädtisch nürnbergischen Diensten seit 1508 als Baurichter, 1515-20 als Assessor am Stadtgericht, 1525-40 als Reichsbann- und Stadtrichter war H. gleichzeitig auch vielfach auswärts in Hofdiensten. 1520 nahm Karl V. ihn in La Coruña wegen seiner Treue zum Reich und zu den Häusern Österreich und Burgund als seinen Diener an. Drei Jahre zuvor, 1517, hatte H. für sich, seine nächsten Angehörigen und Albrecht Dürer einen umfangreichen kirchlichen Gnadenerlaß erwirkt. Beim Reichstag zu Worms 1521 war er mit seinem Bruder Wolf und seinem Vetter Sebald wochenlang im Gefolge des Kaisers anwesend und erlangte von Karl V. und anderen Fürsten zahlreiche Ehrungen und Privilegien, wurde auch kaiserlicher Rat. 1528 für sich und das Gesamtgeschlecht mit neuen Ehrungen und Standeserhöhungen von Karl V. bedacht, wandte er seine Dienste auch König Ferdinand zu, der ihn 1532 gleichfalls zu seinem Rat erhob. In jenen Jahren befaßte sich H. auch mit historischen Studien, sammelte Handschriften und Bücher und verfaßte selbst ein umfangreiches Familienbuch mit prachtvollen Malereien (je 1 Exemplar in der königlichen Bibliothek in Brüssel und als Leihgabe im Nationalmuseum Budapest, 3 Exemplare im Familienarchiv). Zugleich kümmerte er sich um seine zahlreichen Burgen und Besitzungen bei Nürnberg, in Thüringen und so weiter. Seit 1538 wirkte er als Sekretär der Königinwitwe Maria von Ungarn, Statthalterin der Niederlande. Es oblag ihm die gesamte Interessenvertretung der Königin in ihren ungarischen Besitzungen, Bergwerken und so weiter, weshalb er sich ständig dort, in Wien und im Reich aufhielt. Zwischendurch erledigte er wieder Geschäfte für|den Kaiser, der ihn Anfang 1549 in der Reichsstadt Frankfurt am Main gegen deren Willen und gegen deren Privilegien als Reichsschultheiß einsetzte.

  • Literatur

    J. C. v. Fichard, Frankfurt. Archiv für ältere dt. Lit. u. Gesch., 2. T., 1812;
    H. Doege, Das v. Quetz. Hochzeitsbüchlein, 1913; s. a. L z. Gesamtfam.

  • Portraits

    Versch. prunkvolle Renaissance-Medaillen sind erhalten (Schloß Gründlach/Mfr.), teilweise beschrieben b. G. Habich, Die dt. Schaumünzen d. 16. Jh., 1929-34;
    Grabdenkmäler (Frankfurt/M., Dom, u. Schloß Gründlach).

  • Autor/in

    Helmut Freiherr Haller von Hallerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Haller von Hallerstein, Helmut Freiherr, "Haller von Hallerstein, Bartholomäus" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 557 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136925812.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA