Lebensdaten
1803 bis 1877
Geburtsort
Leinefelde (Eichsfeld)
Sterbeort
Elberfeld (heute Wuppertal-Elberfeld)
Beruf/Funktion
Naturwissenschaftler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119519763 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fuhlrott, Johann Carl
  • Fuhlrott, Carl
  • Fuhlrott, Johann Carl
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Fuhlrott, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119519763.html [19.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter Fam. d. Eichsfelds;
    V Phil. (1764–1813), Kaufm. u. Gastwirt in L.;
    M Magdalena Nußbaum (1773–1812);
    1835 Amalie (1812–50), T d. Kriminalrichters Carl Ludw. Kellner in Heiligenstadt;
    6 T.

  • Leben

    F. bezog 1824 die Universität Bonn, um katholische Theologie zu studieren, wandte sich aber bald ausschließlich dem Studium der Naturwissenschaften, der Paläontologie und Zoologie bei G. A. Goldfuß, der Mineralogie bei J. J. Nöggerath und der Botanik und Naturphilosophie bei C. G. Nees von Esenbeck zu. Nach Abschluß seines Studiums in Münster und nach einer einjährigen Lehrtätigkeit am Gymnasium zu Heiligenstadt war er seit 1830 Lehrer an der Realschule, dem späteren Realgymnasium zu Elberfeld. 1835 erwarb er in Tübingen die Doktorwürde, und 1862 wurde er zum Professor ernannt. Schon als Student veröffentlichte er ein Buch über Pflanzensystematik, das auch die Aufmerksamkeit Goethes erregte. Nach der Übernahme in den Schuldienst setzte er seine Forschertätigkeit in immer zunehmendem Maße fort und nahm als Forscher und Organisator im naturwissenschaftlichen Leben des Rheinlandes und Westfalens eine führende Stellung ein (1843 Mitbegründer des „Naturhistorischen Vereines der preußischen Rheinlande und Westfalens“, bis an sein Lebensende Vorsteher des Bezirkes Düsseldorf). Durch seine wissenschaftliche Tätigkeit wurde F. bald Mitarbeiter H. von Dechens, den er bei seinen kartographischen Arbeiten unterstützte. Mit besonderer Vorliebe beschäftigte sich F. mit der Erforschung der rheinisch-westfälischen Höhlen und erregte im In- und Ausland großes Aufsehen, als er 1856 mit der Behauptung hervortrat, daß die beim Abbruch einer Höhle im Neandertal, einem Nebental des Rheins zwischen Elberfeld und Düsseldorf, ausgegrabenen Knochen (eine Schädeldecke und andere Knochen) menschliche Gebeine einer primitiven und ausgestorbenen menschlichen Urrasse der Eiszeit (Homo Neanderthalensis) seien und diese Behauptung trotz Widerspruchs der größten Autoritäten der damaligen Zeit hartnäckig verteidigte. Die Anerkennung seiner These blieb ihm zu Lebzeiten versagt. Erst die Nachwelt hat nach dem Aufkommen einer neuen anthropologischen Schule die Richtigkeit seiner Behauptung anerkannt.|

  • Auszeichnungen

    Gedenktafel im Neandertal, gestiftet 1926 v. d. Ges. Dt. Naturforscher u. Ärzte; Gedenkstein mit Bronzerelief F.s in Leinefelde, gestiftet 1956 v. Landschaftsverband Rheinland.

  • Werke

    W u. a. Jussieus u. de Candolles natürl. Pflanzensysteme nach ihren Grundsätzen entwickelt …, 1829 (mit Vorrede v. C. G. Nees v. Esenbeck);
    Erster Ber. üb. d. Fund v. Menschenknochen im Neanderthal, in: Korr.bl. d. Naturhist. Ver. d. preuß. Rheinlande u. Westfalens, 1857, Nr. 2, S. 50;
    Menschl. Ueberreste aus e. Felsengrotte d. Düsselthales, in: Verhh. d. Naturhist. Ver. d. preuß. Rheinlande u. Westfalens 16, 1859, S. 131 ff.;
    Ueber d. Kalksteinschichten in d. unmittelbaren Umgebung d. kleinen Feldhofergrotte im Neanderthal, ebd. (Korr.bl.) 25, 1868, S 62 ff.;
    Der fossile Mensch aus d. Neanderthal, 1865;
    Die Höhlen u. Grotten in Rheinland u. Westfalen, 1869.

  • Literatur

    W. Bürger, J. C. F., d. Entdecker d. Neandertalmenschen, 31956 (ausführl. W-Verz., L, P);
    K. Narr u. R. v. Uslar, J. C. F. u. d. Neandertaler, in: Der Neandertaler u. s. Umwelt, hrsg. v. K. Tackenberg, 1956 (W, L, P);
    Pogg. III.

  • Autor/in

    Willy Bürger
  • Empfohlene Zitierweise

    Bürger, Willy, "Fuhlrott, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 724 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119519763.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA