Lebensdaten
1880 oder 1888 bis 1937
Geburtsort
Furth im Wald
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Pädagoge ; Psychologe ; Philosoph
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118691104 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fischer, Aloys
  • Fischer, Alois

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Zitierweise

Fischer, Aloys, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118691104.html [19.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Gartenarbeiter;
    M Barbara Späth;
    Paula ( 1944), T d. Justizrates Thalmann in d. Vorderpfalz;
    2 S, u. a. Ernst (1907–39), Maler u. Radierer (s. Vollmer).

  • Leben

    Zehntes Kind aus ärmlichsten Verhältnissen, besuchte F. das Benediktinergymnasium Metten/Donau, studierte unbefriedigt in München Altphilologie, wurde von Th. Lipps für Philosophie und Psychologie gewonnen, durch Hauslehrertätigkeit in der Familie des Bildhauers A. von Hildebrand wissenschaftlich und menschlich bereichert, 1904 als Preisträger promoviert. Nach Habilitation für Philosophie (1907) befaßte sich F. eingehend, aber ohne deren Einseitigkeiten mitzumachen, auch mit der damals aufblühenden experimentellen Psychologie und Pädagogik, gründete das Pädagogisch-Psychologische Institut des Münchener Lehrervereins (1910), leitete die Studien der bayerischen Erbprinzen Luitpold und Albrecht und wurde an der Universität 1915 außerordentlicher, 1918 ordentlicher Professor der Pädagogik, später auch Vorstand des von ihm gegründeten Pädagogischen Seminars der Universität, zuletzt auch des Psychologischen Institutes. 1937 amtsenthoben, starb F. nach der Operation eines langjährigen Magenleidens. – Zwar auch für Philosophie, besonders Ästhetik, für Psychologie und Soziologie bedeutsam, liegt F.s Hauptleistung in seinem Beitrag zur wissenschaftlichen Grundlegung und akademischen Verselbständigung der Pädagogik. Er entwickelte 1914 das Programm einer „deskriptiven Pädagogik“ oder „Pädagogischen Tatsachenforschung“, die das Erzieherische in seinen sämtlichen Formen, Spielarten und Verflechtungen in allem Menschlichen der Vergangenheit und Gegenwart „aufhellt“, nicht aber durch Regeln und Rezepte zu normieren versucht. Diese reinliche Unterscheidung pädagogischen Erkennens und Tuns festhaltend, gewannen bei ihm später doch auch wertphilosophische Gesichtspunkte an Gewicht. – Im praktischen und organisatorischen Bereich trat F. für arbeitsmäßigen Unterricht, Gemütserziehung und Heimatpflege, akademische Lehrerbildung und die – von ihm so bezeichnete – „Humanisierung der Berufsschule“ ein. – Besondere Verdienste erwarb er sich um das Studentenwerk und die akademische Berufsberatung.

  • Werke

    Über Beruf, Berufswahl u. Berufsberatung als Erziehungsfragen, 1918;
    zahlr. Btrr. u. Aufsätze, zumeist ges. in: A. F., Leben u. Werk, hrsg. v. K. Kreitmair u. J. Dolch, 6 T. in 4 Bde., 1950-57 (P, Hs.probe).

  • Literatur

    O. Scheibner, in: Zs. f. päd. Psychol. 39, 1938, S. 53 f.;
    J. Dolch, ebd. 41, 1940, S. 157 ff.;
    E. Spranger, Th. Litt u. a., in: A. F., Leben u. Werk II, 1950 (s. W);
    H. Röhrs, Die Päd. A. F.s, 1953 (W).

  • Autor/in

    Josef Dolch
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolch, Josef, "Fischer, Aloys" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 178 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118691104.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA