Lebensdaten
1877 bis 1961
Geburtsort
Borna bei Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Pädagoge
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 122703669 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scheibner, Fritz Otto
  • Scheibner, Otto
  • Scheibner, Fritz Otto

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Zitierweise

Scheibner, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122703669.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Redakteur d. „Leipziger Tagebl.“;
    M N. N.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Kgl. Sächs. Lehrerseminars und der Univ. Leipzig, wo er u. a. bei Wilhelm Wundt (1832–1920) studierte, war S. zunächst Lehrer an der Selektenschule mit Progymnasium in Schwarzenberg (Erzgebirge), 1901-23 Studienrat an der von dem Reformpädagogen Hugo Gaudig (1860–1923) geleiteten Höheren Schule für Mädchen und dem Lehrerinnenseminar Leipzig. Nebenamtlich lehrte er an der Hochschule für Frauen in Leipzig und seit 1923 als Honorarprofessor an der Univ. Jena. Seit 1929 versah er zudem eine Professur für Pädagogik an der pädagogischen Akademie in Erfurt (em. 1932).

    S. war ein Vertreter der sich seit der Jahrhundertwende entfaltenden dt. Reformpädagogik. Als Anhanger Gaudigs verkehrte er auch mit Vertretern der sich etablierenden universitären Pädagogik und gründete mit Anhängern der experimentellen Erziehungswissenschaft 1910 die „Zeitschrift für pädagogische Psychologie, experimentelle Pädagogik und jugendkundliche Forschungen“, zu deren Herausgeberkreis er gehörte. Als Schriftleiter der Zeitschrift „Die Arbeitsschule“ beeinflußte er seit 1923 die Arbeitsschuldebatte in Deutschland maßgeblich. Gegenüber politischen und ökonomischen Varianten dieser Schulform favorisierten er und sein Mitherausgeber Aloys Fischer (1880–1937) einen auf Unterricht zentrierten Ansatz. Am bekanntesten wurde S. durch sein Werk „Zwanzig Jahre Arbeitsschule in Idee und Gestaltung“ (1928, erw. 21930, seit: 31951 u. d. T. „Arbeitsschule in Idee u. Gestaltung, Ges. Abhh.“, 51962), das bis in die 60er Jahre hinein weit verbreitet war. S. vertrat hierin einen erweiterten pädagogischen Arbeitsbegriff, der im Unterschied zu jenem Georg Kerschensteiners (1854–1932) nicht auf Handarbeit verengt wurde, sondern mit handlungsbezogenem Unterricht verbunden war, welcher Schülern Raum zur kreativen „Selbsttätigkeit“ bieten sollte.

  • Literatur

    B. Steinhöfel, Zu d. päd. u. schulpol. Auffassungen d. Reformpäd. O. S. (1877-1961), Diss. Leipzig 1992;
    dies., in: Sächs. Reformpäd., Traditionen u. Perspektiven, hg. v. A. Pehnke, 1998, S. 241-51;
    A. Hesse, Die Professoren u. Dozenten d. preuß. Päd. Akademien (1926–1933) u. Hochschulen f. Lehrerbildung (1933–1941), 1995;
    A. Reble, in: Bed. Schulpädagogen, hg. v. H. Glöckel u. a, 1993, S. 175-93;
    ders., in: Jenaer Univ.lehrer als Mitgll. d. Ak. Gemeinnütziger Wiss. zu Erfurt, hg. v. J. Kiefer u. W. Köhler, 1995, S. 135-40;
    ders., in: Päd. Perspektiven in unserer Zeit, Btrr. v. 1933 bis 1995, 1995, S. 161-79;
    E. Rausch u. B. Steinhöfel, Das arbeitsunterrichtl. Verfahren u. d. Unterr.gespräch im Sinne Hugo Gaudigs u. O. S.s, in: Die Reform d. Bildungswesens im Ost-West-Dialog, hg. v. H. Röhrs, 1998, S. 215-29;
    Lex. d. Päd. d. Gegenwart, hg. v. Dt. Inst. f. wiss. Päd. Münster, II, 1932;
    Lex. d. Päd.

  • Autor/in

    Philipp Gonon
  • Empfohlene Zitierweise

    Gonon, Philipp, "Scheibner, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 629-630 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122703669.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA